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Schachtbrunnen Bau von Schachtbrunnen, Brunnenringe aus Beton...

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Alt 03.06.2011, 23:40   #1 (permalink)
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Hallo!

Im Garten habe ich einen verschütteten Brunnen wieder freigeschaufelt. Es handelt sich um einen, für niedersächsische Bauernhöfe, typischen Brunnen aus kreisförmig gelegten Ziegelsteinen.
Ca. 1,20 m Innendurchmesser. Der Bauernhof ist 1945 abgebrannt.

Also habe ich mich Eimer für Eimer durch den Schutt von Generationen gebuddelt. Nach reichlich Flaschen, Kleidung, Moorstiefeln, Lampen, Steine und Erde traf ich auf eine Filterschicht aus Stroh und Heide, welche ich auch entfernt habe.
Das ganze spielt sich jetzt in ca. 4,5 m Tiefe ab.
Dort muss eine Wasserader liegen, denn das Wasser drückt relativ reichlich nach.
Nun sollte eine neue Filterschicht hinein.
Auf den Boden habe ich wasserdurchlässige Gärtnerfolie gelegt.
Darauf ca. 25 cm spezielle Steinchen, die nicht zuschlämmen und darauf noch ca. 40 cm Quarzsand. Insgesamt bestimmt ne halbe Tonne Material. Das Wasser kam klar heraus, im Eimer hat man dann allerdings eine leichte Trübung vom Sand gesehen.

Allerdings dauerte es jetzt fast 2 Tage bis der Brunnen sich wieder gefüllt hat. Ich fragte einen Brunnenbauer, der mit ganz klar sagte, dass ich einen Fehler gemacht habe.
Durch die schwere Filterschicht habe ich die Wasserader abgedrückt und man filtert das Wasser sowieso erst bei der Entnahme.

Also habe ich mich dieses Jahr wieder drangesetzt, das ganze Filterzeugs wieder zu entfernen. Diesmal bin ich aber auch noch tiefer gegangen. Ich habe den "Boden" aus Steinen entfernt. Man findet da häufig "Drahtknäule" aus Eisen. Keine Ahnung wozu die dienten.

Dann kam noch ein kleiner Kessel mit Loch zum Vorschein. Komischerweise UNTER der alten Filterschicht.
Wer ist denn so doof und entsorgt seinen Müll im Brunnen, aus dem er noch trinken will??

Wie Tief der Brunnen wirklich ist, kann ich nicht sagen. Ich vermute, dass schon bald Ende der Fahnenstange ist.

Mein Problem ist, dass im Moment das Wasser faulig riecht und auch unten im Brunnen immer noch Faulschlamm ist, der m. E. jeden Tag
mehr wird. Mit Filterschicht war das Wasser in Ordnung.

Eigentlich müsste doch so ein Brunnen durch das Gewicht der Steine immer tiefer absacken, bis er auf festen Boden trifft.
Daher gehe ich davon aus, dass der Brunnen noch weitaus tiefer ist, aber eben noch voller Schlamm.

Wie gehe ich jetzt weiter vor?
Laubbläser für Frischluft und weiterbuddeln?
Kommt der Schlamm von der Wasserader, d. h. ich kann buddeln bis ich schwarz werde, er kommt immer nach?
Oder hat das auch ein Ende, d. h. irgendwo muss eine Sandschicht sein?

Vielleicht könnten mir die Fachkundigen ein paar Ratschläge geben!

Es grüßt und dankt

Carsten
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Alt 04.06.2011, 09:50   #2 (permalink)
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Hallo

Ja normal hat ein Brunnen auch mal ein Ende.
Du musst bis nach unten, egal wie.
Der alte Dreck muss komplett raus.
Bis du wieder auf gewachsenem Boden bist.
Der Brunnen hat unten einen Sockel auf dem er aufgebaut ist.
Das ist der Punkt bis zudem du vordringen musst.
Was halfen kann ist vielleicht ein Puhlauto das mit seinem Saugschlauch den Schlamm und das faulige Wasser absaugt.
Wenn Wasser steht, wird es mit der Zeit faul in so einem Brunnen.
Das Alte Zeug muss alles raus, auch wegen der Belastung, wer weiß was da alles entsorgt wurde.

Was natürlich an erster Stelle stehen muss ist deine Sicherheit!
Wegen der Luftversorgung, den Faulgasen und ein eventuelles einstürzen. Arbeite nie Alleine da unten, habe immer ein Sicherungsseil dabei an dem man dich hoch ziehen kann.
__________________
Gruß Fellnase
Wasser sucht sich immer seinen Weg
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Alt 04.06.2011, 14:01   #3 (permalink)
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Moin Casi,

Zitat:
Kommt der Schlamm von der Wasserader, d. h. ich kann buddeln bis ich schwarz werde, er kommt immer nach?
Oder hat das auch ein Ende, d. h. irgendwo muss eine Sandschicht sein?
Wenn der Brunnen im Moorschlamm beendet wurde und ein gespannter Grundwasserleiter vorhanden ist, ja.
Es gab anscheinend damals auch regionale Besonderheiten beim Bau eines Schachtbrunnens( Verwendungsszweck etc.)

Der Brunnen meines Bruders ist auch gemauert ca. 8m tief. Normalerweisen wurde diese Art Brunnen über die Brunnensohle mit Grundwasser gespeist.
Der Brunnen ist so ca. 150 Jahre alt, vielleicht auch älter. Aber nach einem völligem Abpumpen des Brunnens( könnte ja was zu finden sein) sind wir hinab gestiegen. Das erstaunliche war, das vom Brunnengrund aus,bis in einer Höhe von ca. 2m eine Art Filter gemauert war. Sprich zwischen den Steinen wurde jeweils eine Lücke von 1 cm gelassen. Am Bodengrund befindet sich eine grobe Kiesschicht. 1cm, jeder andere Brunnen würde versanden. Also gehe ich davon aus, das von Außen herum eine Art Filterkiesschicht eingebracht wurde. Problem ist aber, das sich der Brunnen im Haus befindet.
Also wurde wahrscheinlich zuerst der Brunnen gebaut und dann das Haus.
Muss dazu sagen, das es früher ein Wirtschaftshaus für ein Schloß war.
( So Ende)

Wo kann man sich dein Brunnen einmal ansehen.
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Gruß PM
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Alt 05.06.2011, 11:17   #4 (permalink)
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Vielen Dank für die Antworten!

Das klingt ja nach viel Arbeit...
Der Brunnen steht im Ammerland, aber nicht auf moorigem Grund.

In einem anderen Forum hat jemand ein ähnliches Problem, zu dem
er folgenden Hinweis erhielt:

Zitat:
"ich würde die Finger von der Schotterschicht lassen. Diese ist vermutlich als Filter und Gegengewicht nach unten eingebaut worden.
Wenn die entnommen wird kann es zum Auftrieb des Bodens, bzw. zur Sandförderung von unten kommen.
Zum Auftrieb kann es auch beim weiteren Abteufen des Brunnens kommen, das könnte man dann nur mit Überschütten von Wasser beherrschen, anders läßt sich der hydraulische Druck dann nicht ausgleichen. Eine Möglichkeit wäre noch ein 100er Filterrohr nach unten treiben, mit Wasser den Boden innen aufspülen (falls es von dessen Zusammensetzung her geht) und mit einer Schmutzwasserpumpe nach oben zu fördern. Das untere Ende mit differenzierten Kiesschüttungen gegen Auftrieb und Sandeintrag sichern."
Anscheinend habe ich ein Problem, was den Einsatz von Technik erfordert.

Gestern habe ich die Schlammschicht so gut es ging entfernt und das Dreckwasser mit einer Schmutzwasserpumpe immer wieder abgepumpt.

Im Schlamm/Sand steckte eine Holzbohle. Obwohl sie nur 20 cm im Schlamm steckte, musste ich die letztendlich mit dem Auto und ein Seil aus dem Sclamm/Sand ziehen.

Dieser Sand ist jetzt so was von schwer, dass es kaum noch Sinn macht. Will ich einer Schubkarre abkippen, bleibt der in der Karre kleben. Auch das Wasser darin dringt sofort nach oben, bzw. sinkt der Sand nach unten.

Klingt eigentlich gut, aber die Wasserader drückt wohl auch den schweren Sand hoch. Bin ich am Boden, sieht man, wie das Wasser eindringt und sich kleine "Sandvulkane" bilden.
Dagegen kann ich nicht an arbeiten.

Wie soll ich gleichzeitig einen Gegendruck erzeugen, wenn ich das Material unten abtragen muss?

Das mit dem Rohr in der Mitte und dem Sand hochspülen klingt ja nicht schlecht, aber welche Pumpe schafft es, diesen schweren Sand abzupumpen?

Oder im Brunnen noch einen Brunnen bohren lassen?

Oder einfach mit den täglichen 3-4 m³ Wasser zufrieden sein?

Ideen sind Willkommen!

Gruß

Carsten
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Alt 05.06.2011, 23:02   #5 (permalink)
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Hallo Casi,
das Zitat ist schon nicht schlecht. Den Gegendruck erzeugt man mit einer ausreichenden Wassersäule( Im Brunnenrohr). Beim Schachtbrunnen geht das nicht.
Ich äußere mich nicht gerne über Arbeiten in einem Schachtbrunnen, es kann zu viel passieren.
Man könnte aber ein Brunnenrohr mit Filter abteufen(versenken), also ein Brunnen im Brunnen. Dieses geht natürlich auch von Oben.
Wir haben aber bisher noch keine positiven Rückmeldungen aus ähnlichen Situationen erhalten.
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Gruß PM
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Geändert von Plunschmeister (05.06.2011 um 23:27 Uhr)
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Alt 05.06.2011, 23:33   #6 (permalink)
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Ok, ich kann natürlich verstehen, dass man "Laien" nicht ungedingt animieren möchte, sich in Lebensgefahr zu begeben.

So viel tiefer möchte ich eigentlich auch nicht wirklich buddeln. Trotzdem treibt einen natürlich auch Neugier und Ehrgeiz. Und die Wasserausbeute...

Da der Brunnen offenbar versandet ist, dürften die Erbauer nicht bis zum gewachsenen Boden gekommen sein.

Das "Brett", was ich gefunden habe, muss offenbar von einer runden Brunnenabdeckung stammen. Beide Seiten sind leicht abgerundet. Komisch, und das alles noch unter der alten Filterschicht. Vielleicht war dort schon eine Generation vorher ein Brunnen.

Ich frage mich, wie das heutzutage die Brunnenbauer machen??! Wenn man Betonringe legt und rundherum freigräbt, kommt man doch auch früher oder später in Tiefen, wo Sand unaufhörlich nachströmt.

Aber habe ich das richtig verstanden: Wenn man ein Rohr mit Filter abteuft, könnte dieses bei ausreichender Befüllung (wenn z. B. das Wasser aus dem Brunnen dort reinläuft) den nötigen Gegendruck erzeugen?
D. h. ein Rohr wird bis zu der Wasserader hineingetrieben, der Sand darin rausgeholt (rausgespült?) und durch Wassersäule ersetzt, so dass der Sand nicht mehr nachdrücken kann? Oder ist es der FIlter, der das Nachdrücken verhindert?

Es grüß und dankt

Casi
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Alt 06.06.2011, 17:52   #7 (permalink)
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Hallo Casi,

Zitat:
Da der Brunnen offenbar versandet ist, dürften die Erbauer nicht bis zum gewachsenen Boden gekommen sein.
Doch die waren bis auf gewachsenen Boden.
Zitat:
Das "Brett", was ich gefunden habe, muss offenbar von einer runden Brunnenabdeckung stammen. Beide Seiten sind leicht abgerundet. Komisch, und das alles noch unter der alten Filterschicht.
Das Brett gibt Aufschluss, dieses ist meiner Meinung nach nicht von der Brunnenabdeckung, sondern von einer Brunnenbüchse. Oder von einem Holzreif.Sollte das Brett von dem Holzreif sein, besteht Gefahr!

Da du Wasserauftrieb von artesischem Charakter hast, hatten die Brunnenerbauer auch eventuell eine Art Sperrbüchse gesetzt.

Mach mal bitte ein Bild von dem Brett, dann kann ich dir das sagen.
__________________
Gruß PM
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Alt 06.06.2011, 20:18   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Plunschmeister Beitrag anzeigen
Doch die waren bis auf gewachsenen Boden.
Hmmh, dann wird der Sand durch die Wasserader in den Brunnen gespült?

Zitat:
Zitat von Plunschmeister Beitrag anzeigen
Mach mal bitte ein Bild von dem Brett, dann kann ich dir das sagen.
Ok, ich habe den Dreck mal abgemacht, vielleicht nicht ganz so rund, wie ich zuerst gedacht habe...

Länge oben: 129 cm, Länge unten: 115 cm, Stärke: 3 cm, Breite: 15 cm



Hier noch der Kessel, den ich ausgebuddelt habe (der Henkel war auch dabei):




Gruß

Carsten
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Dateityp: jpg Kessel.jpg (54,1 KB, 90x aufgerufen)
Dateityp: jpg Brett.jpg (103,1 KB, 90x aufgerufen)

Geändert von Casi246 (06.06.2011 um 20:45 Uhr)
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Alt 06.06.2011, 23:53   #9 (permalink)
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Hallo Casi,
schöner Kessel,

das Brett könnte von einer Brunnenbüchse sein. Wurde bei einfachen Brunnen verwendet, um unter den Grundwasserspiegel zu kommen. Eine Art Holzfass. Diese Büchse hatte seitliche Schlitze, man hatte somit einen Filter. Wenn diese Büchse verrottet ist, dringt natürlich der ganze Sand ein.
Auf dieser Brunnenbüchse wurde der Brunnen auf gemauert. Wenn das so sein sollte, dann sollten aber eigentlich noch mehr Bretter zu finden sein.
Kann dein örtlicher Brunnenbauer dir da nicht weiterhelfen?
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Gruß PM
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Alt 08.06.2011, 15:54   #10 (permalink)
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Wie gesagt, ich hatte schon einmal einen Brunnenbauer gefragt.
Der meinte, dass die Filterschicht, die ich hineingefüllt habe, die Ader abdrückt.

Heute bin ich mir sicher, das ich das Gewicht der Filterschicht gebraucht hätte, um den Sand niedrig zu halten.
Der Druck der Wassersäule bringt es auch nicht, denn das Wasser wird ja entnommen, folglich lässt der Druck nach.

Mein Gefühl sagt mir, ich muss den Sand herausbekommen und sofort irgendwie einen Gegendruck schaffen.
Auch durch Schlitze würde Sand eindringen und wie sollte man ein Fass o. ä. in den Sand bekommen, was unten geschlossen ist? Wäre es offen, macht es ja keinen Sinn.

Meine Idee ist, erstmal mit einfachsten Mitteln den Sand rauszubekommen.
Ich denke da an ein 100 mm KG Rohr von oben so weit es geht in den Brunnenboden gedrückt und mit einer Schmutzwassertauchpumpe, einem Schlauch und einem aufgeschraubten Stahlrohr als Lanze in dem Rohr zu stochern und zu hoffen, dass der Sand in dem Rohr hochgedrückt wird.

Leider vermengt sich der schwere Sand ja nicht wirklich mit dem Wasser.
Evtl. ist dafür dieses Zellulose-Pulver gedacht.

Wenn das nicht geht, werde ich erstmal eine stärkere Pumpe besorgen.
Und wenn das nicht hilft, eine richtige Lanze.

Gruß

Carsten

Geändert von Casi246 (08.06.2011 um 15:57 Uhr)
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Alt 08.06.2011, 16:52   #11 (permalink)
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Hallo Casi,

Zitat:
Auch durch Schlitze würde Sand eindringen und wie sollte man ein Fass o. ä. in den Sand bekommen, was unten geschlossen ist?
Das Fass war nur ein Beispiel, die Bretter waren unten so angeordnet, natürlich war es unten offen. Aber egal.

Zitat:
Meine Idee ist, erstmal mit einfachsten Mitteln den Sand rauszubekommen.
Ich denke da an ein 100 mm KG Rohr von oben so weit es geht in den Brunnenboden gedrückt und mit einer Schmutzwassertauchpumpe, einem Schlauch und einem aufgeschraubten Stahlrohr als Lanze in dem Rohr zu stochern und zu hoffen, dass der Sand in dem Rohr hochgedrückt wird.
Du würdest in dem Moment nur das Rohr in die Tiefe bekommen, hier kann man mit einer Kiespumpe arbeiten. Siehe Wiki: Bohrbrunnen, das Funktiosprinzip.
Auch würde ich kein KG nehmen, sondern Brunnenrohr.
__________________
Gruß PM
ICQ 613346724 Plunschmeister
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Alt 08.06.2011, 22:39   #12 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Plunschmeister Beitrag anzeigen
Auch würde ich kein KG nehmen, sondern Brunnenrohr.
Zu spät... !

Aber es hat auch nicht so wirklich funktioniert. Ich habe also vier Meter 110er KG Rohr genommen, am Ende ein T-Stück drauf und am anderen Ende des T-Stückes eine Verengung aus dem Sanitärbereich, in der man gerade den Schlauch mit der Lanze (einfaches Eisenrohr mit Gewinde) reinstecken kann. Ca. 1 1/4 bis 1,5 Zoll.

Dann habe ich die Schmutzwasserpumpe angeworfen, aber das Wasser kam nicht bis oben, um aus dem T-Stück abzufliessen.
Einmal kam ganz kurz Wasser oben an. Ansonsten scheint es unten schneller wieder zu verschwinden, als es nachfliessen kann.
Das Rohr ist ja auch unten offen, dachte nur, es würde gehen, wenn man es in den Schlamm steckt.

Es muss also eine stärke Pumpe her (evtl. diese Kiespumpe).

Natürlich habe ich mit dem Rohr am Grund rumgestochert und das Schmodderwasser im wieder abgepumpt.
Man konnte Steine sehen, da ging das Rohr dann nicht tiefer. An anderer Stelle war wohl fester Boden, da ging es auch nicht weiter, aber man sah keine Steine.
Wo das Wasser rausquellte kann man das Rohr fast einen Meter tiefer und sehr leicht in den Boden drücken und wieder rausziehen.
Dafür hatte ich dann noch ein 1-Meter Stück KG-Rohr drangehängt.

Sja, morgen nochmal ein bisschen spülen und die Steine rausholen...

Gruß und Dank

Carsten
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Alt 09.06.2011, 22:04   #13 (permalink)
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So, für die, die es interessiert:

Wie der Plunschmeister schon schrieb, sind am Boden noch weitere Bretter.
Das ein oder andere Brett konnte ich noch entfernen. Die anderen sind durch das Spülen irgendwie in diesen grauen Schlammwasser "untergegangen".
Ich weiss immer noch nicht wirklich, wie tief der Brunnen ganu ist.
Vielleicht sind die früher noch ca. einen Meter unter den Brettern gegangen.

Da das Spülgut absolut nicht mehr nach Sand aussieht und grau und schwer ist, vermute ich, das ich jetzt in einer reinen Lehm oder Tonschicht bin.

Ob das als "gewachsener Boden" bezeichnet wird, weiss ich nicht.

Beim Spülen ist die "superteure" Baumarktpumpe geplatzt. Erst ein Fluch, dann ein Segen, denn durch das geplatzte Gehäuse wird das "Schmodderwasser" schön durchgespült und gleichzeitig immer noch abtransportiert.

Weiterbuddeln bringt nichts. Der Boden um den Brunnen herum ist schon etwas abgesackt, weil ich unten alles wegpumpe, was immer wieder nachkommt.

Jetzt stellt sich die Frage:

Borhbrunnen werden m. E. für das Grundwasser genutzt. Wahrscheinlich besteht schon ein Unterschied zwischen Grundwasser und einer Wasserader.
D. h. bohren würde bei mir wohl nichts bringen, es sein denn es geht nochmal vielleicht 8 m tiefer bis zum Grundwasser.

Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass 2-3 m Filterrohr tatsächlich 4-6 m³ die Stunde bringen können.
Dann würde ich mir das mit dem Brunnenbohren glatt nochmal überlegen.

Wie werden solche Schachtbrunnen heutzutage am Boden "dichtgemacht"?

Früher waren da die Bretter, darüber Bruchsteine und darüber die Filterschicht.

Wie bzw. mit was kann ich jetzt unten meinen Abschluss finden?

Gruß

Carsten
Casi246 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2011, 15:57   #14 (permalink)
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Hallo,

ich kann mal den Aufbau meines Brunnens erläutern.
Erbaut vermutlich vor ca. 150 Jahren aus Bruchsteinen gemauert, Durchmesser 1,10m. In den goldenen 50ern wurde der Brunnen wegen Anschluß an die zentrale Trinkwasserversorgung komplett verschüttet. Durch Zufall bin ich auf die Mauerreste gestoßen und hab beschlossen den Brunnen wieder auszubuddeln.

Mit nem Dreibock, Eimer und Schippe, ich im Loch, Junior draußen, ging es los. 1m-3m-5m Ziegel Bruchsteine Schutt, das Pumpenrohr, die Holzsäule, einfach alles, was der Bauer nicht mehr brauchte wurde in den Brunnen geworfen. Nach ca. 7m wurde es matschig. Durch die mitverschüttete Muttererde bekam ich ein Riesenproblem das nachfließende Wasser los zu werden. Die Schmutzwasserpumpe hat die Höhe nicht gedrückt, also habe ich eine Klarwasserpumpe in einen Weidenkorb gebastelt und so das nachfließende Wasser rausgepumpt. Natürlich waren die kleinen Filterlöcher der Pumpe laufend verstopft.

Auf jeden Fall ist es dann gelungen bis zur Sohle zu schaufeln. Die liegt bei 9,5m. Am Grund wurde ein Schlicksammelkasten eingelassen der aus Holzbrettern besteht, ca. 60x60cm und etwa 30-40cm tief. Ich habe alles komplett sauber bekommen und nun seit ca. 10 Jahren die Klarwasserpumpe (drückt 40m) drinnen hängen.

Der Unterschied zu Anderen ist, dass wir nicht auf sandigem Boden leben.
Kein Unterschied ist die Enge im Brunnen. Leiter, Pumpe, Eimer und der Kerl, gemeinsam mit dem ganzen Unrat hat die Sache ganz schön eng gemacht.

Zur Sicherheit will ich noch was loswerden. Der Brunnen ist absolut solide gesetzt, keine Steine locker. Ich habe immer schön mit Wasser gereinigt, denn herabfallende Teile werden bei 9m zum Geschoß!

Belüftet habe ich nicht, ist auch meiner Meinung nach nicht nötig wenn man das Wetter beachtet. Wichtig ist, dass die Luft-Außentemperatur wesentlich niedriger ist, als im Brunnen. Wenn dann nicht gerade die Sonne auf den Schacht brennt und nicht so viel Wind bläst, sollte die verbrauchte angewärmte Luft ausreichend nach aussen strömen können und Frischluft fällt nach unten. Unten im Brunnen ist es eh annähernd gleich kühl und ob der Aufpasser oben friert ist Wurscht... ;-)

Mit dem Seil um den Bauch hab ich so meine Bedenken. Ich glaube, wenn man in der Tiefe wegsackt, kommt alle Hilfe zu spät, wenn kein Kran in der Nähe ist.

Also sobald man abnormale Anzeichen verspürt, nix wie raus!!!
Sicher unterstützt auch der alter Bergmannstrick mit der Kerze oder ein gutgehender Staubsauger mit ordentlich Poolrohr, wenns mit dem Wetter nicht ganz so klappt.

ACHTUNG! BIN LAIE, NACHAHMUNG AUF EIGENE GEFAHR!!!
DerDicke ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2011, 19:29   #15 (permalink)
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Hallo DerDicke,

ich bedanke mich für deine sehr interessanten Erläuterungen und wünsche dir immer ausreichend Wasser.
__________________
Gruß PM
ICQ 613346724 Plunschmeister
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Alt 15.06.2011, 08:41   #16 (permalink)
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Hallo!

Zitat:
Zitat von DerDicke Beitrag anzeigen
Nach ca. 7m wurde es matschig. Durch die mitverschüttete Muttererde bekam ich ein Riesenproblem das nachfließende Wasser los zu werden. Die Schmutzwasserpumpe hat die Höhe nicht gedrückt, also habe ich eine Klarwasserpumpe in einen Weidenkorb gebastelt und so das nachfließende Wasser rausgepumpt. Natürlich waren die kleinen Filterlöcher der Pumpe laufend verstopft.
7 m ist schon nicht ohne. In meinen 4,5 m fühle ich mich schon nicht wohl.

Zitat:
Zitat von DerDicke Beitrag anzeigen
Auf jeden Fall ist es dann gelungen bis zur Sohle zu schaufeln. Die liegt bei 9,5m. Am Grund wurde ein Schlicksammelkasten eingelassen der aus Holzbrettern besteht, ca. 60x60cm und etwa 30-40cm tief. Ich habe alles komplett sauber bekommen und nun seit ca. 10 Jahren die Klarwasserpumpe (drückt 40m) drinnen hängen.
Hmh, ein Schlicksammelkasten?
Genau diesen "Schlick" habe ich auch reichlich.
Weisst Du, wie dieser Kasten funktioniert hat bzw. funktioniert?


Zitat:
Zitat von DerDicke Beitrag anzeigen
Belüftet habe ich nicht, ist auch meiner Meinung nach nicht nötig wenn man das Wetter beachtet.
Bei meinen 4,5 m hielt ich es auch nicht wirklich für nötig. Habe dann aber einen Laubbläser am Rand des Brunnens positioniert und die ausströmende Luft über ein 45° KG-Rohrstück in den Brunnen geleitet.
Ansonsten stand ich auch mit einem Bein sprungbereit auf der Leiter.

Weiss nicht, ob der ganze Boden "plötzlich" einen Meter tiefer sacken kann. Glaube ich eher nicht.


Mittlerweile habe ich auch einen Brunnenbauer zu Rate gezogen.
Dieser gab gleich zu, von diesen Schachtbrunnen nicht so die Ahnung zu haben.
Von einem Brunnen im Brunnen hat er abgeraten, da kann man besser daneben neu bohren.
Allerdings wird er sich hüten bei mir zu bohren, weil das Wasserwerk ca. 200 m weiter das Grundwasser abzieht und eine Genehmigung würde ich hier kaum bekommen.
Dadurch, dass ich immer wieder am Grund des Brunnens rumgespült und abgepumpt habe, wäre jetzt wahrscheinlich der ganze Sand in der Wasserader in Bewegung geraten.
Auch habe ich den Brunnen immer leer gepumpt, was auch falsch war, weil dann der Gegendruck fehlte.

Ich frage mich immer noch, wohin die restlichen Bretter verschwunden sind. In der Ader weggespült?

Da ich wohl kaum tiefer komme, bin ich natürlich stark interessiert dort unten jetzt den richtien Abschluss zu finden.
Deshalb die Frage nach dem Sinn und der Funktion des Schlickkastens.

Vieleicht einen 15 m Adventskranz aus Stroh, den ich wie eine Schnecke am Boden zusammenlege?

Oder wieder die wasserdurchlässige Folie am Grund und darauf den Filterkies?

Schaun ma mal...

Gruß und Dank

Carsten
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