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Brunnenbau Bohrbrunnen Erfahrungen und Probleme im Brunnen-bau Bohrbrunnen

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Alt 15.06.2011, 15:21   #1 (permalink)
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Standard Geschafft - 4" Bohrbrunnen 11,5m tief

Eigentlich war ich noch mitten in der Planungsphase. Beim Kinderturnen erfuhr ich dann, daß von einer der Mütter der Mann eine Schlämmbüchse und einen Erdbohrer gekauft hat. Zwei Stunden später konnte ich dann die Bohrutensilien ins Fahrrad packen und mit meiner Tochter nach hause radeln. Die 90mm Schlämmbüchse und der 125er Erdbohrer setzten dann allen vorherigen Überlegungen ein Ende. Im lokalen Agrarmarkt habe ich am nächsten Tag 100er Brunnenrohr gekauft, 2x 1m Filterrohr 0,3mm Schlitze und 10m Vollrohr.

Ein Vollrohr wurde von mir halbiert und als Sumpfrohr vor das erste Filterrohr geschraubt. An das Sumpfrohrende habe ich innen eine 1cm lange Phase angefeilt, so daß noch 2mm Wandung (von 5mm Wandstärke) übrig blieben.

Die Brunnenstube hatte ich schon gebaut, als ich am Haus angebaut habe. Dadurch brauchte ich nicht im Erdreich zu bohren und die ersten 1,5m waren quasi geschenkt. Außerdem konnte ich mir dadurch das Dreibein sparen.

Nach 90cm bohren im Sand kam Grundwasser - wie zu erwarten war. Der Aushub betrug keine 20l. Also Sumpf- und erstes Filterrohr reingestellt, einen Eimer Wasser rein und los ging's. Nach drei Stunden waren 5,5m Brunnenrohr versenkt und ich habe erstmal Feierabend gemacht. Bis dahin ging alles ganz einfach. Statt mit Gewichten zu arbeiten, habe ich mich einfach auf das Brunnenrohr gestellt und das Hochziehen der Büchse erzeugte einen zusätzlichen Druck, so daß das Brunnenrohr gut nachrutschte. Der Aushub bestand aus gelben Sand feiner bis feinster Körnung. Die Aushubmenge paßte auch gut zum Bohrfortschritt.

Am nächsten Nachmittag ging es weiter. Allerdings lief anfangs fast gar nichts. Trotzdem ich gut schlämmen konnte, rutschte das Rohr nicht mehr weiter. Der Füllstand im Rohr änderte sich kaum und der Boden der Schlämmbüchse war immer 20-30cm über dem Rohrende. Da ist also von unten immer wieder Material nachgerutscht. Und dann hörte ich, wie es im Bohrloch plätscherte. Der Rand vom Bohrloch war auf Höhe des Grundwasserspiegels abgebrochen und der feine Sand hatte das Brunnenrohr fest umschlossen. Die Lösung hieß "schwerer Hammer" - mein 8kg Schmiedehammer mußte her und mit einem Holzklotz als Auflage wurde ab jetzt das Brunnenrohr eingeschlagen. Um ein Ausbrechen der Gewindemuffe zu verhintern wurde der halbe Meter Rohr, der vom Sumpfrohr übrig geblieben war, auf das Brunnenrohr aufgeschraubt.

Dritter Tag: Schlagend und schlämmend ging es dann langsam vorwärts. Bei 7,5m änderte sich Farbe und Körnung vom Aushub: Fast schon blaugrauer Sand, aber jede Menge grober Mischkies mit Steinen bis 7cm. In dieser Schicht wurde dann die Filterstrecke platziert. Das Schlämmen im groben Kies war anstrengend - oft war die Schlämmbüchse nur wenige Zentimeter gefüllt, weil ein Stein sich im Gummiventil verklemmte. Auf dem letzten halben Meter wurde es dann noch mal spannend: Trotz ständiger Pumpbewegungen wurde kein Material mehr gefördert, bzw. nur kleinste Mengen feiner Sand. Die erste Vermutung war, daß ich auf einen zu großen Stein gestoßen bin. Nach einer Stunde dann die Lösung - ein 8cm langes Stück Treibholz hatte sich endlich an der Schlämmbüchse unten verklemmt und konnte so hochgezogen werden. Jetzt stecken 10m Rohr im Boden, ein halber Meter guckt noch raus und gemessen vom Erdniveau hat der Brunnen eine Tiefe von 11,5m, davon 9m mit Wasser.

Weil in 6m Tiefe zu viel Material ausgetragen wurde, habe ich dann einen 6m-Stab Betonstahl genommen und rund um das Rohr gestochert. Das scheint geholfen zu haben, denn ich konnte im Bohrloch um das Brunnenrohr zwei Schubkarren mit Aushub gut verdichtet wieder einschlämmen. Jetzt stimmt die Größe der Bohrung zum Aushub.

Zuletzt wurde der Boden von der Brunnenstube noch mit Betonsteinen gepflastert, die ich noch übrig hatte und in die Fugen Sand eingeschlämmt. Abgedeckt ist die Brunnenstube vorerst mit ein paar kurzen Baudielen, die auf einen Holzrahmen geschraubt sind. Später will ich dann einen Rahmen für einen Kanaldeckel einbetonieren.

Fazit:
1) Es wäre besser gewesen, ein 150er KG-Rohr als Arbeitsrohr bis 1m unter Grundwasserniveau einzubohren - was bedeutet, daß man einen 170er Erdbohrer braucht, den ich nicht hatte. Allerdings würde ich mir heute zutrauen das 150er KG-Rohr mit dem 125er Erdbohrer einzubohren, weil ich ja schon von Anfang an im Sand war und nur 90cm bis zum Grundwasser hatte. Hätte die Arbeit deutlich erleichtert - hinterher weiß man immer mehr.
2) So eine Brunnenstube ist eine feine Sache. Der Arbeitsaufwand lohnt sich, schon allein weil man viel sauberer arbeiten kann.
Saxe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2011, 19:04   #2 (permalink)
Erfahrener Benutzer
 
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Alter: 30
Beiträge: 185
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Moin,

tolles Ergebebnis, freu mich für Dich.

Dann wünsch ich dir das du lange Freude daran hast.

MFG Krischi
Krischi ist offline   Mit Zitat antworten
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