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Schlagbrunnen / Rammbrunnen Probleme lösen

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Alt 17.10.2011, 23:13   #1 (permalink)
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Frage Gasblasen im Grundwasser? Welche E-Pumpe?

Hallo.
Ich habe mittlerweile zwei Rammbrunnen in etwa 4m Entfernung voneinander.
Nach Installation des ersten Brunnens per Abbruchhammer hat der Brunnen eine nicht vernachlässigbare Menge Luftblasen gefördert, was jedoch schon ausreichend war, das eine normale Elektropumpe nicht genügend Vakuum erzeugen kann. Schließlich dehnt sich jede kleine Luftblase im Unterdruck zu einer großen Blase aus.
Für eine Benzinpumpe ist das offenbar kein Problem, die fördert nach 2 Sekunden Ansaugzeit über 2L pro Sekunde bei Halbgas.
Nagut, dachte ich, ist wohl oder übel ein Riss im Rohr oder bei einem Gewinde etwas undicht, obwohl ich sie verschweißt hatte.
Ob des hohen Pumpenstocks mit Abzweig dachte ich gleich daran, die ganze hohe doppelte Pupenstockmimik wieder zu entfernen und es bei der hübschen Installation der tadelos arbeitenden HSP zu belassen und diesen Brunnen nur für Junior und die selektive manuelle Bewässerung zu verwenden und einen neuen Rammbrunnen für den reinen Automatikbetrieb zu setzen.

Gesagt getan, der neue Brunnen ist ein 2 Zoll Massivrohr ohne Muffen und Übergänge.
Die Benzinpumpe bringt es hier auf 3-4Liter pro Sekunde, also über 10m³ pro Stunde. Jedoch hebt auch sie Lufblasen (kann man im transparenten 2 Zoll Saugschlauch sehen)!!
Das Rohr kann aber keine Undichtigkeit haben.
Das Wasser steht bei -3m und der Filter reicht von -5 bis -6m mit 8mm Löchern ohne Sandfilter (der hier aber auch nicht erforderlich ist, weil reiner Kies).

Da stellt sich die Frage, woher die Luftblasen kommen?!

Meine Erklärung ist, dass das Wasser sehr Sauerstoff- oder CO2-reich ist, und dieser bei dem Unterdruck einfach ausgast, wie eine Mineralwasserflasche bei der Druckentlasung beim Öffnen.
Wenn das so wäre, dann ist mein erster Rammbrunnen offenbar auch nicht undicht, sondern es liegt einfach am Wasser, das gast.

Kennt jemand diesen Effekt?

Außerdem stellt sich mir die Frage, welche E-Pumpe mit solchen Umständen klarkommt. Denn so toll das mit der Benzinpumpe auch klappt, ist das ja nix für jeden Tag.

Eine billige Einhell Baumarktpumpe hat es immerhin geschafft, die Wassersäule anzuheben und es dann auf sagenhafte blubbernde 100ml/sek gebracht, während eine teure 2kW Metabo P600 es gar nicht geschafft hat, die Wassersäule hochzubekommen.
Und eine billige Benzinpumpe fördert bei etwas mehr als Standgas einige Liter pro Sek wobei die Wassersäule kurz nach dem Anlassen bereits oben ist ...

Im E-Pumpen bereich hab ich da nix vergleichbares gefunden, bisher.
Gibt es denn keine E-Pumpe, die auch viel Gas verdaut?

VG Captayne.
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Alt 17.10.2011, 23:38   #2 (permalink)
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Zitat:
Da stellt sich die Frage, woher die Luftblasen kommen?!
Bei einer GW Entnahme von 10m³/h, mit einem 2 Zoll Rammbrunnen, würde ich meinen das es sich hier um Bodenluft handelt.

Auch wenn der Rammfilter 8mm Bohrungen hat, ändert dieses nichts an der Tatsache, das sich um den Filter ein Absenkungstrichter des GW bildet, der bis in den Filterbereich geht.
Auch 8 mm Filter können verockern. Fakt ist, das du diesen Brunnen überlastest.

Mehrstufige E-Pumpen und E-Pumpen die nicht selbstansaugend sind haben bekanntlich Probleme, alsbald Luftblasen gefördert werden.
__________________
Gruß PM
ICQ 613346724 Plunschmeister
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Alt 18.10.2011, 11:07   #3 (permalink)
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Hallo Plunschmeister.
Ja, mit 10m³/h ist ein Rammbrunnen garantiert überlastet und der Effekt der Grundwasserabsenkung wird bei längerem Aufrechterhalten dieser Förderrate bestimmt eintreten.
Ich habe mal von einer Geschichte gehört, dass sich sogar der Boden abgesenkt hat und ein Pool in unmittelbarer Nähe zum Brunnen Risse bekommen hat.
Daher ist das mit Benzinpumpe ja nur mal kurz probiert worden, und ich möchte auf eine elektrische Pumpe umstellen.
Der Effekt mit den Gasblasen tritt bei mir jedoch auch kurz nach oder schon während des Ansaugens bei ganz geringem Durchsatz auf. Der 2 Zoll Brunnen hat sichere 2-3m Wassersäule über den ersten Filterlöchern und kann wie gesagt große Mengen fördern. Es läuft also prinzipiell ordentlich Wasser nach und die GW Absenkung sollte erst bei etwas Längerer Förderung eintreten.
Nur wo kann dann das Gas herkommen, wenn nicht aus dem Wasser selbst?
Hat jemand so einen "Selters-Effekt" schon mal beobachtet?
Übrigens kann ich diesen Selters-Effekt sogar im transparenten 2-Zoll Saugschlauch beobachten: an dessen Wandung bilden sich immer wieder Gasblasen, die ab einer gewissen Größe weggespült werden. Grad wie im Sektglas. Das ist doch sehr erstaunlich, das im GW so viel Gas mittransportiert werden kann, finde ich als Brunnen-Laie
Leider Brennt es nicht, dieses Gas. Und von einer Fracking-Aktion im Umkreis hab ich auch nix gehört.
Ist das ein bekannter Effekt?
VG Captayne

Geändert von Captayne (18.10.2011 um 11:10 Uhr)
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Alt 18.10.2011, 13:52   #4 (permalink)
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Moinsen zusammen,

ich denke Plunschmeister hat völlig recht was das Problem betrifft.
Hier mal ein Bild zur erklärung
Trichter.jpg
Ist die entnahme Menge groß und der Grundwasserkörper nicht Liniear kommt es zu einperlung von Sauerstoff (Bodenluft) im Filterbereich. Hilft nur eine tiefere Teufe oder verringern der Pumpleistung. Kannst du das mal mit eine Handpumpe nachstellen ob dann auch Lufteinperlt?

Gruß Krischi
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Alt 18.10.2011, 14:51   #5 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Krischi Beitrag anzeigen
Kannst du das mal mit eine Handpumpe nachstellen ob dann auch Lufteinperlt?
Ich hab mal versucht, wie ein Irrer mit der HSP zu fördern und kam zwar auf erstaunliche Förderraten, allerdings waren keine Luftblasen zu sehen.
Das kann aber daran liegen, dass sich diese vielleicht schon im Pumpengehäuse nach oben verabschiedet haben und das auslaufende Wasser dann schon entlüftet war.
Leider kann ich beim Pumpen nicht ins Gehäuse hineinschauen.
Ein transparentes Ansaugrohr wäre hier prima. Hab aber grad keine passenden Fittings da.
Was mich halt wundert ist, dass sich dieser GW Kegel offenbar schon von Beginn an ausprägt. Auch wenn noch gar kein nennenswertes Volumen geflossen ist. Tschuldigung, wenn ich mich da etwas unscharf ausgedrückt hatte, aber die Luftblasen kommen sobald der Saugvorgang beginnt und bewirken offenbar, dass bisher erst eine einzige E-Pumpe (von 6 verschiedenen Testkandidaten) überhaupt die Wassersäule anheben konne, dann aber erbärmlich wenig Wasser förderte.
Es müsste ja mindestens das Wasservolumen abgesogen worden sein, das im entwässerten Bereich bis zu den Filterlöchern vorhanden war und nun den Luft-Kegel ausmacht, damit Erdluft gezogen werden kann.
Allenfalls kann der Erdluftkegel ist ganz spitz sein, im Extremfall also quasi direkt in Rohrnähe. Das würde dann bedeuten, dass der GW-Leiter faktisch kein Wasser leitet. Dies würde den erzielbaren Förderraten total widersprechen, denke ich.
Was mich auch wundert ist: Wenn also die Untergrundbegebenheit zur Ausprägung dieses Erdlufkegels neigt, dann sollte bei stärkerem Saugen doch immer mehr Luft kommen, bis das Wasser faktisch nur noch in homöopatischen Dosen hochkommt, So wie bei einem Strohalm im Teller mit 1mm Wasser, an dem man stark saugt. Um den Strohalm ist der Teller fast trocken und das Wasser kann gar nicht schnell genug nachfließen.
Ich kann hier jedoch stundenlang richtig viel Wasser zapfen (wie gesagt mit ca 3-4L/Sek), ohne dass sich etwas am hohen Gasgehalt ändert.
Das ist schon etwas seltsam, finde ich.
Ich werde auch mal den Brunnenbauer fragen, der den 2" Brunnen gesetzt hat. Er wird das Phänomen vielleicht kennen.

VG Captayne

Geändert von Captayne (18.10.2011 um 15:04 Uhr)
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Alt 18.10.2011, 15:06   #6 (permalink)
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Hallo Captayne und Krischi,

kann mir aber auch durchaus erklären, das die E-Pumpen mit der 2 Zoll Saugleitung nicht zurecht kamen. Würde einmal versuchsweise den Querschnitt vom Saugrohr verkleinern.
Sprich einen 1 Zoll flexiblen Saugschlauch in den 2 Zoll Brunnen einführen und dann an einer E-Pumpe mit 1 Zoll Saugseite anschließen.
***macht man eigentlich nicht beim Rammbrunnen, ist ja nur ein Test***

Nun sollte dieses Phänomen meiner Meinung nach nicht mehr auftreten.
Eine Handschwengelpumpe schafft es zweifelsfrei aus einer 2 Zoll Leitung zu ziehen eine E-Pumpe mitunter nicht.
__________________
Gruß PM
ICQ 613346724 Plunschmeister
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Alt 18.10.2011, 16:13   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Plunschmeister Beitrag anzeigen
Würde einmal versuchsweise den Querschnitt vom Saugrohr verkleinern.Sprich einen 1 Zoll flexiblen Saugschlauch in den 2 Zoll Brunnen einführen und dann an einer E-Pumpe mit 1 Zoll Saugseite anschließen.
***macht man eigentlich nicht beim Rammbrunnen, ist ja nur ein Test***
Hallo Plunschmeister,
das muss ich wirklich mal ausprobieren.
Wenn dann noch Blasen kommen, dann verkaufe ich das Wasser als Mineralwasser. Komme vielleicht am WE dazu.
VG
Captayne
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Alt 23.10.2011, 19:42   #8 (permalink)
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Lächeln

Zitat:
Zitat von Captayne Beitrag anzeigen
Hallo Plunschmeister,
das muss ich wirklich mal ausprobieren.
Wenn dann noch Blasen kommen, dann verkaufe ich das Wasser als Mineralwasser. Komme vielleicht am WE dazu.
Captayne
Ich hab heute die Installation der Rohre komplett erneuert und eine Güde JA 200 M angeschlossen. Außerdem hab ich ein federloses Rückschlagventil integriert.
Bei dieser komplett neuen Installation werden keine Gasblasen gefördert.

Die Pumpe bringt es in dieser Installation mit 30m 1 Zoll Gartenschlauch auf ca. 1.25L/sek. Womit ich (grade) zufrieden bin. Ist natürlich kein Vergleich zu fast 4L/Sek mit der Benzinpumpe, dafür muss man aber einfach nur einen Schalter umlegen und los geht's und man hat keinen Stress mit dem Anlassen und dem Lärm.

Aber nun zu dem Erklärungsversuch für die Gasblasen:
Ich gehe davon aus, dass die Installation vorher schon ok war und keine Undichtigkeiten aufwies.
Die Benzinpumpe hat einen unglaublichen Sog mit der Fähigkeit auch sehr viel Luft anzusaugen. Die Wassersäule war beim 2 Zoll Brunnen wie gesagt in wenigen Sekunen oben, als wäre gar keine Luft im Rohr gewesen. Ich hatte mal meine Hand an den leeren 2'' Ansaugschlauch gehalten und das tat echt weh. (Pumpengehäuse war nat. voll Wasser.)
Zu dem kann sie unglaubliche 16 Liter/Sek wegbringen.

Bei der Anwendung im Brunnen wird es nun so geschehen sein, wie es Plunschmeister vermutet hat: Es war Erdluft. Und zwar in einem extrem spitzen Kegel um das Rohr herum, das ja frisch gesetzt war. Und bei nur 3m GW-Tiefe erscheint es mir durchaus möglich, dass hier einfach Luft über das noch lockere Erdreich um das Rohr herum von oben angesogen wurde, zusätzlich zum GW.
Für mich ist vorstellbar, dass bei der Benzinpumpe im Brunnenrohr fast sofort nur 0.2 - 0.1 hPa herrschten, also ein Druck, mit dem man Wasser aus 8-9m Tiefe fördern kann, obwohl das GW bei 3m ist. Damit war die Wassersäule im Nu oben, aber auch der Luftkegel unten.

Dass die E-Pumpen in der Installation vorher keine Chancen hatten, ist mir alledings nicht klar. Vielleicht war ich nur zu ungeduldig mit dem Heben des GW. Das 2'' Rohr hat ja ein viel größeres Volumen, das sich aus Sicht der Pumpe noch vergrößert, wenn es per Unterdruck abgesogen werden soll.

Mit der Güde-Pumpe scheint es zu klappen, weil sie bei der (fast dreifach) geringeren Förderleistung und dem kleineren Vermögen Luft anzusaugen offenbar nicht stark genug ist, den schmalen Erdluftkegel auszuprägen und damit keine Luft von oben anzusaugen.

Fazit: Die Benzinpumpen sind ganz und gar nicht repräsentativ. Mit solchen Pumpen werden die Brunnen in einem Bereich betrieben, der nichts mit dem bei Elektrobetrieb zu tun hat. Jedenfalls hab ich keine für den Privatmann erhältliche E-Pumpe gefunden, die nur annähernd an die Wasser- und Luftsaugleistung der Benzinpumpe herankommt.

Aber nun kommt ja der Herbst und Winter..... Man kann also alles gleich wieder entwässern und einwintern. Nur die 70 frisch gepflanzten Tujas brauchen hier ggf. noch etwas Wasser.

VG, Dank und einen schönen Herbst!
Captayne

Geändert von Captayne (23.10.2011 um 19:58 Uhr)
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Alt 23.10.2011, 21:38   #9 (permalink)
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Glückwunsch zur Fertigstellung!!!
__________________
Mfg Wunschbrunnen

Selbstsicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit

Mein Brunnenprojekt - Bilder siehe
http://imageshack.us/g/808/img0947ao.jpg/

Wunschbrunnen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2011, 22:15   #10 (permalink)
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Beiträge: 36
Reden

Zitat:
Zitat von Wunschbrunnen Beitrag anzeigen
Glückwunsch zur Fertigstellung!!!
Vielen Dank! Funktioniert sehr gut.

Es reitzt mich nun, optional beide Brunnen zusammenschalten zu können, um in diesem Betriebsmodus auch mal mit der Benzinpumpe bewässern zu können, oder im näxten Jahr den Folien-Pool zu füllen. (Diese billigen Baumarktdinger, die sich mit dem Füllstand selbst anheben.)
Wenn der 5/4 Zoll Brunnen mit der Benzinpumpe 2L/Sek fördert, und der 2 Zoll 3,5 Liter/Sek dann müssten ja gemeinsam ca 5L/sek drin sein.
Testweise möchte ich das mal ausprobieren.
[Dann wäre unser 3600L Pool ja schon in gut 10 Minuten voll. Anstatt wie vorher per Wasserhahn in 4 Stunden. OK, geht in Richtung Spielkram, aber macht grad Laune.]
Dank und Gruß
Captayne
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