Hallo alllerseits,
um mal auf das Problem des OPs zurückzukommen: hier bestand die Frage darin, ob eine 4" Pumpe von der Grösse her in ein DN100 Rohr passt. Die Förderleistung des Brunnens spielt für die Beantwortung dabei m.E. keine Rolle, denn diese dürfte unabhängig vom Pumpendurchmesser sein. Wichtiger erscheint mir tatsächlich der Hinweis auf das Problem eines möglicherweise leicht (!) gekrümmten Brunnenrohrs, welches ein Hinablassen der Pumpe erschwert oder unmöglich macht. Deswegen für DN 100 und langem Brunnenrohr: 3" Pumpe. Nachteil: in 4" ist die Auswahl grösser.
So, jetzt komme ich zum Thema, warum ich noch einmal geantwortet habe, Vorgeschichte: Mein Brunnen steht seit ca. 10 Jahren und läuft problemlos. Standort: westliches Ried bei Darmstadt, Grundwassertiefe (damals): 10m, Boden: feinster Sand.
Mitte der 90er Jahre gab es kein Internet mit Erfahrungsaustausch, man musste alles, aber wirklich alles selbst entwickeln. (eBay gab es auch noch nicht). Die ortsansässigen Brunnenbauer machten ein Geheimnis um die Technik und verlangten 100 DM pro Meter + Ausbaumaterial. Endkosten so um die 4000 DM mit einer einfachen Kiesschüttung bei einer Brunnentiefe von ca. 20m . Tiefbrunnenpumpen wurden nicht eingesetzt, es wurde dem Wasser entgegengegraben, man sollte also einen 3m Schacht bauen. Warum? Nun aufgrund der miserablen Kiesschüttung wurden Kreiselpumpen eingesetzt, die relativ einfach zu reparieren waren.
Da mir das alles in keinem rechten Preis/Leistungsverhältnis stand und ich auch keinen Brunnenschacht mit dieser Tiefe buddeln wollte,habe ich folgende Ideen umgesetzt, die dann eifrig von Nachbarn kopiert wurden:
1. Aus Kostengründen kein Brunnenrohr, aber auch kein KG Rohr wegen dem Wulst an der Muffe. Die Lösung bestand darin, KS-Rohr zu nehmen. KS-Rohr erhält man in 6m langen Stücken (also gerade noch dachgepäckträgerfreundlich) mit Innendurchmessern ab 100mm. Für das Mantelrohr wurden 160mm gewählt und bis auf 18,5m Tiefe heruntergetrieben. Zuerst bis auf 10m Tiefe gebohrt, Bohrgestänge: 3/4 Zoll Wasserrohr. Aus dem Bohrgestänge wurde dann ein Dreibein und mit der Schlämmbüchs (so heißt das bei uns) ging es dann weiter. In 18,5m Tiefe war Schluss, da eine Lettschicht ein weiteres Fortkommen mit den damaligen Hilfsmitteln unmöglich machte. Die Wassertiefe betrug genau 8,5 m.
2. In dieses Mantelrohr kam dann eine 4m(!) lange Filterstrecke mit Klebefilter, den ich damals per Zufall in einem Betrieb entdeckte.
3. Daran kam dann 110mm KS-Rohr als Brunnenrohr bis zur Oberfläche. Das teure war die Filterstrecke, aber bei dem feinsandigen Boden war nicht bekannt, wieviel Wasser der Boden durchlässt, deswegen wurde auf Nummer sicher gegangen. Ich warte immer noch auf das erste Sandkorn, was oben in meinem Kontrollfilter im Keller ankommt.
4. Nach Fertigstellung wurde das Mantelrohr gezogen und gut wars. Den Zeitbedarf, den die Entwicklung der Werkzeuge und der Bau insgesamt verlangte, darf man nicht rechnen, aber Spass hats trotzdem gemacht. Die Nachfolger hatten es dann schon einfacher, weil Erfahrungswerte vorlagen.
So, ich will jetzt keinen langweilen, den Bau von Brunnen haben andere hier wesentlich besser beschrieben bzw. dokumentiert. Ich möchte nur eine Frage stellen:
Warum wird hier nur von (blauem) Brunnenrohr und KG Rohr gesprochen, das im (Fach-) Handel erhältliche KS-Rohr ist meiner Meinung nach preiswerter als Brunnenrohr und wesentlich besser zu verarbeiten als KG-Rohr.
Gruss
kg49
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