Warum ist die Saughöhe bei Schwengelpumpen und Elektropumpen begrenzt?
-
marg -
June 16, 2025 at 9:13 PM -
1,150 Views -
0 Comments
1. Pumpen „saugen“ nicht wirklich – sie erzeugen einen Unterdruck
Eine Schwengelpumpe funktioniert so, dass beim Ziehen des Pumpenhebels ein Kolben im Innern einen Unterdruck in der Saugleitung erzeugt. Dieser Unterdruck „saugt“ das Wasser nicht im eigentlichen Sinne hoch, sondern der äußere Luftdruck drückt das Wasser von unten in das Vakuum hinein.
Ähnlich arbeitet eine Elektropumpe mit Ansaugfunktion: Sie entfernt Luft aus der Saugleitung und erzeugt einen Unterdruck – der atmosphärische Druck erledigt den Rest.
2. Der maximale Luftdruck setzt die Grenze
Der Umgebungsdruck auf Meereshöhe beträgt etwa 1013 hPa (1 bar). Das reicht aus, um eine Wassersäule von maximal etwa 10,33 Meter zu „halten“. Dies wäre also die theoretische Maximalhöhe – aber nur im perfekten Vakuum.
In der Praxis kann kein technisches System ein perfektes Vakuum erzeugen. Zudem gibt es Druckverluste durch:
- Reibung in der Leitung
- Dichtigkeit der Verbindungen
- Gase, die im Wasser gelöst sind
- Verdampfung des Wassers bei zu starkem Unterdruck (Kavitation)
3. Warum also nur 7–8 Meter?
Aus Sicherheits- und Effizienzgründen wird die praktische Saughöhe daher auf ca. 7 bis 8 Meter begrenzt. Jenseits dieser Grenze würde:
- die Förderleistung rapide abnehmen
- das Risiko von Kavitation steigen (Wasser beginnt zu „kochen“ trotz niedriger Temperatur)
- Luftblasen und Undichtigkeiten die Funktion beeinträchtigen
4. Was tun bei tieferen Brunnen?
Wenn das Wasser tiefer als 7 Meter liegt, verwendet man sogenannte Tiefbrunnenpumpen oder Unterwasserpumpen. Diese sitzen direkt im Wasser (z. B. am Brunnenboden) und drücken das Wasser nach oben – was technisch viel effizienter ist, da Flüssigkeiten sich besser drücken als saugen lassen.
