1 Schlitzweite beim Brunnenfilter
Die Schlitzweite bezeichnet die Breite der Öffnungen (Schlitze) im Filterrohr eines Brunnens. Sie ist ein zentrales Konstruktionsmerkmal und beeinflusst maßgeblich die Funktionalität, Effizienz und Haltbarkeit eines Brunnens.
1.1 Bedeutung der Schlitzweite
Die Schlitzweite bestimmt, welche Partikel aus dem umgebenden Boden in den Brunnen eindringen können. Ziel ist es, Wasser möglichst ungehindert passieren zu lassen, während Sand und feine Sedimente zurückgehalten werden.
Eine falsch gewählte Schlitzweite kann zu folgenden Problemen führen:
- Zu große Schlitzweite:
→ Sand und Feinmaterial gelangen in den Brunnen
→ Verschleiß an Pumpen und Leitungen
→ Trübes Wasser - Zu kleine Schlitzweite:
→ Verringerter Wassereintritt
→ Geringere Förderleistung
→ Gefahr der Verockerung oder Verstopfung
1.2 Auswahl der richtigen Schlitzweite
Die optimale Schlitzweite richtet sich nach der Körnung des umgebenden Bodens bzw. Filtersandes. Grundlage ist meist eine Siebanalyse des Bodens.
Als Faustregel gilt:
Die Schlitzweite sollte so gewählt werden, dass etwa 60–90 % des Filtermaterials zurückgehalten werden.
Typische Schlitzweiten sind:
- 0,3 mm – für sehr feine Sande
- 0,5 mm – für feine bis mittlere Sande
- 0,75 mm – für mittlere Sande
- 1,0 mm und größer – für grobe Sande oder Kiese
1.3 Zusammenhang mit Filterkies
In vielen Brunnen wird zusätzlich ein Filterkies (Kiespackung) um das Filterrohr eingebracht. In diesem Fall wird die Schlitzweite auf den Filterkies abgestimmt, nicht direkt auf den natürlichen Boden.
Das verbessert:
- die Filterwirkung
- die Stabilität des Bohrlochs
- die Lebensdauer des Brunnens
1.4 Einfluss auf die Brunnenleistung
Die Schlitzweite wirkt sich direkt auf folgende Faktoren aus:
- Wasserfördermenge: größere Öffnungen ermöglichen höheren Zufluss
- Sandfreiheit: kleinere Schlitze erhöhen die Filtration
- Betriebssicherheit: richtige Dimensionierung reduziert Wartungsaufwand
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