Grundwassermessstelle in Beton

  • Hallo zusammen,


    mein Problem dreht sich um ein Projekt, bei dem unterhalb eines Gewächshauses ein Wärmespeicher errichtet wird. Die weiteren Einzelheiten möchte ich euch ersparen, denn in erster Linie geht es mir hier um Folgendes:


    In den Speicher soll eine Grundwassermessstelle eingebracht werden, die später der kontinuierlichen Überprüfung des Grundwasserstandes und dem Entnehmen von Wasserproben (chemische Veränderung des Wassers) dienen soll. Das Verfüllmaterial ist ein betonähnliches Material, das im flüssigen Zustand in die Speichergrube eingebracht wird, sich dann verfestigt und in einem Verhältnis von 1:1 Wasser in sich aufnimmt. Bestandteile wie Rohrleitungen, Messsonden und in diesem Fall am wichtigsten - die Grundwassermessstelle - müssen also vor Verfüllung des Speichers installiert werden.


    Hier liegt nun die Schwierigkeit: Statt die Messstelle per Bohrung einzubringen wird diese eingegossen. Wie erhalte ich bei einer solchen Bauart nun eine funktionsfähige Konstruktion, d.h. wie verhindere ich, dass das Filterrohr verstopft? Wie bringe ich den Filterkies ein? Etc.?


    Ich würde mich sehr freuen, wenn einem Fachmann oder einfach klugen Kopf eine Lösung für mein Problem einfallen würde! Vielen Dank im Voraus!

  • Hallo Obie,
    erst mal Willkommen hier.


    Dein Problem ist nicht so einfach zu lösen.
    Ein paar mehr Infos wären nicht schlecht um helfen zu können.


    Habe ich das richtig verstanden?
    du hast einen Brunnen, Bohrbrunnen? Tiefe? Durchmesser?
    es soll ein Speicher angelegt werden, wo? über dem Brunnen? So wie eine Brunnenstube? oder soll der Brunnen selbst ausgegossen werden? Wie und wo sitzt die Pumpe die das Wasser fördert?
    Könntest du mal eine Handsitze anfertigen?

  • Guten Morgen,


    erst mal vielen Dank für die schnellen Antworten.


    Ich habe befürchtet, dass das Ganze nicht so leicht zu lösen sein wird. Ich habe mich gründlich über Brunnen/ GW-Messstellen informiert und mir schon sehr den Kopf zerbrochen, bin aber nun auch ein Laie auf dem Gebiet. Ein Filterrohr, das bereits mit Filterkies beklebt ist, wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ich weiß nur nicht ob der flüssige Beton nicht trotzdem die Öffnungen verkleben würde.


    Zu dem Bauvorhaben nochmal einige Erläuterungen: Prinzipiell handelt es sich um ein Gebäude, das auf Streifenfundamenten errichtet wird. Zwischen den Fundamenten (allseitig 1m Abstand) wird eine Grube ausgehoben, vergleichbar mit einer Unterkellerung. Diese wird mit einem Rohrnetz durchzogen und anschließend mit einem speziellen Thermobeton verfüllt. Durch die Rohrleitungen wird (mit einem Solarkollektor) erhitztes Wasser fließen, der Beton nimmt die Wärme auf und speichert sie. Der Speicherblock steht etwa zur Hälfte im Grundwasser (1m unter GOK), saugt dieses in sich auf und erhält so die nötige Feuchte (ca. 80%) um Wärme noch besser speichern zu können.


    Nun soll in diesen Block ein "brunnenartiges Loch", sprich eine Möglichkeit eingebracht werden, Wasserproben zu entnehmen. Außerhalb des Gebäudegrundrisses, ein paar Meter von der Konstruktion entfernt, wird zudem ein herkömmlicher Schachtbrunnen errichtet, aus dem dann Vergleichsproben entnommen werden können, um letztendlich eventuelle chemische Veränderungen des Wassers innerhalb des Saugbetons im Wärmespeicher festzustellen. Die Messstelle muss also prinzipiell nicht besonders tief sein.


    Das Konzept steht noch vor Umsetzung, weshalb auch die genauen Dimensionen noch nicht abschließend festgelegt sind. Bislang hielt ich einen Innendurchmesser von 15-20cm für sinnvoll, um später Probeentnahmegeräte in das "Loch" einbringen zu können. Viel größer wäre m.E. nicht sinnvoll weil die Öffnung später logischerweise auch im darüber liegenden Gebäude aus dem Boden ragen wird.


    Ich hoffe, das Konzept wird jetzt einigermaßen deutlich, ansonsten fertige ich gern noch eine Skizze an.


    Herzliche Grüße

  • Das sieht nach einer Vorschrift der unteren Wasserschutzbehörde aus.
    Da du Wasser " benutzt" ( d.h entweder anhebst, chem oder thermisch veränderst ) brauchst du ne wasserechtliche Genehmigung.


    Der Pegel soll dazu dienen das Wasser stichprobenhaft zu überprüfen. Da dein Speicher sicher nicht aus aushärtenden Beton gebaut wird wird sich das GW einigermaßen frei darin bewegen können.
    Das reicht dann sicher aus. Also keine Panik. Durchmesser kommt auf dein Probeentnahmegerät an. 3" bzw 4" sollten ausreichen. Da die Tiefe anscheinend nich mehr ist als dein Speicher tief sieht es nach 3-4m aus, das läßt sich mit einen Becherentnahme realisieren.


    Kiesklebfilter, 1 oder 2 Aufsatzrohre, Sebakpappe drauf und das ganze einfach in die Baugrube gestelt bevor du den Speicher
    füllst.


    Sollte der Speicher wirklich aus wasserundurchlässigen Speicherfüllung gebaut werden mußt du um den Pegel ein Schutzrohr setzen das bis zu Boden reicht, über diesen steigt das Wasser dann in den Pegel auf.


    Das ganze sollte jemand machen der ne DVGW 120 Zulassung hat, könnte sein das drauf geachtet wird.
    Preislich wird es nicht teuer sein. Es wird nicht gebohrt, Materialkosten + Arbeitsaufwand.


    Mit freundlichen Glück Auf

  • Guten Tag zusammen,


    Thunderboldt: Genau, der Betonklotz ist als zusätzlicher Pufferspeicher gedacht, wenn die Wasserspeicher vollständig ausgelastet sind.


    Brunnenbauer: Das ist richtig, eine wasserrechtliche Genehmigung war nach WHG schon im Hinblick auf die GW-Absenkung zur Umsetzung des Bauvorhabens erforderlich. Das Ganze läuft in Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde.


    Der Beton härtet aus und besitzt dann eine schwammartige Struktur, die Wasser in sich aufsaugt. Insofern denke ich schon, dass das Wasser sich darin frei bewegen kann. Trotzdem bin ich mir nicht sicher dass der Beton den Kies im flüssigen Zustand nicht verkleben würde. Ich möchte da lieber sichergehen zumal es nach Aushärtung zu spät für Korrekturen ist!


    Ein Schutzrohr hört sich für mich plausibel an, auch wenn ich mir die technische Umsetzung noch nicht genau vorstellen kann. Dieses Schutzrohr würde dann nur am unteren Teil des Pegels um das Filterrohr liegen, sodass darüber noch Wasser eindringen kann und der Bereich um das Filterrohr sozusagen von oben gefüllt wird? Wenn es von oben bis unten reicht und den Pegel vollständig umschließt wär er ja auch vor Wasser geschützt...!?


    Naja am Ende werde ich das Ganze ja nicht allein umsetzen..wollte nur sichergehen dass es eine Lösung gibt und nicht völlig ahnungslos auftreten. Man kann also davon ausgehen, dass eine mit dem Brunnenbau (zusätzlicher Schachtbrunnen) beauftragte Firma sich (bzw. mir) da zu helfen weiß, richtig?


    Vielen Dank für die Antworten, jetzt bin ich schon ein wenig schlauer!


    Mfg Obie

  • Hallo,
    also wenn das so ist, lass ex bleiben. zum einen musst du das ding dann Gut isolieren, ausserdem bist du dann nicht mehr im GW-Leiter, sondern baust einen Betonklotz in den GW-Leiter ein.

    Am besten wäre für sowas entweder ein Brunnen und ein PWT, der die Solaranlage kühlt, oder ein passender Großer Verbraucher, z.b. ein Heizkörper im Holzlagerraum :-)

    mfg
    Thomas Pfaffinger

  • Moin Obie,


    wie groß soll das Gewächshaus werden?
    Wer baut einen Schachtbrunnen um Messungen vor zunehmen. Solarheizung im Gewächshaus ??? Thermoblock zum Wärmespeichern?


    Nun es gibt wirklich preisgünstigere Alternativen, um solche Projekte zu verwirklichen!
    gruss
    PM

Brunnen selber bauen