Saug- oder Tauchpumpe, bitte um Einschätzung

  • Hallo,
    unsere Nachbarn haben sich gerade einen Brunnen bohren lassen mit Saugpumpe. Soweit wie gut, der Sprenger kommt jetzt beachtlich hoch, laut Brunnenbaufirma liegt der Grundwasserspiegel bei 5- 7 m, gebohrt haben sie aber 12,5m.

    Wir wollen nun uns auch einen Brunnen bohren lassen. Problem ist, dass wir nicht abschätzen können, ob diese bei den Nachbarn installierte Saugpumpe auch im Hochsommer ausreicht, da dann wohl der Grundwasserspiegel um rd. 1 m schwanken kann. Laut Brunnenbauer ist das kein Problem. Wir haben jedoch einen anderen Brunnenbauer dazu auch befragt und dieser meinte, dass er bei 5-7m Wasserspiegel eher eine Tauchpumpe nehmen würde, da es sonst kritisch sein könnte.

    Jetzt wissen wir nicht weiter. Kann mir jemand sagen, wie stark sich 1m zusätzliche Wassertiefe auswirken könnte??

    Ist glaube ich eine doofe Frage, sorry, aber wir kommen im Moment einfach nicht weiter : (

  • Bohrbrunnen erstellen, oder erstellen lassen.
    Ausführung in 4", 4,5 "
    Auf 14 Meter gehen.
    Aufbau: Bodenkappe, 3 Meter Filterrohr mit 0,3 mm Schlitz, den Rest dann in Vollrohr bis oben.
    Rohrpumpe und diese dann in das Vollrohr über den Filter hängen.
    Somit ist die Wassersäule über der Pumpe immer ausreichend auch bei Grundwasserschwankungen.

  • Vielen Dank. Heisst das, dass Ihr also auf jeden Fall eine Tauchpumpe nehmen würdet bei 5-7 m Wasserstand?
    Die Nachbarpumpe habe ich ausgelitert. Bei stärkster Pumpe (Grundvos JP6) kommt sie auf 1,6 cbm pro Stunde. Ist das viel oder wenig?


    Danke und Grüße


    Kaprie

  • > Bei stärkster Pumpe (Grundvos JP6) kommt sie auf 1,6 cbm pro
    > Stunde. Ist das viel oder wenig?


    draußen ist kälter als hell...


    Randbedingungen? Was für ein Saugrohr/Schlauch? wodrüber das Wasser abgegeben? wieviel Wasser brauchste denn überhaupt?


    Zunächst einmal zur Saugseite - bei 5-7m ist da schon eine ganz ordentliche Höhe zu überwinden. Physikalisch gibt's keinen Unterdruck sondern nur einen absoluten Druck von 0, während die Atmosphäre am Boden etwa 1bar aufweist. Heißt, im Idealfall könnte deine Pumpe Eingangsseitig 0 bar erzeugen, womit dann die Atmosphäre ein bar überdruck aufweist, der einem das Wasser in die Pumpe drückt. 1 bar hast also im idealfall verfügbar, real schafft die Pumpe eher etwas weniger, sagen wir mal 0,9. Davon sind zum einen der Höhenunterschied zu überwinden, zum anderen die Reibungsverluste.


    Ein Meter Wassersäule hat ein Gewicht von 0,1 kg/cm². kg/cm² ist nichts anders als Druck. Um nun die Wassersäule im Steigrohr gegenüber dem Grundwasserspiegel hochzudrücken, werden pro Meter 0,1 bar benötigt. Macht bei bis zu 7m schon recht ordentliche 0,7 bar. Relevant ist dabei der Höhenunterschied zwischen Pumpe und Grundwasserspiegel. Die Strecke, die das Rohr unter den Wasserspiegel taucht ist dabei egal, da strömt das Wasser ja schon alleine nach, bis es den gleichen Höhenstand hat.


    Jetzt entstehen durch die Strömungsbewegung des Wasser gegenüber der Rohrwandung aber auch noch Reibungsverluste, die die Bewegung bremsen. Um die zu überwinden, braucht man Kraft. Und Kraft pro Fläche ist wieder nichts anderes als Druck. Kannst ja mal mit dem Rechner auf Druckverlust: Berechnung der Druckverluste in Rohren spielen. Hängt dein Nachbar da beispielsweise 'nen 3/4"-Schlauch von 10m Länge rein, kriegter da bei 1,6 m³/h schon einen Reibungsverlust von 160 mbar = 0,16 bar zusammen. Weitere Verluste durch Bögen, Rückschlagventile, Saugkorb etc. noch gar nicht berücksichtigt. Der maximal mögliche Unterdruck der Pumpe ist gegeben, die Höhendifferenz ebenfalls. Folglich bleibt als Variable Größe der Durchfluss, der dadurch bestimmt wird, was vom Pumpenunterdruck nach der Höhenüberwindung noch zum überwinden der Reibungsverluste übrig ist. Mehr Wasser bekommt man Saugseitig halt nicht in die Pumpe nachgeführt.


    Warum die gane Erläuterung? Setzt man hie rnun auf grozügige Querschnitte, reicht auch ein kleiner Rest, der vom Pumpendruck nach Abzug der Höhenüberwindung übrig bleibt, um mehr Wasser zu fördern. Verwendet man statt 19mm eine Leitung mit 30mm kommt man bei gleichen Materialdaten bei obigen 160mbar Druckverlust auf 5,5 m³/h an Duchfluss. Das ist schon mehr, als die Pumpe überhaupt packt.


    Prinzipiell treten die Druckverluste natürlich immer auf, wenn Wasser durch eine Leitung strömt. auf der Saugseite sind sie jedoch besonders von Bedeutung, weil der Förderdruck zwischen Grundwasserspiegel und Pumpeneingang nunmal auf die 1bar beschänkt ist und ein großteil davon zur Überwindung der höhe bei draufgeht. Wenn die Pumpe ausgangsseitig meinetwegen mit 6 bar fördert, fallen 0,x bar Verluste deutlich weniger ins Gewicht, als wenn nach Abzug der höhe nur noch 0,3 bar überhaupt zur Bewegung des Wassers zur Verfügung stehen.


    Aber auch Druckseitig stellt sich die Frage, wie du da was genau ausgelitert hast. Interessant ist ja im Grunde die tatsächlich in den Garten gebrachte Wassermenge. Nur wie schon erwähnt, der Durchfluss hängt mit Druckverlusten zusammen.misst du bei freiem Auslauf über vernachlässigbar kurzen und ausreichend dickem Schlauch, so hast zwar irgednwie einen Wert, was dir die Pumpe unter diesen Optimalbedingungen aus dem Boden holt, aber nicht was tatsächlich auf dem Rasen landet.
    Um eine brauchbare Wurfweite zu erzielen, möchte dein Sprenger gerne 1 bis 3 bar Druck anstehen haben, um das Wasser in der Düse ausreichend zu beschleunigen, dass es auch schön fliegt. Ein üblicher Ga*d*na-Schlauchwagen lässt sich mit bis zu 60 m 1/2"-Schlauch bestücken. Möchtest du deine 1,6 m³/h durch einen solchen Schlauch prügeln, bräuchtest schon wieder über 6bar an der Pumpe, um die Menge überhaupt hindurchzubekommen - bei freiem Auslauf am Schlauchende. Mit Arbeitsdruck für den Sprenger also noch mehr, eher so um die 8bar. Hat deine Pumpe so aber gar nicht im Angebot... Folglich wird sich der Durchfluss soweit reduzieren, dass sich ein gleichgewicht aus Pumpendruck und Durchfluss einstellt. Obendrein sei noch drauf hingewiesen, dass der möliche Asugangsdruck der Pumpe bei zunehmenden Durchfluss sinkt. Freier Auslauf ohne Druck = viel Wasser, maximale Förderhöhe = möglicher Druck, aber bei praktisch Null Durchfluss. Im typischen Baumarktsegment werden ja i.d.R. leider nur die wenig aussagekräftigen max-Werte für Durchfluss und Förderhöhe angegeben, nicht Garantiepunkte/Nennarbeitspunkte, die x m³/h bei y bar versprechen. Ist also die Frage, ob du bei freiem Auslauf gemessen hast oder unter realistischen, bei dir vorzufindenden Bewässerungsanordnungen.


    Wieviel Wasser du brauchst ist dann auch eher eine Frage der geleisteten Arbeit, nicht der Leistung als solches. Schafft dein Konstrukt weniger, muss es halt länger laufen für das gleiche Ergebnis. Wenn du sagst, ich will xxxx Liter in (maximal) y Stunden Pumpemlaufzeit Bewässern können, kommt das dem Ziel schon näher.


    Ob deine 1,6m³ nun viel sind oder nicht überlass ich mal dir. Ebenso die Frage, ob dein Ausliterergebnis jetzt überhaupt noch weiterhilft :o)


    Prinzipiell bist da aber schon bei einer Höhe, wo Tauchpumpen sinnvoll werden. Jenachdem wie großzügig der Wassernachlauf ist, sackt der Spiegel im Brunnenrohr ja noch unter den des Grundwasser mehr oder weniger tief ab. (Und auch das hängt dann wieder mal vom Volumenstrom ab...). Kann aber durchaus auch noch mit einer normalen Pumpe klappen, wenn der Wasserstand vielelicht nicht ganz die 7m erreicht, wenn das Saugrohr eher großzügig bemessen wird, wenn die Filterstrecke lang und das Filterrohr im Durchmesser (Umfang x Länge = geschlitze Fläche...) groß genug sind, dass der Wasserspiegel innerhalb des Filter/Brunnenrohres nicht zu sehr abfällt.


    Wenn du schon ne passend ePumpe hast, würd ich es erstmal mit dr Probieren. Tauchpumpe kannst ja immer noch einhängen. Bei anstehendem Kauf eher Tauchpumpe, um auf der sicheren Seite zu sein.

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