Bohrbrunnen , kurze Frage

  • Hallo,


    Als erstes mal nochmals ein kurzes Hallo, immerhin meine erste Frage hier im Forum.


    ich bohre einen Brunnen mit 150er Durchmesser, am ende soll ein 4Zoll Rohr genommen werden.
    Momentan kann ich noch ohne Führrohr bohren, das Loch fällt auch nach mehrern Tagen nicht zusammen.


    ich habe am Anfang bisschen Erde gehabt, bis auf drei meter alles lockere feste Erde, dann extrem harte Tonschichten, dazwischen musste ich mit der Bohrkrone einige Steine eliminieren.


    Als ich auf ca. 6,50m wurde die Schicht extrem dünnflüssig aber noch so fest das es am Bohrer hängenbleibt. Wenn ich dieses Gemisch zwischen den Fingern reibe ist es wie Schmirgelpapier, also so eine Art aufgelöster Lehm/Sand Gemisch.


    Nun bin ich bei 9Meter angekommen, und es sind einige Faustgroße Steine aufgetaucht die ich mit der Bohrkrone heraufgebracht habe.
    Heute habe ich lediglich 25cm in vier Stunden geschafft, und dies mit einem Brunnenbohrgerät.


    Das Wasser steht momentan auf 5meter, und ich habe 4Meter Wassersäule.


    Wenn ich nun nicht mehr weiter komme , reicht dieses Gemisch zur Not um genügend Wasser zu bringen ?
    Würde es evt. genügen dann ohne Sumpfrohr 2 Meter Filterrohr mit bodenkappe zu montieren und gut ist ?
    Habe halt nur 4meter Wassersäule, und ist die Schicht überhaupt
    geeignet ?


    Gruss, Oli

  • Hallo


    So wie ich deinen Bericht lese arbeitest du ohne Arbeitsrohr.
    Somit kannst du auch keine Bodenkappe verwenden.
    Das Brunnenrohr muss dann anschließend mit Ton verschlossen werden.
    Du musst zwingend in eine Wasser-führende Schicht.
    Alles andere bringt dir nichts. Es kommt nie genug Wasser nach.
    Du wirst wohl tiefer müssen.
    Arbeitsrohr einplunschen und später das 4" Rohr mit Bodenkappe einbauen, oder gleich mit 4" arbeiten und das Rohr dann abteufen bis du genug Wasser hast.
    Für alles andere ist die Arbeit zu schade.

  • Hallo Fellnase


    also gibt dies schicht nicht genug wasser ab, ich habe es ja schon fast befürchtet.
    aber warum habe ich dann immerhin 4meter wassersäule ?


    wie bekomme ich aber beim plunschen diese großen steine aus dem weg ?
    ich komme ja jetzt auch ohne führung mit dem bohrer nicht tiefer ?


    gruss, oli

  • Quote

    aber warum habe ich dann immerhin 4meter wassersäule ?


    Das ist eine Art Schichtenwasser.
    Einfach ausgedrückt, Wasser das von oben aus in Richtung Grundwasser will.


    Quote

    wie bekomme ich aber beim plunschen diese großen steine aus dem weg ?


    Mit einem Steinfänger.


    Quote

    ich komme ja jetzt auch ohne führung mit dem bohrer nicht tiefer ?


    Das ist normal.
    Du bist dann in einer Schicht die durch das Wasser immer wieder zusammen fällt.
    Jedes mal wenn die Aushub nach oben förderst vergrößert sich das Bohrloch in der Tiefe. So wird dann ein Trichter angelegt der immer größer wird, ist er groß genug stürzt das Erdreich um das Bohrloch ein. Also größte Vorsicht ist geboten!
    Du kannst nun nur noch mit Rohr arbeiten, entweder Arbeitsrohr abteufen, oder direkt das Brunnenrohr.

  • hallo fellnase,


    das klingt einleuchtend, nur momentan ist definitiv ein größerer stein im weg, ich merke ja wie die bohrkrone drüberschabt.


    ich werde versuchen da noch durchzukommen, um dann mit rohr weiter zu machen :)


    danke schon mal für die hilfe


    oli

  • hallo fellnase,


    wir haben letztes jahr einen brunnen in schwalbach gebohrt, da war sehr viel kies und der ist auf 12meter gebohrt.
    nun bohre ich bei mir zu hause in frankfurt unterliederbach.


    ein nachbar hat einen 12meter tiefen brunnen. ein weiterer nachbar hat einen gemauerten brunnen, da habe ich die tiefe aber noch nicht messen können. dieser brunnen ist luftlinie 25meter entfernt. mein bohrloch liegt
    im vergleich zu diesem brunnen 2meter tiefer.


    gruss, oli

  • @Plunschmeister und Fellnase


    danke als erstes schon mal für die infos und den link.


    was glaubt ihr denn aus eurer erfahrung heraus wie viel bei diesem boden noch zum "echtem" grundwasser fehlt ?
    gibt es da erfahrungswerte, oder wie fast immer nicht vorhersehbar ?


    ich hatte bei 8.75metern ja genau das gleiche , der bohrer kam nicht tiefer und verhakte sich, mit der bohrkrone und viel geduld hat er dann diese steine des einen bildes geliefert.
    als die draußen waren gingen die nächsten 25sm leicht, und nun steht die bohrkrone wieder auf der stelle, der bohrer ebenfalls ohne sich zu verhaken.
    wenn ich in die breite gehen würde, dann müsste ich ja sand fördern, ich fördere aber wie 25cm höher eigentlich fast nichts.
    daher bin ich auch sicher das es sich um einen stein handelt, vor allen dingen weil ich es ja auch höre.


    ich bin ganz sicher nicht beratungsresistent, möchte dies nur nochmal geschildert haben um da jetzt keinen fehler zu machen.


    das ich jetzt in bälde ohne führrohr nicht mehr auskomme ist klar.
    als führrohr möchte ich oder werde ich 6zoll blaues glattwand brunnenrohr nehmen, dies haben wir bei dem anderen brunnen auch so gemacht. wenn es dann evt. nicht mehr weitergeht kann ich ja immer noch mit dem 4zoll rohr versuchen tiefer zu kommen, dann gibt es eben keine kiesschüttung, wobei die 2.5cm von 4zoll auf 6zoll pro seite wohl eher auch nur für das gewissen sind.


    über noch ein paar tips und infos würde ich mich freuen.


    ich finde es super das es so ein tolles forum gibt, hatten uns da schon eine menge infos herausgelesen, dafür nochmal danke.


    gruss, oli

  • Hallo Oli,
    erst mal danke für deine Anerkennung unserer Arbeit hier.
    Es ist nicht immer einfach zu helfen weil keiner in den Boden schauen kann und die Ausrüstung nicht immer gut ist, weil das Werkzeug Geld kostet.
    Oft werden aber auch die wichtigen Ratschläge von uns unterschätzt, oder einfach übergangen, weil jemand gesagt hat. bla, bla ,bla, .........



    Versuchen wir mal zu deinem Problem zu kommen.
    Wie das ist mit dem Wasser kann dir wirklich keiner sagen, oft sind 2 Meter Abstand von Bohrloch zu Bohrloch so verschieden das man es auch mit Erfahrung nicht glaubt.
    Teufe das 6" Rohr welches du hast ab.
    Wenn dann ein Stein kommt musst du ihn zerkleinern, oder mit einem Steinfänger angeln.
    Der Boden gibt dir an wo und wie der Filter zu sitzen hat im späteren Brunnen, nur wenn die Schicht stimmt und mächtig genug ist wird dein Brunnen dauerhaft Wasser führen.

  • danke für die hilfe :)


    für das bisher ausgegebene geld hätten wir sicher einen brunnen bohren lassen können, doch dies ist ja ein fun-projekt :)


    die ausrüstung ist sicher gut, das brunnenbohrgerät habe ich im winter zusammengeschweißt, das gestänge ist 40er vierkantmaterial mit 3mm wandung.
    der bohrer hat eine selbstgeschweißte wendel die auch einzeln heraufziebar wäre.
    dafür haben wir verschiedene aufsätze.
    die bohrkrone hat vier stunden dreharbeit erfordert und besteht aus edelstahl mit eingelöteten hartmetallplättchen.
    da wir uns alles selber machen können dürfte es am material nicht scheitern.


    hier mal das bohrgerät und der bohrer. an den bohrer passen die verschiedensten aufsätze wie vorbohrer, schneiden und auch die bohrkrone.

Brunnen selber bauen