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  1. Brunnenbau-Forum
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  3. Schachtbrunnen

Brunnen ca. 1801, mysteriöses Loch

  • Tobi2012
  • August 25, 2012 at 11:45 PM
  • Tobi2012
    Beginner
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    14
    • August 25, 2012 at 11:45 PM
    • #1

    Hallo, lese bereits eine Weile mit und habe einige Tipps erfolgreich anwenden können, dafür schon mal Danke!

    Unser Schachtbrunnen stammt ca. aus dem Jahr 1801 und versorgte ein Bauernhaus. Zunächst war er 2m tief und randvoll mit Wasser wie alle nicht genutzten Brunnen in der Nachbarschaft. Dabei soll es sich um 'Bergwasser' handeln. Pumpt man ab, fließen ca. 100+x Liter/Tag nach. Wir haben jetzt 4m tief Lehm, Steine, etc. Beim säubern rausgeholt und sind bei ca. 6m letztlich auf massiven Stein gestoßen. Wohl der Brunnenfuß. Der Brunnen beseht ansonsten aus grob bearbeiteten Bruchsandsteinen, trocken gemauert. Nur der Brunnenfuß (Wand und Boden) scheint aus einem einzigem Stück Stein zu bestehen.

    Der Boden des Brunnenfusses ist nicht eben, sondern ist auf der einen Seite abschüssig und mündet in einer Art Wanne, welche die tiefste Stelle des Brunnens bildet.
    An der tiefsten Stelle der Wanne wiederum befindet sich ein LOCH.
    Dieses Loch ist oben breit genug um eine gestreckte Faust aufzunehmen, verjüngt sich aber nach ca. 2-3 Handlängen. Mit einem Eisen bin ich bisher ca 80cm tief gekommen. Das Loch ist voller Sand und Steinen/Steinchen. Mit einem Kärcherrohrreiniger habe ich die ersten 40-50cm frei bekommen,aber mehr geht nicht, da das Material immer wieder im Loch landet.


    Meine Frage - Wozu diente das Loch, macht es Sinnes wieder freizulegen (insbesondere um mehr Wasser zu erhalten), wenn ja wie lege ich das Loch wieder frei?

    Zur weiteren Info, obwohl der Brunnen nun bis zum vermeintlichen Fuß frei und sauber ist,liefert er nicht wesentlich mehr Wasser. Der Brunnen war bis zum Anschluss an das Wassernetz in Betrieb und verlehmte dann.

    An der höchsten Stelle des BrunnenBodens befindet sich übrigens noch ein weiteres Loch. Dieses hat einen ähnlichen Durchmesser und in dessen Mitte verläuft ein Metallstab, nicht ganz Bleistift dick, mit einer Mutter drauf, zumindest sieht es so aus. D.h. natürlich, dass zumindest dieser Teil des Fußes aus Mörtel/Zement oder so bestehen wird. Der Sinn dieser Metallstnge/Rohr/Stab ist mir natürlich ebensowenig klar.


    Hat jemand eine Idee?

    LG
    Tobi

    Edited once, last by Tobi2012 (August 28, 2012 at 10:58 PM).

  • Brunnen reinigen
  • modpl
    Master
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    2,707
    • August 26, 2012 at 4:27 PM
    • #2

    Moin Tobi2012,

    interessanter Brunnen, welchen Durchmesser hat er denn?

    Eine Verjüngung des mysteriösen Loches in der Vertiefung des Brunnenbodens bedeutet, dass hier einmal etwas drinnen gesteckt hat. In der Vertiefung selbst haben sich Schwebeteilchen des Wassers abgesetzt.( Andere Brunnen haben eine Art Kasten aus Holz dort unten)

    Meiner Meinung nach ist der Zulauf des Brunnens, die zweite Bohrung mit dem Metallstab.
    Hier kann sich in früheren Zeiten eine Saugleitung aus Holz befunden haben. Hier wurde vielleicht ein Rückschlagventil am Bodengrund verbaut, daher die Metallstange. Schon hatte man eine Tiefsaugvorrichtung.
    In der anderen Bohrung wurde ein langer Holzpflock geschlagen, um die Saugleitung zu fixieren.

    Der Grundwaserstand ändert sich ja im Laufe der Jahrzehnte.

    Der Brunnen dürfte unter dem Podest noch weiter in die Tiefe gehen, ( minimum 2m) hier im Feuchten Bereich des Brunnens sollte sich eine Brunnenbüchse aus Holz befinden.
    Die Brunnenbüchsen wurden entweder mit Holz, Beton oder Steinen abgedeckt, um Verunreinigungen des Wassers abzuhalten.

    Also würde ich versuchen Zugang zu dieser Brunnenbüchse durchs Loch mit der Gewindestange zu bekommen, hier sollte man auf Wasser treffen.

    Aber denke stehts daran, das solche Arbeiten von einem Fachmann ausgeführt werden!

    Habt ihr auch Bilder gemacht?

  • Tobi2012
    Beginner
    Posts
    14
    • August 26, 2012 at 10:27 PM
    • #3

    Hallo Plunschmeister,

    wir haben heute - anders als ursprünglich geplant - doch weiter gemacht. Damit konnten wir die meisten Punkte klären:

    1 - Der Brunnenfuß besteht tatsächlich aus massivem Fels, wobei das Gestein in den ersten mm/cm recht weich ist (Lette) und sich gut kratzen läßt.

    2 - Brunnenbüchse / Holz läßt sich bei diesem Brunnen nicht finden, er endet (bis auf die mysteriösen Löcher) tatsächlich im massivem Fels. Die Brunnenbüchse ist daher eher eine in den massiven Fels geschlagene Wanne.

    3 - Auf der Oberkante des Fels gelangt von allen Seiten Wasser in die Felswanne und sammelt sich dort. Zumindest im Moment (Ende August 2012) ist die Wasserausbeute aber mehr als spärlich.

    4 - Mysteriöses Loch mit Gewindestange und Mutter. OK hier kommt erstmal eine Enttäuschung. Die Gewindestange mit Mutter stellte sich als große Schraube heraus, die einfach nur fest in dem Loch verkeilt war. Das Loch selber ist relativ klein und scheint nicht viel tiefer zu gehen. Fotos kommen später. Ich schätze das Loch auf 12*7*15cm. Wir haben es allerdings nicht viel weiter erforscht.

    5 - Mysteriöses Loch OHNE Gewindestange. Dies war ein Volltreffer. Das Loch, wie obiges zunächst elipsenförmig, verjüngt sich zunehmen auf eine Kreisform mit ca. 55mm Durchmesser. Der Versuch das Loch sauber und trocken zu putzen misslang, es kam immer ein wenig Wasser nach - gut dann schauen wir mal was in dem Loch sich finden läßt. Mit einem 45mm Rohr kräftig hineingeschlagen und einigem hin-und-her haben wir eine Menge feinen Sand (aber kein Lehm wie zuvor) und ein paar Steinchen herausgeholt. Am Ende führte das Loch mind. 1,5m tief und es sprudelte unter leichtem Druck 2l/min heraus (siehe auch Kommentar von Plunschmeister, das passt).

    Das mysteriöse Loch ist also ein altes Bohrloch welches das Grundwasser unterder oberen Felsschicht angebohrt hatte. Mit 2l/min kommt üppig Wasser, wobei dies nicht so bleiben muß. Überhaupt haben wir nur einmal messen können (bisher) und haben den Verdacht, dass nicht mehr ganz so viel Wasser nachströmt.
    Entweder haben wir durch unser Gestampfe mit den Rohren und "Gummihammer auf die Rohre Geschlage" irgendwann das Füllmaterial des alten Bohrloches so weit verdichtet, dass der Wasserzustrom sich verringert hat, oder der Wasserdruck hat sich durch unser Freilegen des alten Bohrrohres etwas verringern können.

    Überhaupt - und Plunschmeister deutet sowas ja auch schon an, kann ich mir nicht vorstellen, dass die alten Baumeister einfach ein Loch gebohrt hätten, ohne es dann davor zu schützen, dass es sich sofort wieder durch Schwebstoffe/Einspülungen etc. wieder verschließt. Evtl. war der Sand im Bohrloch, den wir mühsam auf 1,5m entfernt haben, ja absichtlich als Schutz des Bohrloches eingebracht worden (und/oder um die Zuflussmenge einzustellen). Oder aber es gab eine Holzkonstruktion, wobei (siehe Bilder, die ich hoffe morgen oder so einstellen zu können) ich dafür keine klaren Anzeichen entdecken konnte. Wir haben jedenfalls ein 75er HT-Rohr in das Loch gedrückt, das ist so einigermaßen dicht, so dass wohl kein Sand etc. direkt zurück in das Loch kommt (das Loch befindet sich ja an der tiefsten Stelle des Brunnenfußes). Langfristig würde es sich aber wohl doch zusetzen.

    Daher meine neue Frage, muß ich das alte Bohrloch (das funktionsfähig bleiben soll, denn ich will ja die hohe Wassermenge die es ermöglicht) schützen und wenn ja wie?

    Alle weiteren Kommentare, Anmerkungen und Hilfestellungen sind natürlich ebenfalls ausdrücklich erwünscht


    Hier noch weitere Antworten zu dem ausführlichen Kommentar von Plunschmeister:

    Der Brunnen hat einen Durchmesser im Brunnenfuß von 102 - 111cm (nicht exakt rund ausgeführt), oberhalb ist er zumeist eher so um die 110cm. Die Wandung besteht aus mindestens zwei Lagen Bruchsandstein, grob behauen.

    Eine Abdeckung mit Holz o.ä. ist definitiv (nicht mehr?) vorhanden. zwei Steinfliesen waren aber sehr weit unten beim säubern, diese könnten Teil einer Abdeckung gewesen sein. Sie können aber genauso gut einfach in den Brunnen gefallen sein.

    Eine Brunnenbüchse aus Holz gibt es definitiv nicht, nur diese zwei Bohrlöcher, bei denen ich z.Z. vermute, dass das mit der Schraube ein Versuch war, der aber aufgegeben wurde. Oder aber wie Du sagst zur Befestigung von irgendwas (aber was) diente.

    Die Warnung bezüglich Fachmann kommt für uns zu spät, allerdings da der Brunnenfuß ein einziges Stück massiver Fels ist bestünde wohl bisher die wesentliche Gefahr aus herab/herausfallenden Mauersteinen, Werkzeug oder hinunterfallenden Helfer. Trotzdem, wir sind sehr vorsichtig bei der Sache zugange, Sicherheit geht vor.

    In dem Sinne und nochmals vielen Dank soweit,

    Tobi2012

    Edit - erstes Bild eingestellt

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    Edited 2 times, last by Tobi2012 (August 27, 2012 at 11:35 AM).

  • modpl
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    • August 27, 2012 at 3:54 PM
    • #4

    Hallo Tobi2012,

    ah ok, so schaut der Brunnen aus.
    Wie weit steigt das Wasser denn derzeit im Brunnen an?( in m).

    Also, gehe davon aus, dass du die Bohrung unbedingt erhalten musst!
    Ich würde mir einen kleinen Bohrer bauen um in der besagten Bohrung noch tiefer zu kommen.( Bohrloch gänzlich von Sand befreien)
    Wie du schon selbst davon ausgehst wurde der Sand wohl verdichtet.

    Neben dem seitlichen Zufluss, erfolgt auch ein Wasserzufluß über den Brunnenfuß. Gehe davon aus, das dieser Wasserleiter gespannt ist.

    Man muss dann einmal sehen, wie weit es noch in die Tiefe geht und welcher Durchmesser effektiv zur verfügung steht.

    Denkbar ist das Einbringen eines Filterrohres mit Bodenkappe, welches oben etwas aus dem Brunnenboden herausragt. Alles kann man dann mit einer groben Kiesschicht versehen.
    Aber stelle erst einmal die Bilder ein.

    Steht der Brunnen im Flachland oder im Bergland?
    Der Brunnen ist offenbar noch älter.

  • Tobi2012
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    14
    • August 27, 2012 at 5:33 PM
    • #5

    Ja das mit dem verdichten habe ich befürchtet,

    1 - hast Du eine Idee wie man einen solchen Bohrer bastelt, der Durchmesser ist mit 50mm ja recht gering. Die maximale Länge die ich gefunden hatte lag bei 1m, was natürlich nicht reicht.

    2 - das Wasser aus dem Bohrloch steht definitiv unter Druck, hat man gut sehen können als wir ein Rohr dich hinein gesteckt hatten, dann lief es oben drüber hinaus.

    3 - Wie hoch das Wasser nun ist? es ist ca. 50cm gestiegen, also hat der Wasserzufluss nach dem "Verdichten" deutlich abgenommen, sonst würde es nun höher stehen.

    4 - Der Brunnen steht knapp oberhalb des Fußes eines kleinen Hügels, geschätzt 50 m Hügel, 6m oberhalb der Talsole. Der Brunnen (incl. Bohrloch) hat daher ungefähr Bachniveau (leicht höher oder tiefer kann ich nicht sagen). Horizontal ist der Brunnen ca. 75m vom Bach entfernt.

    5- Das ist ja spannend, das Du sagst, dass der Brunnen wohl älter ist. Ich hatte das Alter nach dem Baudatum des Hauses geschätzt. Es kann aber durchaus sein, dass der Keller und/oder der Brunnen noch älter ist und a) entweder vom Nachbarhaus (zu dem das Grundstück vor 1800 gehörte) stammt (das wäre dann 1705-1726, oder b) noch früher. Dann wäre der Brunnen zumindest teilweise Bestandteil der vorhergehenden Besiedlung, die geht zurück bis in die Römer und Keltenzeit. Im 30 jährigen Krieg und danach ist hier alles im paarjährlichen Rhythmus zerstört worden. Letztlich war die Gegend entvölkert und wurde ab 1700 wieder neu besiedelt.
    Was bringt dich denn zu der Aussage, dass der Brunnen, oder Teile davon, noch älter sind?

    Liebe Grüße,

    Tobi

  • modpl
    Master
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    2,707
    • August 27, 2012 at 6:48 PM
    • #6

    Moin,

    Quote

    1 - hast Du eine Idee wie man einen solchen Bohrer bastelt, der Durchmesser ist mit 50mm ja recht gering. Die maximale Länge die ich gefunden hatte lag bei 1m, was natürlich nicht reicht.

    Würde hier einfach einen ganz normalen langen Widiabohrer(Durchmesser ab 12 mm) nehmen, den irgendwie an einem längeren Rohr befestigen( schweißen, schrauben oder wie auch immer), das Rohr muss auch nicht sonderlich groß im Durchmesser sein, oben schweißt du einen kleinen Griff an).
    Du willst ja nur den Sand auflockern. Ist der Sand locker im Bohrloch, würde ich das Wasser/Sandgemisch absaugen. ( Irgendetwas bauen, das wie eine Spritze funktioniert und ins Bohrloch passt).

    Quote

    Was bringt dich denn zu der Aussage, dass der Brunnen, oder Teile davon, noch älter sind?


    Die Bauweise des Brunnens. Natürlich hängt die Bauweise auch von der Region ab, in die dieser erbaut wurde.

    Ich tippe auf 14. /15. Jahrhundert.
    In bestimmten Regionen wurde hierzu Kalkstein, mitunter auch Sandstein genommen.
    Ein weiteres Indiz ist der geringe Durchmesser. In diesem Bereich war es noch möglich trocken zu mauern, denn die Ringspannung des Brunnenmauerwerks ( Bruchstein)hielt noch den Erdruck aus, zumal hier 2-3 lagig gebaut wurde.

    Auch gehe ich davon aus, das der Brunnen nicht im Absenkverfahren erbaut wurde, dagegen spricht der Brunnenabschluß an der Brunnensohle. Ansonsten würdest du dort unten einen Ring finden, der auch aus Holz bestehen kann.

    Da in der Umgebung des Brunnens ja lehmhaltiger Boden ansteht, spricht auch dieses gegen eine Absenktechnik, denn der Boden ist ja standfest. Die Brunnentiefe ist mit 5m gering.

    Der Brunnen wurde also von unten nach oben gebaut.

    Ob die beiden Bohrungen zu einem späteren Zeitpunkt eingebracht wurden, kann gut sein. ( Grundwassersenkung)
    Die ersten Pumpen gab es ja in einigen Regionen im 16./17. Jahrhundert.
    Hier wurde dann unten auf der Brunnensohle eine Art Schuh eingelassen, wo ein Pumpzylinder integriert war.

    Mich interessiert der obige Abschluß, der Ringstein. Foto wäre schön.
    Aus welchem Material besteht dieser?

    Edited once, last by modpl (August 27, 2012 at 6:50 PM).

  • Tobi2012
    Beginner
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    • August 28, 2012 at 12:11 AM
    • #7

    Nun also zunächst die versprochenen Fotos, als Dank an Plunschmeister fange ich mit dem Ringstein an. Wir glauben der ist aus NaturStein gemeißelt. Ich würde mir nicht zu trauen verschiedene Steinarten sicher zu unterscheiden. Viel ist auf den Fotos leider nicht zu erkennen. Wenn Du mir sagst worauf es dir ankommt, will ich gerne versuchen dies entsprechend herauszufinden.

    Das erste Foto zeigt den Ringstein von oben. Teilweise noch von Lehm bedeckt.

    Das zweite Foto soll einen Eindruck von der Ringdicke vermitteln.

    Das dritte Foto vermittelt einen Eindruck vom Umfang, es ist zwar alles schwarz, aber am Rand sieht man etwas Licht an der Brunnenwand und natürlich das Duchstiegsloch.

    Wie gesagt, falls Du mehr zum Ringstein (nennt man die so?) wissen möchtest, einfach nachfragen.

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    Jetzt aber zum Brunnen selber:

    Die Bruchsteinwand


    Ein Detail der Bruchsteinwand, unten am Rand sieht man den natürlichen Fels, der sich klar und deutlich farblich absetzt. Der "Mörtel" sind Lehm/Schmutzreste die noch von der Brunnenreinigung übrig geblieben sind.

    Der Brunnenfuß aus Fels, oberhalb die Trockenmauer. Der Fuß ist größer als das Foto vermuten läßt.


    Die (mittlerweile nur noch begrenzt) mysteriösen Löcher. Links das Loch dem wir uns zugewandt hatten, rechts das Loch von dem wir vermuten, dass es nicht tief ist.

    Das letzte Bild zeigt das eigentliche Bohrloch, im Schema oben als c.) bezeichnet. Aus diesem quillt Wasser nach oben. In der Spitze (vor dem Verdichten) haben wir 2l/min gemessen.


    Sämtliche Anregungen, Gedanken und Vermutungen sind weiterhin herzlich willkommen.


    Herzliche Grüße,
    Tobi2012

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  • modpl
    Master
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    • August 29, 2012 at 9:55 PM
    • #8

    Moin Tobi2012,

    von dem Ringstein( der Brunnenabdeckung) kann man leider nicht viel erkennen.

  • Tobi2012
    Beginner
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    • August 30, 2012 at 12:25 AM
    • #9

    Ja der ist schwer zu fotografieren. Ich will den aber sowieso am WE wenn's wieder in den Brunnen geht sowohl säubern, als auch neu fotografieren. Wenn Du mir sagst worauf es dir ankommt, habe ich eine grossere Chance ihn richtig zu fotografieren.

    LG
    Tobi

  • modpl
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    • August 30, 2012 at 7:31 PM
    • #10

    Kommt auf nichts drauf an. Hat man ja eigentlich sehr selten, solch eine Abdeckung.
    Dann viel Glück am WE.

  • Tobi2012
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    14
    • September 13, 2012 at 3:11 PM
    • #11

    Ringstein

    Anbei die Fotos vom Ringstein.

    Form: Kreisrund im Durchmesser, dabei linsenförmig in der Dicke, mit kreisrundem Loch in der Mitte

    Größe: grob 1,25m im Durchmesser, das Loch hat ca. 45cm

    Material: Sandstein wie er direkt vor Ort vorkommt, relativ weich und nicht besonders widerstandsfähig. Dieses Material wurde hier früher für alles Mögliche verwendet, auch für Tür- und Fensterlaibungen. Bereits vor über 100 Jahren wurden derartig große/aufwändig zu erstellende Stücke nur noch aus haltbarerem Material angefertigt.

    Erhaltungszustand: Im vorderem Teil ist ein großes Stück abgeschlagen, evtl. weil es für das davor verlaufende Entwässerungsrohr im Weg war. Der Ring ist innen weitgehend frei von Seilspuren, d.h. Wasser wurde mit dem Seil von direkt oben und nicht über die Steinkante umgelenkt geschöpft (sonst wären Einschleifungen sichtbar). Abgesehen von der sehr groben Abspaltung im vorderen Teil sieht der Stein sehr gut erhalten aus.

    Lage: Der Ringstein liegt praktisch exakt mittig auf dem Brunnenloch. Er liegt dabei anscheinend nur auf den ersten 1- 1,5 Steinreihen auf. D.h. er deckt vermutlich nicht sämtliche 2-3 Steinreihen aus den der Brunnen gemauert ist ab. Dies lässt sich aber im Moment nicht genau sagen.
    Vermutlich bildete die Brunnenwand früher ungefähr das Bodenniveau ab.
    D.h. Der Steinring befand sich direkt oberhalb des alten Fußbodenniveaus. Grund für die Annahme ist, dass die sich heute oberhalb befindliche Bodenschicht aus Schotter besteht, der wohl neueren Datums ist. Wobei das ursprüngliche Bodenniveau im Laufe der Zeit durchaus noch tiefer gelegen haben mag, allerdings nicht viel tiefer (nach Lage der untersten Stufe der altern Treppe).

    Besonderheit: Im Brunnen haben wir einen runden Stein gefunden (zerbrochen), der genau auf/in das Spundloch des Ringsteins passen würde. Die Wandung des Verschlusssteins ist leicht konisch, so dass er das Loch verschließen würde ohne durchzurutschen. Allerdings dürfte es sehr schwer gewesen sein ohne Hilfsmittel (die nicht erhalten sind) den Stein wieder aus dem Loch zu bekommen. Dies ist eine Annahme, nicht zuletzt, da wir nur einen Teil des Verschlusssteins gefunden bzw. identifiziert und aufgehoben haben.

    Verwendungszweck: aktuell sorgt der Ringstein dafür, dass die Brunnenmauer stabilisiert wird. Ähnliche Steine habe ich zuvor nicht gesehen. Es handelt sich definitiv nicht um einen Mühlstein o.ä. da er linsenförmig ist, nicht flach wie ein Mühlstein. Von der Passung und dem generellem Erhaltungszustand wäre es denkbar, dass der Stein extra für diesen Brunnen angefertigt wurde. Zur (möglichen) Historie, Sinn und Zweck des Ringsteins gibt es im nächsten Beitrag (folgt noch) noch ein paar Gedanken.

    Abb. 1: Ringstein Übersicht und Lage:

    Hier sieht man schön wie der Stein liegt. Vorne der Abschlag, davor die erste/zweite? Steinreihe der Trockenmauer, rechts das erwähnte Drainagerohr. Durchmesser so ca. 1,25m, das Mannloch so ca. 45cm.


    Abb. 1b Ringstein leicht andere Ansicht

    Alles schwer erkenntlich, daher nochmals eine leicht andere Ansicht.


    Abb. 2 Detail Lage

    Sehr gut sieht man hier wie der Ringstein aufliegt.


    Abb. 3 Linsenform

    Sehr ungewöhnlich finde ich die Linsenform, deswegen hierfür ein eigenes Foto.


    Abb. 4a und Abb.4b Verschlussstein?


    Hier die Fotos zum mutmaßlichen Verschlussstein.
    Der Verschlussstein ist aus dem gleichen Material wie der Ringstein, aber wohl nicht aus dem gleichen Stück geschlagen wie der Ringstein.

    Über Hinweise, Anmerkungen und Spekulationen würde ich mich jederzeit freuen

    Tobias

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  • modpl
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    • September 13, 2012 at 9:19 PM
    • #12

    Hallo Tobias,

    danke für die schönen Bilder und die detailreiche Beschreibung.

    Nein um einen Mühlenstein handelt es sich wahrlich nicht, aber ein schöner Brunnenabschluss, den ich so noch nicht gesehen habe.

    Bei so einer Brunnenrestaurierung betreibt man ja auch immer ein bischen Archäologie. Manchmal kann man wirklich nur Vermutungen anstellen, denn alles ist nicht überliefert.

    Aber ich sehe du bist mit Leib und Seele dabei.

    Hat es denn im Brunnen, in Bezug auf das mysteriöse Loch Fortschritte gegeben?

  • Tobi2012
    Beginner
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    14
    • September 13, 2012 at 11:52 PM
    • #13

    Fortschritte beim mysteriösen Loch?
    Sorry, hatte ich ganz vergessen. Ja klar die haben wir. Entsprechend deinen Hinweisen haben wir uns einen Bohrer gebastelt (3/4 Zollrohr, 'Zähne' reingeflext) und sanft gedreht. Da es ein Rohr war konnten wir zugleich kräftig spülen. Nach einiger Zeit waren wir im massivem Fels, wie wir am Bohrkern erkennen konnten. D.h. Wir sind am Boden angekommen und das mysteriöse Loch ist jetzt sauber. Wir haben nun stabil knapp 500l am Tag. Ich denke dies passt zu der historisch zu erwartenden (Sommer-)Leistung. Bis auf weiteres dürfte damit das mysteriöse Loch alles mysteriöse verloren haben, es handelt sich um ein Bohrloch um an das unter Druck stehende Grundwasser zu kommen.
    Jetzt gilt es noch das Loch mit einem Filter möglichst dauerhaft durchlässig zu versiegeln. Evtl. werden wir auch noch das zweite Loch reinigen, weil dies noch etwas mehr Wasser geben könnte, mal sehen.
    Mit Leib und Seele dabei, na klar, der Brunnen hat viel zur Klärung der Hausgeschichte beitragen können. Evtl. werden weitere Kommentare aus dem Forum uns noch weitere Hinweise geben, deine Hinweise haben uns jedenfalls bereits viel geholfen.

    LG
    Tobias

  • Trabi
    Benutzer
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    35
    • September 14, 2012 at 10:31 AM
    • #14

    Der Ringstein scheint mir eher eine simple Zementierung zu sein...

  • Tobi2012
    Beginner
    Posts
    14
    • September 15, 2012 at 12:19 AM
    • #15

    Hallo Trabi,

    wir hatten dies zunächst auch angenommen, da dies einerseits nicht unwahrscheinlich wäre und andererseits der Stein so verschmutzt war, dass das Materil nicht erkenntlich war. Wir haben darauf ein Stück des Ringsteins abgeschlagen. Dabei wurde es dann offensichtlich, dass es sich um Sandstein handelt wie er hier vor Ort überall vorkommt. Evtl. würde die Linsenform auch nicht zu Zement passen.

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Brunnenwassertest Komplett

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