Grosse Probleme - Brunnenbau mittels Spuelbohrgeraet

  • Hallo,
    erstmal Glueckwunsch zu diesem gelungenen Forum. Da sich meine persoenlichen Erfahrungen meines letzten (und einzigen) Brunnens auf Jugenderinnerungen beschraenken (Dreifuss und Umlenkrolle - viele Blasen and den Haenden), hat das Forum mich vorab mit vielen wichtigen Informationen versorgt.
    Ich wuerde jedoch gerne vor dem Start meines Brunnenprojektes den Segen der Experten einholen.
    Ich habe gerade ein Spuehlbohrgeraet guenstig erstanden.


    Zu den oertlichen Gegebenheiten habe ich mich bei einem ortsansaessigen Brunnenbohrer erkundigt (der sagte man muesse insgesamt ca. 10 Meter bohren). Der Boden sei weitestgehend Kies mit nicht zu grossen Steinen.


    Meine Frage vorab waere - wenn es mit dem Bohren gut laeuft, sollte man dann gleich ein paar Meter tiefer bohren (z.B. 13 Meter)?


    Ich plane den Brunnen wie folgt aufzubauen:
    Blaues Brunnenrohr DN 80
    1 Meter Sumpfrohr mit Kappe
    3 Meter Filterrohr 0,5mm
    Rest aus blauem Brunnenrohr
    Brunnenkopf
    Grundfos SQ 3-40 Pumpe


    Erscheint dieser Aufbau in meinem Fall sinnvoll? Da bei meinem Bohrgeraet ein Rollenmeissel mit ca. 120 mm beiliegt, frage ich mich ob die Bohrung fuer ein DN 80 Rohr u.U. zu klein sein koennte (ich habe mehrfach gesehen, dass die umlaufende Fielterkiesschuettung mindestens 5 cm sein sollte).


    Da ich den Brunnen an einer bestimmten Stelle bohren moechte, waere ich auch fuer einen Tipp dankbar wie ich eine brauchbare aber dennoch moeglichst kleine Brunnenstube realisieren kann (Stichwort Frost, etc.).


    Vielen Dank schonmal, ich werde dann ueber den Bauverlauf berichten...

  • Bohrmaschine muss mit grosstmoegliche Gewicht belastet werden und Andruckvorrichtung haben.


    Rollenmeissel bohrt viel besser mit grosse Druck.
    Brunne muss nicht flach oder tief gebohrt,aber auf richtige Tiefe angelegt.


    In deinem Fall Filter-Oberkante muss sein mindesent 1 Meter unter Wassrspigel bei Pupen.


    Zum Beispiel,Wasser steht in Ruhe in 4 m,bei Pumpen mit maximale Leistung in 4,8 m.Hier Oberkante des Filters muss auf 5,8 m sein.
    Mit 3 m Filter und 1 M Sumpf muss bis 9,8 m gebohrt,aber bei passender Boden.


    Falls Wasser ist in schlechter Sand oder Lehm angebohrt,muss du bis mindestens fein-mittelsandiger Gemisch weiter gehen.


    Ab Anfang gutes Wasserleiter soll noch 4-5 m gemacht.

  • Hallo Rammbrunnen, habe noch nie eine Bentonit Spuelung angesetzt. Ich habe das Bohrgeraet bei jemandem erstanden, der damit 2 Brunnen gebohrt hatte (10 und 19 Meter). Er hatte einfach mit Wasser gespuelt. Keine Ahnung ob er keinen Sandhaltigen Boden hatte, aber er meinte das Bohrloch war extrem stabil und er konnte das Brunnenrohr einfach herablassen.


    Einen Stufenmeissel habe ich noch nicht (war keiner dabei), muesste mich mal danach umschauen habe bislang noch keinen gefunden. Ist denn der Rollenmeissel gaenzlich ungeeignet oder lediglich "overkill"?


    Da ich bislang keinen Handel fuer Brunnenbauzubehoer vor Ort gefunden habe, wollte ich das Material vorab bestellen. Ansonsten laegen zwischen Bohrung und Lieferung des Filterrohres 3-4 Tage. Vielleicht bestelle ich vorab unterschiedliches Filterrohr...

  • Hallo,
    gestern war es nach mehreren Verzoegerungen soweit. Mit 170er Stufenmeissel am Suelbohrgeraet ging es los. Die ersten 2 Meter gingen runter wir in Butter, doch dann war erstmal Schluss.
    Also Bohrgestaenge wieder rausgezogen und Ursache gesucht. Im unteren Rohr stand 1 Meter gepresster Sand, der den Wasserfluss bremste. Also ausgespuelt und weiter ging es.


    Der Bohrer arbeitete sich danach wunderbar weiter vorwaerts. Bis ca. 4,5 Meter trat oben aus dem Bohrloch das sandige Bohrgut mit dem ausgeschwemmten Wasser aus. Dieser Austritt hoerte jedoch dann auf, es kam kein Wasser mehr von oben aus dem Loch. Man konnte man an der Wasseruhr sehen, dass unten am Bohrer weiterhin das Wasser ungebremst austrat. Da der Bohrer prima weiterlief, hatten wir uns (dummerweise) keine allzu grossen Gedanken ueber diesen Sachverhalt gemacht. Wir gingen davon aus, dass das Bohrgut unten im Loch irgendwie vrdichtet wird und das Wasser vom sandigen Untergrund aufgenommen wird.


    Unsere Freude war gross als es einigermassen zuegig (wenige Zwischenstopps bei Steinen, etc) weiterging. Dann kam es dick - zu unserem Erschrecken (mittlerweile auf 9 Meter) stellten wir fest, dass wir das Bohrgestaenge nun nicht mehr ziehen koennen. Anscheinend wurde das sandige Bohrgut durch die Spuelung zwar ueber den Bohrer nach oben gespuelt, hat sich aber wieder im Loch (also ueber dem Bohrer) abgesetzt. Nun steht wohl eine Sandsaeule von mehreren Metern ueber dem Bohrer. :cry:


    Wir denken nun darueber nach mit einem vorhandenen kleinen Bohrer am Gestaenge entlang den abgesetzten Sand auszupumpen und so alles wieder zu "befreien".


    Gibt es eine Pumpe mit der man den mit Wasser aufgeschwemmten Sand in einem solchen Szenario abpumpen kann? Ich habe einmal gehoert es gibt sehr erschwingliche "russische" Kiespumpen, die fuer so etwas geeignet sind. Wenn ja, wo bekommt man so etwas kuzfristig?


    Hat jemand einen anderen Rat was zu tun ist? Wichtig waere auch generell zu wissen was wir falsch gemacht haben. Sollten wir unseren Meissel und das Gestaenge tatsaechlich retten koennen moechten wir es bei einem weiteren Anlauf natuerlich besser machen...


    Vielen Dank erstmal....

  • Vielen Dank, ich werde versuchen einen entsprechend kraeftigen Flaschenzug zu organisieren.
    Sollten wir den Bohrer bergen koennen, waere auch eine Bentonit Spuelung geeignet? Das Bohren an sich lief ja eigentlich reibungslos. Wenn ja, welches Mischverhaeltnis sollte man fuer sehr sandigen Boden waehlen?


    Gruss, Hitman

  • Mann, mann, mann,


    Rammbrunnen hat doch gesagt, dass man mit einer Bentonitlösung spült und nicht mit Wasser!!!


    :shock:


    Die russische Pumpe die Du meinst ist von der Art her eine Aquamarathonpumpe, die Du aber nicht an Deinem Gestänge vorbringen kannst, das kannst Du also vergessen. Eine Sandverträgliche Saugpumpe wäre vielleicht eine Rettung, falls Du es mit dem Kettenzug (schafft gewöhnlicherweise 1000 kg) nicht schaffen solltest.


    Letzte Rettung wäre eine Kiespumpe (mit Kolben)mit einem Außendurchmesser von nur 60mm. Weiß aber nicht, wos die in der Größe gibt.


    Viel Glück noch


    Michel

  • Moin,


    so wie es aussieht, hast Du 2 Probleme.


    Das erste ist die Spülung. Hier arbeitet man wie schon geschrieben mit Spülzusätzen, meistens mit Bentonit und Antisol. Beides zusammen sorgt für einen Filterkuchen, der die Bohrlochwand stabilisiert.


    Wichtig hierbei ist auch das Klarspülen nach Einbau der Brunnenrohre, Sprich über einen Spülkopf wird Wasser von oben in das Brunnenrohr gepumpt, das aus den Filterschlitzen wieder austritt und die Bohrlochwand von den Spülzusätzen befreit.


    Das 2. Problem ist Deine Pumpe. Wenn ich lese, das deine Bohrrohre mit Sand verstopft waren und danach auch kein Bohrgut mehr hochkam, heist das, deine Pumpe ist zu schwach. Was für eine nutzt du denn da? Die Pumpe sollte schon eine Fördermenge von bis zu 60000 Litern die Stunde haben, um das Bohrgut auszuspülen.


    Ich hab denselben Fehler bei meiner ersten Spülbohrung gemacht. Habs mit nem normalen Hauswasserwerk versucht. Ab 10 Metern kam nix mehr hoch. Dann sollte man sofort aufhören, ansonsten sieht man seinen bohrer nicht wieder, wie du ja gemerkt hast.


    Wenn du nur einen Brunnen bohren willst, tuts auch ne preiswerte Motorpumpe aus dem bekannten Auktionshaus, die gibts da für unter 200 Euro. Eine Bohrung halten die schon durch.


    Gruß, Stephan

Brunnen selber bauen