Brunnenstube - wie bau ich sie richtig und wasserdicht?

  • Einige kennen evtl. meinen alten Beitrag (siehe Link unten). Der Brunnen ist gebohrt, das Rohr steht drin, jetzt brauch ich aber eine Brunnenstube, deswegen ein neuer Beitrag da es sicherlich auch andere interessiert und man das Thema mehr auf die Brunnenstube konzentrieren sollte.



    Meine Situation: der Brunnen ist gebohrt, das Rohr steckt drin, ich habe drückendes Wasser also steht das Wasser im Rohr bei 20cm über Oberkante Boden. Ich benötige daher noch vor dem nächsten Winter eine wasserdichte Brunnenstube, die absolut Wasserdicht sein muss, da wir einen sehr hohen Grundwasserspiegel haben.


    Es soll günstig sein aber gut, und ich möchte das soweit es geht selbst machen. Ich tendiere mehr zu einer 1 Meter tiefen, rechteckigen Stube, ca. 60cm x 60cm. Die Stromzufuhr erfolgt seitlich aus der Garage in ca. 80cm tiefe (leeres Rohr verlegen um evtl. zusätzliche Leitungen verlegen zu können).


    Ich habe schon einige Brunnenstuben gesehen aber leider war keiner dabei der auch nach unten hin dicht ist.
    Hat jemand Erfahrungen und evtl. ein paar Bilder und Vorschläge?



    hier das alte Tema: http://www.brunnenbau-forum.de…dem-gestein-moeglich.html


    Ort: 32049 Herford
    Bohrbrunnen 20m | 5" gebohrt, 3" Rohr


    1m Sumpfrohr unten geschlossen mit Plastikdeckel
    6m Filterrohr Schlitzweite 0,3mm
    13m Brunnenrohr
    Kiesschüttung
    abgesenkter Wasserstand bei 2,4qm³/h bei 8m unter Geländeoberkante


    Tiefbrunnenpumpe: Grundfos SQ 2-55, gemessene Fördermenge 3,6qm³/h
    Druckbehälter: Reflex refix DE 18L 4-10 bar (zu klein)

  • Hei,


    also wenn ich so ein "Sicherheitsrisiko" wie einen artesischen Brunnen hätte, dann würde ich den folgendermaßen verbauen:
    (Ich hab nur Maschinenbau-Erfahrung, keine Brunnenerfahrung!)


    Als Brunnenstube einen Fertigbeton-Pumpensumpf passender Größe nehmen.
    Da eine Kernlochbohrung rein und den Pumpensumpf über das Brunnenrohr.
    Die Bohrung sauber abdichten (z.b. mit Brunnenschaum, Kermperol oder irgendwas dauerhaft flexibles...)


    In diesen Pumpensumpf würde ich einen Leckmelder einbauen. Evtl. sogar eine Notfallpumpe.
    Auf jeden Fall ein/zwei 100W Glühbirnen. Wenn dann der Pumpensumpf ein bisschen isoliert ist, dann kann man ihn im Notfall mit diesen zwei Glühbirnen nicht nur beleuchten, sondern auch über 0°C halten. (Energiesparlampe wäre hier falsch LOL)


    Nun muss noch das Brunnenrohr selbst gegen aufsteigendes Wasser abgedichtet werden.
    Dazu würde ich eine ca. 5cm dicke Gummiplatte nehmen. Kreisrund im Durchmesser so groß wie der Innendurchmesser des Brunnenrohres.
    In die Gummiplatte kommt ein Loch für das Saugrohr. Unter und über die Gummiplatte kommt eine Scheibe aus V4A, die man mit 3 oder mehr Schrauben zusammenpressen kann. Das dichtet dann alles sauber ab. Solche "Dichtsysteme" gibts z.B. für Kernlochbohren bei Mauerdurchführungen. Vielleicht findet sich da sogar eine passende Größe.


    Dann solltest Du Dir noch Gedanken über eine frostsichere Verlegung der Rohre machen.
    Diese entweder tief genug in die Erde oder mit einer Rohrbegleitheizung versehen...



    Viel Spaß bei der Arbeit! ;)



    Grüße,


    Tom

    Ich habe "nur" zwei Betronringsickerschächte mit viel Wasser darin.
    Geplant ist auf jeden Fall noch ein ordentlicher Bohrbrunnen (ca. 12m tief, durch eine Lehmschicht in ca. 3m Tiefe), da mir die Wasserqualität der Sickerschächte nicht ausreichend sicher ist.

  • Danke Tom, deine Antwort hört sich so garnicht nach Maschinenbauer an :)


    Irgendwie scheint mir dein Vorschlag mit dem Pumpensumpf "oversized" an. Gibt es da nichts "günstigeres" für private Brunnen-Nutzer? Habe da was von einem Gemisch gehört hier im Forum, den man dem Beton anmischen kann und so eine wasserdichte Stube selbst betonieren kann.
    Zu dem Verschluss des Rohres kann ich folgenden Hersteller empfehlen, die bauen auch nach Maß RABENEICK - Wanddurchfhrungen, Bielefeld


    Wozu die 100Watt Glühbirne? Die Stube ist doch bei 1 Meter Tiefe frostsicher!? Ich möchte doch kein Warmwasser fördern LOL


    Danke
    watcherkb

    Ort: 32049 Herford
    Bohrbrunnen 20m | 5" gebohrt, 3" Rohr


    1m Sumpfrohr unten geschlossen mit Plastikdeckel
    6m Filterrohr Schlitzweite 0,3mm
    13m Brunnenrohr
    Kiesschüttung
    abgesenkter Wasserstand bei 2,4qm³/h bei 8m unter Geländeoberkante


    Tiefbrunnenpumpe: Grundfos SQ 2-55, gemessene Fördermenge 3,6qm³/h
    Druckbehälter: Reflex refix DE 18L 4-10 bar (zu klein)

  • Wozu die 100Watt Glühbirne? Die Stube ist doch bei 1 Meter Tiefe frostsicher!? Ich möchte doch kein Warmwasser fördern LOL


    Hei,


    bei einem Meter ist etwas (in unseren Breitengraden) nur frostsicher, wenn geschlossener Boden darüber ist.
    Du wirst ja nicht 1m Erde über deine Brunnenstube schütten, sondern irgendwo einen Zugang haben?
    Das ist dann natürlich eine erhebliche Wärmebrücke...


    Dem Beton wird normalerweise "Stahl" beigemischt. ;)
    Für wasserdichten Beton etwas mehr davon. Dadurch wird erreicht, dass mehrere aber dafür kleinere Risse entstehen.
    Diese sind dann nicht so tief und der Beton wird wasserdicht. (Nicht dampfdicht...)
    Ich werde einen Betonschachtring benutzen, den über das Brunnenrohr stellen und einen Betonboden einbauen.
    Wenn Du betonieren kannst, dann kannst Du das natürlich versuchen. Allerdings wäre ich bei einem Arteser sehr vorsichtig.
    Da ist schnell mal was ordentlich unter Wasser gesetzt. Wie sagte mein Opa immer: Dem Feuer kann man davonlaufen, Wasser nicht!


    Was ich noch vergessen habe: Du musst auch sicherstellen, dass sich am Brunnenrohr außen kein Wasser hochdrücken kann!
    Habe aber keine Idee, wie das gemacht wird. Mit viel Ton oder so könnte ich mir vorstellen.



    Grüße,


    Tom

    Ich habe "nur" zwei Betronringsickerschächte mit viel Wasser darin.
    Geplant ist auf jeden Fall noch ein ordentlicher Bohrbrunnen (ca. 12m tief, durch eine Lehmschicht in ca. 3m Tiefe), da mir die Wasserqualität der Sickerschächte nicht ausreichend sicher ist.

  • Moin,


    die Brunnenstube kannst du ja selbst aus Fertigbeton unter zuhilfenahme einer verlorenen Verschalung gießen( so habe ich meine Zisterne gebaut).


    Wichtigster Bestandteil ist aber auf deinem Brunnenrohr ein druckwasserdichter Brunnenkopf, welcher widerum in einer auftriebsgesicherten Grundplatte verankert und eingedichtet ist. ( sollte ein Brunnenbauer machen)


    [Blocked Image: http://up.picr.de/15214297to.jpg]
    Quelle: Erich Bieske

  • Hi Plunschmeister,


    sowas in der Art hatte ich mir auch vorgestellt.


    Was soll denn das Sperrrohr für eine Funktion haben?


    Die Überlaufleitung ist vermutlich dafür da damit das Wasser nicht seitlich am Rohr hochdrückt? Diese Leitung müsste ich dann auch frostfest in den Abflusskanal verlegen, oder?


    Und wird die Betonplatte zuerst und danach die Seitenwände gegossen, oder besser alles zusammen?


    Danke

    Ort: 32049 Herford
    Bohrbrunnen 20m | 5" gebohrt, 3" Rohr


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    6m Filterrohr Schlitzweite 0,3mm
    13m Brunnenrohr
    Kiesschüttung
    abgesenkter Wasserstand bei 2,4qm³/h bei 8m unter Geländeoberkante


    Tiefbrunnenpumpe: Grundfos SQ 2-55, gemessene Fördermenge 3,6qm³/h
    Druckbehälter: Reflex refix DE 18L 4-10 bar (zu klein)

  • Moin,

    Quote

    Was soll denn das Sperrrohr für eine Funktion haben?


    Das Sperrohr kann u.U. ein Bohrrohr sein, welches in der Bohrung verblieben ist, es sitzt im Stauer und wurde am Fuße zementiert, der Ringraum verpresst. Praktisch wird der 1.Grundwasserleiter abgedichtet.

    Quote

    Die Überlaufleitung ist vermutlich dafür da damit das Wasser nicht seitlich am Rohr hochdrückt? Diese Leitung müsste ich dann auch frostfest in den Abflusskanal verlegen, oder?


    Ja du kannst dem Arteser den Druck nehmen.

    Quote

    Und wird die Betonplatte zuerst und danach die Seitenwände gegossen, oder besser alles zusammen?


    Erst die Platte.

  • So, hatte es leider letztes Jahr nicht mehr geschafft eine Stube zu bauen. Dieses Jahr klappt es hoffentlich.


    Ein paar Fragen habe ich noch:
    Der Brunnenkopf muss ja dicht sein, damit kein Wasser rein kann. Oder in meinem Fall darf kein Wasser raus da sonst die Stube voll läuft. Entsteht beim Bewässern kein Unterdruck in dem Brunnenrohr? Das Wasser senkt sich schließlich ab und durch den dichten Kopf kann keine Luft nachströmen. In meinem Fall würde die Überlaufleitung als "Druckausgleichs-Rohr" dienen, aber was ist bei den Stuben die keinen Überlauf Haben?


    Nächste Frage bezieht sich auf die Stube. Laut Google sind die Ausführungen so, dass die Stubenoberkante min. 30cm über Boden sein sollte damit kein Schnee oder Oberflächenwasser eindringen kann. Eine Belüftung sollte die Stube auch haben. Macht man das wirklich so? Oder ist das eher im professionellen Bereich angebracht?
    Dazu habe ich eine interessante PDF-Datei gefunden. Link

    Ort: 32049 Herford
    Bohrbrunnen 20m | 5" gebohrt, 3" Rohr


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    13m Brunnenrohr
    Kiesschüttung
    abgesenkter Wasserstand bei 2,4qm³/h bei 8m unter Geländeoberkante


    Tiefbrunnenpumpe: Grundfos SQ 2-55, gemessene Fördermenge 3,6qm³/h
    Druckbehälter: Reflex refix DE 18L 4-10 bar (zu klein)

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