? Brunnen für Wärmepumpe --- Schlagbrunnen oder Bohrbrunnen?

  • Wende mich hilfesuchend an dieses Forum.


    Ich habe einen professionenellen (?) Brunnenbauer beauftragt einen 12m tiefen Brunnen (DN 115) für meine Wärmepumpe zu bauen.



    Nun hab ich im Ausschreibungstext angegeben, dass ich ihn gebohrt haben möchte, da ich gehört habe, dass dies gerade für Wärmepumpen taugliche Brunnen die bessere Variante ist.



    Nun will der Brunnenbauer den Brunnen schlagen!



    Seine Argumente: es kostet gleich viel, es ist bei schottrigem Boden die bodenschonendere Variante und der Brunnen ist GLEICH GUT wie ein Bohrbrunnen.



    :?: Was ist davon zu halten? Ich zweifle etwas daran, dass ein geschlagener Brunnen für eine Wärmepumpe, die zuverlässig und viel Wasser fördern muss, ausreichend ist.

  • Hallo Lilai,


    das denke ich auch. Bohrbrunnen ist schon besser, aber ich verstehe nicht ganz, wie er darauf kommt, dass ein Schlagbrunnen genausoviel kostet, wie ein Bohrbrunnen? Aber wenn bei ihm so ist, dann würde ich auf einen Bohrbrunnen bestehen, ganz klar! Spart Dir bares Geld...


    Gruß Michel

  • Danke mal für eure Antworten
    :)



    Was ist falsch an einem 12m tiefen Brunnen für eine Wasser/Wasser Wärmepumpe? Das Wasser steht bei ca 8m, hat 12°C und ist somit bestens geeignet für die Wärmepumpe.


    Aber zurück zum Thema:
    Der Schlagbrunnen mit DN 115 kann anscheinend genauso aufgebaut werden wie ein Bohrbrunnen. Mit Kies, Blindrohr unten, ...
    Es würde keinen Unterschied machen, außer, dass durch das Schlagen der Schotterboden nicht so aufgewühlt wird und kompakter bleibt.


    Die Rohre werden ineinander verschraubt und - wie auch immer - in die Erde befördert.


    Zumindest behauptet das der Brunnenbauer.




    Jetzt frag ich mich, ists wirklich besser den Brunnen zu schlagen, oder will er sich nur Arbeit sparen.


    Oder ist es bei schottrigem Boden sowieso nicht möglich einen Brunnen zu bohren, weil alles wieder zusammenfällt?

  • Hallo lilai,


    unter Schlagbrunnen werden nicht nur Rammbrunnen verstanden,
    es gibt noch eine alte Methode des Bohrens, die hat man auch als Schlagbrunnen bezeichnet. Das Verfahren heißt offiziell Seilschlagfreifallbohren. Ist ein echter Bohrbrunnen!


    LG hasso

  • So eine Frage noch oder eigentlich zwei oder eher 3:




    Wie bekommt der Brunnenbauer bei einem geschlagenen Brunen die Kiesschicht unten rein?



    Kann er unten ein Blindrohr setzen oder geht das bei der geschlagenen Version des Brunnens nicht.



    Kann er einen Schlagbrunnen mit PE Rohren bauen? Oder muss er da metallener Rohre nehmen. Wie schauts dabei mit der Haltbarkeit aus?

  • Hallo lilai,
    die sogenannten Schlagbrunnen gehören zu den Trockenbohrverfahren.
    D.h. die Bohrung wird mit Schutzrohren niedergebracht, entweder bis fester Boden kommt oder bis zum Ende der Bohrung. Kies wird mit einer sogenannten Kiespumpe = Schlammbüchse mit Kolben= vorauseilend entfernt, dann werden die Schutzrohre nachgesetzt. In die Schutzrohre werden Filter- und Aufsatzrohre hängend eingebaut, der verbleibende Ringraum wird mit Filterkies passender Körnung verbaut.
    Die Schutzrohre werden abschnittsweise dabei gezogen.
    Was verstehst Du bitte unter Blindrohr?
    Brunnen werden mit PVC Rohren ausgebaut >> PVCU nach DIN<<, nix PE Rohre, die nimmt man für Steigleitungen von der Pumpe nach oben.
    LG hasso

  • Deine Fragen sind die Zweitrangig, die richtige Frage ist
    warum nur ein Brunnen? Eigendlich brauchst du 2 Brunnen: einen Förderbrunnen zur Förderung und einen 2. Brunnen zum Ableiten des Wassers in das Grundwasser zurück. Anders bekommst du normalerweise keine Genehmigung bekommen. Du musst bei einer Wasser/Wasser Wärmepumpe normalerweise das Wasser bis auf die Temperaturänderung unverändert in die selbe Wasserschicht zurückleiten, aus der du förderst.
    Die Problematik ist der Schluckbrunnen: da in DE fast überall das Wasser eisenhaltig ist, wird deine Wärmepumpe und dein Schluckbrunnen nach mehr oder weniger kurzer Zeit durch Verockerung ausfallen.
    Ansonsten sollte dir die Bauweise ersteinmal egal sein. Lass dir vom Brunnenbauer die benötigte Wassermenge (ggf kleinen Angstzuschlag) garantieren. Vesuch auch, möglichst im Vorfeld halbwegs genaue Daten zum Eisen und Mangangehalt deines Wassers zu erhalten und entscheide erst danach, ob W/W Wärmepumpe überhaupt sinnvoll und ökonomisch zu betreiben ist.

  • elelom:



    wir haben bereits die wasserrechtliche Genehmigung und in unserer Gegend werden WP-Brunnen mit Sicherschacht als Ableitung genehmigt und so gebaut. Ein 3,5m tiefer Sickerschacht nimmt das Wasser wieder auf.



    Wegen der Wasseranalyse: unser direkter Nachbar und ca. 100 andere in der Gemeinde betreiben tw. schon seit 20 Jahren Wärmepumen (hab auch nicht gewusst, dass es diese schon so lang gibt) und diese Anlagen laufen problemlos.


    Von daher haben wir uns eine Wasseranalyse erspart.




    Zurück zur Grundproblematik:
    wir haben jetzt einen anderen Brunnenbauer beauftragt. Dieser, wie auch der Gutachter vom Land, sind einer Meinung, dass der Brunnen gebohrt gehört und als geschlagener eher versanden würde.





    Achja: Österreich
    :wink:

  • Das du in Östereich bist, wusste ich nicht. In DE würdest du soetwas wahrscheinlich nicht so ohne weiteres genemigt bekommen.
    Meine persönliche Meinung: Immer ein gebohrter Brunnen. Dort kann man anhand des geförderten Bohrgut relativ genau die Bodenbeschaffenheit um den Filter begutachten. Beim geschlagenen Brunnen musst du dich meines Wissens auf die Aussagen von Nachbarn etc. verlassen. Wenn der Brunnenbauer auch noch den gleichen Preis dafür anbietet, würde sich für mich die Frage nicht stellen.

Brunnen selber bauen