Wieso nehmen so viele zu breite Filterschlitze?

  • Hi!


    Wenn ich so lese habe ja viele Probleme mit Sandeintrag.
    Nicht grade wenige haben nicht die kleinstmöglichen Filterschlitze genommen.


    Ich frage mich wieso!


    Ein 125 Filterrohr hat mit 0,3er Schlitzen auf 1m Meter immer noch eine Durchlässigkeit von 2m³ pro Stunde. Die meisten verwenden 2-3m also 4-6m³. Das ist doch schon mehr als genügend für Gartenbrunnen.


    Nach dem was ich bisher so laß, ist der höchste Widerstand für das Wasser sowieso das Erdreich und nicht der Filter.



    Ich würde am liebsten auch 0,2 bis 0,3 nehmen für meinen WP-Brunnen. Bei dem geplanten Ausbau mit 150 (oder 175) fängt es leider erst bei 0,5 an. Bei 200 sogar erst mit 0,75.



    Ich dachte erst, breitere Schlitze = mehr Platz/Zeit für die Verockerung bis der Brunnen dicht ist. Irgendwo laß ich nun aber, dass je höher die fließgeschwindigkeit durch breite Schlitze ausfällt um so schneller beginnt die Verockerung.


    PS: Ist bei den verschiedenen Schlitzweiten die Schlitzzahl identisch oder auch verschieden?

  • Hi Stefan,


    das Problem ist, dass Du diese 2m3/h nicht im Sand auch wirklich ziehen kannst. Diese Werte stellen meines Erachtens den optimal-Zustand dar, also Filterrohr im Wasser stehend.
    Sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich meine es, so mal gehört zu haben.
    Für mich wird das auch mal interessant werden, da ich nur einen 1,20m Wasserleiter habe und nicht so riesig bohren kann (hatte schonmal erfolglos mit 170mm-Bohrer gebohrt)
    Denn dazu bräuchte ich einen 280er- und einen 240er-Handbohrer (optimalerweise) und dazu 9m 250er KG-Rohr (kostenlos natürlich hahaha) - aber woher krieg ich das alles? Mario, würde die Bohrer mir zwar machen, aber da kann ich knapp 250€ löhnen. Na danke! Und das KG-Rohr kostet auch nochmal mindesten 150€uronen... :-(
    Dann erst könnte ich nämlich erst mein 150er-Brunnenrohr durch die Lehm- und dann die Tonschicht bringen... <buh>


    Die Schlitzzahl ist verschieden.
    Weitere Infos findest Du hier:


    http://www.der-brunnen.de/bohr…lterrohre/filterrohre.htm

  • Die verschiedenen Filterschlitzweiten sind dazu da um den Filtereintrittswiderstand so gering wie möglich zu halten,
    filtern tut grundsätzlich der Filterkies nicht etwa das Brunnenfilterrohr selber.
    Der Filterkies wird immer gröber gewählt als die angetroffene Schicht, das Unterkorn wird dabei nicht berücksichtigt, darum kann man auch bei Feinsand durchaus 0,5 Schlitzweite nehmen da man 1-2 schütten würde.
    Zu fein gewählte Schlitzung und Schüttung, sogenannte "angstschüttung" führen schnell zu Kolmationen und können die Ergiebigkeit des Brunnen auch bei hervorragenden wasserführenden Schichten stark verschlechtern.


    Lg (:

  • Nein der Filterkies ist eben nicht direkt dicht da er das Korn zurückhalten soll und so größtmöglichen porenraum schafft, wenn er den Feinsand durchlässt dann verkeilt der sich vor dem Filterrohr was bis zur verstopfung (kolmation) führen kann, klar kommt dann immernoch irgendwie irgendwo wasser durch und für den kleinbrunnenbau immernoch genug aber grundsätzlich filtert der kies und nicht das Brunnenfilterrohr selbst.
    Ich möchte hier niemanden angreifen oder sonstetwas, letztendlich baut jeder seinen brunnen wie er möchte.


    Lg

  • Hi Rammbrunnen, bei richtig "feinem Feinsand hilft auch der Feinsandfilter nicht. Ich hatte schon Kunden u.a. viele Brunnenbauer - -die sind verzweifelt am Feinsand. In manchen Fällen war ein Brunnenbau in bestimmten Regionen nicht möglich. Es war immer wieder mit Sandeintrag (fast Schlammeintrag) zu rechnen. Den konnte man mit dem feinsten Filterkies nicht stoppen.
    gruß marg

  • Kann da Rammbrunnen nur Recht geben:


    die Filterschlitzbreite richtet sich nach den Bodenverhältnissen, in die der Filter gesetzt werden soll.
    Eine Filterkiesschüttung verbessert den Wassereintritt in den Brunnen, sprich Filterkies macht den Boden durchlässiger durch Verbesserung der Fließdynamik.
    Filterkies hält einen bestimmten Durchmesser an Teilchen zurück, ein anderer Durchmesser von Bodenteilchen soll aber eben diesen Filterkies passieren, aber auch gleichzeitig die Filterschlitze, um in den Brunnen einzudringen. Dadurch ist gewärleistet, das sich die Filterschlitze nicht zusetzen.
    Eine Filterkiesschüttung erhöht das Fassungsvermögen des Brunnens, wenn die Bohrung deutlich größer ausgeführt wird als der Durchmesser des Brunnenrohres das eingestellt wird.


    Bei Feinsanden hilft auch kein Filterkies, in Feinsanden setzt man keinen Filter ab, man bohrt tiefer.
    gruss
    plunschmeister

  • Also nur zum verständnis, ich bin durch zufall auf dieses forum gestossen und wollte beim durchstöbern nur die sache klar stellen.
    Ich bin gelernter Brunnenbauer mit qualifikation Bohrgeräteführer.
    Wenn ich nicht mit geothermischen Bohrungen beschäftigt bin, 3-5 Brunnen die Woche, samstage nicht mitgezählt :).
    Spülbrunnen setze ich auch im Feinsand ab und bekomme sie 100% Sandfrei, nicht umsonst geben wir 15 jahre garantie auf unsere brunnen.
    Bei Feinsand schüttet man 0,7-1,2 oder 1-2, das unterkorn passiert dadurch denn Filtersand und das Filterrohr und der Rest wird zurückgehalten, dadurch bleiben die Filtersandporen und die Filterschlitze frei.
    Das ist Grundwissen, nicht umsonst haben so viele selbstbohrer Probleme mit Sandeintrag, ein Brunnen der Sand führt ist in meinen augen kein Brunnen.


    Bei Bohrbrunnen spielt das Volumen sowieso keine Rolle sondern der zufluss, bei schachtbrunnen rumgedreht.


    Im Enddefekt kommt doch aus fast jedem Brunnen irgendwie Wasser nur meist alles andere als optimal.


    Und das Brunnenbau in manchen Regionen nicht möglich ist da würden sich manche echt die Häne über dem Kopf zusammenschlagen, sollten die Menschen dort alle verdursten?


    Lg

  • Grundwissen ist eigentlich, das man Normalerweise einen Brunnen nicht in Feinsand abteuft.
    Feinsand hat eine Korngröße von 0.06-0,2mm, hier hilft selbst eine differenzierte Schüttung nichts.
    Bei deiner Wahl der Korngrösse würde der Brunnen außer Sand auch ein bischen Wasser fördern.
    Es ist Richtig, dass das Volumen beim Bohrbrunnen keine Rolle spielt, bei einem brunnen im Feinsand ist das jedoch anders. Hier wählt man u.a. einen größeren Rohrdurchmesser oder erhöht die Filterstrecke von 1-2m auf 3-4m.
    In jedem Fall ist und bleibt es eine Notlösung.
    Abschließen sei zu erwähnen, dass ein qualifizierter Brunnenbauer so einen Brunnen nicht bauen würde!
    gruss
    plunschmeister

  • Darum leidet der Berufszweig weil so großer Quatsch unterwegs ist, Regionenweise hat man bei uns bis 100m nur Feinsand und Ton und Kohleton/schluff, mit langer Filterstrecke und der optimalten Schüttung beste Brunnen.
    ja eine Teufendifferenzierte Schüttung hilft nur was bei verschieden angetroffen schichten im Gleichen Wasserleiter, du meist eine doppelte kiesschüttung.


    Und gegen Erfahrung kann man nichts sagen, Brunnen bekommt man IMMER 100% Sandfrei auch wenn manchmal verschiedene Verfahren dazu notwendig sind.


    Es wäre ja fatal wenn man schöne Feinsandschichten die Eisenfrei sind nicht ausbauen würde und anstatt vielleicht eine gröbere schicht weiter unten die eisen führt.Das nur als Beispiel.


    Lg

  • Hallo feingeist,


    ich habe ein problem.habe in mein kg rohr 150mm wohl zu breite schlitze gemacht.
    das rohr läuft immer wieder mit sand zu.bin etwa 9m tief und habe 2,5m wasserstand.
    was kann ich tun um keinen sand mit der pumpe zu ziehen?
    ich hatte mir gedacht,ein 125mm rohr reinzumachen und schmalere schlitze rein.das problem ist nämlich,ich bekomme die rohre nicht mehr heraus.
    oder hat ein anderer einen guten tip???
    könnt mir auch eine mail als antwort schreiben.
    sascha.klares@gmx.de


    gruß sascha


  • Hallo Leute
    Kann Diesem,und im Besonderen das mit dem 'Quatsch'
    nur beipflichten. Es wird eine ganze Menge Mist im Umlauf gebracht. Wofür habe ich drei Jahre gelernt,wenn Brunnenbau so einfach ist. Geologie ist nicht berechenbar. Und wenn man meint ich nehm jetzt mal ein KG-Rohr und plunsch das mal eben in die Erde, der wird wohl schnell erfahren,wo Grenzen von Material und Muskelkraft gesetzt sind.Der Freigeist spricht mir da schon gut aus der Seele.
    LG Euer Lü

  • Wie bekommt man nun einen Brunnen im Schluff frei von den mitgeführten feinen Schluffteilchen? oder muss man die einfach akzeptieren und hochpumpen und dort in einem Fass absetzen lassen? Ich habe 350 mm Bohrbrunnen (Spülbohrung) mit Filterkiesschüttung und 125 mm Rohr mit langer Filterstrecke. Sand kommt keiner, nur extrem feine Schluffteilchen, die kein Filterkies zurückhalten kann.

  • Das Thema ist zwar schon sehr alt, aber ich wollte dennoch in eigener Sache nachhaken. Wir planen einen Brunnen und wissen aus eigenen Bohrungen in unserem Lehmboden, dass auf ca. 4 m bis mindestens 8 m eine ordentliche Lage Schichtenwasser (Auf Grundwasser brauchen wir nicht hoffen, das liegt in weit mehr als 60 m Tiefe) kommt.


    Nun wollte ich mit einem 250 mm Erdbohrer auf 8 m Tiefe bohren, anschließend eine 2 m Filterstrecke mittels KG Filterrohr in DN 160 mit einer Schlitzweite von 0,5 mm und einem Schlitzabstand von 5 mm verbauen und das Ganze dann schlussendlich mit Filterkies in 0,71 - 1,25 mm aufzuschütten.


    Fördern möchte ich dann anschließend mit einer 2700 l/h Tiefbrunnenpumpe.


    Haltet ihr mein Vorhaben für möglich oder ist das eurer Meinung nach völliger Blödsinn?!?


    Gruß


    Martin


Brunnen selber bauen