Brunnen mit Bauhaus Leih Brunnenbohrer

  • Animiert durch bohrfischs amüsanten und interessanten Erfahrungsbericht, teile ich hier mal meine Bohrgeschichte - und hab ein paar Fragen....


    Nachdem ich schon seit längerem von einem Brunnen träume und wir derzeit den Garten wie blöd mit mühevoll enthärtetem (sic!) Trinkwasser giessen, habe ich beschlossen dass die Sache jetzt konkret werden muss.


    Als dann googlen nach Leihgeräten auch noch was ausspuckte, war der Beschluss "wann wenn nicht jetzt".


    Bahaus bietet einen potenten 10m Hydraulik-Brunnebohrer mit Aufzug...



    Gleich gehts weiter

  • ...die Randbedingungen:
    Mannheim-Nord
    Boden:
    - Humusschicht
    - Sand, Sand, Sand


    Mein Boden:
    - dünne Humusschicht
    - Bauschutt (Dank an den Gartenbauer)
    - Sand, Sand, Sand


    Wasser wird in ca. 8 m erwartet (Nachbarerfahrung)


    Also der Gerät reserviert - und zwar in Speyer, weil das der Ludwigshafener nur noch 5m kann.


    Heute Morgen gings los. Maschine abgeholt (Bauhaus Anhänger...), bissl langwierig, keine Anleitung (egal, Schwaben können alles, ausser Hochdeutsch).


    Vor Ort dann Bohrturm errichtet, sprich das Gerät in die Vertikale gebracht. Gut ist die kleine benötigte Fläche, ich konnte mein Loch schon ca. 20 cm neben dem Gartenhäuschen beginnen.
    Der Benzinmotor ging nach ettlichem Zerren dann auch an - nachdem ich noch einen verstecken ON-OFF-Schalten gefunden hatte (Anleitung.....).
    So schonmal defintiv geiles Gerät. Hydraulisch Bohrkopf hoch-runter und rechts-linkslauf des Bohrers. 6 PS lassen auch kein Leistungsproblem befürchten.
    Erstem Bohrer drauf und ab gehts.
    Meine Bauschuttschicht war schnell erreicht, es ruckelt und wackelt, ein paarmal musste man vorwärts-rückwärts-rein-raus, dann war ich dank Hartmetallmeisseln am Bohrkopf da durch und es kam der Sand.
    Der erste Meter Bohrer war schnell verschwunden, also Kopf abkoppeln (bissl ein Gedengel mit dem Feistel, bis sich der Konus wieder löst), hochfahren, nächste Meter-Bohrstange dran.
    Hier natürlich den Keil im Konus GUT mit Draht absicheren. Die ganze Geschichte vibriert wie Sau - nicht dass der Keil raus-ömmelt und der Bohrer auf nimmerwiedersehen im Loch verschwindet.


    So ging es dann ein paar Mal weiter, nach dem Sand kam Kies - alles kein Problem für die Maschine.


    ...aber dann war Ende. Alle Bohrstangen im Loch und noch nix Nasses nach oben gekommen.


    Gleich kommt der fiese Teil...


  • ...dem Rausziehen.

    So flugs das Bohren ging, so mühevoll wird's jetzt.
    Nachdem ich keine Stangen mehr habe, muss das ganze Bohrgestänge jetzt wieder raus.
    (Vorher habe ich noch den oberen Teil des Lochs mit DN160 KG Rohr "gesichtert". 1m, tiefer hätte ich nicht reinbekommen, das Loch und das Rohr hatten keine Luft)

    Hauptproblem beim Rausziehen (und vorher nicht mit gerechnet) sieht man beim genaueren Ablauf:
    1. Bohrkopf und komplettes Gestänge hochziehen (eine 1m Stange wiegt mindestens 20 Kg - wenn man also x-Meter unten ist, hängt da mächtig was dran. War froh, dass das die Hydraulik macht)
    2. ...solange bis der Übergansflansch zum nächsten Bohrer zu sehen ist
    3. jetzt wirds Tricky. Wir wollen ja die oberste Stange rausnehmen (an der nach unten ca. 200 Kg dranhängen)
    4. die Gefahr, spätestens nach einer entnommenen Stange ist, dass einem der 9m-Rest in ein 10m-Loch rutscht. Dann ist Feierabend. Mit dem Brunnen und mit der Kasse. Die Bohrspindel sieht sehr massiv und sehr teuer aus....
    5. also die Frage wie fixiere ich den Rest der Bohrspindel so, dass sie mir nicht beim Ausbau des obersten Teilstücks in die Tiefe rutscht?
    6. das ist mit improvierten Mitteln (Schraubzwingen, Ratschengurte) nicht trivial. Noch dazu wenn obendrauf der Benzinmotor munter alle Zwingen schön durchvibriert. Dann die Spindel selbst, egal wie man die packt, schnell "windet" sie sich raus, dreht sich ein paarmal und weg is' sie. Am besten funktioniert haben am Ende mehrere Umschlingungen mit der Gurtratsche. (und noch einer zweiten zur Sicherheit). Dann geht's so weiter
    7. Restbohrspindel sichern.
    8. Auszubauendes Teilstück am Bohrkopf lösen (Feistel...., Angst, dass das unten auch was löst)
    9. Auszubauendes Teilstück unten lösen (Jetzt hängt die Restspindel nur noch an Eurere Sicherung. Ein Fehler und das Ding ist weg)
    10. Oberstes Teilstück beiseite legen
    11. Bohrkopf runter fahren und wieder ankoppeln
    12. Goto 1

    Den Schritt 11 habe ich noch optimiert, indem ich nicht jedesmal den Konus eingeführt und festgekeilt habe (dauert wieder ewig zu lösen), sondern mit einem dünnen Drahtseil durch die Keillöcher (mehrfach und verzwirbeld und verknotet) gearbeitet habe. Mann kann dann zwar nur noch ziehen - und nicht mehr drehen - ist aber in der Phase egal und geht schneller.


    So. Als dann nach langer Zeit und viel Bibbern um das Gestänge die letzte Stange mit dem Bohrkopf wieder zum Vorschein kam, die Überraschung....

  • ...es waren nur 7 Stangen.


    Mal 1m gibt 7 Meter. Keine 10.


    Mist, Mist, Mist.


    Also erstmal Feierabend. 16 Uhr. Angefangen mit Bohren hab ich ca. 10 Uhr. Runter ging schnell, höchstens 2 Stunden, hoch die restlichen 4 Stunden.
    Wenigstens ist das Bohrgestänge komplett wieder am Tageslicht.
    Aber wie geht's jetzt mit dem Brunnen weiter?


    Den ganzen Kram zurück zu Bauhaus. Jetzt ist der da, der sich mit dem Ding auskennt. Ist bestürzt, dass mir keiner gesagt hat, dass Stangen fehlen.


    Deal: ich bekomm die Maschine und Anhänger und Co. nochmal 'nen Tag (umsonst) und vorher organisiert noch ein paar Stangen in der Filiale Ludwigshafen.


    So wird wenigstens mein Brunnen fertig, meine Arbeitszeit is' ja Hobby... Egal. Wichtig ist was hinten rauskommt.


    Für den nächsten Einsatz habe ich mir vorgenommen das mit der "Restgestänge-Sicherung" cleverer und wenigier Zeitaufwendig zu machen....
    Aber wie.
    Wisst Ihr was, wie habt Ihr's gemacht?
    Irgendeine Klemmvorrichtung mit zwei Brettern wäre eine Idee.
    Am besten eine Lösung mit einer zweiten unabhängigen Fixierung. Wenn A ausfällt, hält B. Ich will einfach kein Bohrgestänge durch ein Mißgeschick verlieren (Haftpflicht-Versicherung zahlt übrigens Schäden an geliehen Gegenständen NIE)


    Und noch was: gibt es eine cleverere Lösung als meine "Drahtseil durch die Ösen" Fummelei zum Rausziehen ohne Drehen? Irgendeine Art Doppelhaken. Oben am Kopf, untem am Gestänge einhängen und fertig. Haken dürfte so maximal 5mm dick sein um in die Öse zu passen.


    Werde wohl auch das jetzige Loch wieder auffüllen, sonst hab ich beim nächsen Mal wieder das "Aufpassen, dass der zu kurze Bohrer nicht verschwindet" schon im Abwärtsgang.
    Da geht Auffüllen und easy Runterbohren schneller....

  • nein kein Sechskant.
    Konus + Mitnehmernut, das Ganze mit Durchsteckkeilen gesichtert.
    Bild vom ganzen Aufbau kommt siehe unten. Hab leider kein Detail von der Spindel (und der Kram ist jetzt schon wieder zurück bei Bauhaus).


    Inspiriert von guten Ideen in Henriks Bohr-Odyssee, habe ich mir jetzt gedacht eine fette "Klemme" mit zwei Kanthölzern zu bauen. Eine Seite mit Gewindestange, andere Seite Gewindestange plus Verzurrgummis. Das klemm ich dann unten auf die Spindel.
    Ist Fail- und Vibrationssicher durch die Gummis - im Zweifelsfall klemmt das Ding und geht nicht auf (wie z.B. ein Zwinge).
    Damit würd ich mir nächsten Samstag auch das Absenken der hoffentlich längeren Spindel zutrauen (also nicht vorher das Loch wieder zuschütten)

  • Hi, das Ding ist von Heiß Forst. Ist nicht schlecht. Nur hat Bauhaus das Gerät nur gekauft weil die Geld ürbig hatten und keine Ahnung vom Brunnenbau. Da gehört ein Gestängehalter mit dazu. UNBEDINGT! Also mal an Bauhaus : ruft mich mal an wenn Ihr etwas wissen wollt :-)
    Der gestängehalter besteht aus einem fetten 2 Zoll Rohr was ca 1m lang ist und in der Mitte ist eine Gabel angeschweißt. Diese Gabel greift in die Seele der Bohrstange ein. D.h. wenn das Gestänge nach unten gelassen wird, so verkanntet das 20mm Blech sich in der Bohrstange und das Gestänge wird gehalten. Beim rausziehen löst sich die Klemme automatisch.
    Unverantwortlich vom Bauhaus so ein Gerät zu vermieten! Ist ja nun mal kein Kernbohrgerät
    volki

  • warum denn nicht? Es wird nur an nüchterne, erwachsene Menschen verliehen.
    Am Ende sollte doch jeder selbst wissen was er kann und was er besser bleiben lassen sollte.
    Ich war jedenfalls froh drum. Hätte auch 7m nicht von Hand ochsen wollen - und da muss die Spindel nicht nur einmal raus... :)

  • Nee. Die haben nur das eine und selbst das ist wiegesagt nicht die versprochenen 10m lang.
    Für kommenden Samstag checken sie das mit dem Nachbarbauhaus in LU, die haben 5m.
    ...das müsste dann auf jeden Fall bis zum Grundwasser reichen...

  • Hallo Hedgehog,


    was kostet denn das Gerät pro Tag?


    Gruß


    Henrik

    Ich plunsche - also bin ich :rolleyes:


    Bohrbrunnen DN125 (blaues Brunnenrohr)
    Sumpfrohr 0,5m, Filterrohr (Schlitzweite 0,3mm) 3m, Vollrohr 9,5m
    gebohrt mit 170mm bis 10m
    GW bei 10m
    Wasserstand im Rohr ca. 3 m
    Brunnenrohr im Boden 13
    Brunnenabschluss ist natürliche Tonschicht
    Tiefbrunnenpumpe 4 Zoll (Schraubenpumpe)

  • Danke.


    Das nächste Bauhaus mit Brunnenbohrgerät ist für mich in Speyer.
    Wohne nicht weit entfernt davon.


    Wenn man sich das Einzugsgebiet dieses Forums anschaut, sind wir also fast Nachbarn:rolleyes:

    Ich plunsche - also bin ich :rolleyes:


    Bohrbrunnen DN125 (blaues Brunnenrohr)
    Sumpfrohr 0,5m, Filterrohr (Schlitzweite 0,3mm) 3m, Vollrohr 9,5m
    gebohrt mit 170mm bis 10m
    GW bei 10m
    Wasserstand im Rohr ca. 3 m
    Brunnenrohr im Boden 13
    Brunnenabschluss ist natürliche Tonschicht
    Tiefbrunnenpumpe 4 Zoll (Schraubenpumpe)

Brunnen selber bauen