Neuer Schlagbrunnen im Keller, Gefahr für Fundament?

  • Guten Morgen zusammen,


    ich habe zurzeit die Möglichkeit, aufgrund der offenen Kellerdecke, mir dort einen Schlagbrunnen zu bohren.
    Das wäre vor Ort und natürlich ganz praktisch für Haus-und-Hof - Brauchwasser.


    Gibt es belastbare Erfahrungen, dass aufgrund der dann eintretenden Wasserstandsveränderungen Gefahren für die Fundamente entstehen könnten? Es sind Klinkerfundamente, später mitteldt. Nachkriegsbau, vermutlich ohne irgendeine Betonierung, z.T. Feldsteine.


    Man kennt von früher die hauseigenen Kellerbrunnen, aber es wurde vermutlich weniger Wasser entnommen als heute.


    Danke für alles, was ihr wißt und zuverlässig gehört habt...


    Grüße aus dem Trebeltal.

  • Hei,


    die Trichterbildung des Grundwasserspiegels dürfte nicht so gravierend sein, als dass man Probleme für das Haus erwarten kann.
    (Ausser Du versorgst die örtliche Feuerwehr... ;-P )
    Vielmehr würde mir Sorgen machen, dass man mit dem Grundwasser evtl. auch Sand mit nach oben befördert.
    Geht das über einen längeren Zeitraum, kann sich da schon deutlich was setzen.


    Ich bin zwar kein Profi, aber ich würde nie einen Brunnen zu nahe an mein Haus oder gar darunter erstellen...



    Grüße,


    Tom

    Ich habe "nur" zwei Betronringsickerschächte mit viel Wasser darin.
    Geplant ist auf jeden Fall noch ein ordentlicher Bohrbrunnen (ca. 12m tief, durch eine Lehmschicht in ca. 3m Tiefe), da mir die Wasserqualität der Sickerschächte nicht ausreichend sicher ist.

  • Hallo Tom,


    danke für den Hinweis, klingt auch logisch.
    Also man müsste bereits im Steigrohr das Wasser sieben, was wohl eher schlecht gehen wird, gell? Würde alles irgendwie/irgendwann dicht sein.


    Ist die geförderte Sandmenge denn auf die Jahre wesentlich? Kenne mich da noch gar nicht aus.


    Grüße aus dem Trebeltal

  • Quote

    Ist die geförderte Sandmenge denn auf die Jahre wesentlich?

    Ja, kann passieren.


    Im wesentlichen geht es darum, die Filterstrecke so großflächig zu machen, dass durch die sehr geringe Strömungsgeschwindigkeit gar kein Sand bewegt wird.


    Man kennt das aus dem Leben. Wenn das Wasser sehr langsam fließt, bleibt auch feiner Sand liegen und wird nicht mitgerissen.


    Beispiel Brunnenrohr DN125 mit 2m geschlitzter Filterstrecke und Kiesschüttung um das Filterrohr:


    Das Rohr hat 140mm Aussendurchmesser. Betrachten wir eine Ebene 10mm außerhalb der Wandung, so kann man dort eine gleichmäßige Strömung erwarten. Der Durchmesser beträgt dort 160mm.


    Bei 2m Länge ergibt sich eine Fläche des Zylindermantels von ziemlich genau 1m².


    Fördert man 1000 L/h, so ergibt sich auf dieser Fläche eine Strömungsgeschwindigkeit von 1000 mm/h, also knapp 17 mm/min.


    Bei 2000 L/h beträgt die Geschwindigkeit entsprechend 34mm/min.



    Hat man hingegen 2m Rammfilter mit 5/4" Durchmesser mit Filterstrumpf aber ohne Kiesschüttung eingeschlagen, so ergibt sich analog zu obigem Beispiel ein Wirkdurchmesser von ~50mm und eine Fläche von 0,31m².


    Das ist weniger als ein Drittel verglichen mit obigem Beispiel. Entsprechend ist die Strömungsgeschwindigkeit mehr als dreimal so hoch.


    So, jetzt kommt der Praktische Nutzen der Theorie:


    Der Strömungswiderstand eines Partikels steigt quadratisch mit der Geschwindigkeit und linear mit seiner Fläche.


    Klar geworden !?


    Nun, "mehr als dreimal so schnell" im Quadrat ergibt ungefähr zehn.


    Der dünne Rammbrunnen saugt daher Partikel an die zehnmal größer sind als die Partikel, die der dicke Bohrbrunnen ansaugen kann.


    Außerdem gibt es im Umkreis des Bohrbrunnens gar keine kleinen Partikel, weil er ja eine Kiesschüttung hat. Also auch kein Sand im Bohrbrunnen.


    Der Rammbrunnen hingegen kann - das ist jetzt leicht übertrieben - im Laufe der Zeit seine Umgebung leersaugen und dein Haus verschwindet im eigenen Keller.


    Zugegeben, das wirst du, egal wie jung du bist, nicht mehr erleben...

Brunnen selber bauen