Ich habe fertig! Mein Brunnenbau in Bild und Schrift

  • Hallo,


    ich bin endlich fertig. Es hat lange genug gedauert, aber nun kommt das Gartenwasser aus dem Brunnen.
    Da ich selber vor dem Brunnenbau lange im Internet recherchiert habe und aus jedem Brunnenbaubericht neue Erkenntnisse gewonnen habe, will ich nun auch meine Erfahrungen weitergeben.


    Die Vorbereitung:
    Als vollkommener Brunnenbaulaie sollte man vorher ausgiebig im Internet (Google) nach allen Brunnenbaustorys suchen, die man finden kann.
    Die Fragen nach der Bodenbeschaffenheit und in welcher Tiefe finde ich Wasser, kann in Niedersachsen folgender Link beantworten:
    http://memas01.lbeg.de/lucidamap/index. ... P=SCHNITTE 
    Bei Hydrostratigrafische Profischnitte ein Häckchen machen und aktualisieren. Dann erscheint eine Übersichtskarte aller verfügbaren Schnitte.
    Durch vergrößern des Dich betreffenden Bereiches (rechts ist das Symbol für vergrößern) kannst Du genauer die zutreffenden Schnitte sehen. Wenn Du dann auf den blauen Schittverlauf klickst (vorher rechts wieder das Symbol mit dem Pfeil und dem kleinen Quadrat auswählen) erscheint ein Auswahlfenster. Hier auf das rote Quadrat mit dem weißen i klicken. Dann geht ein neues Fenster mit dem Hydrostratigrafischen Profischnitt auf (Dauert eine ganze Zeit).
    Und hier noch mal ein Link zur Erklärung der Legende:
    http://memas01.lbeg.de/lucidamap/projec ... ten_21.pdf


    Auch die Lage des ersten Grundwasserstockwerks ist dort zu finden:
    http://memas01.lbeg.de/lucidamap/index. ... OUP=WASSER
    Bei mir funktionierte nur die 1:200 000 Karte.
    In anderen Bundesländern gibt es bestimmt ähnliche Einrichtungen. Den Wasserversorger oder die Behörden anzurufen kann vielleicht auch helfen, bei mir nicht.
    Die Höhe meines Geländes habe ich mit Google Earth ermittelt. Höhe des Geländes minus Grundwasserspiegel über NN ergeben die voraussichtliche Grundwassertiefe unter Geländeoberkante.
    Nachdem bei mir die Chancen sehr gut standen: Grundwasser bei weniger als 10m und ab ca. 1,5m nur Sand, konnte der Brunnenbau starten.


    Zum Bohren habe ich mir einen Erdbohrer mit einem Durchmesser von 180mm gebaut. Der reicht für ein 160er KG-Rohr.

    Das Aufweiten der Wendel hatte ich mir viel einfacher vorgestellt. Das hat wohl die meiste Zeit gebraucht. Ich habe auf eine Aufkantung und Auslaufsperre verzichtet, um den Sand leichter aus der Wendel entfernen zu können. Und im Wasser wollte ich ja auch mit der Kiespumpe arbeiten. Die Praxis hat in meinem Fall gezeigt, dass dieses richtig war, da ich meistens den Sand einfach abschütteln konnte. Auf die seitlich angebrachte Schneide hätte ich auch noch verzichten können. Um das Gewicht so gering wie möglich zu halten, ist das Gestänge aus ½“-Rohr. Es hat sich als sinnvoll herausgestellt eine Verlängerung 1m lang und den Rest der Verlängerungen 2m lang zu fertigen. So hat man weniger Kupplungen und das Gestänge wackelt nicht so. Beim Bohren sollte man immer mal wieder schauen, ob die Bohrung noch lotrecht verläuft. Man kann mit dem Bohrer die Richtung etwas steuern.
    Ab einer Tiefe von ca. 5m musste ich das Bohrgestänge bei jedem Runterlassen und wieder Hochholen auseinander schrauben. Damit der Bohrer nicht auf einmal im Loch verschwindet, habe ich mir aus einer Schichtholzplatte eine Hilfe gebaut.

    Endlich, bei 7,5 m wurde der Sand dann feucht:

    Und schon bei 7,7m ging nichts mehr. Das Loch fiel immer wieder zusammen. Deshalb ließ ich 8m 160er KG-Rohr ins Loch ab.

    Danach habe ich mir erst mal ein Kiespumpe gebaut. Aus Stahlrohr 88,9x3,2mm 800mm lang, 16mm Rundstahl 780mm lang, zwei 20mm Hartgummischeiben D= 78mm als Kolben, 5mm Weichgummi für das Bodenventil, 3mm Blech für den Boden und die Kolbenstangenführung, sowie Flachstahl 5x40 für den Verschluss. Ich habe extra eine Pumpe mit herausnehmbarer Kolbenstange gebaut, um die Pumpe leichter entleeren zu können. Bei mir hat sich das bestens bewährt, da ich die Pumpe einfach Überkopf in die Karre stellen konnte und der Inhalt herausrutschte. Das Fummeln mit dem Splint scheint mir das kleinere Übel zu sein. Mit einer Zange zum Heraushebeln und einem Hammer zum Einsetzen ging das auch recht einfach.

    Damit es der Pumpe nicht irgendwann in den Sinn kommt nicht mehr aus dem Bohrloch aufzutauchen, habe ich das Seil mit selbstverschweißendem Klebeband und drei Seilklemmen gesichert. Sicher ist sicher.

    Den Dreibock fertigte ich mir aus den Verlängerungsstangen des Erdbohrers und einer dreieckigen Kopfplatte aus 3mm Blech an die ich drei Zapfen geschweißt habe, welche in die Kupplungen der Verlängerungsstangen passen. Die Umlenkrolle habe ich aus dem Baumarkt.


    Jetzt kam der spannende Augenblick, ob meine Doppelkolbenpumpe auch das hält, was ich erwartete. Doch sie funktionierte noch besser als gedacht. Vier mal am Seil den Kolben ziehen und schon war die Kiespumpe 2/3 voll.

    Das KG-Rohr machte auch ohne Gewicht sofort einen Satz nach unten. Ich habe mich daraufhin entschlossen, dass KG-Rohr noch 2m tiefer auf 10m zu plunschen. Alles ohne Gewicht auf dem Rohr. Ich habe mich nur ab und an mal aufs Rohr gesetzt. Nur bei 9,5m war wohl ein Stein im Weg. Da sich nach 4mal plunschen das Rohr nicht bewegen wollte, bin ich auf Rohr gestiegen und ein paar mal drauf gesprungen. Dann machte es auch gleich wieder einen ziemlichen Satz nach unten.
    Der erste Schritt war getan. Nun sollte es mit DN100 Brunnen- und Filterrohr weitergehen. Da ich von 1,5 bis 10m tiefe nur feinen Sand hatte, und auch der Hydrostratigrafischen Profischnitt weiterhin die gleichen Bodenverhältnisse verhieß, wollte ich einen geeigneten Filter verwenden. Ich habe mich für den LOFILT4 der Fa. Lotze entschieden. Da der Filter einen Absatz von über 10mm hat (ziemlich schlecht fürs plunschen) habe ich über das Sumpfrohr ein 125er KG-Rohr gestülpt. Der Muffenansatz des KG-Rohr hat ca. den Durchmesser des Filters. Den Spalt zwischen KG-Rohr und Brunnenrohr habe ich mit gesiebtem feinen Sand aufgefüllt und alles mit Heißkleber verklebt.

    Auch der Absatz zwischen den beiden Filtern ist mit einem Rohrstück überbrückt.
    So konnte die Filterstrecke mit Sumpfrohr und noch 5m Brunnenrohr im 160er Schutzrohr versenkt werden. Damit das Versenken nicht Wirklichkeit wird habe ich vorher um das obersten Rohr eine 100er Rohrschelle geschraubt. Bis auf 11m schraubte ich nun weitere Brunnenrohre auf. Mit einer zweiten Rohrschellen habe ich dabei das Rohr immer gegen Verschwinden gesichert. Beim anschließenden Plunschen verschwand das Rohr, nur mit 4 Rasenkantensteinen beschwert, in beängstigender Geschwindigkeit im Loch.


    Jetzt wollte ich noch einen Meter tiefer ins Grundwasser, hatte jedoch kein Brunnenrohr mehr. Also um das Schutzrohr eine 1,2m tiefe Grube ausgehoben, das Schutzrohr um 1m gekappt und weiter geplunscht.

    Zwei weitere Rasenkantensteine sorgen jetzt für noch mehr Abtrieb. Der Feinsand hat also auch was Gutes.

    Danach habe ich dann mal mit dem Lot die Brunnentiefe ausgemessen. Oh Schreck, es fehlten fast ein Meter. Der Feinsand stand also fast 1 Meter im Sumpfrohr. Ich hatte mich ja schon gewundert, warum das Brunnenrohr beim schnellen raufholen der Kiespumpe immer einen Satz nach unten machte. Der Feinsand ist dabei förmlich in das Rohr gesogen worden. Also habe ich erst mal den Gegendruck durch Wasser einfüllen erhöht. Und dann ganz vorsichtig geplunscht.. Immer nur den Kolben gezogen, nicht die Pumpe. Und nach 4 mal Kolbenziehen die Pumpe ganz langsam nach oben geholt. Bis auf 20cm bekam ich so den Sand aus dem Sumpfrohr. Die letzten 20cm waren auch durch weiteres vorsichtiges Plunschen nicht mehr heraus zu bekommen. Das Sumpfrohr habe ich dann mit 20cm Quellton und einer Handvoll Kieselsteine verschlossen.
    Um einen frostsicheren Platz für die Armaturen und den Druckkessel zu schaffen, ließ ich mir drei 100er-Schachtringe (25cm hoch) und einen Schachtkonus liefern. Da der Baustoffhändler diese an meiner Grundstücksgrenze angeliefert hatte, musste ich die Ringe und den Schachtkonus die Auffahrt rauf, um die Garage herum, hinten in den Garten zum Brunnen bringen. Die Ringe ließen sich ja noch ganz gut rollen. Aber der Schachtkonus lag mit seinen 300kg wie ein Findling da. Ich habe ihn mit einem dicken 4m langen Brett, ein paar Plastersteinen als Auflager und dem umzu gewickelten Kiespumpenseil auf die Auffahrt und auf die ½“-Rohre des Bohrgestänges geschwenkt. Nun ließ sich der Konus recht leicht auf den Rohren die Auffahrt hochrollen. Um die Garage herum habe ich Bretter ausgelegt und auch mit Hilfe der Rohre den Konus bis hinters Haus gerollt. Zum Einbau der Schachtringe bediente ich mich eines alten Schachtbrunnenbauertricks: Den ersten Ring über das Brunnenrohr fallen lassen und den Boden unter dem Ring weggegraben bis die Ringoberkante mit dem Erdboden eben war. Dann zwei Bretter auf den Schacht gelegt und den nächsten Ring auf den ersten gekippt. Die Bretter unterweggezogen und weiter gegraben. Den Schachtkonus habe ich wieder mit Brettern und den ½“-Rohren über den letzten Schachtring gerollt und die Rohre und Bretter unter dem Konus herausgehebelt. Dann wieder unter den Ringen die Erde weggraben, bis auf eine Tiefe von 1,2m. Brunnenstube fertig. 1 Tag Arbeit.
    Jetzt musste der Brunnen klargepumpt werde. Da mir die Tiefbrunnenpumpe dafür zu schade war, bestellte ich hierfür über ebay eine günstige Kreiselpumpe. Mit 1“ Saugrohr und Fußventil sowie 1“ Wasserschlauch habe ich dann für ein paar Stunden den Brunnen klargepumpt. Da die Pumpe, aufgrund der hohen Saughöhe, nur 1800 Liter/h saugte und zum Klarpumpen ja eigentlich (nach 3h Pumpen mit halber Menge) mit der doppelten Entnahmemenge gepumpt werden soll, hängte ich das Fußventil noch in die Filterstrecke und zog es langsam von unten nach oben, immer 10min auf einer Höhe verharrend, nach oben.

    Zur Überprüfung des Sandgehaltes füllte ich einen 20 Liter Eimer und ließ ihn ein paar Stunden ruhen. Danach habe ich die Hälfte abgegossen und den Eimer schnell um seine Achse gedreht. Dabei soll sich der Sand in der Mitte sammeln. Bei mir war aber kein Sand zu erkennen, so dass der Brunnen klargepumpt war. Der LOFILT-Filter scheint sehr gut zu filtern.
    Um das Brunnenwasser auf Eisen zu überprüfen, ließ ich ein Glas ein paar Stunden in der Sonne stehen. Zeigt sich ein roter Niederschlag (Eisenhydroxid) so ist Eisen im Wasser. Auch besprühte ich ein weißes Papierblatt, um nach den Trocknen nach Rostspuren zu schauen. Mein Wasser hinterlässt keine Rostspuren.
    Da ich immer noch mit dem Scheitern des Projektes gerechnet habe, suchte ich erst jetzt nach einer passenden Tiefbrunnenpumpe. Um die Kosten nicht noch weiter ausufern zu lassen, bestellte ich eine 750 Watt-Pumpe für 250,-- EUR. Die soll 7,2 bar und 3m²/h bei 46m Förderhöhe bringen. Des weiteren kaufte ich mir einen 50 Liter Druckkessel und einen mech. Druckschalter. Beim örtlichen Klempner holte ich die Messingfittings, Stahlflexschläuche, Manometer, Wasserhähne, PE-Rohre und Verschraubungen.
    Die Pumpe habe ich mit dem PE-Schlauch, dem Brunnenkopf, dem 4mm VA-Seil und allen Verschraubungen auf der Hauseinfahrt montiert.

    Für den Rohranschluss an der Pumpe habe ich BEULCO Messingverschraubungen genommen, da die mir einen sicheren Eindruck machen. Nach den Armaturen kommen Kunststoff-Verschraubungen zum Einsatz.

    Die fertig montierte Pumpe ließ ich dann in den Brunnen ab.
    So sieht es in der Brunnenstube aus:

    Alle Verschraubungen wurden eingehanft. Das hatte sich schon bei meiner Hausrenovierung bewährt. Keine Verschraubung hat bis jetzt geleckt. Die Verkabelung ist noch ein Provisorium.


    Noch etwas zu den Kosten und zur Wirtschaftlichkeit:
    Ich habe die entstehenden Kosten total unterschätzt. Da ich immer nur das eingekauft habe was ich gerade brauchte (um bei einem Scheitern nicht mit viel unnutzem Material sitzen zu bleiben), zeigte sich erst nach dem Projekt was an Kosten aufgelaufen ist.


    10m 160er KG-Rohre, Schachtringe, Schachtkonus und Deckel: 350,-- EUR
    13m 100er Brunnenrohr, 2m LOFILT4: 410,-- EUR
    Kreiselpumpe, Saugschlauch, Fußventil, Anschlüsse, Druckschlauch (zum Klarpumpen): 170,-- EUR
    Brunnenkopf, Druckschalter, Druckkessel, Tonpelets: 145,-- EUR
    Tiefbrunnenpumpe: 250,-- EUR
    PE-Rohre, Armaturen, Verschraubungen, Messingfittings, Stahlflexschläuche: 210,-- EUR


    Summe: 1535,-- EUR !!


    Dazu kommen noch so einige Stunden schweißtreibende Arbeit in der prallen Sonne bei schwülen Temperaturen von bis zu 33°C.


    Die Einsparung liegt bei mir bei ca. 120,-- EUR im Jahr, ohne Berücksichtigung der Stromkosten für die Pumpe. Errechnet aus einem Preis von ca. 3,-- EUR für Wasser (2,07 EUR Abwasser, 0,84 EUR Wasser) und einer beregneten Rasenfläche von ca. 400 m² (20 l/m² je Woche) und ca. 60 bewässerten Sträuchern und Bäumen (40 l/Stück je Woche), bei einer angenommenen Bewässerungsdauer von 4 Wochen.


    Wenn nichts kaputt geht hat sich der Brunnen in ca. 13 Jahren amortisiert.


    Ich habe fertig!

  • Schöne Bilder
    Was bringt der Brunnen an Wasser?


    gruss

  • Hallo Plunschmeister,


    habe ich noch nicht gemessen, da ich im Moment nur einen 3/4"Waserhahn in Betrieb habe und dafür auch nur einen 1/2" Wasserschlauch. Aber da die Pumpe, statt der auf dem Typenschild stehenden 750 Watt, gemessene 1283 Watt aufnimmt, hoffe ich auf ein paar Kubikmeter in der Stunde. Sobald ich den entsprechenden Ausfluß sicher stellen kann, messe ich die Menge und poste sie hier.


    Gruß Norbert

  • Hallo,


    da es noch ein bisschen dauern wird, bis alle Wasserhähne installiert sind (es kommt noch eine automatische Gartenbewässerung hinzu) hier mal vorab:


    Nach 15 m 1/2" Schlauch kommen 2,5 m²/h raus.
    Die Pumpe liefert bei einer Förderhöhe von 8 m bis zu 6 bar.


    Gruß Norbert


    PS: Schade das die Bilder weg sind. Ich habe versucht den Beitrag noch mal neu einzustellen, aber es sind nur noch 10 Bilder erlaubt. ):

  • Ja das mit den Bildern finde ich auch sehr schade.
    Das war gerade das Gute hier im Forum und außerdem sagen Bilder mehr als Worte.
    Aber ich denke mal, die Bilder hat marg alle abgeschossen.
    gruss
    Aber ich habe schon mitbekommen, das deine Story vielleicht demnächst woanders erscheint:cool:


    plunschmeister

  • Entleerung? Gibts da vielleicht ein Foto? Ich schätze mal, die Entleerung ist in dem schwarzen KG Rohr, oder? Aber das KG Rohr ist doch unter dem Brunnendeckel unsichtbar verbaut worden...Wie machst das dann mit der Entleerung? Wenns Dir nichts ausmacht, bitte ganz genau beschreiben, damit ein Brunnenbau Neuling das auch versteht ;-)

    Hallo Jürgen,
     
    ich habe im Brunnenschacht eine Entleerung und da der Schacht ca. 1,2m tief ist, hoffe ich dass es dadrin nicht friert. Ich werde aber die Temperatur im Winter ab und an mal messen.
     
    Gruß
    Norbert

  • Hallo Jürgen,


    die Entleerung ist im Pumpenschacht im zweitem Messing-T-Stück von links. Sie ist leider nicht an der tiefsten Stelle (ca. 60cm unter Erdniveau), jedoch ist das PE-Rohr ca. 80cm unter der Erde und damit frostfrei verlegt. Sollten die Temperaturen mal dauerhaft unter -10°C fallen, so müsste ich das Rohr mit Pressluft ausblasen. Aber in unseren Breitengraden ist das sehr unwahrscheinlich.


    Gruß Norbert

  • Hallo,


    ich habe heute meine Rasenberegnung probeweise in Betrieb genommen. 5 Versenkviereckregner R140 von Gardena und die Pumpe schaltet immer noch bei 4 bar ab. Der Brunnen scheint also gut Wasser zu geben.


    Gruß Norbert

  • Hallo,


    noch mal kurz der Endstand zur Leistungsfähigkeit des Brunnens:


    Der Brunnen versorgt jetzt 5 Versenk-Viereckregner R140 von Gardena und ich kann immer noch mit 35m 1/2" Schlauch und aufgedrehter Gardenspritze meine Sträucher giessen. Die Pumpe hält dann auf Dauer 3 bar.



    Gruß


    Norbert

  • Hallo Norbert,


    danke für die recht detaillierte Beschreibung. Ich bin mit meinem Brunnen schon soweit, dass ich ihn gebohrt habe (125mm Brunnenrohr; 12 Meter tief; 1 Meter Blindrohr [mit Lehmstopfen verschlossen], dann 2 Meter Filterrohr; Grundwasser ab 5-6 Meter Tiefe). Nun muss ich noch eine Pumpe besorgen, sowie Schläuche, Armaturen, etc. - und dies ist der Punkt wo ich als Laie unsicher bin.
    Es fängt mit der Pumpe an: hier hätte ich gerne eine Tiefbrunnenpumpe, sie sollte aber nicht gleich 500 Euro kosten, aber sollte relativ wartungsarm sein, sowie Sand vertragen. Was empfiehlt sich da? Grundfos ist der Mercedes in der Klasse, aber auch sehr teuer - gibt es auch günstigere Alternativen, die erfahrungsgemäß gut sind:confused:?


    Des weiteren hast Du einen 50 Liter Druckkessel und einen mech. Druckschalter, Messingfittings, Stahlflexschläuche, Manometer, Wasserhähne, PE-Rohre und Verschraubungen verbaut....für mich als Laie würde ich im Baumarkt wie eine Kuh vor dem Regal stehen:confused:...hast Du zufällig eine Auflistung von den materialien, die Du eingesetzt hast?:rolleyes:


    Danke & Grüße
    Axel

  • Hallo Axel,


    sehr deine Frage erst jetzt. Im Winter beschäftigt man sich ja eigentlich nicht mit dem Brunnenbau in unseren Breitengraden.
    Wenn du eine Pumpe willst, die Sand verträgt, dann wird es teuer. Ich habe als Filterrohr die LOFILT 4 der Fa. Lotze verwendet. Da kommt kein Sand mehr durch.
    Bis ich alle Fittings usw. zusammen hatte hat gedauert. Ich habe die meisten Teile vom örtlichen Klempner. Da konnte ich immer mal schnell hin und die passenden Sachen holen. Am besten, du gehst auch zum Klempner, schilders ihm was du machen willst und er gibt dir die passenden Sachen mit. Trotzdem wirst du noch ein paarmal Sachen holen und zurückgeben müssen.
    Kessel, Druckschalter, Brunnenkopf habe ich über Erdbohrer.de bestellt.


    Viel Erfolg


    Norbert

  • Hallo Plunschmeister,


    habe ich noch nicht gemessen, da ich im Moment nur einen 3/4"Waserhahn in Betrieb habe und dafür auch nur einen 1/2" Wasserschlauch. Aber da die Pumpe, statt der auf dem Typenschild stehenden 750 Watt, gemessene 1283 Watt aufnimmt, hoffe ich auf ein paar Kubikmeter in der Stunde. Sobald ich den entsprechenden Ausfluß sicher stellen kann, messe ich die Menge und poste sie hier.


    Gruß Norbert


    Hallo,
    bei Motoren ist die auf dem Typenschild stehende Leistung üblicherweise die abgegebene Leistung. Diese berechnet sich aus P ab = U*I*cos phi * eta. eta = Wirkungsgrad. Unter der Voraussetzung, dass die aufgenommene Leistung mit einem Wirkleistungsmesser gemessen wurde, erscheinen die angegebenen Leistungsdaten realistisch.
    Gruß
    kg49

  • Hallo,


    noch ein Nachtrag zur günstigen Pumpe: Zwischenzeitlich ist das Rückschlagventil in der Pumpe undicht geworden. Um die Pumpe nicht einschicken zu müssen, habe ich jetzt oben am Ende der Steigleitung ein Rückschlagventil nachgerüstet. Wenn es nur beim defekten Rückschlagventil bleibt, hat sich der Kauf trotzdem noch gelohnt.
    Die Fördeleistung der Pumpe ist sehr gut.
    Auch die Bewässerung meiner Sträucher habe ich jetzt zeitgleich zur Rasenberegnung über ein Bewässerungssystem aus 59 m 1/2" PE-Rohr und 60 Gardena-Endtropfern 0-20l/h laufen.


    Gruß


    Norbert

  • Hallo Wassersucher,
    aus Deinem Beitrag:



     
    Du hast Dir bestimmt viel Arbeit gemacht.
    Nach einer "Nachkalkulation" ergibt sich für mich:
     
    1.535,-- € + geschätzte Arbeitskosten für Dich: 5 Tage á 6 h á 25,-- € (was ja billig ist !! - evtl. bist Du Rentner oder Arbeitslos o.ä. dann geht das ja aber vielleicht hast Du auch mehr Zeit gebraucht, denn als Laie !) = 750,-- € = 2.285 €
     
    Und das für 20 x 400 x 30 Wochen + 40 x 60 x 30 = 312 m³ H2O.
    Du kannst mir doch nicht weiß machen, dass Du nur 4 Wochen bewässerst !!
     
    ALso 2,91 €/m³ x 312 m³ = ca. 910 Euro per anno.
     
    Nach meiner Denkweise hat sich Dein Brunnen ohne Stromkosten gerechnet, die ja auch nicht grossartig zu Buche schlagen noch dazu mit einem Fotovoltaikdach z.B. in 3 Jahrebn schon amortisiert.
     
    Ich zahle gerne 7.000 Euro, wenn der Brunnen in 2 Tagen fertig ist und ich mir meinen Urlaub nicht versaure um bei mir zu Hause einen Brunnen selbst bohren zu muessen. Auch hat dann die Firma alle Verantwortung nach VOB !!
     
    Gruss
    Guruji

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von modfe () aus folgendem Grund: Zitat lebar gemacht

  • Bei uns ist es so, dass man für die Gartenbewässerung keine Schmutzwassergebühren zahlen muss. Die Ersparnis fällt somit weit geringer aus als oben angegeben.
     
    Bei ca. 60l/m² Wasserbedarf/Jahr sind das bei 400m² ca. 24m³/Jahr. Wenn es nur Rasen ist, würde ich bei 800l/m²Jahr Niederschlag mit einem Bedarf von 400m² x 500l/m² = 200m³/Jahr rechnen.
     
    Die Ersparnis liegt also für mich bei 0,084 EUR/m³ also zwischen 20 EUR und 170 EUR pro Jahr, da Schmutzwassergebühren für Gartenbewässerung bei uns nicht anfallen.
     
    Wie sieht es jetzt nach ein paar Jahren aus? Hast Du verlässliche Zahlen?
     
    Michael

  • Hallo,


    bei uns sind in der Zwischenzeit auch die Abwasserkosten für Gartenwasser entfallen. Man muss sich aber eine zweite Wasseruhr installieren lassen.
    Trotzdem bin ich mit meinem Brunnen sehr zufrieden. Ich kann stundenlang bewässern, auch grosse Bäume. Weiterhin versorge ich auch meine Nachbarin mit Wasser. Ohne den Brunnen würde man sich das kaum leisten, man schaut doch immer wieder auf die Wasserkosten.


    Gruß


    Norbert

  • Hallo Wassersucher68,
     
    danke für die Rückmeldung! Ja, rechnen tut sich der Brunnen ohne Zweifel.
     
    Das mit der Nachbarschaft ist übrigens auch bei mir ein guter Punkt: angrenzend an unser Grundstück gibt es einen Nachbarn, der sich das Land für Nutzgarten von der Stadt gepachtet und überhaupt kein Wasser hat. An den habe ich auch schon einmal beim Thema Brunnen gedacht. ;)
     
    Michael

  • Hallo, ein kleines Update und ein paar Fragen.

    Nachdem der Brunnen und die angeschlossene Beregnung 8 Jahre lang ohne Probleme funktioniert hat gab es auf einmal vor ein paar Wochen Probleme. Erst wurden 2 der 5 Rechteckregner im Rasen undicht, dann gab der Druckminderer vor den Regnern den Geist auf. Heute hatte ich dann auf einmal bemerkt, dass das Wasser sehr trüb ist. Es ist auf einmal sehr viel Sand im Wasser. Dadurch sind wahrscheinlich auch die Regner und der Druckminderer kaputt gegangen.

    Jetzt habe ich die Pumpe gezogen und mal den Brunnen neu vermessen. Grundwasserstand ist noch bei 8,2m, aber die Brunnentiefe ist nur noch 12,5m! Die Abdichtung des Sumpfrohres hat versagt und der Feinsand ist in das Brunnenrohr gezogen worden.


    Nun meine Fragen:

    Ich will den Feinsand wieder mit der Plunsche rausholen. Am Liebsten würde ich dabei den Brunnen noch um 1m tiefer Plunschen. Wie seht ihr das? Ist es möglich das Brunnenrohr nach 8 Jahren noch tiefer zu bekommen, oder ist das so fest, das nichts mehr geht? Ich hatte ja beim Plunschen keine Probleme. Das Rohr war sehr leicht in den sandigen Boden zu bringen.


    Wie würdet ihr das Sumpfrohr diesmal sicher unten verschließen? Wahrscheinlich habe ich zu wenig Quellton eingebracht. Aber ich habe ja unter dem Filterrohr nur so ca. 70cm bis zum Grund, da ja der Feinsand auch mit sehr vorsichtigem Plunschen nicht ganz aus dem Rohr zu bekommen ist.

  • Das Brunnenrohr ist mit Filter und Sumpfrohr 15m lang. Da es noch 1m unter Erdniveau in der Brunnenstube endet, geht das Rohr bis 16m tief in den Boden.


    Das Brunnenrohr ist DN100


    Der Plunscher hat einen Aussendurchmesser von 89mm


    Gruß Norbert

  • geht das Rohr bis 16m tief in den Boden.

    Das nachträglich zu vertiefen ist Glückssache. Probieren und max. 400KG Auflast bereithalten.

    Der Plunscher hat einen Aussendurchmesser von 89mm

    Eine Kiespumpe wäre besser, um Restsande herauszuholen.

    Wie würdet ihr das Sumpfrohr diesmal sicher unten verschließen? W

    Du kannst nur Tonpellets nehmen. Gegebenenfalls in einen Nylostrumpf (verrottungsfest) poacken und mit einem Gewicht (Edelstahl) belasten.


    Ein Brunnen ist nicht wartungsfrei! Zu einer sorgfältigen Wartung gehört auch, dass man jährlich die Pumpe zieht, auf optische Spuren (z.B. Eisenausfall) untersucht und die Tiefe des Brunnens kontrolliert.

    Gruss

    kg49

  • Ok und danke. Ich werde erstmal 1m Rohr bestellen und dann mal schauen, ob es funktioniert.

    Habe auch noch einen Quellstopfenverschluß mit bestellt. Ist wahrscheinlich das Gleiche, wie ein Damenstrumpf mit Quelltonfüllung, aber vielleicht ist es ja doch noch ein wenig sicherer. Nicht, dass ich nachher wieder zu wenig Quellton drin habe.


    Gruß Norbert