Tatort: Voralpenland, am Fuße eines Endmoränenhügels...

  • Werte Forengemeinde,


    ich bitte den geneigten Leser mit Erfahrung, gar die Experten hier, betreffs des Lageberichts unten um Rat, ob ich

    • A) den vorgefundenen Gegebenheiten einfach den Schlagbrunnen zusammenschrauben und mit dem Rammen beginnnen soll?
    • B) mich unbedingt weiter durch den verhärteten Sand/Kies/Konglomerat vorarbeiten muß, bevor ich mit dem Rammen beginnen darf?
    • C) das mit dem Rammbrunnen evtl. gar von vornherein zum Scheitern verurteilt ist?

    Meine vielleicht überschwängliche oder gar blauäugige Anschaffung: Ein Schlagbrunnenbau-Komplettset der einschlägigen Marke mit dem Wissen um die grundsätzliche Verfügbarkeit von Grundwasser – überliefert durch die Eltern aus Erfahrungen vom Hausbau - und daß nur wenige hundert Meter bergauf noch vor einigen Jahrzehnten Kies und Sand abgebaut wurden.


    Das gesetzte Ziel: Gartenbewässerung, wenn wie zuletzt mal wieder wochenlang kein Regen fällt (mit 500l pro Tag wären wir eigentlich schon zufrieden) und ein wenig Wasser zum regelmäßigen Auffüllen unseres Gartenteichs. Von der Größe her nichs besonderes, eher so Marke Tümpel, ein Biotop.


    Der aktuelle Stand: (Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – meine Sauklaue bitte ich zu entschuldigen



    Das Wasser im Bohrloch beginnt bei ca. 2m Tiefe, leider nur recht langsam nachfließend. Obgleich der feuchte Lehm und der Sand recht schnell wieder ins Bohrloch fallen (ich habe noch kein Arbeitsrohr) habe ich es bereits einmal geschafft, das Dreck(s)wasser – man verzeihe den Ausdruck, aber er triff’s gar vorzüglich - fast ganz abzupumpen und konnte dann im hellen Strahl der Taschenlampe sehen, wie in ca. 3m Tiefe das Wasser aus der Sandschicht Grundwasser (?) ins Bohrloch einfließt. Zwar nicht mit Druck oder als Strahl, aber immerhin deutlich fließend!


    Nun beginnt aber keine 20cm unter der Kiesschicht eine verhärtete Konglomeratschicht aus Sand+Kiesel, bei der es wirklich Selbstüberwindung kostet, sich weiter vorzuarbeiten. Mit einem hohlen 4m Stahlrohr und Vorschlaghammer kommt man zum Auflockern pro Schlag zwar mitunter fast einen cm rein, aber das herausziehen (keine Seilwinde) ist echte Knochenarbeit. (Beine. können. wehtun: Neue Lebenserfahrung dank Brunnenbau! 😊) Zum einfachen Hineinbohren ist die Schicht aber einfach zu hart, vor allem da auch Kiesel mit 2-5cm Durchmesser eingeschlossen sind.


    Als nächstes möchte ich unbedingt ein Arbeitsrohr setzen, damit die Soße nicht immer gleich wieder zurück ins Loch fließt. Dazu gleichmal die erste Entscheidung, die ich treffen muß

    1. Das Bohrloch gleich vom gegenwärtigen 12cm Durchmesser auf 16cm erweitern, um dann im Arbeitsrohr mit dem vorhandenen 12er Bohrer weiterzukämpfen?
    2. Ein 12cm Arbeitsrohr abteufen und darin mit 10cm weiterbohren? Oder lieber kleiner?

    Bisher habe ich nur den 12cm Standardbohrer aus dem Set. Einen 16er, 10er oder kleiner müßte ich dann also erst noch kaufen. Wenn ich das Wasser im Rohr dann nicht abpumpen kann, wahrscheinlich noch einen Plunscher oder Kiespumpe. Zum direkten Bohren ist die Schicht auf jeden Fall zu hart, deshalb vermute ich, zum Plunschen auch.(?) Ich muß das also wohl oder übel vorher mit dem Stahlrohr („Rohrbombe“) aufmeißeln.


    Aktuell macht das „Bohren“ jedenfalls keinen Spaß mehr. Deshalb gar der verwegenste Gedanke:


    3) Einfach den Schlagbrunnen zusammenschrauben und loshämmern? 😉


    Was meint ihr? Gibt es hier im Forum evtl. gar jemanden, der mit so einer Schichtung im Voralpenland schonmal Erfahrung sammeln durfte?


    Ich würde mich über jedwede Antwort sehr sehr freuen.

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

  • Tach erst mal

    Dann zum Thema! Scheint das das en Fall für en Spülbohren ist! Oder schnab die en Kreuzmeißel Ich würde jedoch ehr das Spülbohren nehmen.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Hallo Tomerb,


    vielen Dank für die Antwort! Ich hab' mich jetzt mal ein wenig in das Thema "Spülbohren" eingelesen: Da steht dann doch ein erheblicher Aufwand mit teu'rem Profigerät dahinter, das irgendwie in Widerspruch zum eigentlichen, einfachen, kleinen Rammbrunnen steht. Habe ganz vergessen oben hinzuzufügen, daß ich *kein* Millionär bin. ;)


    Andererseits, mal so ganz out-of-the-box gedacht: Ich hätte da noch sowas hier (Kärcher Teleskop-Verlängerungsrohr) in der Garage herumliegen. *grins* Hat damit hier im Forum schonmal jemand Erfahrung gemacht, zum Brunnen-"Bohren" bzw. -Vortrieb?


    Mit bestem Gruß!

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

  • Hier bei uns nehmen wir en Güllefaß mit en dicken Schlauch so um en C Schlauch und en passendes Rohr. Dann Stiefel an und den Trecker auf tuhren bringen. Rohr hoch Wasser marsch und immer schön nachführen! Ab und an wiedr en stück hoch zien und wenn du endtiefe ereicht hast das Fielter Rohr rein. Oder alternatiev die Jungs von der Feuerwer!

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Hier ein kurzes Update: Die angeratene Spülbohrung ist leider nicht zu machen (*).


    Also in eine 5 Meter Eisenstange einen Meißel eingeschraubt und ordentlich losgehämmert. Irgendwann ging es dann wieder voran. Es war also wirklich nur ein Stein bzw. eine harte Schicht.


    Bin jetzt vom 12cm auf einen 7cm Bohrer umgestiegen und stehe auf 5,70m. Die 7cm sollten genügen, um später das Rammbrunnenrohr einzuschlagen. Seit einem Meter dichter Ton/Mergel, das graue teuflisch klebende Zeugs. Es dauert mehrere Stunden unnachgiebigen Drehens, bis der Spiralbohrer wieder Halt gefunden hat und es wenige Zentimeter vorangeht. Das Wasser steht dabei - egal ob es gerade geregnet hat oder wochenlang trocken ist - konstant ab 2,20m im Bohrloch.


    Eine Frage an die Experten: Kann es sich dabei um Schichtenwasser handeln, obwohl eine Hanglage vorliegt? Oder ist es aufgrund der Hanglage eher eine kleine Wasserader?

    p.s.: Wer jemals auf die verwegene Idee kommen sollte, mit einem Hochdruckreiniger (bzw. Hochdruck-Rohrreinigerschlauch) in größerer Tiefe voranzukommen: TUT ES NICHT!!! Die eingebrachte Wassermenge scheint zwar auszureichen, das Erdreich etwas aufzuweichen. Ein wie in vielen YouTube Videos zu sehendes einfaches voranbringen des Rohres oder Bohrens ist so aber definitiv nicht möglich. Dazu reicht die Wassermenge einfach nicht aus. Schlimmer noch: Im nur leicht verflüssigten Erdreich nahe der Hochdruckspitze schwämmt es alle Steine in der unmittelbaren Umgebung der Schwerkraft folgend an den tiefsten Punkt, sprich direkt ins Bohrloch!


    (*) wie weiter oben schon geschrieben: Ich bin *kein* Millionär, habe folglich auch keinen Hof mit Traktor und Güllefaß. Die Feuerwehr mit ihrem C-Rohr hätte sich bei den räumlichen Gegebenheiten wohl eher totgelacht.

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Prager ()

  • um später das Rammbrunnenrohr einzuschlagen.

    Dir ist klar, dass das nur funktionieren kann, wenn der Brunnenfilter irgendwann im Kies oder zumindest Grobsand steht?

    Besteht Hoffnung auf diese Annahme?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo Kg49,


    vielen Dank für Deine rasche Antwort: Ja - darüber bin ich mir im klaren. Weiters: Ja - es besteht verhaltene, aber begründete Hoffnung:


    1. Hangaufwärts wurde noch vor wenigen Jahrzehnten Kies abgebaut.

    2. Hangabwärts gibt es im Neubaugebiet Sickerschächte, die nach ca. 5-6m in Kies+Wasser stehen.


    Könnte es sich bei jenem Wasser ab 2,20m um eine kleine Wasserader handeln, oder ist das trotz Hanglage eher Schichtenwasser?


    Viele Dank für jedwede Antwort!

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

  • Könnte es sich bei jenem Wasser ab 2,20m um eine kleine Wasserader handeln, oder ist das trotz Hanglage eher Schichtenwasser?

    Eine Antwort auf diese Frage hat eine Wahrscheinlichkeit, dass sie richtig ist, von 50%.

    Aber: gibt es überhaupt Wasseradern ausserhalb von Gesteinsformationen?

    Ich halte nicht viel davon, Schichtenwasser und Grundwasser zu unterscheiden:

    http://www.wasser-wissen.de/ab…xikon/s/schichtwasser.htm


    In der Praxis geht es doch um die Verfügbarkeit und evtl. um die Wasserqualität. Näheres könnte man nur erfahren, indem über einen längeren Zeitpunkt Wasser abgepumpt wird, wobei auch Grundwasserspiegel stark schwanken können.

    Da unter der wasserführenden Schicht ein Nichtleiter liegt, könnte man das auch als 1. Grundwasserstockwerk bezeichnen.


    Wenn die Hoffnung auf Kies besteht, solltest Du auf jeden Fall probieren, weiter in die Tiefe zu gelangen.

    Eine Spülung mit Hochddruckreinigern ist übrigens witzlos, da diese immer zu wenig Wasser liefern.

    Ich habe mal vor zwanzig Jahren eine Spülung gemacht, da stand an der Wasserleitung aber auch 10 Bar Druck an. Direkt hinter dem Zähler abgenommen konnte mit einem 3/4 Zoll Schlauch eine Spüllanze ruckzuck auf 10m Tiefe gebracht werden. Das Grundstück schwamm und der Zähler zeigte deutlich mehr an.

    Die Überschwemmung war vorhergesehen und der Zweck der Spülung konnte erreicht werden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • p.s.: Kurz zur Erklärung, warum ich gerne wissen würde, ob "kleine Wasserader" oder "Schichtenwasser": Wenn es mit dem Rammbrunnen nicht klappen sollte, würde ich als Plan B gerne wissen, ob ich das in geringer Tiefe stehende Wasser z.B. mit einer einfachen Solarpanel+Aqariumspumpe nutzen kann. Wie eingangs erwähnt wäre ich bei 500l am Tag ja schon glücklich. Da Schichtenwasser aber wohl eher von minderer Qualität/Klarheit ist, fließendes Wasser aber evtl. mit der Zeit aufklart, wäre eine etwaig mögliche Unterscheidung wichtig. Ganz naiv gefragt: Geht das überhaupt?


    Ich möchte die hier versammelten Brunnen-Profis keinesfalls mit einer Aquariums-Pumpenlösung beleidigen. Selbstverständlich bleibt Plan A noch immer das fertigstellen des Rammbrunnens...

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

  • Danke für den Link + Erklärung: Hat mein Begriffsverständnis richtiggestellt. Damit ist "Plan B" erstmal zurückgestellt und ich muß weiter voran.


    Sprich: Ich brauch' einen Edelman-Bohrer. Weiß jemand, wo man da günstig einen kaufen kann? Spiralerdbohrer gibt es ja in allen Größen von allen möglichen Anbietern so zwischen 30 und 40 Euros, aber Edelman-Bohrer scheint es nur im geologischen Fachhandel für hundert Euro aufwärts zu geben - mit inkompatiblen Anschlüssen ans vorhandene Bohrgestänge.


    Oder Selbstbau? Da ich nicht schweißen kann: Genügt es, die oberen Flügelenden nicht zusammenzuschweißen, sondern einfach entsprechend zu biegen und ans Bohrgestänge links+rechts anzuschrauben? Oder hält eine Verschraubung die Kraftübertragung nicht aus und es muß daher unbedingt geschweißt werden? Welche Materialstärke beim verwendeten Stahlblech braucht man mindestens?

    Eine Spülung mit Hochddruckreinigern ist übrigens witzlos...

    Ja, ich war naiv und dumm. Nachdem ich einst auf meine Frage dazu weiter oben keine Antwort bekommen hatte, hab' ich's einfach ausprobieren wollen. Hat mich eine Sehnenscheidenentzündung gekostet, bis das Bohrloch wieder frei war.


    Habe versucht, meiner Freundin folgendermaßen meine verbitterte Entschlossenheit zu erklären, das Brunnenbauprojekt fertigzustellen: "Das ist wie ein Fußballspiel... gegen den Garten... und der Garten liegt aktuell 3 Tore vorn'". :-)

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

  • wo man da günstig einen kaufen kann?

    z.B.: https://geotechnik-shop.de/Edelman-Bohrer-Typ-Ton, wobei günstig relativ ist. Spezialwerkzeug kostet halt immer etwas mehr.

    Man kann sich sowas auch recht einfach selbst bauen, aber ohne Schweissgerät wohl kaum möglich. Vielleicht gibt es im Ort einen Schlosserbetreieb, wo man sich helfen lassen könnte. Aber bei den heutigen Stundensätzen kann man dann wahrscheinlich auch neu kaufen.

    Materialstärke: >= 5mm.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Werter kg49,


    kurze mein Status: Ich habe den beschriebenen Edelman Bohrer gekauft und bin ganz begeistert. Das Ding kommt ins Familienwappen! Zwar bohrt sich das Loch noch immer nicht von selbst und es ist auch nicht unbedingt super-leicht, damit voranzukommen. Aber man kommt damit voran! Ich kann jedem, der sich akut mit einer Lehm- oder Mergelschicht herumplagt nur raten, nicht zuviel Zeit mit seinem "Schneckenbohrer" zu verlieren!


    Nun stehe ich auf den magischen 7m Bohrtiefe (Rammbrunnen) und es kommt immer noch dieser teuflisch graue Mergel, manchmal sogar ganz trocken.


    Dabei habe ich schon knapp 5m Wassersäule im Bohrloch stehen. Aber eben keine durchgehende Kiesschicht, um die Spitze einzurammen. Deine Aussage über "gibt es überhaupt Wasseradern außerhalb von Gesteinsformationen" hat mich nun neugierig gemacht. Auf meinem Weg nach unten bin ich definitiv schon durch mehrere Sand/Stein/Kiesschichten durch - nur waren sie immer mit ca. 10-30cm recht dünn. (Oder waren es nur Kies-Lehm-Schichten? Schwer zu sagen, da das hochgedrückte Wasser immer wieder Lehm von oben einmischt - habe kein Arbeitsrohr.)


    Ich bräuchte Deinen Deinen Rat, welche Optionen ich habe. Insbesondere kommt wieder "Plan B" von oben zurück in den Sinn: Kann ich jene bereits angebohrten (Schichten-)Wasserschichten nutzen? Bei ca. 2,70m abgepumpt fließen nur ca. 10l pro Stunde nach. Dabei wird das Wasser aus einer tieferen Schicht hochgedrückt.


    Meine konkrete Frage: Ist die mit Ansaugschlauch dauerhaft entnehmbare Wassermenge größer, wenn ich den Pumpeneinlauf direkt in die jeweilige tiefere Wasserschicht legen würde (also z.B. 4,00m anstelle 2,70m)? Bei 4m beginnt z.B. eine 30cm Kies/Stein/Sand Schicht, die ich einst durchbohrt hatte.


    Oder ist die aus einem Brunnen dauerhaft entnehmbare Wassermenge immer dieselbe, egal ob "oben" oder "unten" an der Wassersäule, oder direkt in der Wasserader angesaugt? (daß "unten" eine einmalig größere Menge erlaubt, da ja das gesamte Säulenvolumen zur Verfügung steht ist mir dabei klar - mir geht es um das Volumen des nachfließenden Wassers.)


    Mit bestem Gruß

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

  • Ich freue mich über die Rückmeldung zum Edelman Bohrer, der Dir anscheinend ein Weiterbohren ermöglicht hat.

    Ehrlich gesagt habe ich Probleme, Deine Frage zu beantworten. Irgendwie verstehe ich sie nicht. Ob Du Wasser aus einer tieferen Schicht oder aus einer höheren Schicht ziehst, ist eigentlich egal, wenn diese Schichten durch Nichtleiter getrennt sind. Die förderbare Wassermenge bzw. das Wasser welches nachläuft hängt einzig und allein von der leitenden Wasserschicht ab, nicht von deren Tiefe.

    Da Du nun mal schlechte Verhältnisse vorliegen hast, aber auch mit einem geringen Wasservolumen/Tag zufrieden bist, schlage ich Dir vor, alle Schichten "anzuzapfen".

    Du hast nun bis auf 7m gebohrt und hast 5m Wasser im Loch.

    Leider hast Du nicht angegeben, wie gross der Durchmesser Deiner Bohrung ist.

    Ich würde nun einen 4m Filter in das Loch ablassen. Falls gross genug, Brunnenrohr DN40, DN50 und mit Vollrohr nach oben gehen. Mit einer leistungsschwachen Pumpe könntest Du evtl dauerhaft pumpen, um so ca. 500 - 1000L am Tag zu gewinnen.

    Nachteilig ist, dass selbst wenn Du 0,3mm Filterrohr nimmst, immer etwas Sand hineingespült wird.

    Technisch besser wäre eine grössere Bohrung, so 160 -200mm, mit dem gleichen Brunnenrohr aber mit einer Kiesschüttung. Durch die grössere Wassereintrittsfläche dürfte auch der Wasserzufluss grösser werden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    vielen Dank für die offenen Worte - die Frage war schon richtig verstanden. Die Diagnose ist heftig, die verschriebene Medizin schmeckt bitter (Aufwand/Kosten/Nutzen) - vielleicht genau das, was der Patient braucht, um jetzt weiterzukämpfen.


    Was ich sagen will: Nachdem ich mich in den letzten Abendstunden nun bis auf 7,60m vorangekämpft habe und in den letzten Dezimetern Mergels (grauen Lehms) vereinzelt kleine Kieselsteine aufgefunden habe, war es wohl ein Moment des selbstüberschätzenden Wahnsinns, in dem ich einige weitere Meter Bohrgestänge geordert habe: Ich will einfach wissen, was da unten los ist...


    Vor meinem inneren Auge spielt sich folgendes Happy-End Szenario ab: Nach nur einem oder zwei weiteren Metern treffe ich auf eine wasserführende Kieselschicht (wie die Sickerschächte hangabwärts haben), die soweit gespannt ist, daß ich mit meinem bereits vorhandenen Rammbrunnen abpumpen kann - und seien es nur von knapp über -7m Wasserstand. Die aktuelle Wassersäule macht mir Mut, auch wenn sie in den vergangenen Trockentagen von -2m auf -3m zurückgegangen war (also von 5m auf 4m Gesamthöhe).


    Meine heutige Frage: Ist obiges Szenario realistisch? Oder übersehe ich hier einen Elefanten im Porzellanladen?


    Grundsätzlich: Wie kann ich mein vorhandenes Bohrloch auf die von Dir erwähnten 16/20cm am besten "aufbohren"? Aktuell sind die ersten 4,2m mit 12cm, der Rest mit 7cm gebohrt. Gibt es dazu best-practices/eine Anleitung? Einfach den größeren Spiralbohrer nehmen und losbohren - da kann ich mir gut vorstellen, daß es nicht so einfach ist, das Loch geradezuhalten(?). Kann man - realistisch - eine 7cm Bohrung durch Mergel/Lehm (erstellt mit einem Edelmanbohrer) mit einem Spiralbohrer direkt auf 20cm erweitern?


    Mit bestem Gruß

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

  • p.s.: kurzes Statusupdate zum "Plan B": Ich habe jetzt zwei 12V Tauchpumpen (Aquariumspumpen) vom Strom ausprobiert - einfach im ja stabilen Bohrloch abgelassen. Die eine sollte "mindestens 5m", die anderen 6m Hubhöhe schaffen. Real schaffen sie nur 2m und 3,10m und sind damit leider nicht brauchbar. Außerdem blockieren beide bei geringsten Verunreinigungen im Wasser. Als nächstes möchte ich es mit einer 70W Membranpumpe (ebenfalls 12V, laut Spezifikation max 6l/min) versuchen - bin aber nach den Beobachtungen der letzten Trockentage nicht mehr sicher, ob im Bohrloch genug Wasser nachfließt... äääh... nachrinnt. Mit zuletzt 10l/h komme ich jedenfalls nie und nimmer auf die 500l/Tag...

    Rammbrunnenbau-Set bis 9m, auf 4,20m mit 12cm gebohrt, danach mit 7cm weiter. Aktuelle Bohrlochtiefe: 5,70, 7,20, 9,70, 10m, Mergel. Wasser steht ab 2,20m, 2,80m (Trockenheit), 1,80m im Loch, bei 3m 3,50-5,50m offensichtlich mehrere kleine Wasseradern/Schichtenwasser(?) angebohrt. Bei 3,20-3,50m abgepumpt liegt der Nachfluß aber nur bei rund 5l/h.


    Hanglage, keine Brunnen in der Umgebung als Referenz, aber Sickerschächte 500m entfernt, hangabwärts enden nach 5-6m in wasserführender Kiesschicht.

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