mein erster Bohrbrunnen, Ort in Nähe Lampertheim Südhessen im Rheingraben, Boden mit Sand und Kies

  • Hallo zusammen,


    tolles Forum hier, ich hätte mal früher vorbeischauen sollen!


    Ich habe gerade angefangen einen Brunnen zu bohren, bin schon ein paar Tage dran. Er soll als Ersatz für einen ziemlich versiegten Rammbrunnen dienen, rein zur Gartenbewässerung. Der Rammbrunnen ist vermutlich versandet weil wir ihn über gut 10 Jahre jetzt wohl überlastet haben.

    Daher wird es nun ein Bohrbrunnen. Da aller Nachbarn ringsrum vor knapp 10 Jahren einen Bohrbrunnen geplunscht haben, dachte ich, das kann doch nicht so schwer sein. Alle haben es mit KG-Rohr gemacht, würde heute noch gut funktionieren. Zumindest bei 2 von 3.

    Für das Brunnenrohr selbst nehme in Brunnenrohr dn100 mit 3 m Filterstrecke so die Idee. Unten soll eine Bodenkappe drauf damit kein Sand reindrückt.

    Daher auch runterbohren mit einem Arbeitsrohr. Hier hatte ich mich für das berühmt berüchtigte Abwasserrohr entschieden mit DN160. Hätte ich mal vorher hier intensiver gelesen hätte ich was anders genommen, aber jetzt zu spät....

    Das Arbeitsrohr wird nach jedem Meter vernietet, Dichtungsmuffen sind entfernt. Es soll später natürlich gezogen werden können. Dafür habe ich schon d30 Löcher quer rein gebohrt. Ich hatte auch schon mal bei 6m zurückgezogen, ging ohne das die Nieten weggeflogen sind.

    Nieten sind aber mal weggeflogen, als ich am Rohr gedreht habe. Darauf hin 10 statt 6t Nieten gesetzt (das war der Grund für das Ziehen).


    Nun zum bisherigen Verlauf.


    Mit Erdbohrer bis auf Grundwasser gebohrt, bei 3m war Schluss, ging nicht tiefer, sandiger Boden, Bohrloch immer wieder zusammengeflossen. Wasser steht bei tiefe 2,65 m. Darein dann 3m Arbeitsrohr versenkt und mit Plunscher weiter gemacht. Ging sehr gut ohne Hürde, nur mit eigenem Körpergewicht als Auflast in 1h auf 5m. Rohr war immer gut gefüllt mit Wasser. Feiner Kies wurde rausgeholt.

    Bei 5m war Schluss, ging nix weiter, war nur ganz wenig Material im Plunscher, ganz feiner Sand.

    Hat irgendwie nach Beton gerochen.

    Dann 3 Tage Pause gemacht. Beim weitermachen waren ca. 50cm Sand unten im Rohr. Hochgedrückt? Reingerieselt?

    Mit PLunscher ging nix, habe daraufhin eine Kiespumpe ausgeliehen. Mit der ging dann was. Wobei ich aufpassen musste, die Kiespumpe hat sich sehr fest gesaugt in diesem Sand.Kam durch diese Betonsandschicht wieder auf eine Kiesschicht. Hier auch kein festsaugen mehr der Pumpe.

    Hier dann durchgearbeitet bis auf 7,85m.

    Dann wieder so eine Beton-Fein-Sandschicht die hat es mir dann wieder in´s Rohr hoch gedrückt, ca 1m. Weiter gepumpt, 2 Schubkarren voll Sand rausgeholt, ohne Fortschritt zu machen. Rohr ist 7,86m versenkt, freie Länge im Rohr ca. 7m. Wieder das Problem mit dem festsaugen der Pumpe.

    Heute weiter mit Kiespumpe gearbeitet, ich hatte dann Wasser oben reinlaufen lassen um Gegendruck aufzubauen.

    Dann plötzlich, als ich gerade wieder die Kiespumpe geleert habe ein Gluckern im Rohr. erst nichts dabei gedacht, ich lasse ja Wasser reinlaufen.

    ...die Kiespumpe wieder reingelassen und noch viel Seil oben?? Ins loch geschaut, und da sehe ich die Kiespumpe unten stehen???

    Rausgezogen, Lot abgesenkt, Bodenkontakt nach 3,5m???

    Wie kann denn sowas sein?

    Kiespumpe wieder runter und gepumpt, es kam wieder feiner Sand hoch. Diesmal aber von gelber Farbe, die ganze Zeit war das Bohrgut grau. Diese gelbe Farbe hatte der Sand noch nie.

    Jetzt rätsel ich wo das Zeug plötzlich herkommt??

    Was habe ich da unten angebohrt, dass dieser gelbe Sand so hoch steigt?? und zwar so hoch?

    Macht es hier jetzt noch Sinn weiterzumachen? Hatte 4mal die Kiespumpe hochgeholt und gut Material rausgeholt, aber keinen Fortschritt in der Tiefe gemacht.

    Ich hatte mal den Rentner im Dorf angesprochen der die Rammbrunnen macht, der wusste jetzt nur soviel, es gibt eine erste Wasserschicht bei ca. 3m, dann kommt bei 5m eine feste Sandschicht (dahat er immer Mühe mit seinem Hammer zu rammen), dann kommt die zweite Wasserführende Schicht in die er immer seinen Rammbrunnen setzt. Was bei ca. 8m ist weiß er nicht.

    Also zum Schichtaufbau wie ich in gefunden habe:

    OK-Muttererde

    -

    ~2m Sand/kies

    2,65 - Grundwasser

    sand-Kies

    5m "Beton"-Fein-Sand

    ~5,5m

    Sand-und feiner Kies, Kiesel bis 5cm

    7,85m -> "Beton"-Fein-SAnd

    darunter -> gelber Sand mit ordentlich "Überdruck"


    Hat jemand eine Idee wie ich weitermachen könnte?


    Ich habe die Hoffnung, ich bekomme dass Rohr wieder frei von Sand, dann würde ich das Brunnenrohr reinstellen, eine 2m Filterstrecke zwischen 5,2 - und 7,2m platziert, 0,5m Sumpfrohr drunter.



    ich bin gespannt auf eure Antworten


    herzliche Grüße

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    befinde mich in Deiner Nähe - Grundwasser gibt es ja im Ried ohne Ende. Mit Arbeitsrohr hab ich allerdings keinerlei Erfahrung. Der erste Rammbrunnen durch den Kellerboden hat 20 Jahre gehalten. Dann haben wir vor dem Kellerfenster einen Bohrbrunnen mit KG-Rohr gebohrt, zunächst 5 m tief, dann auf ca. 6,50 m nachgebohrt. Dieser Brunnen hat 10 Jahre gehalten. Danach hab ich mit Brunnenrohr gebohrt, den letzten Brunnen bis auf 17 m Tiefe mit 5 m Filterrohr, Entscheidend war immer die Auflast - ca. 200 bis 300 kg an Waschbetonplatten waren nötig. Die Kiespumpe (allerdings nur unter Wasser) ist dem Plunscher weit überlegen. Das Sumpfrohr ist leider nicht leer zu bekommen - immer wieder drückt Sand nach. Verschlossen wird mit einfachem Blähton aus dem Gartenmarkt, in einen Nylonstrumpf gefüllt. Es ist ungewiss, wie lange ein solcher Brunnen wohl hält.


    Viel Erfolg und Gruß

    Bohrbrunnen1 DN 100, 9m, 30cm Sumpfrohr, 2m Filterrohr SW 0,3, 7m Vollrohr; GW bei ca. 5m; HWW 1100 W mit Vorfilter und Druckschalter mechanisch
    Bohrbrunnen2 DN 100, 15m, 1m Sumpfrohr, 4m Filterrohr SW 0,3, 10m Vollrohr; GW bei ca. 5m; HWA 1400W mit Vorfilter und elektronischer Regelung

  • gut zu wissen, dass wir im Ried genug Wasser haben.

    ..... und Sand 😂

    Ich versuche jetzt mal das Rohr ein Stück hoch zu ziehen um über die "Beton" Sand Schicht zu kommen und dann leer zu räumen. dann kommt hoffentlich nix nach.


    Dann die Überlegung bei der Tiefe zu bleiben, selbe GW Schicht wie heute mit Rammbrunnen (Eisen haltig).

    oder noch einen Versuch wagen und tiefer gehen mit hoher Auflast. in der Hoffnung, dass unter dem "Druck" sand noch eine GW Schicht im Kies ist.

  • Hallo hat noch jemand eine Empfehlung wie ich weitermachen soll?


    - Rohr hochziehen, freiräumen, und dann die Filterstrecke in die GW-Schicht zwischen 5,2 - und 7,2m platzieren?

    oder

    - tiefer bohren und auf eine weitere GW Schicht unterhalb 8m hoffen


    Kennt jemand das mit der vorgespannten Sandschicht welche den Sand 4m hochdrückt? Wenn ich da den Sand raus pumpe, wie lange geht das??


    Grüße

    Christoph

  • Kennt jemand das mit der vorgespannten Sandschicht welche den Sand 4m hochdrückt?

    Nicht im Ried. Schon mal daran gedacht, dass das Rohr beschädigt wurde und der Sand seitlich eindringt?

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Ja, daran hatte ich gedacht. Es aber dann ausgeschlossen aus folgenden Gründen:

    - es ist kurzer Zeit vollgelaufen

    - und der Sand der jetzt im Rohr sich befindet hat eine ganz andere Farbe wie das Bohrgut welches ich die ganze Zeit davor rausgeholt hatte

    Beide Gründe sprachen für mich dafür, dass es kein defektes Rohr ist, sondern von unten hochdrückt.

  • Hey Christopf

    ich würde die Wasserauflast erhöhen! DAs heisst Wasser von oben drauf bis das Rohr vol ist.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Servus,

    das habe ich heute gemacht. Wasser reinlaufen lassen, ist angestiegen bis ca 1,5 tiefe. Da war dann ein Loch im Rohr vom zurückziehen.

    Hat dann aber funktioniert das ganze Rohr wieder von Sand zu befreien bis 8m tiefe. Ich bin dann auch das erste mal mit der Kiespumpe tiefer als das Rohr gekommen. War die ganze Zeit nie der Fall.

    Mit knapp 300kg Auflast will das Rohr nun aber nicht weiter bei 7,9m. Ich kam jetzt auf eine Kies Schicht mit vermutlich dicken Brocken. HAtte welche hoch geholt die nur längs in die Kiespumpe passten.

    Ich werde jetzt in der Tiefe von 8m Schluss machen. Noch etwas unter dem Rohr rausgraben und dann das eigentliche Brunnenrohr einbauen.

    ---und hoffen, dass ich das Arbeitsrohr gezogen bekommen ohne dass die Nieten platzen!!

Brunnen selber bauen