Planung Bohrbrunnen im Feinsand und in Hausnähe

  • Hallo,


    wir haben auf unserem Grundstück einen Grundwasserstand von im Mittel rd. 2 m unter GOK. Wir bauen hier ein Haus mit Keller, Weiße Wanne. Aufgrund des Grundwasserstands kam mir die Idee, gleich einen Brunnen für die Gartenbewässerung mit anzulegen. Am besten direkt in der Baugrube (Tiefe rd. 3 m) bzw. am Rand, da könnte ich mir etwas das Bohren sparen. Wir benötigen für den Kellerbau eine Grundwasserabsenkung (Vakuumverfahren) für die Bauzeit. Der Boden ist Fein- bis Mittelsand, kf rd. 5*10^-5 m/s (als grobes Mittel).


    Im Garten benötige ich im Hochsommer rd. 1,5 m³/d für die Bewässerung, für Tröpfchen-Bewässerung, Gartenbrause und Rasensprenger.

    Ich habe die gängigen Berechnungsformeln für Brunnen einmal angewendet (z.B. hier http://grundwasser.net/brunnenbau/brunnenleistung.html), um Fassungsvermögen und Wasserandrang zu ermitteln.


    Mit einem DN 125 Brunnenrohr und 4 m Filterlänge komme ich auf rd. 3 m³/h an theoretischem Fassungsvermögen des Brunnens. Ich möchte die Absenkung im Brunnen jedoch möglichst gering halten und habe diese nur zu 0,5 m angesetzt. Daraus ergibt sich dann ein Wasserandrang von nur noch 0,5 m³/h.

    Hintergrund der Begrenzung: Durch das Abpumpen entsteht ja ein nicht unerheblicher Absenktrichter, mit Radius von dann rd. 10 m. Bei größerer Absenkung von 1 m liegt dieser schon bei 21 m usw. Ich möchte/muss Schäden an der Bausubstanz verhindern.


    Meine grundsätzlichen Fragen dazu:


    - Aus Erfahrungen bisheriger Brunnen: Ist mein Ansatz einer Absenkung im Brunnen von nur 0,5 m zu konservativ? Der Abstand zum Haus (Keller als Weiße Wanne) beträgt bei Bau am Baugrubenrand nur rd. 2 m. Ich könnte den Brunnen auch etwas weiter vom Haus wegsetzen, allerdings nur bis rd. 8 m.

    - Ist mit o.g. 0,5 m³/h überhaupt etwas im Garten "sinnvoll" zu betreiben, v.a. Rasensprenger (mehrere)?

    - Demnach müsste ich bei der Entnahmemenge im Hochsommer rd. 3 Stunden bewässern, um auf die 1,5 m³/d zu kommen.

    - Würde es Sinn machen, eine zusätzliche Zisterne zu bauen, das Wasser dann langsam vom Brunnen in die Zisterne zu pumpen und dann mit normaler Leistung aus der Zisterne in den Garten?

    - Was ist bei unserem Feinsand zu beachten? Spezieller Filter mit Kiesbelag?


    Danke im Voraus für eure Tipps!


    Gruß Arne

  • Da die Bezeichnungen Fein- bzw. Mittelsand regional unterschiedliche Korngrössen beschreiben, wäre es zur Beantwortung Deiner Fragen sinnvoll, wenn Du eine trockene Probe des zu erwartenden Bohrgutes auf mm-Papier streuen würdest und ein paar Fotos davon hier einstellen könntest.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo, ich habe einmal die Sieblinie der Bodenprobe (aus dem Gutachten) eingestellt.

    Schwarz: 0,9-2,7 m u. GOK, Blau: 2,7-3,0 m u. GOK.

    Wenn noch eine Probe auf Millimeterpapier benötigt wird, erstelle ich die aber gerne noch.



  • Wenn noch eine Probe auf Millimeterpapier benötigt wird, erstelle ich die aber gerne noch.

    Eigentlich nicht nötig, die Zahlenwerte sind eindeutig.

    Wenn es in grösseren Tiefen nicht wieder etwas gröber wird, handelt es sich um eine massive Feinsandschicht. Das Gute daran ist, dass es Sand ist, also Körner, die nicht lösbar sind.

    Mit entsprechendem Filteraufwand läst sich da schon was machen. Unabdingbar: Mantel- bzw. Schutzrohr, damit man einen Kiesklebefilter bzw. Kiesbelagfilter setzen kann. Du brauchst da etwas Professionelles, schau mal hier auf S. 7 :

    http://www.gwe-gruppe.de/expor…roducts/PVC_Ansicht_D.pdf


    Filterlänge : 4 - 6m, ich schätze dann mal mindestens 2m³/h bei sorgfältigem Klarpumpen, die Absenkung ist schwer schätzbar, u.U. nur 0,5 - 1m bei der angegebenen Fördermenge.

    Trotzdem: man baut keinen Brunnen direkt neben dem Fundament, also die möglichen 8m ausnutzen.


    Ich würde mir jetzt erstmal Mantelrohr + Bohrausrüstung besorgen und dann mal so bis 15m runtergehen. Dabei wirst Du sehen, wie sich das Bohrgut verändert. Die weitere Planung wie endgültige Bohrtiefe und Filterlänge kann dann angepasst werden.
    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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