Misslungener Bohrbrunnen aus Meisterhand

  • Hallo an das Forum,


    ich möchte euch von meiner Erfahrung berichten, um andere vor einem unqualifizierten Bohrunternehmer zu schützen.


    Unter seinem Angebot stand sinngemäß, daß im Falle goelogischer oder hydrologischer Hindernisse kein funktionsfähiger Brunnen erstellt werden kann und die geleisteten Bohrmeter zu einem reduzierten Tarif abgerechnet werden.


    Vor Auftragserteilung habe ich den Anbieter gefragt, wie das zu verstehen ist, worauf er mir versicherte, das dies höchstselten mal vorkommt.

    Er versicherte aber, daß er für den Fall mit einer Spülbohrausrüstung wieder kommt und weiter macht, so lange bis er eine gute Schicht erreicht hat.


    Da wir auf den Grundstück eine Erdwärmebohrung und somit ein Schichtenverzeichnis haben, schickte ich es dem Unternehmer zu und bemerkte, das er unter 24 m kommen muß, um unter den Schluff in den Feinkies zu kommen.


    Am Tag der Bohrarbeiten erschienen zwei seiner Angestellten. Auf das Schichtenverzeichnis angesprochen, merkte ich schnell, daß die Herren kaum vorbereitet waren.


    Fortsetzung folgt.


    Bis dahin


    Frank

    Bohrbrunnen 16,5 m,

    ausgebaut mit 4 1/2" Brunnenrohr,

    1 Meter Sumpfrohr mit Bodenkappe,

    3 Meter Filter mit unbekannter Schlitzweite,

    dann weiter bis GOK Vollrohr,

    das Ganze im Schluff durch Meisterhand erstellt, :cursing:

    keine nennenswerte Ergiebigkeit ;(

  • Fortsetzung:



    Wie zu erwarten kam die Trockenbohrung zunächst gut voran, bei 5 m kam Wasser und dann grauer Schluff ohne Ende.


    Zwischen 8 und 11 m wurde etwas gelber Sand / Kies mit einer Korngröße von bis zu 4 mm hoch gebracht. Dann wieder stark verdichteter Schluff und es ging nur noch mühsam voran.



    Als mit bohren kein vorankommen mehr möglich war wurde geplunscht.



    Jetzt konnte ich für etwa zwei Stunden nicht anwesend sein und als ich zurück war, wurde war das Bohrloch verrohrt und mir berichtet, das es bei 17 m nicht weiter ging. Es wurden gerade die Arbeitsrohre gezogen und ein einziger Sack Kies für die Filterstrecke geschüttet, worauf die Herren recht Stolz waren.


    Mir fehlten die Worte. Als ich mich wieder gesammelt hatte, sprach ich diese Vorgehensweise an und man beteuerte, das der Pumpversuch 500 l/h ergeben hat und der Brunnen somit funktioniere.



    Fortsetzung folgt.



    Viele Grüße


    Frank

    Bohrbrunnen 16,5 m,

    ausgebaut mit 4 1/2" Brunnenrohr,

    1 Meter Sumpfrohr mit Bodenkappe,

    3 Meter Filter mit unbekannter Schlitzweite,

    dann weiter bis GOK Vollrohr,

    das Ganze im Schluff durch Meisterhand erstellt, :cursing:

    keine nennenswerte Ergiebigkeit ;(

  • Letzter Teil:



    Am darauffolgendem Tag rief ich den Chef der Firma an, um mich über die diletantische Arbeitsweise zu erleichtern, worauf er mir empfahl in Intervallen zu pumpen, um "eine Wasserader frei zu spülen" . Das könnte einige Wochen brauchen und er würde mir die Arbeiten zunächst als Fehlbohrung zum ermäßigten Preis berechnen, oder auch gern noch eine zweite Bohrung niederbringen.



    Ich mußte mich geschlagen geben, da ich scheinbar einer der höhst unwahrscheinlichen Fälle bin, bei dem es nicht so recht funktionieren wolle.



    In den folgenden Wochen schaltete ich eine 2" Tiefbrunnenpumpe über einen Wasserpegelschalter mit einstellbarer Einschaltverzögerung, genau so wie vom Brunnenbaumeister empfohlen und konnte im Frühjahr 2017 knapp 1 qm/Tag entnehmen.



    Nach vier Wochen meldete sich der Brunnenbauer telefonisch, um sich nach der Entwicklung zu erkundigen. Dieses Telefonat habe ich schnell beendet, worauf es nie wieder Kontakt zu ihm gab.



    Im Laufe des feuchten Sommers 2017 hat sich der tägliche Ertrag auf 0,5 qm/Tag eingependelt.



    Wir hatten uns damit arangiert und gießen unseren Garten mit der Gießkanne und verzichten aufs rasensprengen.



    In den derzeitigen trockenen Sommerwochen ist der tägliche Ertrag auf etwa 200 l/Tag gesunken und die Tendenz ist fallend.



    Meine Botschaft an alle, die nicht selbst bohren möchten:



    Laßt euch nicht auf Formulierungen ein, wie in meinem obersten Beitrag genannt.


    Auch die mündliche Zusage im Bedarfsfall mit einem anderen Verfahren in die gewünschte Tiefe zu kommen sind wertlos.



    Viel Glück und viele Grüße


    der Frank

    Bohrbrunnen 16,5 m,

    ausgebaut mit 4 1/2" Brunnenrohr,

    1 Meter Sumpfrohr mit Bodenkappe,

    3 Meter Filter mit unbekannter Schlitzweite,

    dann weiter bis GOK Vollrohr,

    das Ganze im Schluff durch Meisterhand erstellt, :cursing:

    keine nennenswerte Ergiebigkeit ;(

  • Vielen Dank für Deinen Beitrag, zu dem ich aber noch Fragen habe.


    Wurde ein Werkvertrag oder ein Dienstleistungsvertrag abgeschlossen?

    Falls dienstleistungsvertrag: Wurde aufgrund des vorliegenden Schichtverzeichnisses eine bestimmte Bohrtiefe vom Auftraggeber vorgegeben?

    "3 Meter Filter mit unbekannter Schlitzweite,"

    Wurde kein Brunnenausbauplan erstellt bzw. eingefordert?

    Ist das beauftragte Unternehmen in der Handwerksrolle eingetragen?

    Das sind so meine Fragen, um den Auftrag und das Unternehmen einordnen zu können.
    Ich hoffe, Du hast dafür nichts bezahlt...

    Noch ein paar brunnentechnische Fragen:

    In welcher Tiefe liegt das Grundwasser?

    Warum 2" Pumpe? Sehr ungewöhnlich.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    meine Antworten in Kurzfassung:


    • Vertrag nach VOB / B,

    • keine Bohrtiefe von mir schriftlich vorgegeben,

    • kein Brunnenausbauplan erstellt,

    • in Handwerksrolle eingetragener Betrieb,

    • Rechnung fristgerecht bezahlt, da ich aufgrund seiner Klausel juristisch unterlegen wäre,

    • 2" Pumpe ist war meine Entscheidung aufgrund der sehr geringen "Quellschüttung" (sofern es diese Bezeichnung verdient)

    • Der Boden ist in ca. 5 m Tiefe mit Wasser gesätigt. In 40 m Entfernung gibt es einen alten Schachtbrunnen und etwas weiter entfernt noch zwei Teiche.


    Viele Grüße

    Frank


    PS: Rückblickend betrachtet hätte ich selbst einen Schachtbrunnen mit Brunnenringen erstellen sollen.

    Bohrbrunnen 16,5 m,

    ausgebaut mit 4 1/2" Brunnenrohr,

    1 Meter Sumpfrohr mit Bodenkappe,

    3 Meter Filter mit unbekannter Schlitzweite,

    dann weiter bis GOK Vollrohr,

    das Ganze im Schluff durch Meisterhand erstellt, :cursing:

    keine nennenswerte Ergiebigkeit ;(

  • Vielen Dank.

    Es ist jetzt müßig, darüber zu diskutieren, da ich auch kein Jurist bin, jedoch sollte der von Dir erteilte Auftrag ein Werkvertrag gewesen sein und es hätte sich die Frage gestellt, ob das "Werk" sachgerecht erstellt wurde, denn dazu gehört nicht nur die Erstellung, sondern auch die Funktion des Brunnens.

    Schichtenplan sowie Ausbauverzeichnis gehören ebenfalls zu diesem "Werk".

    Aber egal.

    Brunnentechnisch ergibt sich für mich die Frage, ob noch etwas zu retten ist. Und da sehe ich noch eine eine Möglichkeit, da ein Sumpfrohr verwendet wurde.

    Du könntest die Pumpe ins Sumpfrohr hängen (soweit dort keine Sandablagerungen sich befinden) und hättest dadurch eine höhere Wassersäule zum abpumpen.

    Bedingung dafür wäre, dass Deine Pumpe unten am Pumpenkörper ansaugt oder Du einen kleinen Kühlmantel bastelst.

    Wenn Du etwas handwerklich begabt bzw. interessiert bist, sehe ich noch Chancen.

    Begründen möchte ich das mit

    Zwischen 8 und 11 m wurde etwas gelber Sand / Kies mit einer Korngröße von bis zu 4 mm hoch gebracht.

    Das sollte ausbaufähig sein, sodass evtl eine Dauerförderung (zwar klein aber stetig) möglich sein könnte.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    hatte mich nach kurzer Zeit entschieden die Pumpe tiefer zu hängen, da ich bei diesem Brunnen keinen Schaden anrichten kann.


    Positiv ist zu bemerken ist, das weder Eisen - noch Manganoxid-Ablagerungen festzustellen sind.

    Das anfängliche geförderte graue Feinsediment ist fast weg.


    Der Sensor des Wasserpegelschalters ist am oberen Ende der Pumpe montiert, so das die Pumpe immer vom Wasser umgeben ist.


    Obwohl ich mich als kreativ einschätze, sehe ich keine Möglichkeit in dem interessanten Bereich mit dem gelben Sand/Kies nachträglich Schlitze einzubringen.


    Falls hierfür eine Methode bekannt ist, dann bin ich ein dankbarer Abnehmer für Hinweise und Tipps.


    Viele Grüße

    Frank

    Bohrbrunnen 16,5 m,

    ausgebaut mit 4 1/2" Brunnenrohr,

    1 Meter Sumpfrohr mit Bodenkappe,

    3 Meter Filter mit unbekannter Schlitzweite,

    dann weiter bis GOK Vollrohr,

    das Ganze im Schluff durch Meisterhand erstellt, :cursing:

    keine nennenswerte Ergiebigkeit ;(

  • sehe ich keine Möglichkeit in dem interessanten Bereich mit dem gelben Sand/Kies nachträglich Schlitze einzubringen.

    Ich auch nicht.

    Es ist aber nicht ganz so praxisfremd, zu versuchen, die Rohrtour etwas zu ziehen, um den Filter in den gewünschten Bodenbereich zu bringen.

    Ob dies gelingt, kann niemand vorhersagen.

    Sollte der Brunnen sowieso nichts bringen, könnte man es zumindest versuchen. Verlieren, ausser ein paar Schweisstropfen, kann man nicht viel.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    das Brunnenrohr steckt jetzt 16 Monate im Boden und ohne es zu versuchen behaupte ich, das es nicht mehr zu ziehen geht.


    Mit schwerem Gerät kommt man nicht mehr in unseren Garten ohne Schaden an den Wegen und besonders deren Stufen anzurichten.


    Mit meinem Beitrag möchte ich die zukünftigen Kunden von Brunnenbaufirmen sensibilisieren nicht den selben Fehler wie ich zu machen und stattdessen die Zahlung tatsächlich an den Erfolg zu knüpfen.


    Viele Grüße

    Frank

    Bohrbrunnen 16,5 m,

    ausgebaut mit 4 1/2" Brunnenrohr,

    1 Meter Sumpfrohr mit Bodenkappe,

    3 Meter Filter mit unbekannter Schlitzweite,

    dann weiter bis GOK Vollrohr,

    das Ganze im Schluff durch Meisterhand erstellt, :cursing:

    keine nennenswerte Ergiebigkeit ;(

  • und ohne es zu versuchen behaupte ich, das es nicht mehr zu ziehen geht.

    Das mag wohl sein, aber aus der Praxis wurde schon öfters das Gegenteil berichtet. Die Schraubverbindungen professioneller Brunnenrohre (blau) können tonnenschwere Zugkräfte aushalten. Schweres Gerät ist auch nicht erforderlich, gerade mal zwei hydraulische Wagenheber und eine stabile Holzklammer.

    Das mal nur so als Info.

    möchte ich die zukünftigen Kunden von Brunnenbaufirmen sensibilisieren

    Vielen Dank für diesen Versuch, möge er Wirkung zeigen...


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hinter

    Ich nehmean, dass Du die Fa. Hunter meinst.

    Wenn Du Anworten zu Deiner Frage haben willst, solltest Du drei Dinge machen:

    1. Deinen Post löschen, denn er steht in einem anderen Thread mit ganz anderer Überschrift.

    2. Deinen Wunsch in einem neuen Thread mit passender Überschrift schreiben, damit die Leser auch Dein Anliegen finden.

    3. Etwas genauer beschreiben, um was es geht bzw. was dein Problem ist.

    der dich richtig gut auskennt, mit einer Beregnungsanlage

    Das ist zu allgemein und sagt gar nichts aus.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

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Brunnen selber bauen