Der 2te Versuch

  • Das sind so I Tüpfelchen, die sich bemerkbar machen können, aber nicht unbedingt müssen.

    Ein Anfasen (nicht fassen) führt natürlich auch zu einer Materialverdünnung. Wird das Rohr häufig gedreht, was man ja auch machen soll (mit Gefühl), so schleift sich das Rohr wider ab und die Fase geht verloren.

    Mache bauen sich deswegen Schneidringe aus Metall.

    Die Entscheidung, die Rohre zu ziehen und durch den Zeitaufwand Tiefe zu verlieren, die müsstest Du selbst treffen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Eigentlich müsste ich nun ein Posting mit "der 3. Versuch" aufmachen. Der Übersichtlichkeit halber schreibe ich hier weiter.

    Tja was soll ich sagen..... Erfahrung zahlt sich aus, wenn man keine hat..... noch dazu tollpatschig / schlampig ist muss man daraus lernen.

    Gestern Abend dann das Rohr komplett gezogen und ich wollte ein anderes Rohr einsetzen welches ich an der Muffe entsprechend angefast und gekürzt hatte damit wirklich der dickste Durchmesser aussen steht.

    WIe man oben sehen kann lagen die Backsteine gefährlich nah am Brunnenloch, richtig, sie LAGEN. Dummerweise ist mir einer beim ziehen des Rohres in das Loch geknallt. Klein bekommen habe ich ihn nicht und nachdem dort unten ein Schraubenschlüssel, die Gartenkralle und besagter Stein nun liegen. Wurde die Bohrung stillgelegt. Rohr komplett gezogen und erstmal eine Schubkarre Lehmzeugs reingehauen.

    Direkt nebendran, 50 cm entfernt ein neues Loch heute um 15:30 angesetzt. Auf einmal macht es bei 2 Metern RUMMMSSS und der Bohrer macht einen Satz nach unten.

    Was sehe ich da? Ich habe mit einem Meter Radius eine Höhle in 3 Metern Tiefe geschaffen.....

    Gott sei Dank werkel ich nicht in der Nähe vom Haus. Nun schmeisse ich meinen Aushub zwar in das alte Loch, aber das Volumen glaubt mir keiner.....

    Man mag es aber kaum glauben: Innerhalb von knapp 4 Stunden bin ich nun bei 4,2m angekommen. Der Boden ist so ein kleines Stück in der aktuellen Schicht komplett anderst. Einfach nur nasser Lehm mit Kiesanteilen. Keine faustgroßen Feuersteine zu finden.....

    Freitag Nachmittag geht's weiter. Mal sehen was dann passiert.

  • Was sehe ich da? Ich habe mit einem Meter Radius eine Höhle in 3 Metern Tiefe geschaffen.....

    Gott sei Dank werkel ich nicht in der Nähe vom Haus.

    Du solltest darauf achten, zukünftig nur in die Tiefe und nicht in die Breite zu bohren.

    Überleg Dir mal, wenn ein solches Loch, vielleicht in 10 Jahre, mal plötzlich zusammenbricht und jemand, z.B. ein Kind, im Trichter steht.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Moin, wieder ein Wochenende vorbei. Wieder kein Fortschritt.

    Ersteinmal wieder Danke für die Hinweise. Das mit dem Trichter ist echt dumm. Das Gelände ist abgesperrt damit meine Zwerge nicht hinkommen. Der Aushub aus dem neuen och kommt immer direkt rein und inzwischen ist die Höhle bis 2,5m verfüllt.

    Mein Problem nun ist, dass das Wasser den Sand in mein Arbeitsrohr hineindrückt. Direkt nach dem Pumpen habe ich 20 cm mehr Tiefe als keine 5 Minuten später. Die Auflast habe ich deutlich erhöht und bin nun bei 6 Gehwegplatten á 20kg und 140 Liter Wasser sowie mich angekommen. Somit gesamt ca 350 kg.

    Nun habe ich gelesen dass es sinnvoll wäre Wasser in das Arbeitsrohr einzufüllen im Sinne von Gegendruck. Gibt es andere Ideen oder Aussagen hierzu?

  • Gibt es andere Ideen

    Nein, es ist für dieses uralte Problem eine gängige Methode.

    Kiesbüchse ablassen, danach Brunnenrohr mit Wasser bis oben füllen, zwei, drei Hübe und langsam hochziehen. Dabei ständig ausreichend Wasser nachfüllen.

    Falls das nicht funktioniert, könnte ein zu grosser Durchmesser der Kiespumpe schuld daran sein.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Ein wenig abstinent war ich nun. Gestern und heute gings wieder los.

    Rohr erstmal gestern gedreht. Mit ordentlich Hebel ging es gut. Eine massive Eisenstange mit 2cm Durchmesser hats verbogen. Danach konnte ich aber mit der blossen Hand das Rohr anheben.

    Beim Bohren im weiteren Verlauf einen riesigen Feuerstein hochgeholt. Untertassengröße. Das Rohr ging wieder gut runter. Dummerweise bin ich immernoch bei 4,4m. Das ist eine ewige Odyssee...... Bei 5 Metern feiere ich Bergfest.

    Auflast sind nun 350kg.

  • So, lange nichts von mir hören lassen.

    Inzwischen ist es der 4te Versuch geworden. KG Rohre habe ich nun verabschiedet und zum Wohle des Nachwuchses die Baustelle vor das Haus verlegt wo nicht soviel Kleinkindverkehr ist.

    Mit 150er TNA Rohren bin ich heute bei 5 Meter angekommen.

    Bodenverhältnisse wie gehabt. 1. Meter Mutterboden, mit ein wenig Bauschutt, dann Sand bis 4 Meter welcher Wasser führt und ab 4 Meter geht die Plackerei im Mergel los.

    Der Mergel ist grau, lehmig, und teilweise innerhalb von 10 cm mit verschiedenen Eigenschaften versehen. Mal kiesig, mal sandig, mal reiner Lehm und nun ab 4,9 Meter das Schlimmste: Knallharter trockener Lehm der sogar knackt wenn man ihn durchbricht. Fortschritt erziele ich nur indem ich mein Bohrgestänge samt Bohrer in voller Länge hinunterkrachen lasse, dann ein wenig drehe bis der Widerstand weg ist und das Ganze von vorne. Anschließend die Kiespumpe und wieder sind 3 cm geschafft.....

    Habe nun über Nacht das Bohrloch mit Wasser bis Oberkante gefüllt, vielleicht weicht das den Freund ein wenig auf.

    Angst habe ich dass das ewig so weitergeht. Mal sehen.

    Was sagen Eure Erfahrungen zu dieser Lehmart? Nur in kurzen Schichten oder auch auf langen Strecken vorhanden?
    Einen schönen Abend noch und danke für den Erfahrungsaustausch

  • Was sagen Eure Erfahrungen zu dieser Lehmart? Nur in kurzen Schichten oder auch auf langen Strecken vorhanden?

    Beides. Leider kann man nicht in den Boden sehen, nur für den jeweiligen Boden den passenden Bohrer auswählen. Für diese Bodenart wäre das dann ein Venturi Bohrer. Oder vorher den Boden mit einem Meissel auflockern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo Florian,

    wir haben hier auch harten Mergel. Bohre im Spülbohrverfahren. Meine selbstgebauten Bohrer haben an der Bohrspitze angeschraubte Fräsplatten zum Wechseln. Damit scharbe ich den harten Boden ab. Wenn es sehr hart wird oder auch mal Steine dabei sind, kann es sein, dass man an einem Tag nur einen Meter schafft.

    Der Vorteil ist, dass das Loch ohne Verrohrung steht.

    Mit dem "Schlamm" kannst Du die Rohre außen im oberen Bereich abdichten und wasserdicht machen. Ist wie Beton.

  • Hallo Halunke,

    danke für dein Feedback, aber nun einen Spülbohrer anzuschaffen reisst dann doch den Budgetrahmen erheblich aus dem Rahmen auch wenn es sicherlich schneller und am Ende wahrscheinlich sogar kostenneutral gelaufen wäre- Also so ein Brunnen ist echt nix für Weicheier.....

  • Moin,

    nach 2 Wochen Pause gings heute wieder los. Mit dem 150 Bohrer im Rohr den Lehm angebohrt. Hochziehen dann mit dem kettenzug. Der Lehm ist steinhart und ich muss ihn mit Hammer und Meisel vom Bohrer lösen, tlw. ist er grünstichig. Hat gut funktioniert bis ein Stein im Bohrer und unter der Rohrkante hing. Ergo die ganze Rohrtour gezogen. Der Sand floss direkt in das Loch und am Ende vom Tag war ich wieder bei 5 Meter. Nun muss ich ein anderes Rohr wieder abschrauben. Welche Tipps habt ihr damit ich das schaffe? Habe von heissem Wasser gelesen. Andere Ideen? Danke schon mal. Inzwischen ist die Überlegung noch 2 Meter weiter zu machen und wenn dann der Lehm immer noch so hart ist, einen rammfilter 2 zoll mit filterkiesschüttung einzubringen

  • So, das Virus hat mich gestern wieder erwischt und es ging weiter. Die Moral von der Geschicht: Sichert euer Brunnengestänge vernünftig wenn es außerhalb vom Loch ist. Ein Bohrkopf im Gesicht kann schmerzhaft sein.

    Gestern und heute weitergebohrt durch den harten Lehm. Nun bin ich bei 6 Meter angekommen. Und ziemlich genau ab 6 Meter: Grob- / Feinsand Kies mit Lehmbröckchen.

    Da ohnehin schon Feierabend anstand mal ein wenig die Pumpe reingehalten. Loch läuft leer aber nach 2 Stunden war wieder ein Meter Wasser im Loch. Mit ein wenig Glück noch 3 Meter im Sand plunschen und fertig......

Brunnen selber bauen