Mein Bohrbunnen in Hirschaid

  • Hallo Zusammen,


    wie bereits erwähnt stehe ich kurz davor mir das ganze Equipment zuzulegen.

    Es gibt ja zwei Arten von Bohrbrunnen 1x mit Arbeitsrohr und 1x ohne (direkt Filter einplunschen).

    Wenn alles wie erhofft kommt, steht das Wasser bei 12m. Wir sitzen direkt auf Sand, ich denke der Feinsandanteil wird dementsprechend hoch sein. Bei 17m ist angeblich Schluss, da kommt eine 80m dicke Tonschicht. Dementsprechend werde ich wahrscheinlich mit 2m Filter auskommen müssen.

    Ausgelegt soll die Anlage für eine Gartenberegnung sein, ein Kreis hat max. 1,8³m pro Stunde. Das sollte mit 2m Filterstrecke drin sein oder?

    Mein Nachbar meint immer er hat Wasser ohne Ende, seine 6m³ Pumpe läuft immer Vollgas, er hat 1500m² Rasen und besprengt den mit 3 großen Fußballplatzsprengern parallel. Gut seine Filterstrecke ist länger aber soviel Wasser benötige ich nicht. Ich hänge das Bohrprofil unten an von Ihm.

    So jetzt zu den Möglichkeiten...


    Variante 1 (Arbeitsrohr): Teurer da ja zwei Rohre bis 17m gekauft werden müssen. Ziehen dürfte kein Problem sein, wir haben einen 4t Stapler. Wenn ich hier Filterkies einarbeite kann ich ja die Schlitzweite etwas größer wählen, was würdet ihr da nehmen?


    Variante 2 (direkt einplunschen): Günstiger. Ich würde mit 150mm Bohrer bis Grundwasser arbeiten (Bohrer mit beweglicher Spindel), dann das Rohr (0,5m Sumpfrohr, 2m Filter mit 0,3 Schlitzweite, Rest Vollrohr Glattwand). Ich befürchte, dass die 0,3 eventuell zu wenig Wasser durchlässt.


    Ich bin hin und hergetrieben wie ich es denn letztendlich realisieren soll? Wäre nett wenn ihr ein paar Gedanken dazu hier lasst!


    Danke schonmal und Gruß Daniel


  • Lies Dir mal S.5 durch, da findest Du Informationen zur Filterdurchlässigkeit. Die Angaben beziehen sich auf freistehende Filter, also in einem Fass o.ä. Bei eingebauten Filtern istdie Durchlässsigkeit in Abhängigkeit des Bodens geringer.

    http://www.gwe-gruppe.de/expor…roducts/PVC_Ansicht_D.pdf


    Eine Kiesschüttung bringt nur dann etwas, wenn sie mindestens 5cm stark ist.

    Ansonsten sollte man Kiesbelagfilter wählen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • So der Bohrer ist gekauft und ich warte auf Lieferung...


    Bohrer mit beweglicher Spindel aus Polen 145mm und 17m.


    Nächste Woche stell ich 2 Felder von unserem Gerüst auf und lege einen großen Balken drauf. An dem kommt dann die elektrische Seilwinde.


    Es wird langsam ernst... ich freu mich schon bisl drauf bin aber auch etwas skeptisch angesichts der Länge des Brunnens und weil es mein Erster ist.


    Auf jeden Fall werde ich hier alle Schritte dokumentieren, auch bis zum Ende.


    :thumbup:

  • EDIT: Themawechsel


    Hier folgt jetzt die Dokumentation des Bohrfortschrittes


    Weiteres Vorgehen:


    Bei ~4m Sperrschicht mit Sand Tongemisch und ~1m Wasser.


    Heute noch zum Baustoffhandel und 5m KG DN160 besorgen.


    Dieses plunsche ich durch die Sperrschicht um dann weiter bohren zu können mit beweglicher Wendel.


    Das hat hat sehr gut funktioniert, etwa 1h für 4m.

  • Es wurden doch 2 x 2m KG Rohr. Die 5m Stange hat aus meinem Auto hinten 2,5m rausgeguckt :-)

    Die Muffe hab ich weggeflext, verklebt und geschraubt.

    Es stehen jetzt 3,5m KG Rohr im Erdreich. Ich hab noch ein wenig mit dem Gestänge weitergebohrt und meine durch die Lehmschicht gekommen zu sein.

    Also jetzt warten auf Kiespumpe, Holzzange habe ich gestern auch noch gebaut.

    Ich bohre genau an der Hauptstraße, da kommt einiges an Publikum vorbei. Unter anderem gestern ein Nachbar den ich aber nicht weiter kenne. Er hat seinen Brunnen vor 8 Jahren selber gebohrt. Er meinte er sein bei 13m auf Wasser gestoßen, welches aber Eisen und Manganhaltig ist. Deswegen hat er sich ne Filteranlage dazu gekauft. Wird bei mir dann auch darauf hinauslaufen denke ich.

  • Ich komm irgendwie nicht weiter.

    Gestern kam die Kiespumpe.

    Vorher im Bohrloch noch bisl gelockert.

    KG Rohr mit Wasser gefüllt und geplunscht.

    Nicht viel Material mitgekommen :-/

    Ich versuche heute dann mit einer Bohrmaschinenpumpe das Wasser wegzusaugen und nochmal zu bohren.....

  • Das ist auf jeden Fall vernünftiger als eine Bohrmaschinenpumpe.

    Gruss

    kg49

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    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • So seit gestern geht es mit Manpower voran.


    Ich habe nochmal das KG Rohr, welches ich benötige um durch die erste Sperrschicht zu kommen, gezogen. Es war etwas schief drin gestanden.

    Nach dem neuen setzen steht es jetzt gerade.

    Ausserdem ist meine elektrische Seilwinde installiert, was für eine Erleichterung!!

    Was erstaunlicherweise sehr gut klappt ist das arbeiten mit der Winde und Kiespumpe.

    Heute Nachmittag wird jetzt noch die Holzzange mit 200kg beschwert und dann hoffe ich dass es endlich weiter nach unten geht!!

  • Die 4m KG sind nun komplett im Boden versenkt.


    Ich hatte mich schon gefreut weil eine leider nur dünne trockene Schicht kam. Jetzt wieder mehr Wasser und Lehm.


    Ich kaufe jetzt nochmal 2m KG Rohr um endlich durch diese Lehmschicht zu kommen.


    Sollte das nicht funktionieren wird das Brunnenrohr bestellt...

  • Der Samstag war ein wirklich harter Arbeitstag.

    Ich kann gar nicht oft genug wiederholen wie toll doch eine elektrische Seilwinde ist!!

    Ich habe meinen Bohrer immer wieder tief in den Lehm gebohrt. Mit der Hand kann man das natürlich nicht ziehen. Schlaufe von der Seilwinde ran und kurz angehoben. Damit könnte ich dann relativ schnell durch 1,5m Lehm kommen. Insgesamt waren 5m KG Rohr im Boden, der 6te Meter lies sich einfach nicht senken obwohl ich fast 350kg plus meiner einer als Auflast hatte. Keine Ahnung warum?!

    Ich bin kurz weg um Wasser zu holen und da hab ich es schon gehört, ein langsames kratzen. Der komplette Meter ist einfach nach und nach reingerutscht. Das beste war dass er die Lehmschicht abgedichtet hat, so wie ich das wollte, und kein Wasser mehr nachlief in die Bohrung. So war ich nach 6m endlich durch die Lehmschicht durch und es wurde sandiger. Gebohrt habe ich bis auf 11,5m am Samstag ohne auch nur auf einen Stein zu treffen, alles Sand/Schluff. Es kann sich also nur noch um 1-3m handeln bis zum Grundwasser. Was ich hoffentlich heute Abend erreichen werde!

    Hier noch ein Bild von meinem "Bohrturm"...

  • Gestern noch einen halben Meter weiter gebohrt und dann ging nicht mehr. Das Bohrgut ist von der Spindel gefallen - YES!!

    Sofort ins Haus gegangen und Brunnenrohr bestellt. Leider nur mit Muffe verfügbar. Ich hab mir überlegt jetzt doch 3m 0,3er Filterrohr zu setzen. Wenn der ganze Aufwand schon da ist dann soll es auch was ordentliches werden!

  • Gestern war ich etwas überrascht!!

    Zum ersten Mal in meinem Leben mit der Kiespumpe im Wasserleiter gepumpt.

    Ich habe sie genau 2x abgelassen. Jedes Mal nur etwa 10cm angehoben mit ca. 5 Hüben. Danach war sie knallevoll!

    Ich habe einen Meter Brunnenrohr innerhalb von 10 Minuten versenkt.

    Und wieder 0,0 Steine dabei. Nur Sand, der aber zum Glück etwas gröber ist. Demnach könnte meine 0,3er Filterstrecke gut funktionieren.

    In Anbetracht der zu erwartenden Tonschicht habe ich mich kurzfristig doch für 2m Filterstrecke entschieden. Ich darf später mit meiner Eisen und Mangananlage sowieso nur max. 1,6 qm /h entnehmen. Also könnte gut passen.

  • Ein ganz tolles Foto, das ist lehrbuchmässig.

    Was ist daran so toll? Nun, es zeigt hervorragend, wie sich die Filterschlitze mit Sandkörnern füllen, die genau reinpassen.

    Wenn diese nachher beim Klarpumpen durch die Schlitze gehen, ist alles o.k. Verklemmen sie sich aber in den Schlitzen, so nimmt die Öffnungsfläche des Filters rapide ab.

    Deswegen ist immer eine Filterkiesschüttung empfehlenswert, da dort die Kieselgrössen mit den Filterschlitzen abgestimmt werden. Oder halt, wenn ohne Arbeitsrohr gearbeitet wird, eine auf Reserve angelegte Länge der Filterrohre.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen