Planungsfragen zu meinem ersten Brunnen - Boden: Mittelsand

  • Hallo allerseits!


    Ich möchte meinen ersten Brunnen bohren.

    Zum Thema Brunnenbau habe ich mich schon etwas eingearbeitet, bin mir aber bei ein paar Details nicht sicher.


    Zunächst mal die Eckdaten:


    Ziel: Gartenbewässerung. Geplante Entnahme: Vermutlich 1m³/Tag. Evtl im Sommer etwas mehr, im Winter sicherlich weniger.


    Grundwassertiefe: Aktuell in ca 14m Tiefe, Daten des Pegels konnte ich bis 1969 finden. In dem Zeitraum war der niedrigste Stand 15m.


    Bodenschichtung:

    Ich konnte zwei Bodenprofile in der näheren Umgebung finden. Ich gebe hier nur die Daten in der relevanten Tiefe an, also da wo das Filterrohr sein könnte.


    Profil 1: ca 240m südlich vom geplanten Brunnen

    15m–16,5m Grobkies mit Mittelkies und Mittelsand und Grobsand;

    -17,2m Schluff

    -18,2m Mittelkies mit Mittelsand

    -19 m Grobkies mit Mittelkies und Mittelsand

    -20,2m Mittelsand mit Grobsand

    -21,2m Mittelkies mit Mittelsand

    -22,4m Mittelsand mit Grobsand


    Profil 2: ca 600m Südwestlich vom geplanten Brunnen

    13,6m-16,2m Grobkies mit Mittelkies und Mittelsand und Grobsand

    -17,3m Mittelsand

    -17,6m Schluff

    -19,4m Mittelsand mit Grobsand

    -22,3m Grobkies mit Grobsand und Mittelsand



    Meine erster Plan war:

    - Bohren von Hand bis zum Grundwasser, dann in Endtiefe plunschen.

    - DN125 Brunnenrohr, 4" Pumpe

    - 2m Filterrohr mit 0,3mm Schlitzen.

    - Wasser beginnt bei 15m im schlimmsten Fall. Daher: Pumpe in 16m Tiefe, Filterohr beginnt bei 17m und geht bis 19m, dann 0,5m Sumpfrohr.

    - Das Ende soll mit Quellmaterial Verschlossen werden.


    Der geplante Brunnen liegt in einem Grundwasserschutzgebiet. Dass man auführlich Anträge stellen muss, dokumentieren muss und Vorschriften einhalten muss, ist bekannt.

    Zum letzen Punkt weiß ich z.B. nicht in der Nähe von Altlasten, Abwasserrohren, ..., Brunnenschacht (oder wie der Aufbau am oberen Ende genannt wird...) muss abgedichtet sein, sodass kein Regenwasser ins Grundwasser gelangen kann.


    Nun meine Fragen:

    1) Kann man bei der Bodenschichtung überhaupt noch Filterrohr verwenden? Ich habe gelesen, dass die Schlitze halb so breit wie die Körnung sein sollen. Mittelsand geht bis 0,2mm.

    Falls ich das Filterrohr nicht einsetzten kann: Muss ich mit Arbeitsrohr arbeiten und Filterkies einfüllen? Das wird in der Tiefe sicher nicht einfach. Gerade da ich nicht für viel Geld Arbeitsrohr kaufen will, das am Ende eh wieder raus kommt.


    2) Sehe ich es richtig, dass bei dem geplanten Bohrverfahren (Handboren, dann Plunschen ohne Arbeitsrohr) Quellmaterial verwenden muss, um das Rohr nach unten zu verschließen? Oder gibt es andere Optionen für den Verschluss?


    3) Ist der Aufbau zu großzügig geplant? Ist 1m Wasserspiegel bis Pumpe und 1m Pumpe bis Anfang Filterrohr wirklich notwendig?


    Ich freue mich über sonstige Hinweise und Tipps!


    Viele Grüße

    Christian

  • Ist Dir eigentlich klar, dass Du, abgesehen von der Bohrtiefe, paradiesische Verhältnisse hast, um die Dich mancher Hobbybrunnenbauer beneiden würde?

    Mittelsand geht von 0,2 bis 0,63mm. Glaubst Du wirklich, dass Dein Mttelsand nur aus 0,2mm Körnern besteht? Das wäre sehr ungewöhnlich.

    Kurz zum Aufbau:

    DN115 reicht vollkommen aus.

    Sumpfrohr 1m, keine 0,5m

    Quellmaterial verwenden muss, um das Rohr nach unten zu verschließen?

    Ja

    Ist der Aufbau zu großzügig geplant?

    Nein


    Andere Frage: Bekommst Du wirklich die Genehmigung, selbst zu bohren?


    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Hallo kg49,


    Danke für Deine Antwort!


    Ja, die Bodenverhältnisse könnten auch wesentlich schlechter sein :)


    Glaubst Du wirklich, dass Dein Mttelsand nur aus 0,2mm Körnern besteht?

    Nein, aber ich habe mich gefragt ob der feinkörnige Anteil immer weiter eindringen kann, die Pumpe beschädigt wird und vielleicht sogar ein Hohlraum entsteht... Oder das Filterrohr verstopft...

    Wobei dann Filterkies vermutlich auch nicht helfen würde.


    Aber ich vermute der feine Anteil wird beim Klarpumpen "entfernt".


    So oder so. Ich habe mir gedacht: Es gibt sicher Leute die sich da besser auskennen als ich und ich frage mal.


    Andere Frage: Bekommst Du wirklich die Genehmigung, selbst zu bohren?


    Tja, ich hoffe.

    Ich konnte bisher an keiner Stelle eine Vorschrift finden, die besagt, dass es eine Firma machen muss. Nur dass es jemand machen muss, der über die nötige Sachkunde verfügt.


    Ich werde den Antrag sehr gut vorbereiten und hoffen, dass ich damit nachweisen kann, dass ich mich genügend in das Thema eingearbeitet habe.


    Im Prinzip ist es ja gut, dass nicht jeder wie er gerade will im Grundwasserschutzgebiet Löcher bohren kann... Wenn das Wasser irgendwann aus der Leitung kommt will ich es ja auch noch trinken können.


    Ich kann Berichten, was am Ende herausgekommen ist.


    Viele Grüße

    Christian

  • Aber ich vermute der feine Anteil wird beim Klarpumpen "entfernt".

    Richtig, deswegen muss das Klarpumpen auch richtig erfolgen, damit sich ein richtiger Filter bildet. Die Filterschlitze sollen nämlich nicht filtern.


    Am meisten bin ich gespannt, auf die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde. Lass auf jeden Fall mal von Dir hören wie die Genehmigung ausgegangen ist.


    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


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