Speck Büffelpumpe, austauschen oder reparieren?

  • Guten Tag sehr geehrte Forummitglieder,


    als Neuling hier und im Fach habe ich folgende Fragen, vielleicht hat jemand einen Rat für mich:

    Im Keller meiner Schwiegermutter werkelt seit Jahrzehnten eine Speck Büffelpumpe (Kolbenpumpe, 1,1 PS, 1410 Umdrehungen/Minute) Typ D 234 h und befüllt einen 500 Liter Druckbehälter.

    Nun schaltet der Überlastschalter, vermutlich wegen eines defekten Druckschalters, regelmäßig nach dem Befüllen die Pumpe aus. Außerdem leckt sie stark aus der Dichtung an der Kolbenstange. Die Quetschdichtungen habe ich schon getauscht. Vermutlich sind noch andere Dichtungen fällig, was eine komplette Demontage der Pumpe bedeutet. Daran hat sich vor Jahren schon einmal ein Fachmann ohne großen Erfolg versucht.

    Ich finde die Pumpe trotzdem richtig klasse, aber ein Installateur rät mir dazu, sie gegen ein Hauswasserwerk zu tauschen. Auch weil dann der große Druckkessel wegfallen würde.

    Meine Fragen sind folgende:

    Lohnt sich die Reparatur für einen mäßig begabten Laien? Sie wäre vermutlich nicht billig und mit ungewissem Ausgang.

    Welche Pumpe könnte die Speckpumpe zum Befüllen des Kessels direkt ersetzen?

    Teilt ihr die Meinung zum Hauswasserwerk?

    Welches würdet ihr dann empfehlen?


    Zum Brunnen kann ich leider nichts weiter sagen, es ist ein Saugrohr. Derzeit wird das Wasser für den Garten (zwei Schläuche, Beregner) benötigt.

    Vielen Dank schon mal im Voraus für eure Mühe.

    Pedro

  • Guten Morgen Petobln

    Das mit dem Hauswasserwerk würde ich mir überlegen wenn du die Daten des Brunnen nicht kennst! Dann prüfe doch mal den Luftpuffer im Kessel! Ist der zu klein, dann läuft die Pumpe ständig an und schaltet schnell aus und das in kurze Interwalle. Dann wie hast du die Dichtung eingebaut? Es sind drei wenn nicht gar vier Wachsschnüre, die immer um 90Grad verdreht eingelegt werden. Dann musst du noch die richtige dicke haben. Doch nach meiner Erfahrung lohnt es sich ein solche Pumpe zu reparieren.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Hallo Tomerb,


    Danke für die Antwort. Der Luftpuffer ist Ok. Die Dichtungen hatten wir von Speck bestellt und richtig eingebaut. Um an die anderen Dichtungen zu kommen, muss die Pumpe demontiert werden. Ich bekomme zwar fast alles auseinander, aber manchmal nicht mehr zusammen ;- }

    Grundsätzlich gebe ich Dir aber recht. Nur, wenn es nicht klappt, wüsste ich gerne, welche andere Punpe ich dann kaufen muss. Nicht jede eignet sich wohl für den Druckbehälter.

    Hast Du einen Tipp?


    Viele Grüße

  • er erklärte, dass das Hauswasserwerk einen kleinen Ausgleichsbehälter hat. Eine kurze Wasserentnahme führt also nicht dazu, dass die Pumpe gleich anläuft.

    Das ist richtig, trifft aber auf jede Pumpe zu. Hast Du mal überlegt, warum ein so grosser Windkessel verbaut wurde?


    Nicht jede eignet sich wohl für den Druckbehälter.

    Das ist mir nicht verständlich. Kannst Du das mal näher erläutern?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    nachdem was mir gesagt wurde, sind Pumpen, wie sie bei den Hauswasserwerken (etwa aus dem Bauhaus) verwendet werden, nicht dafür geeignet einen so großen Kessel zu befüllen. Warum, kann ich nicht sagen. Da ich davon keine Ahnung habe, habe ich mich auch an dieses Forum gewandt.

    Wenn ich die Speck Pumpe ersetzen muss wäre es gut zu wissen, was die Alternativen sind.


    Viele Grüße

  • nachdem was mir gesagt wurde, sind Pumpen, wie sie bei den Hauswasserwerken (etwa aus dem Bauhaus) verwendet werden, nicht dafür geeignet einen so großen Kessel zu befüllen.

    Zur Qualität dieses Ratschlages möchte ich nichts sagen, ich wäre jedoch vorsichtig bei weiteren Ratschlägen.

    Du möchtest wissen, welche Pumpe geeignet ist. Dazu gehört jedoch erst mal eine Definition der Anforderungen, bevor man zu einem Fabrikat oder sogar zu einem speziellen Typ raten kann.


    Zur richtigen Pumpenauswahl habe ich mal folgende Info geschrieben, ohne Berücksichtigung der darin genannten Punkte kann man eine Pumpe nicht richtig auswählen:

    "Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge. Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich. Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.

    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen. Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser. Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.

    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.

    Diese Drücke werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar. Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft. Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.

    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.

    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern."


    Mehr kann man zu dieser Thematik nicht sagen.

    Falls Dir der Begriff Pumpenkennlinie nicht vertraut ist, einfach nachfragen.


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    Danke für die ausführliche Antwort. Da ich nur die Typenbezeichnung und die Daten von dem Typenschild der Pumpe habe, kann ich keine weiteren Antworten liefern.

    Der Sprenger wird letztlich von dem Wasserkessel „betrieben“, der solange gefüllt wird bis maximal fünf Bar erreicht werden. Bei zwei Bar schaltet die Pumpe wieder ein. Um eine Pumpe die dies kann, ging es mir.

    Sollte die alte Pumpe defekt sein, werden wir, aufgrund der scheinbar großen Komplexität des Themas, auf ein Hauswasserwerk umrüsten, wie vom Installateur empfohlen.


    Viele Grüße

  • der solange gefüllt wird bis maximal fünf Bar erreicht werden. Bei zwei Bar schaltet die Pumpe wieder ein

    Das heisst, die Pumpe taktet. Das ist ungünstig. Ein- und Ausschaltdruck bei einem Kessel sind so einzustellen, dass die Pumpe bei maximaler Last durchläuft.

    auf ein Hauswasserwerk umrüsten, wie vom Installateur empfohlen.

    Da hast Du etwas nicht ganz verstanden. Die genannten Überlegungen sind bei jeder Pumpe zu machen, egal ob Hauswasserwerk oder Tiefbrunnenpumpe.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Das heisst, die Pumpe taktet. Das ist ungünstig. Ein- und Ausschaltdruck bei einem Kessel sind so einzustellen, dass die Pumpe bei maximaler Last durchläuft.

    Kolbenpumpen sind Verdrängerpumpen und müssen takten.

    DerKessel ist wohl ausreichend dimensioniert Bei Kolbenpumpen rechnet man 10% des Volumenstroms als Kesselinhalt.

    Ich an Deiner Stelle würde die Pumpe abdichten und mich mal um die Elektrik kümmern. D. h. die Stromaufnahme des Motors messen. Wenn die ok ist wechsele den Motorschutzschalter, die werden im Alter müde und lösen dann einfach aus (wie im richtigen Leben;)). Schraube den Druckschalter auf und schaue nach ob er von innen verschlissen oder verbrannt aussieht, wenn ja auch erneuern. Und das A& O bei der ganzen Sache: Luftpolster im Kessel kontrollieren: 2/3 Wasser- 1/3 Luft.

  • Kolbenpumpen sind Verdrängerpumpen und müssen takten.

    Kannst Du das bitte mal physikalisch oder technisch erklären?

    (Nicht dass sie Verdrängerpumpen sind, sondern dass sie takten müssen).

    Da es für mich nicht unmittelbar nachvollziehbar war, habe ich direkt bei einem Fachhändler für Speck Kolbenpumpen angefragt und folgende Auskunft bekommen:

    "...eine Kolbenpumpe kann auch als Dauerläufer eingesetzt werden, hängt eben vom Elektromotor ab..."

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Klar kann ich.

    Zuerst einmal: natürlich kann eine Kolbenpumpe als Dauerläufer betrieben werden, vorausgesetzt es wird genau soviel Wasser abgenommen wie gefördert wird.

    Jetzt zu dem was ich meine:

    Keiselpumpen bringen um so weniger Wasser je höhen der Druck ist der im System ansteht. Hast Du z. B. eine ZDS Pumpe 2-50 kannst Du bequem zwei Rechteckregner der bunten Plastikfirma betreiben. Es fließen dann bei 5bar ca. 1200 l/h, die Pumpe könnte aber 2000l/h. Steuert der Presscontrol die Anlage hält er die Pumpe sowieso immer am Limit . Normal. Steuerst Du aber über Druckschalter/ Kessel musst du den Punkt finden wo bei genau dieser gebrauchten Wassermenge die Pumpe durchläuft und am Druckschalter einstellen denn nichts ist schlimmer für die Leute als ein Regner der mal 2meter hoch (Pumpe aus), oder 4m hoch (Pumpe an) sprengt. Du suchst diesen Punkt und stellst dabei sicher das die Pumpe bei Nullförderung zuverlässig ausgeht.

    Kolbenpumpen bringen aber IMMER ihre Nennleistung. Denen ist egal ob 2 bar oder 5 bar im Kessel sind.

    Und jetzt kommts: Kolbenpumpen haben ein Kurzschlussvertil zwischen Saug und Druckseite. Das verhindert das die Pumpe oder der Kessel bei Versagen des Druckschalters platzen.

    Duch Druckspitzen die bei der Umkehr des Kolben enstehen sollte der maximale Druck ca. 1bar unter dem Nenndruck der Pumpe liegen. Wenn das Kurzschluss- oder Sicherheitsventil nach 20 Jahren in Betrieb zum ersten mal öffnet (z. B. durch einen falsch eingestellten oder versagenden Druckschalter) und hat es der Betreiber nicht 1x im jahr händisch betätigt (und das tuen 99- 100% der Nutzer nicht) ist der Windkessel der Pumpe (da sitzt es nämlich) da wo die Sonne nie hinscheint.

    So, und jetzt habe ich

    1. krumme Finger und

    2. Feierabend

  • Vielen Dank für die ausführlichen fachmännischen Antworten. Abdichten und den Druckschalter wechseln werde ich wohl versuchen.

    Jetzt noch eine letzte Frage. Angenommen ihr müsstet die Speckpumpe austauschen und hättet nur die Informationen die ich schon angeführt habe, welche Alternative würdet ihr empfehlen? Auch mit der Gefahr, dass es aus irgendwelchen Gründen, die ihr nicht kennt (oder für die ich zu blöd bin um sie zu beschreiben, zu verstehen), nicht funktionieren würde.


    Viele Grüße und nochmal Dank für die Mühe

Brunnen selber bauen