Bohrbrunnen in Niederbayern, 10 Meter in Lehm, noch Hoffnung?

  • Servus zusammen,

    in der Nähe von Straubing soll ein Brunnen für die Gartenbewässerung erschlossen werden.


    Brunnenbauer beauftragt mit Bohrgerät, 150 mm, Bohrung ging zunächst schnell voran, bei ca. 3 Meter hatten wir eine dünne Kiesschicht, vielleicht 10-20 cm. Es wurde auch zunehmend feuchter, so dass wir zunächst guter Dinge waren.

    Leider folgte dann nur noch Lehm - in allen möglichen Farben, von gelb, braun über hellgrau und schwarz.

    Auch die Konsistenz wechselte zwischen lehmig-gatzig und hart-spröde.

    Wir haben bis ca. 10 Meter gebohrt, bis das Bohrgerät in zäh-dickem Tegel nicht mehr weiterkam. Es war ein Druck von 140 bar auf dem Bohrer. Auch Plunschen half nicht, Wasser ist aber da (wenn auch sehr schmutzig).

    [IMG:http://up.picr.de/33994522qf.jpg]

    Der BB war skeptisch, meinte aber ich könnte versuchen ganz vorsichtig ("kleinste Pumpe die Du bekommst") abzupumpen, vielleicht würde das Wasser mit der Zeit sauberer.

    Die Pumpe läuft (stark gedrosselt) jeweils ca. 10 Minuten, ergibt ca. 50 Liter, dann Läuft die Pumpe leer weil das Wasser im Rohr weg ist.

    Es handelt sich um eine Unterwasserpumpe, die ich in ca. 9 Meter Tiefe gehängt habe.

    [IMG:http://up.picr.de/33994525qh.jpg]

    Das Wasser beginnt bei einer Tiefe von ca. 2,70 m. Vermutlich handelt es sich um Oberflächenwasser.

    [IMG:http://up.picr.de/33994523kx.jpg]

    Die Bohrung ist verrohr mit 125er KG-Rohr:

    [IMG:http://up.picr.de/33994524kf.jpg]

    Mein Plan wäre, mit einem Handbohrer (mühevoll) weiterzubohren, in der Hoffnung dass die Tegelschicht irgendwann durchstoßen wird und ich dann noch auf Sand/Kies und mehr Wasser komme.

    Könnte mir vorstellen, dass ich noch 2-3 Meter packen könnte, auf dann 12-13 Meter. Habe mir einen 120mm Erdbohrer geordert, 12m Gestänge.


    Was meint Ihr dazu - oder gibts Alternativvorschläge?

    - kann ich mit 120er Bohrkopf in 125er KG-Rohr bohren?

    - BB meint, eine neue Bohrung bis ca. 4 m versuchen, da wo die dünne Kiesschicht war


    Bin Euch für jeden Tipp dankbar - der Traum vom sprudelnden Wasser ist noch nicht ganz begraben...

    Stefan 8)

  • BB meint, eine neue Bohrung bis ca. 4 m versuchen, da wo die dünne Kiesschicht war

    Die Bohrung existiert doch schon, nur dass sie etwas tiefer ist. Man könnte also ein Brunnenrohr mit Filterrohr absenken und die angesprochene Kiesschicht versuchen auszunutzen.

    Ein Tieferbohren ist reine Glückssache mit schlechten Chancen und müsste vor allem mit Brunnenrohr, nicht mit KG Rohr erfolgen, wenn eine Weiterbohrung ausgekleidet werden muss.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hey, danke für die schnelle Antwort!


    Sorry, bin Anfänger, verstehe ich das richtig:

    - bestehendes Rohr rausziehen

    - Brunnenrohr rein (welche Schlitzweite nehme ich hier?)

    - Problem wird dann wohl sein, dass nicht genügend H2O durch den Lehm nachläuft, um den Garten gießen zu können, oder?


    Nachdem ich den Bohrer nun schon geordert habe, würde ich die Weiterbohrung einfach "auf gut Glück" probieren. Dazu würde ich vorher das KG-Rohr wieder rausholen. Spricht hier was dagegen oder ist evtl. zu erwarten dass mir das Loch zufällt?

  • Sorry, bin Anfänger

    Schön,dass Du Dich auch mit Brunnenbau beschäftigen möchtest.

    Weisst Du, welche Eigenschaft die Wichtigste ist, wenn man sich neu mit Brunnenbau beschäftigt?

    Die Bereitschaft, stunden- und tagelang in Brunnenforen zu stöbern, um erst einmal ein Grundwissen zu bekommen. Brunnenbau ist etwas anderes, als den Garten umzugraben. Die Bereitschaft, Muskelschmalz einzusetzen, reicht nicht.


    Lesen ist ungeheuer wichtig, denn z.B. bezog sich mein Vorschlag nicht auf die Entwässerung der Lehmschicht,

    Problem wird dann wohl sein, dass nicht genügend H2O durch den Lehm nachläuft

    sondern darauf, dem Vorschlag Deines Brunnenbauers zu folgen und die Kiesschicht "anzuzapfen".

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Danke für den Zuspruch, ich gebe mir Mühe und schlage mir aktuell bereits die Abende um die Ohren um beim Brunnenthema, dem ich durchaus aufgeschlossen gegenüberstehe, weiter zu kommen.


    Ich gebe zu das ist nicht ganz freiwillig geschehen - zuerst hatte ich ja einen Brunnenbauer beauftragt - aber ganz kampflos aufgeben möchte ich das Thema jetzt auch nicht...


    Ok, die Kiesschicht war ca. 10-20 cm stark und in etwa 4 Meter Tiefe. Mein BB hat es wohl gut gemeint und die KG-Rohre von ca. 4 Meter bis fast 10 Meter mit Schlitzen versehen.

    Mittlerweile musste ich erfahren, dass die KG-Rohre nicht erste Wahl sind.

    Ich würde also das KG-Rohr wieder rausholen, stattdessen richtiges Brunnenrohr rein. Wie sollte der Aufbau dazu aussehen und welche Schlitzweite? Im Forum habe ich gelesen, dass die Pumpe immer über dem Filterrohr platziert wird, das würde bei mir doch nicht klappen bzw. würde dann die Wassersäule von 7 Metern nicht ausgenutzt?!


    Falls jemand aus meiner Gegend das liest, würde ich mich über eine Nachricht freuen, vielleicht geht ein Treffen bei einem Bier oder so.


    Danke kg49 für Deine Infos und Geduld.

  • Vergiss alles händische Weiterbohren. Du brauchst dazu Spezialbohrer, z.B. Edelman Bohrer bzw. Riverside Bohrer, evtl. sogar beides.

    Ob Du auf eine wasserführende Sand- oder Kiesschicht kommst, ist mehr als fraglich.

    Mein BB hat es wohl gut gemeint und die KG-Rohre von ca. 4eiterbohren. Meter bis fast 10 Meter mit Schlitzen versehen.

    Ich würde die Bezeichnung BB bei dieser Materialauswahl nicht verwenden.

    Mittlerweile musste ich erfahren, dass die KG-Rohre nicht erste Wahl sind.

    Sehr richtig.


    Bohrung 150mm. Da nimmst Du DN 100 oder DN115 Brunnenrohr.

    DN100 bei einer 3" Pumpe, DN115 bei einer 4" Pumpe.


    Tiefe 10m. Aufbau: 1m Sumpfrohr, 5m Filterrohr, 4m Vollrohr.

    Die Schlitzweite der Filterrohre richtet sich nach der Körnung der Kiesschicht sowie der Körnung des Filterkieses.


    Die Pumpe hängt unterhalb des Filters im Sumpfrohr. Du kannst dazu jede Pumpe nehmen, die das Wasser unten an ihrem Boden ansaugt oder sogar die bereits vorhandene, wenn Du ihr einen Kühlmantel bastelst.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Ich würde die Bezeichnung BB bei dieser Materialauswahl nicht verwenden.

    Wie wahr...



    Bohrung 150mm. Da nimmst Du DN 100 oder DN115 Brunnenrohr.

    DN100 bei einer 3" Pumpe, DN115 bei einer 4" Pumpe.


    Ok, also nachdem meine 3" noch einen Kühlmantel bekommen soll, würde ich also ein DN115 nehmen. Das bestehende 125er KG-Rohr wird als Arbeitsrohr genutzt und nach Einbringen des "richtigen" Brunnenrohrs rausgezogen.



    Tiefe 10m. Aufbau: 1m Sumpfrohr, 5m Filterrohr, 4m Vollrohr.

    Die Schlitzweite der Filterrohre richtet sich nach der Körnung der Kiesschicht sowie der Körnung des Filterkieses.

    Cool! Sumpfrohr mit Schraubverschluss, 5 m Filterrohr 0,3 mm Schlitzweite, 4 m Vollrohr. Filterkies Körnung 0,4 - 0,8, richtig? (Körnung vorhandene Kiesschicht war in etwa wie Straßen-Streusplitt im Winter)


    Die Pumpe hängt unterhalb des Filters im Sumpfrohr. Du kannst dazu jede Pumpe nehmen, die das Wasser unten an ihrem Boden ansaugt oder sogar die bereits vorhandene, wenn Du ihr einen Kühlmantel bastelst.

    Die vorhandene Pumpe saugt seitlich in etwa 40 cm Höhe an. Der Kühlmantel soll dazu dienen um die Ansaugung nach unten zu verlegen, richtig?


    Wieder dumm gefragt: warum ist eine Ansaugung am Boden besser als seitlich? Ich hätte gedacht seitlich wäre besser weil dann der "Bodensatz" nicht angesaugt wird. - Oder ist das gerade die Absicht um den Brunnen "sauber" zu halten?


    Besteht die Hoffnung dass sich die verfügbare Wassermenge nach vorsichtigem "Klarpumpen" steigern lässt?


    Danke 49 :thumbup:und gute Nacht! ;)

  • Du solltest ein richtiges Filterrohr nehmen, die sind ja nicht umsonst erfunden :)

    Selber mit einem Handschleifer Filterrohre machen kommt mir bekannt vor bei Leuten die meinten die könnten das alles auch billig machen und bräuchten kein teures Filterrohr. Glaube mir, dass ist chancenlos.

    Am liebsten 5 Meter lang, damit genügend Wasser einfliessen kann. Bis 7 Metern Tiefe brauchst Du schon eine Menge Wasser um den Brunnen nicht leer zu ziehen.

  • Danke, Eckie, das stimmt und auch kg hatte in das selbe Horn gestoßen... ;-)


    Ich habe Euren Rat befolgt und folgende Rohrstrecke geordert:

    1 m Sumpfrohr mit Schraubdeckel

    5 m Filterrohr mit 0,3 und 0,5 mm Schlitzweite

    4 m Brunnenrohr



    Vom "echten" Brunnenrohr erhoffe ich mir definitiv mehr Wasserertrag als beim KG.

    Ich bin gespannt, wie einfach (oder schwer) es wird, das 10-m-KG-Rohr wieder zu ziehen.

  • Heisst für mich: Kein Arbeitsrohr

    1 m Sumpfrohr mit Schraubdeckel

    Wozu den Schraubdeckel? Den kann man nur verwenden, wenn man ein Arbeitsrohr benutzt.

    Das Sumpfrohr wird knapp. Du musst ja, wenn ich mich recht erinnere, die Pumpe darin unterbringen. Das war die Planung mit Arbeitsrohr.

    Wenn Du jetzt kein Arbeitsrohr verwenden willst, muss das Sumpfrohr mit Tonpellets verschlossen werden.

    Falls jedoch unten das Rohr auf Ton steht, sind keine Tonpellets erforderlich.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Wozu den Schraubdeckel? Den kann man nur verwenden, wenn man ein Arbeitsrohr benutzt.

    Aufgrund der lehmigen Bodenstruktur gehe ich davon aus dass nach Entfernen des KG-Rohrs das Bohrloch "stehen" bleibt. Dann würde ich das verschraubte Sumpfrohr einfach ablassen.

    Wo ist mein Denkfehler?



    Falls jedoch unten das Rohr auf Ton steht, sind keine Tonpellets erforderlich.

    Ok, nachdem die Bohrung ja nicht mehr weiterging, nehme ich an dass dort eine Tonschicht ist. Wie könnte ich das prüfen? (habe leider keinen Plunscher oder Kiespumpe).

    Danke!


    VG

    Stefan

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