Pumpensumpf im Schacht (auf Lehmboden)

  • Hallo zusammen,


    ich will keinen aufwändigen Brunnen bauen, würde mich aber sehr über ein paar Tipps freuen, was ich mit einfachen Mitteln aus der gegebenen Situation "herausholen" kann (am besten viel Wasser natürlich ;)). Stand ist folgender:


    - Baugrube für Neubau ausgehoben, Sand bis ca. 3-3,5m Tiefe. Darunter Ton (laut Bodengutachten mindestens noch 2m)

    - In der Tonschicht wurde in Kiesbett ein Schachtring (DM1000, Höhe 50cm) mit Löchern gesetzt, darin steht das Wasser ca. 60cm hoch (also 10cm über Oberkante des Schachtrings, damit schon in der Baugrube)

    - Laut Bodengutachten war der Wasserstand zu Beginn des Jahres (vor der Trockenperiode) nochmal 50cm höher

    - Mit einer kräftigen Pumpe bekomme ich den Schachtring leer, nach ca. einer Stunde ist der Schacht wieder auf 60cm gefüllt.


    Meine Idee dazu:

    - Die vorhandene Wassermenge im Ring sollte mir für die meisten Anwendungsfälle der Gartenbewässerung eigentlich genügen, es läuft für den nächsten Einsatz ja schnell genug nach

    - Bevor die Baugrube wieder verfüllt wird lasse ich Schachtringe aufsetzen und erhöhe so bis auf Geländeniveau

    - Um das Wasser im Schacht komplett zu nutzen setze ich vorher noch einen kleinen Pumpensumpf, dazu muss ich innerhalb des Schachtrings noch ein Stück in den Lehm.


    Dazu würden mich eure Ratschläge brennend interessieren:

    -> Wie tief würdet ihr den Pumpensumpf herstellen? 30cm habe ich mit Spaten/Schaufel schon geschafft, für mehr benötige ich dann aber wohl anderes Werkzeug

    -> In welcher Bauweise? (KG-Rohr ist hier ja absolut verpönt, was wäre eine gute Alternative für diesen doch recht einfach Anwendungsfall? )

    -> Welchen Pumpentyp würdet ihr empfehlen? Bei dieser Tiefe sollte eine Saugpumpe ja theoretisch funktionieren - mir scheint eine Tauchpumpe aber trotzdem "sicherer")

    -> Habe ich etwas übersehen bzw habt ihr ganz andere Vorschläge?



    Herzlichen Dank für die Unterstützung!


    Viele Grüße

    Stefan

  • Habe ich etwas übersehen

    Vielleicht.

    Wenn Du eine Tiefbrunnenpumpe in einen Schacht (Pumpensumpf o.ä.) stellst, brauchst Du wegen der Motorkühlung einen Pumpentyp, der das Wasser unten ansaugt. Oder Du musst einen Pumpenkühlmantel verwenden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Alles klar, darauf werde ich achten - herzlichen Dank!


    Den Pumpensumpf werde ich dann so setzen, dass er ein Stück über den Schachtboden hinausreicht, damit das Wasser aus dem oberen Bereich nachströmt und der "Dreck" vom Schachtboden nicht eingesaugt wird...


    Zu den Pumpen: Im Baumarkt bekomme ich Tauchdruckpumpen (sind dann Tiefbrunnenpumpen) z.B. von Kärcher und Einhell - sind das Marken die der geneigte Brunnenbauer halbwegs empfehlen kann oder habe ich langfristig nur Spaß wenn ich auf etwas ganz anderes setze?

  • Als Erstes:

    Die Pumpe muss passen. Dazu folgende Überlegungen, Tip zur Pumpenauswahl am Schluss.


    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.

    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.

    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.

    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.

    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:

    PH + Ps + PB = PA

    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.

    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.

    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern.


    Zur Pumpenauswahl:

    Allgemein kann man sagen, man sollte keine Pumpe nehmen, deren Betriebskondensator eingebaut ist. Ansonsten hängt die reparaturfreie Betriebsdauer von vielen verschiedenen Umständen ab. Z.T. ist es Glückssache.

    Es gibt Baumärkte, die geben 5 Jahre Garantie auf Elektroartikel, da könnte man zugreifen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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