Spüllanze bauen / wie sollte sie aussehen ?

  • Hallo nochmal,


    Ich möchte mir gerne eine Spüllanze bauen und frage mich, wie diese aussehen sollte.


    Wie lang sollte sie sein ?

    Wie schwer sollte sie sein ?

    Welchen Durchmesser ?


    Gedacht habe ich an ein 1 1/4“ Edelstahlrohr von ca. 2,5m Länge. Das Edelstahrohr ist nicht ganz so schwer wie das verzinkte Eisenrohr. Ein wenig handlich sollte es ja bleiben.


    Dann einfach ein paar Zacken vorne einflexen und fertig oder wie sollte die ideale Spülspitze aussehen?


    Am oberen Ende würde ich ein Gewinde schneiden. Dann eine Muffe aufschrauben. Gespeist wird die Lanze aus einem 1 1/2“ Profigartenschlauch aus dem Gewerbebereich. Der bekommt eine Messing - Schlauchtülle, welche dann in die Muffe eingeschraubt werden kann. Die Tülle am Schlauch wird mit einer guten Gelenkschelle versehen (der wohl einzige Schwachpunkt).


    Gedanklich ideal währe für mich ein 1 1/2“ Alurohr, welches noch deutlich leichter sein wird. Da müssten dann auf beiden Seiten Gewinde drauf. Oben Übergang Schlauch, unten wieder irgend eine gebaute Spitze aus stahl. Umsetzung für mich jedoch noch komplizierter, da ich dieses Material nicht hier hab.


    Fertige Lanzen kann man nicht kaufen. Habe das ganze Internet leer gelesen :saint:. Finde nur die Einspülfilter oder uralte schlechte Fotos von Grundwasserabsenklanzen.


    Habt ihr Erfahrungswerte, welche mir Ärger und Arbeit ersparen könnten?


    Währe über Hinweise sehr dankbar.


    Freundliche Grüße


    Kurty 8)

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Was mich wundert, ist Dein Drang nach Gewichtsminimierung.

    Hier mal ein Link, vielleicht bringt der was:

    Mehrere Spülbrunnen selber machen

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo KG,


    Habe ich alles gelesen. Aber so richtig kommt auch dabei nichts rum. Bei YouTube sind ja auch nur eine Handvoll Filme. Aber so richtig zeigen tut die Lanze keiner.


    Mal sind einfach ein paar Zacken drinnen, mal wird einfach von einem Rohr geredet, mal sind ein paar merkwürdige „Arme“ angebraten / angeschweißt.


    Tja, mit dem Gewicht möchte ich die Angst minimieren, dass mir die Verbindung Lanze - Schlauchschelle flöten geht. Es soll ja auch handlich bleiben. Ich denke so 15 - 20 kg währe nach meiner Vorstellung ok. Das dürfte reichen um unten ein wenig zu „klopfen“.


    Die Testspülung neulich habe ich mit alten 2“ Brunnenrohren gemacht und Meter für Meter aufgeschraubt. War sehr nervig und umständlich, hat aber im Ergebnis geklappt.


    Daher soll nun die idealer Lösung mit Lanze und dickem Schlauch her.


    Bis GW per Handbohrer vorbohren, Lanze ins Loch werfen und Wasser marsch :D

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  • Guten Abend Tiefbauer,


    Nein nein, ich möchte das Bohrloch mittels Spüllanze und Spülzusatz / Antisol erstellen, dann alles Bergen und dann den Filter samt PE Rohr als endgültige saugleitung versenken.


    Hast du Erfahrung und kannst mir Tipps geben ?

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  • Ja, das habe ich bereits erfolgreich getestet (siehe meinen anderen Antisol Thread).


    Mein Kreislauf funktionierte hier so gut, dass ich nur 700l brauchte. Habe mir einen sauberen Kreis gebaut, in welchem nur wenig Wasser verloren ging.


    Aber die Frage nach einer „professionellen“ Spüllanze bleibt......


    Eingebaut werden in unserer Region maximal 2“ Filter mit 1 1/4“ PE Saugleitung. Im Regelfall sogar nur 1 1/2“ Filter.

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  • Mein Kreislauf funktionierte hier so gut, dass ich nur 700l brauchte.

    wenn du aber in Wasserführende Schicht kommst geht dir Spühlung verloren


    Wenn du 2 Zoll einbauen willst würde ich auch mit 2 Zoll spülen.

    Da brauchst aber ne ordentliche Pumpe.


    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies


    Das sollte doch was werden, für den Spülzusatz gibt es so ne art Mischer, kannst aber den Zusatz separat anmischen und dem Spülwasser zugeben, und erst mal im Kreislauf pumpen.

  • Guten Morgen,


    Tiefbauer, das mit der Pumpe ist mir bewusst. Ich verwende eine Honda Benzinpumpe welche 40.000l/h schafft.


    Den Tiefsaugfilter habe ich auch gefunden und mit ein Exemplar bestellt. Aber nur aus Neugier.


    Was für einen Mischer für Antisol meinst du? Hast du Erfahrung mit Antisol? Wie soll ich mir das vorstellen mit erst abmischen und dann erst dem spülwasser hinzufügen? Wenn ich da 500g z.b. In einem 10l Eimer anmische habe ich doch sicherlich sofort einen riesigen Typ Klumpen oder nicht ?


    Und an dieser Stelle nochmals die Ursprungsfrage: weiß jemand wie eine professionelle Spüllanze aufgebaut und dimensioniert ist ?


    Grüße


    Kurty

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  • weiß jemand wie eine professionelle Spüllanze aufgebaut und dimensioniert ist ?

    Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster:

    Es gibt keine professionellen Spüllanzen.


    Beweis:

    1. Professionelle Spülbohrverfahren werden ganz anders durchgeführt. Vergl. dazu die Fachliteratur, bereits Wikipedia ist informativ.

    2. Wenn es professionelle Spüllanzen gäbe, würden diese beworben und könnten käuflich erworben werden.


    Das von Dir angedachte Spülbohrverfahren ist ein in Sandböden mögliches Verfahren, um im hobby- bzw. semiprofessionellen Bereich einen Saugbrunnen schnell und kostengünstig zu erstellen.

    Die dabei verwendeten Spüllanzen sind alles Eigenkonstruktionen der Benutzer und wurden unter Berücksichtigung der mechanischen Möglichkeiten und den (evtl. vorhandenen) physikalischen Kenntnissen erstellt.


    Eigene Erfahrung:

    Ich habe vor ca. 30 Jahren mal eine eigene Spülbohrung bei mir am Haus selbst durchgeführt, um nach dem Einzug festzustellen, wie tief der Grundwasserspiegel liegt.

    Möglich war dies, da der Wasserdruck des Versorgers hier bei ca. 10 Bar liegt bzw. damals lag. Ich habe den Druckminderer demontiert und einen 3/4 Zoll Schlauch angeschlossen.

    Als Spüllanze habe ich ein einfaches 1 1/2 oder 2 Zoll Wasserrohr genommen. Da das Wasser meiner Meinung nach den Weg nach unten "freifräsen" muss, habe ich auf das Rohr vorne eine Übergangsmuffe auf 1/4 oder 1/2 Zoll geschraubt. Der Boden war Sandboden.

    Ergebnis: Ich musste den Schlauch wie die Leine bei einem zerrenden Hund halten, so schnell wollte die Lanze in den Boden. Wichtig war, ständig den Schlauch hoch und runter zu heben, damit er frei beweglich war und sich nicht fest frass.

    Nachdem die Strasse und der Grundstücksteil voll Wasser standen, war die Lanze auf ca. 11m angekommen und der Schlauch zu Ende.

    Nach Ziehen des Schlauches konnte der Grundwasserspiegel bei 10m gemessen werden. Die Bohrung stand bis zum Grundwasserspiegel von alleine.


    Ich will damit sagen, dass, wenn in Sandböden eine Spülbohrung durchgeführt wird, es m.M. weniger auf den Aufbau der Lanze ankommt. Wichtig ist ausreichend Wasser und dass der Strahl so "scharf" ist, dass er sich in den Boden rein schneidet.

    Ich könnte mir vorstellen, dass bei verschiedenen Sandböden der Durchmesser der Lanzenspitze angepasst werden könnte, um ein Optimum zwischen "freifräsen" und Materialtransport zu gewährleisten.


    Wird dann unter dem Grundwasserspiegel gebohrt, muss die Bohrung durch Zugaben gestützt werden. Aber das ist ein anderes Kapitel.


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo KG,


    Vermutlich hast du recht und ich mache mir zu viele Gedanken. Ich wollte halt gleich etwas anständiges bauen und nicht zig Fach rumprobieren.


    Es scheint ja deutschlandweit tatsächlich nur bei uns in der Lüneburger Heide der normale Fall zu sein zu spülen im sandigen Böden ohne nennenswerte Steine. Ich habe nun wirklich erfolgreich einige Bohrbrunnen bei uns erstellt, aber diese enorme Arbeit und der Aufwand stehen hier einfach in keinem Verhältnis wenn ich sehe, dass der „professionelle Brunnenbauanbieter“ angefahren kommt, kurz einen Brunnen spült und nach entspannten 2,5 bis 3 Stunden fertig ist, bereits zusammengepackt hat, klargepumpt hat und dann 650€ plus Mehrwertsteuer plus Material bekommt. Und wohl bemerkt kommt der Herr alleine und ist weit über 60 Jahre alt.


    Weiterhin muss ich neidlos anerkennen, dass diese so erstellten Brunnen ohne Ende Wasser fördern und beispielsweise mit großen Hauswasserwerken mit 6000l/h keinerlei Probleme haben.


    Ebenfalls möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass es mir nicht darum geht damit Geld zu verdienen. Es hat mich einfach gepackt und ist zu meinem Hobby geworden. Und nach einigen Brunnen spricht sich das im Bekanntenkreis natürlich rum und es gibt weitere Anfragen. Und es ist mir stets eine Freude den Abend nach erfolgreichem bohren mit einem Brunnenfest samt Bratwurst und Bier zu beenden.


    Im übrigen konnte ich den älteren Herrn leider nicht all zu viele Informationen entlocken. Länger als 20 min konnte ich ihn auch nicht nerven und zu diesem Zeitpunkt war die Lanze leider gerade im Loch. Ist halt immer das selbe - diejenigen die Erfolg haben, schweigen lieber.

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  • Da hilft offensichtlich wirklich nur selber probieren, schade.


    Ich werde mir voraussichtlich ein Ende Edelstahlrohr nehmen als Spülspitze. Auf einer Seite Schweiße ich mir eine Spitze an, mit welcher ich im Untergrund ein we in rumhacken kann um kleine Lehmklumpen usw zu zerstoßen. Anderes Ende Gewinde drauf um variabel zu sein was die Länge und somit Gewicht einer Lanze zu sein.


    Es scheint wirklich sehr wenig Erfahrung in diesem Bereich zu geben. Auch im Antisol Thema 0 Resonanz. Schade !

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  • Hallo Kurty,

    Ich habe 4/5 mal bei der Erstellung von Spühlbohrbrunnen mit gemacht, ansonsten nur solche Lanzen eingespühlt wie im Link zu sehen sind .


    Was den Mischer betriff, weis ich heute nicht mehr wie der aufgebaut war.

    Das war ein stückchen Rohr mit Trichter oben drauf wo der Spühlzusatz dosiert eingefüllt wurde und seitlich der Anschluss für die Wsserzufuhr, aber den genauen Aufbau dieses Teils

    kann ich nicht mehr beschreiben.


    Ich glaube wir hatten damals Guamol.


    kg49


    Die im Link gezeigten Lanzen sind schon professionelle Spühllanzen nur nicht für den Brunnenbau gedacht.


    ansonsten, stimme ich dir vollkommen zu, eine Spühlborung für Brunnen wird anders gemacht.


    Kurty


    enspannte Arbeit würde ich nicht sagen

  • Moin Moin,


    Tiefbauer, welche Spüllanzen aus welchem link meinst du? Meinst du den Tiefspülfilter ?


    Warum war es nicht entspannt? Was hat denn nicht geklappt ?


    Ich werde mich nächste Woche ans Basteln machen und dann mal sehen, was sich zu Stande bringen lässt. Bis auf die Lanze habe ich alles zusammen.


    Vielleicht schreibe ich auch mal die Firma an, ob die anstatt des Filters eine Lanze anbieten, welche nicht gelistet ist.

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Brunnen selber bauen