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Bitte um Hilfe bei Pumpenauswahl

  • fkam
  • May 12, 2019 at 9:58 AM
  • fkam
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    • May 12, 2019 at 9:58 AM
    • #1

    Hallo, liebe Experten!

    Bin neu hier und Bitte um Hilfe bei der Auswahl einer geeigneten Tiefbrunnenpumpe, da ich durch eigene Recherchen leider zu keinem klaren Ergebnis komme uns Angst habe, bei der komplexen Thematik einen Fehlkauf zu tätigen..

    Wir haben uns einen Tiefbrunnen mit einem DIN100 Rohr bohren lassen (Ausbauplan + Schichtprofil siehe Anhänge). Wenn ich es richtig verstanden habe, müsste die Pumpe zwischen 12 -13 m positioniert werden, oder?


    Ich möchte damit gerne den Garten bewässern:

    1) Rasenfläche mit 4 x Gardena T380 auf 90 Grad Sektoren eingestellt, sodass sich diese in der Mitte etwas überlappen, am liebsten alle 4 gleichzeitig. 11-12 m Wurfweite müssten dafür erreicht werden. Technische Angaben v. Gardena siehe Anhang.

    2) Tropfbewässerung (wahrscheinlich Gardena Microdrip) mit ein oder zwei Kreisen. Genaue technische Daten habe ich hier noch nicht gefunden. Die Systeme starten aber jeweils mit einem Druckminderer, der auf 1 oder 2 Bar reduziert. Ich würde das denke ich separat von den Regnern laufen lassen und hoffe, dass Druck / Durchfluss dann auch dafür reichen sollten.


    Welche Pumpe würdet Ihr empfehlen? Stromverbrauch wäre quasi egal, eine PV-Anlage ist vorhanden.

    Vielen Dank schon mal für die Hilfe!

    Viele Grüße,

    Ferdinand

  • Brunnen reinigen
  • kg49
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    • May 12, 2019 at 10:15 AM
    • #2
    Quote from fkam

    müsste die Pumpe zwischen 12 -13 m positioniert werden, oder?

    Ja, diese "Schutzzone" wurde für die Pumpe angelegt.

    Eine Pumpenauswahl ist, wenn man es richtig macht, eine komplexe Angelegenheit. Da die Frage immer wieder auftritt, habe ich mal etwas dazu geschrieben:

    Pumpenstärke

    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.

    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. http://www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.

    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.

    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.

    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:

    PH + Ps + PB = PA

    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.

    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.

    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • fkam
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    • June 4, 2019 at 11:37 AM
    • #3

    Hallo,

    vielen Dank schon einmal für die Ausführliche Antwort. Ich habe versucht, die Berechnungen wie beschrieben durchzuführen / abzuschätzen:

    1) Druck der Höhendifferenz mit PH:

    Grundwasserstand bei ca. -6m, max Höhe Entnahme ca. 1m

    --> Druckverlust ca. 0,7 Bar

    2) Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    Aus Gardena-Diagramm (s.o.) abgelesen für ca. 50m Rohr

    --> Druckverlust ca. 1,25 Bar

    3) Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    Aus Gardena-Angaben: 4 x T380 Regner, Wurfweite je ca. 11m mit je 2 Bar und Fluss v. 370 l/h:

    --> 8 Bar und ca 1500l/h

    -------> Arbeitspunkt 9,95 Bar mit 1500l/h

    Stimmt das in etwa?


    Welche Pumpe wäre dafür zu empfehlen?


    Auf Amazonien kommt z.B. folgende preisgünstige Serie einer polnischen Fa. (Dambat/IBO) gut weg:

    https://www.dambat.com/35sdm-sandresistant-pumps.html

    Wenn ich mir dieses zugehörige Diagramm anschaue, müsste doch die 3,5 zoll SDN 3/18 zu meinen Anforderungen passen, oder? Die bietet offensichtlich bei meinem gewünschten Fluss von ca. 1,5m³/h etwa 10 bar. Lese ich das richtig?

    35sdmwykres_d88.png

    Mag sein, dass die Qualität der Pumpe als fraglich/mäßig zu bezeichnen ist, allerdings macht man mit 150 EUR evtl. für den Anfang auch nicht viel falsch, oder?


    Vielen Dank und viele Grüße,

    Ferdinand

    Edited once, last by fkam (June 4, 2019 at 12:01 PM).

  • kg49
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    • June 4, 2019 at 12:39 PM
    • #4
    Quote from fkam

    Aus Gardena-Angaben: 4 x T380 Regner, Wurfweite je ca. 11m mit je 2 Bar und Fluss v. 370 l/h:

    --> 8 Bar und ca 1500l/h

    Das kann nicht richtig sein. Die Drücke werden bei parallel laufenden Geräten nicht addiert.

    Informiere Dich mal über die statischen und dynamischen Druckverhältnisse in einer Wasserleitung.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • fkam
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    • June 4, 2019 at 1:16 PM
    • #5

    Wie wäre denn die korrekte Berechnung, wenn ich die 4 Regner so verbinde?


    Hatte gehöfft, mich nicht tiefer in die Physik einarbeiten zu müssen ;o)

    DANKE!

  • kg49
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    • June 4, 2019 at 1:29 PM
    • #6
    Quote from fkam

    Hatte gehöfft, mich nicht tiefer in die Physik einarbeiten zu müssen ;o)

    Technik ohne Physik geht nur, wenn überhaupt, nur bei Software.

    Der Betriebsdruck ist überall gleich, der Pumpendruckbedarf ist unterschiedlich und erfordert eine dynamische Berechnung. Dabei ist vom worst-case auszugehen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • fkam
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    • June 4, 2019 at 1:55 PM
    • #7

    Wenn der Betriebsdruck überall gleich ist, heisst das, ich könnte meine Berechnung wie folgt gering anpassen?

    1) Druck der Höhendifferenz mit PH:

    Grundwasserstand bei ca. -6m, max Höhe Entnahme ca. 1m

    --> Druckverlust ca. 0,7 Bar

    2) Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    Aus Gardena-Diagramm (s.o.) abgelesen für ca. 50m Rohr

    --> Druckverlust ca. 1,25 Bar

    3) Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    Aus Gardena-Angaben: 4 x T380 Regner, Wurfweite je ca. 11m mit je 2 Bar und Fluss v. 370 l/h:

    --> 8 Bar 2 Bar und ca 1500l/h

    -------> Arbeitspunkt 3,95 Bar mit 1500l/h

  • kg49
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    • June 4, 2019 at 2:13 PM
    • #8

    Im Prinzip schon. Pkt.2 würde ich noch einmal mit dem angegebenen Link zum Online Druckverlustrechner überprüfen.

    Nur der Wasserbedarf der Regner erscheint mir sehr gering. Ich lasse hier einen Rechteckschwenkregner laufen, der braucht 1,5m³/h.

    Ich würde mal so einen Deiner Regner an der Wasserleitung betreiben und messen, was so da durch läuft.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • fkam
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    • June 4, 2019 at 2:50 PM
    • #9

    Spitzegut - vielen Dank!

    Der Verbrauchswert kommt aus der Gardena-Tabelle (siehe ganz oben). Bei einem Bar mehr wird da 470 l/h behauptet. Dann wäre das für die 4 Regner bei 3 Bar 1880 l/h. (Ich denke, der geringe Verbrauch liegt wahrscheinlich auch an der Sektoreinstellung auf nur 90 Grad.)

    Das heißt aber wiederum, dass mir wahrscheinlich die kleinste Pumpe der o.g. Fa. reichen würde, oder? (s. Kennlinien-Diagramm). Die 3,5 Zoll SDM 3/11 bringt wohl 6 Bar bei ca. 2000 l/h.

    Oder gäbe es eine andere, halbwegs preisgünstige Pumpenempfehlung?

    Grüße,


    Ferdinand

  • kg49
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    • June 4, 2019 at 3:56 PM
    • #10

    Ich kann nur noch mal betonen, sich nicht auf die Gardena Tabellen zu verlassen. Die Tabellen sind nicht primär für professionelle Anwender gedacht und es könnte sein, dass eine geringe Wasserverbrauchsangabe (sparen) favorisiert wird. Bei PKWs stimmen auch nicht die Verbrauchstabellen.

    Generell würde ich heutzutage keiner Produktangabe (soweit es möglich ist) vertrauen.

    Das bezieht sich auch auf Kennlinien unbekannter Firmen aus dem fernen Osten.

    Empfehlen könnte ich nur Pumpen, zu denen auch ein Ersatzteilangebot besteht. Werden die von Dir favorisierten Pumpen vom Fachhandel vertrieben? D.h. jetzt nicht, dass man sie unbedingt auch im Fachhandel kaufen muss.

    Gruss

    kg49

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    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • gartenameise
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    • February 28, 2021 at 6:32 PM
    • #11

    Wurde dieses Projekt final umgesetzt? Mich würde interessieren, wie das mit dem Microdrip-System funktioniert. Ich plane etwas ähnliches.

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