Problematik mit Gardena 6000/6 e lcd Inox

  • Hallo Zusammen,


    dies ist meine erste Frage hier, daher bitte ein bisschen Nachsicht bei meiner Unsicherheit:thumbup:


    Also wir haben vor ca. 5 Jahren ein Haus mit vorhandenem Brunnen gekauft. Bisher war dort an eine 32 mm Saugleitung eine Baumarkt 75 € Pumpe angeschlossen und eigentlich auch immer gute Dienste erwiesen. Nun habe ich eine Gartenbewässerung mit 6 Versenksprühern gebaut und dafür musste eine neue Pumpe her. Ich bin also in den Baumarkt gefahren und habe mich beraten lassen. Die Wahl viel dann auf eine Gardena 6000/6 e lcd Inox aus dem Jahr 2019.


    Zunächste hatte ich ein wenig Probleme damit, die Ansaugsituation entsprechend der neuen Pumpe anzupassen. Irgendwann hat es dann funktioniert und die Enttäuchung war groß, da die Pumpe nur wenig Leistung mehr gebracht hat. Die Pumpe hat eine Anzeige für Druck und Durchfluss. Diese hat absolut nicht der Pumpenkennlinie entsprochen (mir ist bewusst, dass die Kennlinie eine Idealsituation darstellt). Wir hatten ca. 2200 l/h bei 1,2 bar. Sie sollte bei dem Druck aber ca 4900 l/h haben. Ich habe die Pumpe dann einfach einmal "pusten" lassen. D.h. auf der Druck seite nichts angeschlossen. Klar, dass die Pumpe dann keinen Druck mehr hat, also "min" anzeigt. Der Durchfluss war bei 3000 l/h...also viel zu wenig.


    Ich habe mich dann an den Kundendienst bei Gardena gewand. Ich hatte vorher schon geschaut, ob alles dicht etc.. Ich sollte den Luftblasen test machen und meine Ansaugleitung umbauen (Ich hatte PE Rohrverbinder benutzt). Darauf hin habe ich Beulco Messing Adapter und einen 1 Zoll Saugschlauch an die Saugleitung angeschlossen aber immer noch keine Besserung. Der Kundendienst wollte immer wieder auf das Thema undichtigkeit in der Saugleitung hinaus und hat keine wirklichen Verbesserungsvorschläge oder Lösungsansätze gebracht.


    Daher bin ich nochmal in den Baumarkt und habe den Verkäufer gefragt. Er meinte, dass er noch nie sowas gehört habe und die Kunden immer zufrieden sind mit der Pumpe. Ich habe, da die Pumpe keine 10 Tage alt war, die Pumpe umgetauscht, da ich dachte, es liegt an der Pumpe.


    Zuhause dann alles ausprobiert aber immer noch ohne die gewünschte Leistung.

    Eher durch Zufall habe ich eine Enddeckung gemacht. Ich habe einen Teil unseres Gartens per Schlauch gewässert. Direkt danach habe ich das Magnetventil für die Sprenger eingeschaltet und siehe da, alles OK. Wir hatten genug Druck und auch der Durchfluss hat gestimmt (jedenfalls annähernd). Ich hatte dann gedacht, dass das Problem gelöst sei....leider falsch gedacht. Ich habe dann ca. eine Stunde gewartet und das Magnetventil erneut angemacht. Darauf hin hatten wir wieder die Situation, dass wir ca 1,2 bar und nur 2200 l/h Durchfluss hatten. Darauf hin habe ich wieder ca 30 sek per Schlauch gewässert und direkt danach wieder das Magnetventil angeschaltet und auf einmal ging es wieder mit genug Druck. Wenn ich vorher mit Schlauch wässere, scheint die Pumpe dann die volle Leistung zu kommen.


    Diese Beobachtung ist nicht ganz korrekt, wie sich herausgestellt hat. Nicht das Wässern war entscheidend, sondern dass die Pumpe kurze Zeit läuft. Also noch mal zusammengefasst: Wenn kurzzeitig der Durck in dem System abfällt und die Pumpe (Hauswasserautomat) anspringt und ich bevor sie wieder ausgeht den Sprenger einschalte, hat sie aussreichend Druck. Sehr kompliziert zu erklären aber eigentlich ganz einfach.


    Die Frage ist nun, ob es an meinem System oder an der Pumpe liegt. Der Einschaltdruck der Pumpe ist derzeit auf 3,8 bar eingestellt. Ich dachte erst, dass ich vllt eine Undichtigkeit auf der Druckseite habe und die Pumpe daher keinen Druck aufbauen kann aber dem ist nicht so, da die Pumpe zwischendurch nicht anspringt umd den Druck wieder aufzubauen. Ich hoffe ihr habt alle Informationen, welche Ihr benötigt. Ich hänge noch eine Skizze der Bewässerungssituation an.

    LG Pheonix

  • (mir ist bewusst, dass die Kennlinie eine Idealsituation darstellt)

    Das ist nicht ganz richtig. Wenn der Hersteller die Pumpenkennlinie richtig angegeben hat, stellt sie die normalen Betriebssituationen dar.

    Nur ob der Nutzer diese Betriebssituationen richtig einschätzen kann, steht auf einem anderen Blatt.

    Da die Frage nach der Pumpenleistung ständig gestellt wird, habe ich mal zur Pumpenauswahl einen Artikel geschrieben. Du hast bereits eine Pumpe, kannst aber damit überprüfen, ob Deine Anlage überhaupt der Pumpenkennlinie entspricht, so wie Du Dir das vorstellst. Berechne danach mal den Arbeitspunkt Deiner Anlage.

    Pumpenstärke

    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.

    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.

    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.

    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.

    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:

    PH + Ps + PB = PA

    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.

    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.

    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo und vielen Dank für die Ausführungen. Ich habe den Post mit den Berechnungen schon an mehreren Stellen gesehen. Die Pumpe, die wir gewählt haben, ist bewusst überdiemensioniert.


    Die Berechnungen helfen an dieser Stelle leider nur bedingt weiter und bringen keine Lösung des Problems. Nach wie vor steht die Frage im Raum, ob etwas an meinem System oder an der Pumpe nicht stimmt.


    Da wir das Haus im fertigen Zustand mit vorhandenem Brunnen gekauf haben, kennen wir keine Details zu dem Brunnen. Mit einer Schnur und einenm Stück Holz habe ich lediglich die Tiefe von ca. 2,80 m feststellen können. Ich verstehe nicht, wie die Pumpe da nur 3000 l/h schaffen kann, wenn Sie eigentlich 5500 l/h schaffen sollte. Ich habe leider auch keine Vergleichsmöglichkeit mit einer anderen Pumpe. Wahrscheinlich müsste man einen Brunnenbauer dazu holen, welcher die maximale Fördermenge feststellen kann.


  • Berechne danach mal den Arbeitspunkt Deiner Anlage.

    Wie lautet denn der berechnete Arbeitspunkt Deiner Anlage?

    Die Pumpe, die wir gewählt haben, ist bewusst überdiemensioniert.

    Das ist kein Arbeitspunkt.


    In solchen Fällen, wo anscheinend gar nicht mehr geht, hilft nur streng systematische Fehlersuche, vor allem, wenn die Hilfe hier vom Schreibtisch aus erfolgen soll.


    D.h. auf der Druck seite nichts angeschlossen.

    Wie tief sank bei diesem Betriebszustand der Wasserspiegel im Brunnen ab?

    Wie wurde in diesem Betriebszustand der Wasserfluss gemessen(!)?

    Auf die Anzeigen an der Pumpe würde ich mich nicht verlassen. Wurde die Anzeige von Dir kalibriert?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Lieber kg49 ,


    ich muss mich zunächst für meine Unwissenheit entschuldigen....


    Ich habe mal nachgerechnet und die Pumpe, welche ich hier habe ist tatsächlich ungeeignet. Ich brauche bei ca. 3360 l/h ca 5-5,7 bar. Die Pumpenkennlinie ist weit davon entfernt. Ich hatte mir schon eine neue herausgesucht aber auch die passt von der Kennlinie her nicht. Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich mehr l/h brauche...war aber ein Denkfehler. Was ich brauche ist mehr Druck!


    Danke fürs Augen öffnen.


    Alleredings bin ich nun recht ratlos, was die Pumpe angeht. Gibt es irgendwelche empfehlungen, die dem Verbrauch und dem Druck entsprechen?


    LG

  • Einmal muss ich noch korrigieren. Es sind eher 2500- 3000 l/h, da ich die Sprenger immer mit 180° angenommen habe, was nicht richtig ist. Manche Sprenger sind nur im 90 ° Winkel im Einsatz.


    LG

  • Vielleicht könnte die ja was sein?

    Die Pumpe passt für den angegebenen Arbeitspunkt.

    Ist halt laut und saugt nicht selbst an.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Kennst du eine Alternative? Dachte so bis 320 €

    Nein, schon gar nicht in dieser Preisklasse.

    Hauswasserwerke haben halt einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad als Tiefbrunnenpumpen, und 3m³ bei 5,5Bar ist halt eine ganze Menge für ein Hauswasserwerk.

    Deswegen bevorzuge ich auch immer Pumpen, die im Brunnenrohr hängen.

    Wenn Du deine Beregnung in verschiedene Kreise einteilst und diese hintereinander zeitgesteurt einschaltest, sieht die Sache besser aus.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen