Fliessand im Filterrohr

  • Hallo zusammen,

    Hab am Wochenende einen Brunnen gebohrt,war bei 2,20m auf Wasser .Boden ist 100% Sand.

    Habe 6,oo mit Plunscher KG Rohr eingetrieben und die Schlitze ca. 1,00 m im KG Rohr gemacht.

    Beim Pumpen hab ich hohen Sandanteil im Wasser,.

    Frage: wird das Wasser besser je mehr man fördert, oder soll ich noch tiefer gehen?

  • Frage: wird das Wasser besser je mehr man fördert, oder soll ich noch tiefer gehen?

    Weder noch. Bei deinem Brunnenbau wurden sämtliche Fehler gemacht, die man nur machen kann.

    Der Brunnen wird nie sandfrei werden, solange Du mit Deinem "Filter" in Sand bist. Das geht, wenn überhaupt, nur bei grobem Kies gut.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hast du den unteren Meter mit filterkies o.ä. befüllt?

    Das Brunnenrohr wird nie innen mit Filterkies befüllt. Eine Kiesschicht wird aussen um das Filterrohr geschüttet. Das kann man aber nur machen, wenn man mit einem Arbeitsrohr den Brunnenbau beginnt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Danke für die Antworten ,

    Das würde bedeuten, ich könnte das KG Rohr DN 125 als Arbeitsrohr benutzen und eine kleinere Dimension als Filter Rohr und den Ringraum mit Kies auffüllen

  • Nein, die Filterschicht muss mindestens 5cm betragen, also muss das Arbeitsrohr einen mindestens 10cm grösseren Durchmesser als das Brunnenrohr haben.

    Abgesehen davon sind bei Feinsand auch spezielle Sandfilter erforderlich, wenn man sandfreies Wasser fördern will.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ok.

    Ich würde es dann mit knapp 3 cm versuchen,also Brunnenrohr DN 50 und Saugleitung DN25 .

    Den Filter hätte ich eh vor die Pumpe gesetzt aber ohne Einsatz,der Sand setzt sich im Schauglas ab.

    Müsste der Boden vom Brunnenrohr offen oder geschlossen sein?

    Und Danke für deine Antworten.

    Gruß Cave

  • der Sand setzt sich im Schauglas ab.

    Der ganze geförderte Sand? Entspricht das Deinen Erfahrungen?


    Müsste der Boden vom Brunnenrohr offen oder geschlossen sein?

    Die Frage spricht allerdings dafür, dass Du Dich noch nicht lange mit Brunnenbau beschäftigst. Ich empfehle Dir dringend, um Enttäuschungen zu vermeiden, hier oder in anderen Foren erst mal gut eine Woche über Brunnenbau nachzulesen. Dort findest Du auch alle Antworten auf Deine Fragen, die jetzt oder später bestehen.

    Du wirst dann vielleicht auch einsehen, dass Dein Vorhaben, so wie Du es geplant hast, bei Feinsand zum Scheitern verurteilt ist. Bei Grobsand oder Kies könnte es, bei Erreichen der erforderlichen Tiefe, klappen. Das kann aber nur beurteilt werden, wenn die Korngrösse des geförderten Sandes bekannt ist.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Danke kg49 für deine Antworten!


    Das ist ja ein Ding, Cave und ich sind wohl leider ähnlich unbedacht an den Brunnenbau heran gegangen. Ich habe schon im Forum gelesen, aber meist waren es andere Fragestellungen. Hast du eine Empfehlung wo man zu diesem Thema schnell fündig wird, wenn man im Handlungsspielraum schon eingegrenzt ist?


    Zu meinem Brunnenprojekt: Ich habe 8m DN110 KG-Rohr in Berliner Sandboden versenkt. Den untersten Meter längs geschlitzt. Es stehen knapp 4m Wasser im Brunnen. Mein Plan war nun, mit einer kräftigen Membranpumpe Sand abzupumpen und dann den untersten Meter als Filterstrecke zu verwenden...


    Liebe Grüße, Brunnhilde.

  • Brunnenbau ist mehr als ein Loch in den Boden zu bringen.

    Hast du eine Empfehlung wo man zu diesem Thema schnell fündig wird, wenn man im Handlungsspielraum schon eingegrenzt ist?

    Schnell geht schon mal gar nicht. Das theoretische Studium, das einem nicht erspart bleibt, um auch Ratschläge bewerten zu können, nimmt einen erheblichen Zeitraum in Anspruch.

    Mein Plan war nun, mit einer kräftigen Membranpumpe Sand abzupumpen und dann den untersten Meter als Filterstrecke zu verwenden...

    Das hört sich so an, als ob Sand in das Rohr eingedrungen ist. Selbst wenn es Dir gelingen sollte, den Sand abzupumpen, werden die selbstgeschlitzten KG-Rohre als Filterrohr versagen.

    Um Dir mal etwas die Problematik vor Augen zu führen, hier mal eine kleine Darstellung der Aufgabe eines Filterrohres. Bitte vollständig lesen, auch wenn es zuerst von Arbeitsrohren handelt.

    Ein Filterrohr hat nämlich nicht die Aufgabe zu filtern, auch wenn es so heisst.


    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • naja, habe in den letzten 10 Jahren so ca.15 Brunnen gebohrt, überwiegend Kies und Sand.

    Alle funktionieren noch und bringen Wasser.

    Das ist der erste der komplett im Sand ist,

    Mein Eigener.

    Die Frage geht darin ob man den Brunnen noch retten kann oder ob man ne Wissenschaft daraus macht.

    Zum Filter vor der Pumpe hab ich meist da eingebaut um vorzubeugen das kein Sand und Kies die Pumpe schädigen.

    Beachtete man Fliesgeschwindigkeit ,Dimension und Druck funktioniert das einwandfrei.

  • oder ob man ne Wissenschaft daraus macht.

    ? ? ?

    Brunnenbau ist ein Handwerk auf Grund wissenschaftlicher (Physik, Maschinenbau) Erkenntnisse.

    Brunnenbau ist mehr als ein Loch in den Boden zu bringen, vor allem, wenn der Boden anspruchsvoller an die Wasserförderung ist.,

    naja, habe in den letzten 10 Jahren so ca.15 Brunnen gebohrt, überwiegend Kies und Sand.

    Die Frage nach dem Verschluss des Brunnenrohres klingt nicht danach, als wenn mehr als ein Loch in den Boden gebracht wurde.

    Aber so hast Du ja genügend Erfahrung, um alle Probleme zu lösen bzw. hier im Forum alle Antworten zu finden, denn es gibt kaum eine Frage zum Brunnenbau, die hier noch nicht beantwortet wurde.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • wie ja schon geschrieben waren die Brunnen im Kies, somit wurde auch nie ein Mantelrohr benötigt.

    Mein Brunnen dient ja der Gartenbewässerung und ist nicht für die öffentliche Wasserversorgung gedacht wo man 48 m3/h für Brandschutz gewährleisten muss.

    Früher wurden Brunnen geschlagen und gemauert ohne Maschinenbaustudium.

    Durch Erfahrungen die weitergegeben wurden.

    Werde mich hier mal durchsuchen bis ich die passenden Antworten finde

    Freundliche Grüße

  • Früher wurden Brunnen geschlagen und gemauert ohne Maschinenbaustudium.

    Schlagbrunnen und Schachtbrunnen erfordern auch nicht die technischen Kenntnisse der Bohrbrunnentechnik.

    Lies mal Brunnenbautechnologiebücher aus dem 19.Jahrhundert, da wirst Du Dich umgucken, mit was sich unsere Altvorderen im Bohrbrunnenbau schon beschäftigt haben.

    Allein die Filtertechnologie ist ein Kapitel für sich.

    Schlagbrunnen sind besseres Spielzeug, auf relativ geringe Förderung und Lebensdauer bei unproblematischen Kiesböden angelegt.

    Schachtbrunnen erfordern Muskelschmalz und werden seit Jahrtausenden in fast allen Zivilisationen gebaut. Trotzdem sind, wenn sie richtig diemensioniert werden sollen, spezielle Kenntnisse erforderlich. Siehe:


    Bohrbrunnen erfordern durch ihre mögliche hohe Förderleistung, ihre Tiefen und relativ geringe Filterfläche spezielle Kenntnisse, um so einen Brunnen zu bauen und Jahrzehnte sandfrei(!) am Laufen zu halten.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen