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  1. Brunnenbau-Forum
  2. Brunnenbau
  3. Brunnenbau Bohrbrunnen

Bohren im Lehm/Basalt Gemisch

  • Orn Potz
  • June 13, 2019 at 9:29 PM
  • Orn Potz
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    • June 13, 2019 at 9:29 PM
    • #1

    Hallo in die Runde,

    Ich bin neu hier und verfolge seit geraumer Zeit das Forum um mich zu informieren.

    Jetzt bräuchte ich euren Fachkundigen Rat.

    Ich hatte vor mir einen Rammbrunnen im Garten zu bauen.

    Also habe ich angefangen ein 115 er Loch zu bohren um zu schauen wie die Beschaffenheit des Bodens ist.

    30 cm Mutterboden danach 1,5 Meter Lehm/Erde Gemisch, ab 1,7 Wasser mit Lehm und Basalt Split gemisch (Basalt von 0,5 bis 5 mm). Ich komme nicht tiefer wie ca. 2,2 Meter, danach rutscht das matschige Lehm Wasser Gemisch vom Bohrer beim hochziehen.

    Das Wasser steigt im Bohrloch auf ca 60 cm Oberkante Gelände zum Beginn der Wassersäule (also ca. 1,6 Meter Wasser im Bohrloch). Durch die Bodenbeschaffenheit, steht das Bohrloch wie ne 1, sackt nichts ein. Aber Rammbrunnen im Lehm funktioniert nicht wirklich.

    Nun meine Frage: wie komm ich tiefer? Ein Arbeitsrohr verwenden und darin Bohren?? Kiespumpe und Plunsher sollen im Lehm ja nicht wirklich funktionieren? Oder?

    Ich Danke schonmal im Voraus!

    Schöne Grüße aus der Rhön

  • Brunnen reinigen
  • kg49
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    • June 14, 2019 at 9:21 PM
    • #2
    Quote from Orn Potz

    Nun meine Frage: wie komm ich tiefer? E

    Für einen Rammbrunnen?

    Wozu?

    Besteht begründete Hoffnung, dass sich der Boden mit zunehmender Tiefe in Richtung Grobsand/Kies ändert?

    Gibt es Schichtenverzeichnisse aus der Gegend?

    Ein Rammbrunnen wird an und für sich ab Grunwasserbeginn in den Boden getrieben. Am besten mit einer Hilti o.ä. Gerät.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Orn Potz
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    • June 14, 2019 at 10:10 PM
    • #3

    Hallo,

    danke für die Antwort.

    Es sind keine genauen Angaben zu Schichtverhältnissen vorhanden. Sand ist komplett auszuschließen, unsere Gegend ist vulkanischen Ursprungs, deshalb der Basalt. Wir liegen auf 580 Meter über Normalnull.

    Grundwasser steht sehr hoch, mein Vater musste beim Bau des Wohnhauses den Keller eine Steinreihe wieder verfüllen, da sie das Grundwasser nicht wegbekommen haben. Auf der Wiese wo der Brunnen eigentlich hin soll wächst das Gras wie verrückt, selbst letztes Jahr. Eine sehr Nasse Wiese.

    Zum Testen habe ich heute einen

    Rammbrunnen vier Meter ab Ober Kante eingeschlagen ( gebohrt waren ca. 2 Meter)( Meisel vom Abbruchhammer angepasst und rein „ gehämmert“, großer Abbruchhammer und ab die Post. Das ging ziemlich gut.

    Der Rammfilter stand dann aber wahrscheinlich im Lehm, den ich habe kaum Wasser gefördert trotz gegenspühlen mit entsprechender Muffe. Hatte übelst den Unterdruck. Danach alles ein halben Meter höher, zwar weniger Unterdruck aber trotzdem sehr wenig Wasser gefördert.

    Also alles wieder mit Ach und Krach Zerstörungsfrei gezogen. Der Filter war voller Lehm Split Gemisch ( Thema Rammbrunnen erledigt).

    Meine Nachbarn haben in ca. 300 Meter Umkreis verteilt 5 Rammbrunnen aus DDR Zeiten stehen. Nach Gesprächen mit den „alten“ Männer wurde mir erklärt das diese Löcher zwischen 3-6 Meter gegraben bzw. Mit Motorkraft gebohrt wurden, danach Brunnenrohr ins Bohrloch gestellt, ohne Filter, einfach 10er Löcher ins Brunnenrohr und die Bohrungen mit Kies verfüllt und fertig. Diese Konstruktionen fördern alle Wasser. ( zum Gießen der Gemüse/Obst Beete usw.)

    Welche Möglichkeiten habe ich um doch einen Brunnen zu realisieren. ( will da keine Unmengen Wasser rausholen, Gemüsse gießen und der Optik wegen eine Schwengelpumpe die den alten Sandstein Trog vom Uropa Fritz füllt).

    Macht es Sinn mit Arbeitsrohr zu Bohren??

    Danke für eure Hilfe. Gruß Orn

    Edited once, last by Orn Potz (June 14, 2019 at 10:17 PM).

  • kg49
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    • June 14, 2019 at 10:33 PM
    • #4
    Quote from Orn Potz

    Danach alles ein halben Meter höher, zwar weniger Unterdruck aber trotzdem sehr wenig Wasser gefördert.

    Warum wurde der Rammbrunnen nicht tiefer in den Boden getrieben?

    Quote from Orn Potz

    Macht es Sinn mit Arbeitsrohr zu Bohren??

    Zur Erstellung eines Bohrbrunnens gibt es immer die Möglichkeit, ein Brunnenrohr mit Filter direkt oder zuerst ein Arbeitsrohr abzuteufen. Natürlich unterschiedlicher Aufwand und Kosten. Den technisch-physikalischen Unterschied mag der folgende Artikel erklären. Für was man sich entscheidet, muss jeder selbst entscheiden.

    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.


    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Orn Potz
    Beginner
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    • June 15, 2019 at 8:14 AM
    • #5

    Guten Morgen ihr Freunde des Brunnenwassers 🤪,

    Den ersten Test nach dem Gegenspülen hatte ich bei 3,5 Meter (1,5 Meter unter der wasserführenden Schicht). Wie beschrieben ging da nicht viel. Das reinschlagen wurde schwieriger, nächster Test bei 4 Metern, da Kamm gar kein Wasser mehr nur Unterdruck. Meine Meinung war dann das der Boden sich nicht wie erhofft zum positiven geändert hat und der Filter eh nicht mehr mit Spülen frei wird, so war es dann auch. Hab nach dem ziehen den Rammfilter aufwendig vom Lehm befreit.

    Mach mir erstmal Gedanken wie ich weitermachen will.

    Danke für die Tipps.

    Grüße aus der Rhön

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