Der neue Bohrbrunnen

  • Guten Abend zusammen,


    ich bin neu hier und würde mich kurz vorstellen: mein Name ist Felix und ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit diesem Thema. Meine Freundin und ich haben in der Nähe von Berlin neu gebaut und ein Brunnen darf natürlich nicht fehlen, denn die automatische Bewässerungsanlage soll noch diesem Sommer kommen (ist ja nicht auszuhalten ^^).


    Ich habe vor mir einen Bohrbrunnen zu bauen und habe bereits begonnen mit einem 180er Bohrer zu bohren und bin bei 5m unter GOK auf Wasser gestoßen. Es ist also so, dass ich noch Boden aus der Erde bekomme aber das gebohrte Loch direkt wieder zusammenfällt, weil die Schicht bereits Wasser führt. Ich kann auch schon Wasser stehen sehen, wenn ich mit der TaLa ins Loch leuchte. Mein Bodengutachten bescheinigt mir, dass bei einer Bohrung für das Haus (ca. 12m vom Brunnen entfernt) nach 6m auf GW gestoßen wurde. Da ich mich mit dem Brunnen durch ein Pumpenhaus bereits ca. 1,2m unter der eigentlichen GOK befinde stimmt das also überein.


    Mein Plan ist nun ein 200er KG-Rohr bis auf die 5m abzusenken, um den Schacht stabil zu halten. Im Anschluss wollte ich eigentlich ein 125er oder 150er Brunnenrohr einsetzen und im Anschluss mit einer 108er oder 140er Kiespumpe (kein Plunscher - wurde mir als besser empfohlen) teufen. Ich habe keinen genauen Querschnitt bzgl. meines Geländes. Mein Nachbar hat jedoch einen Rammbrunnen und meinte, dass bei ihm ab ca. 5,75m Wasser kam, für 1,5m und dann wieder 1m trockener. Danach kam dann richtig Wasser. Mein Plan war daher folgender (von GOK abwärts gesehen):


    5m Vollrohr

    5m Filterrohr (0,3mm Schlitz)

    1m Sumpfrohr


    Die Beschaffenheit des Bodens ist einfach - Sand - und davon viel. Kein Ton oÄ, nur märkischer Sand.


    Meine Frage wäre, ob ich mit 0,3mm Schlitz gut beraten bin oder noch irgendwas als Filter brauche. Zudem wollte ich am Ende Quellton in Nylon zum Stopfen einbringen . Muss ich ggf noch tiefer planen - 6m VR gefolgt von 6m FR? Geplant ist eine Pumpe mit ca. 4000-5000L/h. Sollte ich bei unserem märkischen Sand ggf. sogar Gewebefilter einsetzen?


    Danke für eure Antworten :)

  • nur märkischer Sand.

    Das ist weder eine technische noch physikalische Einheit, aus der man Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Sandes machen kann.

    Wenn die Grösse der Sandkörner kleiner als 1 - 1,5mm ist, wirst Du um einen Feinsandfilter nicht umhin kommen, um das Wasser in der von Dir gewünschten Grössenordnung sandfrei zu fördern.

    Feinsandfilter können nur mit einem Arbeits- oder Schutzrohr gesetzt werden. Du musst also bis zur gewünschten Endteufe zuerst ein Arbeitsrohr in den Boden bringen.

    Die erforderliche Filterlänge ergibt sich aus den massgeblichen Tabellen, wobei berücksichtigt werden muss, dass diese Angaben sich auf freistehende Filter beziehen.

    http://www.gwe-gruppe.de/expor…roducts/PVC_Ansicht_D.pdf


    Seite 5 ff.


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • du solltest deinen Aufbau noch mal überdenken. Berücksichtige, dass das Grundwasser im Laufe eines Jahres steigt und fällt.

    Einen Filter (vor allem einen teuren Feinsandfilter) im Trockenen zu platzieren ist nicht optimal.


    KG-Rohre eignen sich nicht für den Brunnenbau.

    Das hat mir kg freundlicherweise auch geschrieben.

    Bei der Wahl der Rohrdurchmesser auch darauf achten, dass du ggf. eine Kiesfilterschicht einbringen musst. Diese sollte mind. 4cm dick sein (gemessen am Radius).


    Du kannst auch den geförderten Sand auf Milimeterpapier legen und das Foto hier einstellen.

    Dann kann dir kg augfrund seiner Erfahrung vielleicht sagen, welcher filter sich anbietet.

    Schau dir auch mal das hamburger merkblatt zum brunnenbau an. Dass kann zumindest als grobe orientierung dienlich sein.


    Grüße


    André

    Geplant:


    Bohrbrunnen: 8m Tiefe

    Filterstrecke: 3m Feinsandfilter T15

    Erdbohrer 120mm

    90mm Plunscher für Rohre DN100/115

    Arbeitsrohr Brunnenrohr DN 115

    Brunnenrohr DN 80.

    Pumpentechnik: Einhell GE-GP 9041 E

  • Danke für eure Hinweise.

    KG-Rohre eignen sich nicht für den Brunnenbau.

    Mein Plan war es gar nicht KG-Rohr für den Bau zu verwenden. Das 200er KG soll nur dazu dienen die erster 5m "Nichts" offen zu halten und zwar so weit wie möglich, um alle Optionen zu haben. Was jetzt kommt ist ja meine Frage und da darf es auch gern Brunnenrohr mit Trapezgewinde sein.


    Um die Sache zu verdeutlichen würde ich mal ein paar Fotos anhängen. Die beiden ersten Fotos zeigen, welches Material ich zuletzt hochgeholt habe, mit dem Bohrer. Man sieht sehr deutlich, dass ein Großteil des Materials eindeutig unter einem Millimeter ist. Davon ist ein ganzer Haufen vorhanden.


    Weiterhin habe ich Anhänge aus dem geotechnischem Bericht beigefügt, welche bis auf 4m den Bodenaufbau zeigen. Dabei handelt es sich um die Bohrung, welche am nächsten zum Brunnen war. Da ich die 4m bereits durchbohrt habe, kann ich sagen, dass es ach darunter genau so aussieht - feiner bis mittlerer Kies. Zudem wurde im Bericht erwähnt, dass sich das Objekt im Berliner Urstromtal befindet und damit Lehm etc. eher nicht zu erwarten sind. Zuletzt noch die Legende, zum Auszug.


    Zur Frage: Empfohlen wird von euch also, dass ich bspw. ein DN150 Brunnenrohr als Arbeitsrohr so weit abteufe, bis ich die Endtiefe erreicht habe. Im Anschluss ein 125er mit Feinsandfilter nachschieben und das AR ziehen?


    Sind Gewebefilter = Feinsandfilter? Lese bisher immer nur von Gewebefiltern, wenn ich in dem ein oder anderen Shop unterwegs bin.


    Die erforderliche Filterlänge ergibt sich aus den massgeblichen Tabellen, wobei berücksichtigt werden muss, dass diese Angaben sich auf freistehende Filter beziehen.

    http://www.gwe-gruppe.de/expor…roducts/PVC_Ansicht_D.pdf


    Seite 5 ff.

    Ich habe mir den Link durchgelesen. Leider werde ich nicht so zu 100% Schlau daraus. Wenn ich die Tabelle eins, von Seite fünf, richtig deute, dann werden 150er, mit einer Schlitzweite von 0,3mm gar nicht betrachtet, wenngleich es sie gibt. Zudem steht, dass "ausbauwürdige Wasserleiter" bestimmte kf-Werte vorweisen müssen. Die Talsande bei mir (bis 4m Tiefe) werden mit kf » 8 x 10-5 … 2 x 10-4 m/s angegeben.


    Deute ich die Tabelle weiter, dann sollte ich eine größere Schlitzweite wählen? Ich muss zugeben, dass ich von den Informationen etwas erschlagen werde und nicht ganz weiß, was ich nun wählen sollte. Ich bleibe in der K-Reihe, weil ich nicht so super tief wollte/muss. Aber was bringen Filter, mit aufgebrachter Kiesschüttung durch Epox? Daran hatte ich bisher nicht im Traum gedacht ^^.


    Evtl. könntet Ihr hier etwas Licht ins Dunkle bringen, da mir der Aufbau nun leider noch immer nicht ganz klar ist. Der Brunnen soll möglichst lange halten, bei einem vertretbaren Aufwand und Preisbereich. AR und BR ist an sich kein Problem. Nur möchte ich vermeiden 10 Sachen zu kaufen und auszuprobieren - das versteht Ihr sicher :-)


    Danke euch!

  • Ausgezeichnetes Foto des Sandes auf der Handfläche mit dem Zollstock. Könntest Du das als Muster in die Galerie stellen? Ich habe hier selten ein so scharfes Foto zur Sandkorndarstellung gesehen. Wenn Du das gleiche Foto noch einmal machen würdest und statt der Handfläche mm-Papier nehmen könntest, wären noch präzisere Aussagen möglich. Die Körner flach auf das Papier streuen, so dass eins neben dem anderen liegt und keine Anhäufungen entstehen.

    Bis dahin mal was für Dich zum Lesen, um die Funktionsweise von Filtern besser darzustellen:

    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Empfohlen wurde bisher nichts konkretes.

    Du musst dir zunächst überlegen, ob dn125 für dich ausreicht oder zu groß ist. Dazu findest du in diesem Forum Anhaltspunkte.

    Ein dn125 hat einen Rohr-Außendurchmesser von 140mm. Das Arbeitsrohr sollte also mind. 220mm Rohr-Außendurchmesser aufweisen, damit du eine ordentliche Kiesschüttung hinbekommst.

    Wie gesagt, wenn dn125 deine wahl ist.


    Gewebefilter sind Feinsandfilter.


    Grüße


    André

    Geplant:


    Bohrbrunnen: 8m Tiefe

    Filterstrecke: 3m Feinsandfilter T15

    Erdbohrer 120mm

    90mm Plunscher für Rohre DN100/115

    Arbeitsrohr Brunnenrohr DN 115

    Brunnenrohr DN 80.

    Pumpentechnik: Einhell GE-GP 9041 E

  • Ausgezeichnetes Foto des Sandes auf der Handfläche mit dem Zollstock. Könntest Du das als Muster in die Galerie stellen? Ich habe hier selten ein so scharfes Foto zur Sandkorndarstellung gesehen. Wenn Du das gleiche Foto noch einmal machen würdest und statt der Handfläche mm-Papier nehmen könntest, wären noch präzisere Aussagen möglich. Die Körner flach auf das Papier streuen, so dass eins neben dem anderen liegt und keine Anhäufungen entstehen.

    Danke für die Blumen ;-) Ich habe versucht neue Bilder auf Millimeterpapier zu machen und beigefügt. Ich denke, dass ich nicht zu 100% Deinem Wunsch entsprechen werde aber evtl. reicht es für die Galerie anstelle der Handfläche mit Zollstock (was ich aber dennoch mit hochladen kann). Die Fotos musste ich von der Größe her etwas reduzieren, weil sie sonst nicht hätten hochgeladen werden können ^^.


    Deinem Text entnehme ich, dass die Kiesschüttung an den Boden angepasst werden muss. Nun kann ich bisher nicht sagen, die die Verhältnisse bei 12m aussehen. Wie Du meintest, kann sich das ja nochmal ändern, wenngleich das nicht zu erwarten ist, denn selbst beim Nachbarn auf ca. 9m Tiefe sah der Aushub wohl "ähnlich" (Erinnerungen von vor mehreren Jahren - wer weiß, wie genau das noch ist) aus.

    Das Arbeitsrohr sollte also mind. 220mm Rohr-Außendurchmesser aufweisen, damit du eine ordentliche Kiesschüttung hinbekommst.

    Ein 220er Rohr möchte ich eigentlich nicht setzen. Für mich sind 200 "das höchste der Gefühle", wenn man das so nennen kann. Was ich gelesen habe, haben die meisten Tiefbrunnenpumpen Durchmesser von 3-4". Entsprechend würde ein 100er oder 115er reichen, wenngleich durch ein 125er vmtl. mehr Wasser zu ziehen wäre. Wenn ich dabei aber bei einem 200er AR bleiben kann, dann bleibe ich dabei. Ich hatte mich jetzt auch ein 150er AR und 125er BR eingeschossen aber das scheint nicht sinnvoll zu sein, entnehme ich Deiner Aussage :-D 200er Brunnenrohr ließe sich bei mir wieder etwas schwerer besorgen und 160er scheint Standardware. Anyway - ich möchte es bei dem Aufwand halbwegs ordentlich machen.


    Nun weiß ich noch nicht genau, wie ich vorgehe, bezogen auf diese Frage/Aussage:

    Das AR muss ich ja dann auch mit FR planen. Ansonsten finde ich ja nicht heraus, wo genau Wasser ist bzw. wann ich "aufhören" kann zu teufen. Sollte ich dann beim AR eine möglichst große Schlitzweite nutzen (1mm oder mehr)?


    Gewebefilter sind Feinsandfilter.

    Top, danke für die Info :-)


    Noch eine andere Frage: Ich habe gelesen, dass ARs grundsätzlich gezogen werden. Das stelle ich mir bei ca. 12m gar nicht so einfach vor. Wir stelle ich das am besten an? Kann ich einfach oben "ziehen" oder brauche ich unten eine Art Haken, damit ich eher "drücke".


    Ich würde im Verlauf vmtl. nochmal einen anderen Bohrer besorgen und im AR so lange Bohren, anstatt mit der Kiespumpe zu teufen, bis das Bohrgut wirklich von Bohrer rutscht. Ich verspreche mir davon, dass ich noch 1/2m so schneller teufen kann, als mit einer Kiespumpe. Als Kiespumpe würde ich dann eine 108er kaufen. Wollte erst die 140er nehmen für ein 150er BR, bevor mir jetzt das AR empfohlen wurde aber daraus wird wohl nichts ^^.


    Danke und Gruß,



    Felix

  • Ih möchte mal ein Gedankenspiel einstreuen.

    Stell dir vor, du machst in das Arbeitsrohr Schlitze. Die auch noch größer sind als der Sand. Dann dürften doch folgende 2 Szenarien eintreten:

    1. Es läuft die ganze Zeit Wasser in das Rohr und wässert den Sand. Wie willst du dann feststellen, wann eine trockene Schicht kommt?

    2. Durch das eintretene Wasser gelangt auch Sand in das Rohr. Es entstehen Hohlräume rund um das Arbeitsrohr und du hast deutlich mehr zu tun um den überflüssigen Sand zu entnehmen.


    Um das Arbeitsrohr zu ziehen gibt mehrere Möglichkeiten:

    Seil um das Rohr und dann mit Flaschenzug und Muskel oder Seilwinde hochziehen oder Loch in das Rohr und dann hoch ziehen.


    Grüße


    André

    Geplant:


    Bohrbrunnen: 8m Tiefe

    Filterstrecke: 3m Feinsandfilter T15

    Erdbohrer 120mm

    90mm Plunscher für Rohre DN100/115

    Arbeitsrohr Brunnenrohr DN 115

    Brunnenrohr DN 80.

    Pumpentechnik: Einhell GE-GP 9041 E

  • Das AR muss ich ja dann auch mit FR planen. Ansonsten finde ich ja nicht heraus, wo genau Wasser ist

    Da hast Du etwas nicht verstanden oder stellst es Dir falsch vor. AR werden grundsätzlich nicht geschlitzt. Wenn Du auf Wasser stösst, läuft das von unten in das Rohr rein. Wenn sich der Bodengrund nicht ändert, hast Du dann ständig Wasser im Rohr, das bis zur Höhe des Grundwasserspiegels ansteigt. Du weisst also immer, wo Du bist und wie tief Du noch rein musst (Mindestens Filterlänge + 3m, noch tiefer ist besser). AR wurden von mir in Sandböden problemlos aus 20m Tiefe gezogen.


    Die Sandproben auf mm-Papier sind o.k. und lassen mich schwer überlegen, ob Du überhaupt AR brauchst. Wenn die Körnung nicht feiner wird, sollte man darüber nachdenken. Pro m³/h Förderwunsch 2m Filter.

    Mit Arbeitsrohr + Kiesschüttung könnte man die Filterlänge reduzieren.

    Was wolltest Du denn als AR nehmen? Blaues Brunnenrohr?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Mensch klar... Ich habe mir das einfach falsch vorgestellt. Ich ging davon aus, dass das Rohr oben dicht ist und kein Druckausgleich stattfindet. Aber das Rohr ist ja oben offen und dadurch gleicht sich das Niveau aus, bis zum gleichen Pegel - my fault.

    Um das Arbeitsrohr zu ziehen gibt mehrere Möglichkeiten:

    Seil um das Rohr und dann mit Flaschenzug und Muskel oder Seilwinde hochziehen oder Loch in das Rohr und dann hoch ziehen.

    Danke, dann schau ich mal, ob das klappt ^^


    Du weisst also immer, wo Du bist und wie tief Du noch rein musst (Mindestens Filterlänge + 3m, noch tiefer ist besser).

    Naja, so ganz genau ist das ja schwierig. Wenn ich kein AR nutze, dann lege ich die Filterlänge ja "auf gut Glück" vorher fest, weil ich den Filter ja mit als erstes einbringe. Oder sehe ich das falsch? Sagen wir, ich baue ohne AR und plane 8m Filterlänge. Dann hätte ich (von GOK nach unten gesehen):


    5m VR

    8m FR

    3m VR

    1m Supfrohr


    Richtig?

    Die Sandproben auf mm-Papier sind o.k. und lassen mich schwer überlegen, ob Du überhaupt AR brauchst. Wenn die Körnung nicht feiner wird, sollte man darüber nachdenken. Pro m³/h Förderwunsch 2m Filter.

    Wieso genau? Würde ich am Ende eine ähnliche Kiesmischung einbringen, um den Brunnen zu vollenden?

    Mit Arbeitsrohr + Kiesschüttung könnte man die Filterlänge reduzieren.

    Was wolltest Du denn als AR nehmen? Blaues Brunnenrohr?

    Die Frage ist, ob es sich lohnt für 2m FR weniger das Geld für ein komplettes AR auszugeben, was am Ende mehr oder weniger rumliegt ^^. Ansonsten wurde ja schon gesagt, dass KG ungeeignet wäre. Ich bin zwar der Meinung, dass es halten würde, weil der Boden nicht fest ist, sondern nur Sande aber es wird ja immer abgeraten. Es ließe sich ja auch schlecht ziehen, oder? Man würde das Rohr ja nur bis zur ersten Muffe ziehen, wenn ich es nicht verschraube.


    Preislich wäre KG natürlich deutlich freundlicher aber am Ende würde ich vmtl. zum blauen Brunnenrohr greifen, ja. Oder hast Du einen anderen Vorschlag : -) ?

  • Wieso genau?

    Verstehe ich nicht, was meinst Du damit?


    Würde ich am Ende eine ähnliche Kiesmischung einbringen, um den Brunnen zu vollenden?

    Nein, Filterkies wäre so 3-5mm. Die Schlitze der Filterrohre wären 0,75.


    Es ist jetzt aber mal Zeit für einen Break.

    Du bist in der phantastischen Lage, reinen Quarzsand vor Dir zu haben. Das ist zwar kein Kies, aber wesentlich besser beherrschbar als Lehm, Ton, dicke Wackersteine o.ä.

    Du solltest Dich jetzt mal mit dem Forum beschäftigen, lesen, lesen und nochmal lesen, damit Du genügend Wissen bekommst, um nur noch relevante Fragen stellen zu müssen. Sonst gibt das hier ein Klein Klein mit Fragen, die schon zig mal hier im Forum beantwortet wurden.

    Ich bin kein dogmatischer KG-Rohr Verneiner, halte aber vom Material nichts. Die Rohre müssen verschraubt werden, damit sie natürlich komplett gezogen werden können.

    In Sandböden geht viel. Versuch mal hier Informationen zu KS-Rohren zu bekommen. (KS = Kabelschutz).

    Solche Rohre habe ich sehr erfolgreich als Arbeitsrohr in Sandböden verwendet. Alles hier im Forum, sogar mit Fotos.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Verstehe ich nicht, was meinst Du damit?

    Wie Du darauf kommst kein AR zu brauchen meine ich damit. Doch 0,3 / 0,5mm und gut ist?

    Du solltest Dich jetzt mal mit dem Forum beschäftigen, lesen, lesen und nochmal lesen, damit Du genügend Wissen bekommst, um nur noch relevante Fragen stellen zu müssen. Sonst gibt das hier ein Klein Klein mit Fragen, die schon zig mal hier im Forum beantwortet wurden.

    Ich bin kein dogmatischer KG-Rohr Verneiner, halte aber vom Material nichts. Die Rohre müssen verschraubt werden, damit sie natürlich komplett gezogen werden können.

    In Sandböden geht viel. Versuch mal hier Informationen zu KS-Rohren zu bekommen. (KS = Kabelschutz).

    Solche Rohre habe ich sehr erfolgreich als Arbeitsrohr in Sandböden verwendet. Alles hier im Forum, sogar mit Fotos.

    Gut, dann lese ich mal los. Danke Dir.


    Grüße,



    Felix

  • Ich habe mich mal weiter in die Thematik eingelesen und mir auch Erfahrungen durchgelesen. Folgende drei Möglichkeiten würde ich für mich sehen:


    1) Ich nutze kein AR und treibe den Brunnen mit einer Schlitzweite von 0,3mm so in den Boden. Warum? Wenn Du als Erfahrener auf diese Idee kommst, dann muss ja was dran sein. Zudem wäre es bei allem die günstigste Lösung.


    2) Eigentlich möchte ich nicht unbedingt günstig und dabei zwei Mal bauen. Ich habe derzeit ein Erdloch mit max. 20cm Durchmesser. Ich habe heute dem Baustoffhandel meines Vertrauens telefoniert (der, der das größte Lager und die meisten Produkte hat - nein, kein Baumarkt ^^). KS-Rohr gibt es ab Lager bis DN160, was ich etwas klein finde.


    Daher habe ich mich auf folgendes eingeschossen: KG DN200 SN8 als AR. SN8, weil die Wandstärke etwas dicker ist und ich mir damit mehr Stabilität beim Teufen und Ziehen verspreche. Das KG Rohr immer zusammenstecken und mit einem 4er Bohrer im Muffenbereich anbohren (gleichmäßig und versetzt). In jede Bohrung eine 4,5mm Schraube (geeignete Länge, mit stumpfem Ende). Ich verspreche mit vom Anbohren, dass ich keine Spannung in das Material/Rohr bringe. Wenn ich da ne selbstbohrende Schraube reindrehe, dann wirkt sich da mMn negativ aus.


    Die KG-Rohr wollte ich immer als 2m-Stücken in den Boden teufen, mit einer 140er Kiespumpe.


    Über der Muffe hat das DN200 SN8 einen AD von 226mm. Meint ihr, dann bekomme ich durch mein vorhandes ca. 20cm breites Loch oder sollte ich lieber mit einem 200er Bohrer nochmal nachhelfen?


    In das DN200 soll dann eigentlich ein 150er Brunnenrohr gesetzt werden (dann kann ich auch die 140er Kiespumpe weiter nutzen und muss nicht in einem 200er KG mit einer 108er Kiespumpe "stochern" :-D ). Ich vermute aber, dass bei 3-5mm Kies die Filterschicht zu "dünn" wird, richtig? Minimal würde ich DN115 versenken sollen, damit ich auch 4" Pumpen versenken kann und ich "Spiel" haben, um anzusaugen.


    3) Ich lasse KS-Rohr in DN180 bestellen, mit Klebemuffe (wie vergeschlagen). Setze das als AR, um mir das Nachbohren zu ersparen. Darin setze ich ein 100er Brunnenrohr, mit dem Nachteil, dass ich dann vmtl. keine 4"-Pumpen versenken kann. Aber auch da ist die Filterschicht dann wieder "dünner".



    Unsicher bin ich, ob ich bei den Varianten mit Filterkies auch Feinsandfilter / Gewebefilter nutzen soll (hatte an T15/T20 gedacht)?! Evtl ergibt es aber auch genau dann Sinn, wenn die Kiesfilterschicht aber nicht optimal ist von der Dicke?


    Ich habe gestern dazu, bezogen auf meine Situation, nicht wirklich die richtigen Antworten gefunden, tut mir Leid. Evtl. hast Du ein paar Minuten, um mir zu antworten.


    Freundliche Grüße,



    Felix

  • In das DN200 soll dann eigentlich ein 150er Brunnenrohr gesetzt werden (dann kann ich auch die 140er Kiespumpe weiter nutzen

    Das verstehe ich nicht.


    Du teufst doch das Arbeitsrohr auf die volle Länge des Brunnens ab, oder?

    Wozu willst du dann im Brunnenrohr weiter "stochern".


    Du könntest es z.B. so machen:


    Du nimmst dn200 Arbeitsrohr und bohrst/plunscht/pumpst das dann auf die gewünschte Tiefe. Währenddessen erfährst du wie der Boden beschaffen ist (damit auch welcher Filter notwendig werden könnte). Dazu erfährst du dann auch, die mächtig die Grundwasserschicht ist.


    Anschließend kannst du das Brunnenrohr mit Bodenkappe hineinsetzen.
    Ggf. noch Kiesschüttung und dann das Arbeitsrohr ziehen (auch hierbei gibt es was zu beachten).


    Du solltest dir auch einen Plan B überlegen wenn du KG-Rohre nehmen willst.

    Was machst du, wenn das KG-Rohr beim Ziehen oder teufen bricht?


    Bei Brunnenrohren kommen solche negativen Erfahrungsberichte eher selten vor. Ich habe häufiger von gebrochenen KG-Rohren gelesen.


    Grüße



    André

    Geplant:


    Bohrbrunnen: 8m Tiefe

    Filterstrecke: 3m Feinsandfilter T15

    Erdbohrer 120mm

    90mm Plunscher für Rohre DN100/115

    Arbeitsrohr Brunnenrohr DN 115

    Brunnenrohr DN 80.

    Pumpentechnik: Einhell GE-GP 9041 E

  • Das verstehe ich nicht.


    Du teufst doch das Arbeitsrohr auf die volle Länge des Brunnens ab, oder?

    Wozu willst du dann im Brunnenrohr weiter "stochern".

    Du hast völlig Recht - war dumm.

    Bei Brunnenrohren kommen solche negativen Erfahrungsberichte eher selten vor. Ich habe häufiger von gebrochenen KG-Rohren gelesen.

    Das habe ich auch mitbekommen. Aber ich wollte eigentlich nicht für 500-700€ 200er Brunnenrohr kaufen, um es dann "liegen" zu haben. Evtl. wird man es in der Bucht wieder los aber ist dann wieder HickHack.

    Du solltest dir auch einen Plan B überlegen wenn du KG-Rohre nehmen willst.

    Was machst du, wenn das KG-Rohr beim Ziehen oder teufen bricht?

    Das kann mir auch bei KS-Rohr passieren. Wenn es beim Teufen bricht, würde ich versuchen ohne AR weiter in den Boden zu gehen und so viel wie möglich AR ziehen. Passiert es beim Ziehen, dann kann ich nur neu bohren.



    Meinst Du denn ich bekomme das 200er Rohr (226mm AD) in mein ca. 200er Loch geteuft?


    Freundliche Grüße,



    Felix

Brunnen selber bauen