Spühlbrunnen/Bohrbrunnen reaktivieren

  • Hallo zusammen,


    wir haben 2015 ein Haus von 1960 gekauft. Vor einiger Zeit habe ich einen alten Brunnen in unserem Schacht entdeckt. Auf Nachfrage an die Vorbesitzer diente dieser bis 1989 zur Hauswasserversorgung mit einer Pumpe im Keller. Danach kam die Hauswasserversorgung über das Versorgungsnetz und der Brunnen wurde vermutlich nur noch selten für die Gartenbewässerung genutzt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute an dem Brunnen wurde in den 90er Jahren noch etwas verändert. Ich kann auch nicht genau sagen, ob es sich hier noch um einen Bohrbunnen handelt. Es verschwindet im Erdreich ein etwa 4,5m langes Stahlrohr mit einem Durchmesser von 100mm. In diesem Stahlrohr ist ein PE-Schlauch eingeführt. Mit der Taschenlampe konnte ich das Ende des Schlauchs nicht ausfindig machen und herausziehen kann ich diesen auch nicht. Wenn ich ein Lot in das Stahlrohr lasse ist kein Wasser zu erkennen. Entweder handelt es sich bei dem PE-Rohr um eine Saugleitung welche umspült und fest ist oder aber eventuell um einen nachträglichen Spühlbrunnen. Ich bin dort leider kein Experte. Ich habe alle Schläuche bis zum PE-Rohr demontiert und Wasser eingegossen. Das Wasser steht im Schlauch und der Wasserstand ändert sich über Tage kaum. Kann hier vielleicht jemand helfen? Besteht noch Hoffnung? Im Anhang habe ich einige Fotos angefügt.

    Vielen Dank.

  • Besteht noch Hoffnung?

    Du hast alles richtig gemacht, was man so machen kann und hast das auch gut geschildert sowie mit Fotos dokumentiert.

    Leider kann ich Dir nicht viel Hoffnung machen. Du hast richtig erkannt, dass das Problem das festsitzende PE-Rohr ist.

    Mir gehen zwei Möglichkeiten durch den Kopf, was man probieren könnte:

    1. Mit einem Wasserschlauch mit Düse neben dem PE-Rohr runtergehen und versuchen, den Bodengrund aufzuwirbeln und versuchen, Sand o.ä. oben aus dem Eisenrohr rauszuspülen. Wenn Wasser mit Sand kommt, versuchen am PE Rohr mit Gefühl zu ziehen. Wenn sich das PE Rohr lockert, raus ziehen und hier wieder melden.

    2. Oberhalb des PE-Rohr einen Flaschen- oder Kettenzug anbringen. Die Zugkraft sollte aber über 1 to liegen, so gross wie möglich.

    Wieder Wasser in das Eisenrohr füllen und dann Zug auf das PE Rohr, so stark wie möglich. Wenn das PE-Rohr mit einer Seilschlinge mehrfach umwickelt wird, hält das.


    Das Rohr sollte dann schon kommen, die Reissfestigkeit beträgt mehrere Tonnen.

    Wahrscheinlich reisst zuerst der Filter ab, der unten im Sand steckt. Das Problem müsste man später lösen. Zuerst muss das Rohr raus.


    Vielleicht fällt anderen noch mehr ein.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo,


    danke schonmal für die Antwort. Das heisst es handelt sich hierbei um einen Bohrbrunnen oder? Das heisst die Variante, dass ein Spühlbrunnen in den alten Bohrbunnen gelegt wurde ist unwahrscheinlich oder? Das bedeutet ich muss versuchen, den PE-Schlauch zu ziehen. Ich könnte es mit einem Schlauch und einer verstellbaren Düse probieren diesen frei zu spühlen und eventuell herauszubekommen.

    Mir fällt noch eine Sache ein, die ich nicht erwähnt hatte. Das Rohr vom Brunnen war nur mangelhaft mit einem Blechdeckel abgedeckt, welcher die letzten Jahre sich wohl mit Erde zugesetzt hatte. Eventuell besteht die Möglichkeit,dass sich dadurch Dreck in das Rohr eingespült hat.

    Falls jemand noch weitere Ideen und Vorschläge hat gerne melden.


    Liebe Grüße

    Wohnort: Plön

    Brunnenart: Vermutlich Bohrbunnen entweder mit Saugschlauch oder nachträglich eingebrachtem Spülbrunnen in einem 1,5m tiefem Schacht.
    Grundwasser ca. 6-7m

  • Das heisst die Variante, dass ein Spühlbrunnen in den alten Bohrbunnen gelegt wurde ist unwahrscheinlich oder?

    Das habe ich so nie gesagt. Es kann sein, dass das PE Rohr in einem Bohrbrunnen versandet ist oder dass es eingespült wurde. Wer soll das wissen.

    Da aber das von Dir eingefüllte Wasser nicht abläuft, spricht einiges für einen versandeten Brunnen. Es ist natürlich auch denkbar, dass der Filter total verockert ist. Dann müsste man zuerst einen Regenerationsversuch starten. Ich weiss nicht, wie eisenhaltig euer Wasser ist.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ich gehe mal davon aus, dass es ursprünglich ein Bohrbunnen war, da der Brunnen bis 1989 als Wasserversorgung für das Haus gedient hat. Ich schätze mal, dass ein Ramm/Spülbrunnen dafür ungeeignet gewesen wäre. Natürlich kann es sein, dass der Vorbesitzer daran etwas verändert hat. Das weiß ich leider nicht. Den Eisengehalt vom Wasser kenne ich leider auch nicht.

    Wozu würdet ihr mir nun als erstes raten? Versuchen das PE Rohr frei zu spülen (wie schon vorgeschlagen) und es dann versuchen zu ziehen? Ich denke mal, dass der Brunnen bestimmt schon 10 Jahre mindestens ungenutzt ist.

    Wohnort: Plön

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    Grundwasser ca. 6-7m

  • Moin,


    Ich gehe auch davon aus, dass das PE Rohr die Saugleitung war.


    Wie tief geht denn das PE Rohr runter? Du schreibst nur etwas von 4,5m des Stahlrohres. Aber wie tief ging das Lot in das PE Rohr ?


    Der alte Filter wird dicht sein. Es bleibt also nicht viel. PE Rohr rausreißen und das Stahlrohr dann wieder als Arbeitsrohr nutzen und in diesem die letzten 3,4,5 m einen neuen Brunnen bohren.


    Falls vorhanden mal eine ordentliche Pumpe an die vorhandenen PE Leitung direkt hängen und ordentlich Wasser reinblasen. Nicht nur Wasser eingießen......


    Mit freundlichen Grüßen


    Kurty

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die ganzen Tips. Ich werde mich jetzt am Wochenende noch mal an die Arbeit machen und versuchen einige Tips von euch umzusetzen.

    Ein Lot habe ich tatsächlich noch nicht in den Saugschlauch gehalten. Dies werde ich als erstes tun um zu schauen, ob und wieviel der Saugschlauch tiefer ist, wie das Stahlrohr. Hierfür werde ich wohl ersteinmal mein eingebrachtes Wasser absaugen, damit meine Mutter ordentlich in den Schlauch fällt.

    Danach werde ich versuchen mit meinem Hauswasseranschluss Druck auf die Saugleitung zu geben in der Hoffnung, dass sich etwas tut. Ich denke mal es ist besser als meine Kreiselpumpe, welche maximal 3600l/h fördern kann.

    Ich werde dann von meinen Ergebnissen berichten.


    Liebe Grüße

    Wohnort: Plön

    Brunnenart: Vermutlich Bohrbunnen entweder mit Saugschlauch oder nachträglich eingebrachtem Spülbrunnen in einem 1,5m tiefem Schacht.
    Grundwasser ca. 6-7m

  • Hierfür werde ich wohl ersteinmal mein eingebrachtes Wasser absaugen, damit meine Mutter ordentlich in den Schlauch fällt.

    Ich glaube nicht, dass die Mutter schwimmt...

    Gruss

    kg49

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  • Hallo zusammen, habe gestern nochmal die Mutter herab gelassen. Diese lies sich noch ca. 1,5m tiefer versenken als im Stahlrohr. Ich habe dann einen erneuten Pumpversuch gestartet, welcher mit Erfolg gekrönt war. Es kam tatsächlich Wasser. Nun frage ich mich, was es nun für ein Brunnentyp ist bezüglich der Belastbarkeit und Lebensdauer? Ich habe mal ein Foto vom entnommenen Wasser gemacht. Davor habe ich ca. 100 Liter abgepumpt. Sieht das alles soweit gut aus? Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung.

  • Sieht das alles soweit gut aus?

    Was soll dabei gut oder schlecht aussehen?

    Anscheinend ist die Förderung sandfrei. Ob die Trübung von Sedimenten oder gelösten Gasen stammt, kann von hier aus nicht bestimmt werden.

    Nun frage ich mich, was es nun für ein Brunnentyp ist bezüglich der Belastbarkeit und Lebensdauer?

    Diese Frage lässt sich mit ein paar hundert Liter gepumpten Wassers nicht beantworten.

    Gruss

    kg49

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  • Sandfrei klingt schonmal gut. Gibt es denn eine Möglichkeit den Brunnen zu testen? Falls es sich um einen Rammbrunnen/Spühlbrunnen in dem Stahlrohr handelt und kein Bohrbrunnen sollte man ja angeblich keine allzuhohe Menge Wasser pro Zeiteinteilung entnehmen. Wobei der Brunnen früher das komplette Haus mit Wasser versorgt haben soll. Ich möchte nur vermeiden, dass ich den Brunnen zusetze, wenn ich zu viel Wasser entnehme. Bin aufjedenfall glücklich vorerst keinen neuen Brunnen anlegen zu müssen.


    Liebe Grüße

    Wohnort: Plön

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    Grundwasser ca. 6-7m

  • sollte man ja angeblich keine allzuhohe Menge Wasser pro Zeiteinteilung entnehmen.

    Das ist richtig.

    Für weitere Untersuchungen wäre es nicht uninteressant festzustellen, ob im Stahlrohr der gleiche Grundwasserpegel wie im Saugrohr ist.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Also wie gesagt, im Saugrohr komme ich mit meinem Lot etwa 1,5m tiefer in den Boden. Also etwa 6m im Saugrohr zu 4,50m im Stahlrohr. Leider kann ich niemanden dazu mehr befragen. Liebe Grüße

    Wohnort: Plön

    Brunnenart: Vermutlich Bohrbunnen entweder mit Saugschlauch oder nachträglich eingebrachtem Spülbrunnen in einem 1,5m tiefem Schacht.
    Grundwasser ca. 6-7m

  • ? ? ?

    Es war nicht die Tiefe gefragt, sondern der Grundwasserstand.

    Gruss

    kg49

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  • Morgen,


    Wenn jetzt Wasser kommt, würde ich an deiner Stelle eine Regenerierung des Brunnen machen. Danach sollte er dann noch besser fördern.


    http://www.lotze-wassertechnik…02501-1002501-518090.html


    Sowas in der Art. Kostet ein paar Euro, jedoch soll es Wunder bewirken. Gerade wenn du nicht weißt, was und wie der Filter unten aussieht.

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    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
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    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

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