Plötzlich deutlich geringerer Druck

  • Hallo,


    unsere 4"-Tiefbrunnenpumpe MSW-SPP44-055 liefert seit 2 Tagen plötzlich deutlich weniger Druck und hat demzufolge auch eine deutlich geringere Förderleistung.

    Als die Pumpe letztes Jahr neu war hat das Manometer einen statischen Druck von 5,3 bar angezeigt, jetzt sind es nur noch 3,9 bar.

    Die Pumpe hängt ca. in 6 m Tiefe und der Grundwasserspiegel liegt bei ca. 3,5 m Tiefe. Luft wird nicht gefördert.


    Wenn ich die Symptome richtig deute, dann ist der Grundwasserspiegel noch ausreichend hoch, denn sonst würde Luft gefördert werden.

    Der Druckabfall kann nicht an einem deutlich gesunkenen Grundwasserspiegel liegen, denn dieser müsste dann etwa 14 m gesunken sein und so lang ist das Steigrohr nicht.

    Verstopfte Siebe/Filter scheiden als Ursache aus, da sie für den statischen Druck keine Rolle spielen.


    Hat jemand einen Tipp welche Ursache das haben kann?

    Motor oder Hydraulikteil im Eimer?

    Die Pumpe ist nun genau 1 Jahr alt. Ich hatte mir diesen Chinakracher auf die Schnelle geholt, da unsere alte DAB CS4C nach fast 2 Dekaden völlig den Geist aufgegeben hatte.


    Die Pumpe ist mit folgenden Werten angegeben:

    max. Förderhöhe von 58 m

    max. Fördervolumen 6.000 l/h

    Leistung 550 W

  • Wenn ich die Symptome richtig deute, dann ist der Grundwasserspiegel noch ausreichend hoch, denn sonst würde Luft gefördert werden.

    Der Druckabfall kann nicht an einem deutlich gesunkenen Grundwasserspiegel liegen, denn dieser müsste dann etwa 14 m gesunken sein und so lang ist das Steigrohr nicht.

    Verstopfte Siebe/Filter scheiden als Ursache aus, da sie für den statischen Druck keine Rolle spielen.

    Alles richtig analysiert.

    Ich würde die Pumpe ziehen und in einem separaten Behälter noch einmal den statischen Druck messen.

    Sollte dieser immer noch so gering sein könnte der Hydraulikteil defekt sein.

    Ist aber der Druck dann o.k., müsste neu nachgedacht werden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Danke für die schnelle Bestätigung.


    Die Pumpe zu ziehen und dann außerhalb mit Manometer zu prüfen ist ziemlich aufwändig, da ich dafür mehrere Sachen (Behälter, Ventil, Manometer) organisieren müsste und der Erbauer des Brunnens den Schacht extrem unzugänglich angebracht hat.

    Wenn klar ist, dass ich die Pumpe ziehen muss, werde ich mir vorher eine andere (DAB) besorgen, damit ich das nicht mehrmals machen muss.

  • da ich dafür mehrere Sachen (Behälter, Ventil, Manometer) organisieren müsste

    Das müsste nicht sein.

    Da es um eine statische Messung geht reicht es, die Pumpe zu ziehen, in eine klargespülte Mülltonne mit Wasser zu stellen und weiter am Anlagenstrang angeschlossen zu lassen. Evtl. braucht man ein paar Meter flexiblen Schlauchs.

    Die Messung dauert ja bloss einige Sekunden.

    Wenn sie aber extrem unzugänglich ist, könnte man eine Ersatzpumpe bereit halten.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Die Pumpe rückwärts Richtung Brunnen pumpen zu lassen, ist eine gute Idee, aber als Gefäß eine Mülltonne zu verwenden, sagt mir nicht so zu. Ich bemühe mich zwar, dass unsere Tonnen möglichst sauber bleiben, aber sie sind eben nicht sauber.

    Das größte Übel ist aber tatsächlich, dass die Pumpe sehr schlecht zugänglich im Pumpenschacht in der Garage untergebracht ist. Ich werde also vorher Ersatz besorgen.


    Gibt es Erfahrungen, was für gewöhnlich am Hydraulikteil kaputt geht? Ich habe so etwas noch nicht zerlegt, aber außer Turbinenrädern, Welle und Lager ist doch nicht vorhanden, was innerhalb von wenigen Tagen einen starken, aber nicht vollständigen Druckabfall erklären könnte. Die einzige plausible Theorie, die ich bisher habe, wären gelöste Turbinenräder, die nur noch lose auf der Welle mitlaufen, aber keinen Druck mehr erzeugen.

    Schwergänge Lager oder Wicklungsschluss müssten den Überlastschutz auslösen.

    Teile von Turbinenrädern waren im Filter nicht zu finden.

  • Teile von Turbinenrädern waren im Filter nicht zu finden.

    Da reicht schon etwas Abschliff durch transportierten Sand, um den Druck abfallen zu lassen. Auch Lagerschäden sind denkbar.

    Bei dem Preis der Pumpe dürfte jeder Reparaturversuch unwirtschaftlich sein.

    Was man noch probieren könnte (nur der Vollständigkeit halber): Aus der Grabbelkiste einen passenden Kondensator aussuchen und auf Verdacht den Kondensator im Schaltkasten mal tauschen.

    Gruss

    kg49

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  • Im Filter war sehr wenig Sand, weshalb es mich überraschen würde, wenn das die Ursache dafür wäre. Bei DAB mit PSC-Motoren dienen die Kondensatoren (fast) nur dem Anlaufen. Wenn der Kondensator grenzwertig ist, die Pumpe aber noch anläuft, merkt man keinen Leistungsunterschied. So ist zumindest meine Erfahrung. Bei dem MSW-Motor kann das natürlich anders sein.

    Wenn ich Ersatz habe, werde ich mir das mal ansehen. D.h., ich werde nichts zerlegen, falls der Händler das alte Teil zurück haben möchte.

  • Wenn der Kondensator grenzwertig ist, die Pumpe aber noch anläuft, merkt man keinen Leistungsunterschied.

    Das ist prinzipiell richtig.

    Ich würde auch nicht extra einen Kondensator kaufen, nur wenn er halt grad zur Hand ist, kann man es mal probieren. Mehr als trial and error ist das dann sowieso nicht.

    Gruss

    kg49

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  • Ich habe die Pumpe heute gezogen und war wegen des Aussehens ziemlich überrascht.

    Auf dem Bild ist die 1 Jahr alte MSW und zum Vergleich die 15 Jahre alte DAB zu sehen. Die DAB sieht deutlich besser aus. Bei der MSW ist das Motorgehäuse extrem mit Rost überzogen. Das Edelstahlgehäuse des Hydraulikteils ist blitzblank. Wie kann eine Pumpe nach nur einem Jahr so aussehen? Die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist eine defekte Dichtung und/oder Lager, oder man hat ungeeignetes Material verwendet.


    Ich habe noch die Widerstände gemessen. Gegen PE ist alles hochohmig. Zwischen den Motoranschlüssen messe ich 7,1 / 13,4 und 19,4 Ohm.

  • Wie kann eine Pumpe nach nur einem Jahr so aussehen?

    Ich bin von Haus aus kein Chemiker, aber es scheint mir kein Rost zu sein, sondern ausgefallenes Eisen durch Korrosion. Erklärt aber nicht den Druckabfall.

    Wenn jedoch im Hydraulikteil die "Schaufelräder" ebenfalls aus "schlechtem" Edelstahl gefertigt wurden, könnten sie wegkorrodiert sein, zumindest in Ansätzen.

    Lohnt sich das, das Gehäuse zu zerlegen?

    Gruss

    kg49

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  • Während ich eine neue Pumpe gesucht habe und mit dem Händler der defekten Pumpe in Kontakt stand, habe ich die Pumpe weiter benutzt. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Druckabfall schwankend war. Kurz nach dem Anlaufen hat die Pumpe fast den ursprünglichen Maximaldruck geliefert, aber schon nach 1 Minute ist der Druck immer weiter eingebrochen. Zuletzt bis auf ca. 1/3 des ursprünglichen Drucks. Wenn die Schaufeln korrodiert wären, dann würde ich davon ausgehen, dass der Druck konstant niedrig bliebe.


    Einerseits hätte mich schon interessiert, woran das liegt, aber andererseits kann ich noch Gewährleistungsansprüche geltend machen, welche ich nicht durch "Basteilei" gefährden möchte. Außerdem ist es hier, wie schon erwähnt, ziemlich aufwändig, die Pumpe aus dem Schacht zu ziehen, sodass ich froh bin, wenn ich die neue Pumpe eingebaut habe und den Garten wieder problemlos befeuchten kann.


    Als Ersatz habe ich mir nun eine Orlando ST-1010 mit Franklin Drehstrommotor bestellt. Dafür musste ich zwar eine neue Leitung legen und eine CEE-Steckdose setzen (was bei dem Pumpenschacht hier sehr aufwändig ist :) ), aber der Vorteil ist, dass ich nun die unterschiedlichsten Motoren betreiben kann und es hängt keine Schaltbox mehr im Pumpenschacht.

  • Kurz nach dem Anlaufen hat die Pumpe fast den ursprünglichen Maximaldruck geliefert, aber schon nach 1 Minute ist der Druck immer weiter eingebrochen. Zuletzt bis auf ca. 1/3 des ursprünglichen Drucks. Wenn die Schaufeln korrodiert wären, dann würde ich davon ausgehen, dass der Druck konstant niedrig bliebe.

    Ich auch und ich hätte das auch nicht geschrieben, wenn die Fehlerbeschreibung vollständig gewesen wäre.

    aber der Vorteil ist, dass ich nun die unterschiedlichsten Motoren betreiben kann

    Dreiphasen- und Einphasenmotore, wobei letztere den Kondensator eingebaut haben müssen. Einphasenmotore mit externem Kondensator benötigen weiterhin eine Schaltbox.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

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