Benötige Hilfe beim Ermittlen von Vordruck, Einschaltdruck und Abschaltdruck

  • Hallo, ich hoffe, ihr könnt einem Laien weiterhelfen:


    Wir haben einen Tiefbrunnen, der für die Gartenbewässerung eingesetzt werden soll. Grundsätzlich funktioniert die Wasserförderung, jedoch schaltet der mechanische Druckschalter die Pumpe bei Wasserentnahme viel zu schnell aus und wieder an. Bei zwei Rasensprengern etwa alle zehn Sekunden, was meines Wissens den baldigen Tod der Pumpe herbeiführen würde, wenn man das so belässt.


    Ich gehe davon aus, dass der Vordruck am Membrangefäß sowie der Einschalt- und Abschaltdruck am mechanischen Druckschalter nicht korrekt eingestellt sind. Allerdings weiß ich nicht, was ich da genau einstellen muss und bräuchte daher Hilfe.


    Mechanischer Druckschalter: Eaton MCS(N)11

    Membran-Druckbehälter ist ein Varem Intervarem 24 Liter.

    Dort steht in der Beschreibung, der Vordruck solle 1,5 Bar betragen.


    Hier im Wiki heißt es, "Pumpeneinschaltdruck x 0,9 rechnen"


    Im Grundfos-Handbuch steht, wie ich theoretisch die drei gesuchten Werte ermitteln muss, allerdings blicke ich da nicht wirklich durch:

    (Abschnitt 8.2: http://net.grundfos.com/Appl/c…fosliterature-3542674.pdf)


    Ich müsse zunächst den Mindestdruck (pmin) herausfinden:

    Dieser "entspricht dem erforderlichen Mindestdruck an der obersten Zapfstelle + Förderhöhe und Reibungsverlust in der Rohrleitung zwischen Druckschalter oder Membran-Druckbehälter und der obersten Zapfstelle (pmin = B + C).B: Förderhöhe + Reibungsverlust in der Rohrleitung zwischen dem Membran-Druckbehälter und der obersten Zapfstelle

    C: Mindestdruck an der obersten Zapfstelle"


    Förderhöhe zwischen Druckbehälter und oberste Zapfstelle = bekomme ich ausgemessen

    Reibungsverlust in der Rohrleitung zwischen Druckbehälter und oberste Zapfstelle = Ich habe keine Ahnung, wo ich diesen Wert herbekomme

    Erforderlicher Mindestdruck an der obersten Zapfstelle = Ich habe keine Ahnung, wo ich diesen Wert herbekomme



    Weiter heißt es im Handbuch dann:


    "Mindest-Membran-Druckbehältergröße, Vordruck und Druckschaltereinstellungen können in Abhängigkeit von pmin und Qmax der folgenden Tabelle entnommen werden"


    Ich benötige also den oben berechneten Mindestdruck pmin und Qmax. Qmax = Maximaler Förderstrom bei pmin. = Hier habe ich erneut keine Ahnung, wo ich diesen Wert herbekomme




    Anzumerken wäre noch, dass das System ursprünglich von meinem inzwischen leider verstorbenen Vater gebaut wurde. Kürzlich mussten ein neuer (tieferer) Brunnen gebohrt und die neue Pumpe eingesetzt werden. Daher könnten eventuell auch nicht alle Komponenten wirklich sinnvoll zusammenpassen. Draußen ist nach der Pumpe ein elektrischer Druckschalter verbaut, dessen Einschaltdruck fest bei 1,5 bar liegt. Im Keller beim Druckbehälter der genannte mechanische Druckschalter installiert, bei dem sich Einschalt- und Abschaltdruck frei einstellen lassen. Ich weiß jetzt nicht, wie sinnvoll diese Kombination noch ist oder ob sich beide Druckschalter vielleicht sogar stören.

    Brunnen: Spülbohrverfahren

    Ruhewasserspiegel: 6 Meter

    Bohrtiefe: 12,2 Meter

    Beginn der Filterstrecke: 10,2 Meter

    Filterstrecke: 80 Millimeter x 2 Meter

    Ausbau-/Ringraum: 150 Millimeter

    Schlitzweite: 0,3 Millimeter

    Steigleitungs-/ Verrohrungsdurchmesser: 25 Millimeter

    Pumpe: Grundfos SQ2-55

    Membran-Druckbehälter: Varem Intervarem 24 Liter

    Elektrischer Druckschalter: PSC-01C (Einschaltdruck 1,5 bar)

    Mechanischer Druckschalter: Eaton MCS(N)11

  • Obwohl ich ein Freund von Berechnungen bin, lässt sich das wesentlich einfacher handeln, da Du die Pumpe ja für die Gartenbewässerung benötigst und nicht für die Toilettenspülung o.ä. Dafür wäre auch der Druckbehälter viel zu klein.

    Du stellst den Einschaltdruck zuerst mal auf ca. 2,5 Bar. Da kommt es auf ein paar Zehntel Bar nicht drauf an.

    Dann leerst Du den Behälter und pumpst ihn auf 2,5 x 0,9, also ca. 2,2 Bar auf.

    Den Abschaltdruck stellst Du so hoch ein, dass die Pumpe beim Rasenwässern durchläuft und nicht abschaltet. Schliesst Du jetzt die Wasserentnahme, so wird der Druck etwas höher steigen und die Pumpe wird abgeschaltet.

    Da Du den maximalen Druck Deiner Pumpe nicht angegeben hast musst Du darauf achten, dass der Maximaldruck Deines Behälters nicht überschritten wird.

    Funktionweise testen. Fertig.

    Zum besseren Verständnis:

    Der neue Bohrbrunnen

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

    The post was edited 1 time, last by kg49 ().

  • Hallo,


    vielen Dank für die Anleitung. Das hat mir schon sehr weitergeholfen und ich komme der Sache näher.


    Zur Grundfos SQ2-55 habe ich nach etwas Suchen die Angabe 6,8 bar Maximaldruck gefunden. Der Druckbehälter soll bis zu 10 bar aushalten.

    Das neben dem Druckbehälter verbaute Manometer zeigt leider nur bis maximal 4 bar an, was ich darüber hinaus einstelle, geht dann nur noch nach Gefühl. Den Maximaldruck habe ich jetzt auf etwa 5,5 bar eingestellt.


    Beim Rasensprengen läuft die Pumpe nun durch. Bei der Beetbewässerung ebenfalls.


    Beim Sprühen mit dem Gartenschlauch beobachte ich das:

    Sprühkopf 1 = Die Pumpe läuft durch.

    Sprühkopf 2 = Druck erreicht den eingestellten Maximalwert (ca. 5,5 bar), Pumpe geht aus. Druck fällt ca. 90 Sekunden, Pumpe geht wieder an… und so weiter. Da muss ich den Maximaldruck noch weiter erhöhen, nehme ich an.


    Und noch eine Verständnisfrage: Warum sollte ich den Vordruck auf 2,2 bar und den Einschaltdruck auf 2,5 bar einstellen? Wie gesagt beträgt der Vordruck beim Membranbehälter laut Hersteller standardmäßig 1,5 bar. Wäre es da nicht besser, den Vordruck auf 1,5 bar, den Einschaltdruck auf 1,7 bar und dann den Ausschaltdruck entsprechend wieder durch Probieren einzustellen? Oder funktioniert das nicht bzw. ist das aus irgendeinem Grund schlechter?

    Brunnen: Spülbohrverfahren

    Ruhewasserspiegel: 6 Meter

    Bohrtiefe: 12,2 Meter

    Beginn der Filterstrecke: 10,2 Meter

    Filterstrecke: 80 Millimeter x 2 Meter

    Ausbau-/Ringraum: 150 Millimeter

    Schlitzweite: 0,3 Millimeter

    Steigleitungs-/ Verrohrungsdurchmesser: 25 Millimeter

    Pumpe: Grundfos SQ2-55

    Membran-Druckbehälter: Varem Intervarem 24 Liter

    Elektrischer Druckschalter: PSC-01C (Einschaltdruck 1,5 bar)

    Mechanischer Druckschalter: Eaton MCS(N)11

  • Das neben dem Druckbehälter verbaute Manometer zeigt leider nur bis maximal 4 bar an,

    Das sollte man gegen ein 10Bar Instrument austauschen.


    Da muss ich den Maximaldruck noch weiter erhöhen, nehme ich an.

    Das musst Du ausprobieren. Bei geringer Wasserentnahme taktet im Prinzip jedes System. Man kann die Taktintervalle nur vergrössern, indem man einen grösseren Kessel nimmt.

    Warum sollte ich den Vordruck auf 2,2 bar und den Einschaltdruck auf 2,5 bar einstellen?

    Du kannst den Einschaltdruck beliebig verkleinern, nur kommt bei niedrigen Druckwerten auch wenig aus dem Schlauch. Am Wasserhahn hat man oft 3 Bar, 2Bar ist da so ein Kompromiss.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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