Tiefbrunnenpumpe für Wochenendhaus und Beregnungsanlage

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach einer neuen leistungsstärkeren Pumpe. Aktuell habe ich eine Kreiselpumpe von AVAG im Einsatz, welche für die automatische Gartenbewässerung (Nachts) und das Wochenendhaus zuständig ist. Da das Haus gerade modernisiert wurde, kommen neben Bad (Dusche, WC und Waschbecken) noch die Küche mit Geschirrspüler und Spüle hinzu. Der Wasserdruck war leider nach der Sanierung des Bades (wo auch die Hauptverteilung des Wassers stattfindet) deutlich zu gering. Meine aktuelle Pumpe hat einen Einschaltdruck von 2,5 bar und einen Ausschaltdruck von 4 Bar bei max. 3200 l/h Fördermenge.


    Da der Brunnen letztes Jahr neu gebohrt wurde, kommt für mich nun nur eine Tiefbrunnenpumpe (vor allem wegen dem Geräuschpegel und der Frostsicherheit) in Betracht. Da durch die Sanierung des Bades Kunststoffleitungen verlegt wurde, gehe ich davon aus, dass der Querschnitt nicht optimal ist und daher der Druck im Haus zu gering ist. Dem möchte ich mit einer Tiefbrunnenpumpe mit ordentlich Leistung (6-8 bar Wasserdruck) entgegenwirken.Ich hoffe, dass ich durch den gesteigerten Druck der Pumpe auch im Haus endlich wieder einen vernünftigen konstanten Wasserdruck habe.


    Könnt ihr mir da eine geeignete gute Pumpe empfehlen?


    Danke schon mal für eure Empfehlungen!

  • Könnt ihr mir da eine geeignete gute Pumpe empfehlen?

    Nein, aber ich kann Dir sagen, was Du machen musst. Die richtige Auswahl einer Pumpe ist nicht ganz einfach und kann nicht durch eine pauschale Empfehlung erfolgen. Lies Dir mal folgenden Artikel durch, dann weisst Du, worauf es ankommt:


    Pumpenstärke

    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.

    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.

    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.

    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.

    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:

    PH + Ps + PB = PA

    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.

    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.

    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Danke für den Artikel, den hatte ich mir bereits durchgelesen. Es geht mir auch nicht um die Werte Druck und Wassermenge sondern eher um eine Empfehlung für eine Marke/Modell.


    Das Modell sollte einen Wasserdruck von 6-8 bar und die Wassermenge ca. 6000 l/h schaffen.

  • Also Arbeitspunkt ca. 7Bar/6000L/h ?

    Du hast Dir das tatsächlich ausgerechnet und hast Dir auch schon Pumpen mit diesem Arbeitspunkt im Netzt angesehen? Falls nicht, stöbere doch bitte etwas und stell uns Deine gefundenen Modelle vor.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Die SQE 7-15 erfüllt in keinster Weise Deine Anforderungen. Du musst bei der Suche auf Deinen Betriebspunkt 7Bar/6000L/h achten.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Bist du dir ganz sicher, daß du ca 7 bar bei 6m³ Förderleistung brauchst?!?


    Als erstes solltest du vor allem mal den Installateur herbei ordern! Es kann ja nicht angehen, daß du nun eine völlig überdimensionierte Pumpe brauchst, weil Herr Röhrich Schei... gebaut hat.

  • EOD

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ja Lumpi da stimme ich dir zu mit Herrn Röhrich aber leider ist das Bad jetzt fertig gefliest, so dass eine Korrektur der Wasserleitungen leider nicht in Frage kommt. Würde ich nochmal vor der Herausforderung stehen, würde ich Herrn Röhrich dazu verpflichten Edelstahlrohre zu verlegen. Das hätte etwas mehr gekostet, dafür wäre der Druck im Haus sicher besser. Aber nun muss ich nach Plan B Ausschau halten und der wird mit Sicherheit eine neue Pumpe sein.

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