Tiefenbrunnenpumpe defekt

  • Hallo zusammen,


    seit Mai 2018 betreiben wir einen selbstgebohrten Brunnen mit DN150 in ca 11m Tiefe. Für diesen Brunnen habe ich mir damals eine "günstige" Brunnentiefenpumpe gekauft. Gestern habe ich sie das erste Mal nach dem Winter in Betrieb genommen. Dort hat alles funktioniert. Heute wollte ich den Rasenmäher Robi sauber machen und auf einmal ging nichts mehr. Der Druckwächter hat einen Fehler angezeigt.


    Also habe ich den Strang nach und nach auseinander genommen, keine Verstopfungen, nichts. Am Ende habe ich dann die Pumpe aus dem Schacht genommen. Mir fiel schon ein offenes Stück Metall auf. Nasch dem Abschrauben des Anschlusses habe ich dann auch schon ein paar Metallteile im Inneren gesehen. Anbei findet ihr ein paar Bilder. Was meint ihr? Ist das äußere Stück Metall gebrochen und hat damit das Förderrad zerstört? Mit San o.ä. hatte ich eigentlich bis jetzt keine Probleme, es war keine Sand im Wasser festzustellen.


    Was könnt ihr mir alternativ für eine Pumpe empfehlen? Möchte in Zukunft auch eine Beregnung an das System anschließen.


    Gruß

    Chris

  • Nun da musst du mehr Eckdaten raushauen, was brauchst du an Leistung bzw was kann der Brunnen gescheit liefern ohne zu überfordern, sonst kann dir keiner einen Tipp geben.


    Das es eine günstige Pumpe ist finde ich persönlich okay, es ist ärgerlicher wenn eine Grundfos Pumpe die Grätsche macht als ne billige für 100+

  • Ich habe den dynamischen Druck ermittelt mit einem Drosselhahn an der Wasserentnahme. Dabei kam ich auf folgende Werte:


    Volumenstrom[l] Druck [bar]
    15 2,9
    12 3
    7,5 3,5


    Ich möchte gerne das System von Hunter nutzen. Hunter sagt, minimal 2,8 bar an den Regnern. Durch die Messung oben fehlt mir noch der Druckverlust durch die Verrohrung. Ich möchte gerne 1" Rohre in den Boden legen. Um die Rasenfläche zu beregnen brauche ich bei 9 Regner insgesamt 25l /min bei 2,8 bar. Gerne möchte ich mir noch die Option auf eine Wasserzapfstelle und Tropfschläuche offen halten.


    Die Menge die also als Volumenstrom von meiner bisherigen Pumpe geliefert wurde, war also zu wenig. Wie kann ich denn die max Fördermenge des Brunnen bestimmen?


    Gruß

    Chris

  • Wie kann ich denn die max Fördermenge des Brunnen bestimmen?

    Indem Du misst, um wieviel cm der Grundwasserspiegel bei verschiedenen Fördermengen absinkt.

    Die Förderung wird dann so gesteigert, bis der Grundwasserspiegel bis ca. 0,5 -1,0m über der Pumpe abgesunken ist und nicht weiter absinkt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Je nach Grundwasserspiegel mal die FFW pumpen lassen, wenn man die nötigen Beziehungen hat.

    Ansonsten Pumpe im Baumarkt ausleihen.

    Wenn Du jedoch über ein Schichtenverzeichnis und einen Brunnenausbauplan verfügst, kann man versuchen, aus diesen Unterlagen auf das Fördervermögen des Brunnens rückzuschliessen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ich guck mal was die FF sagt.
    Angenommen ich möchte für meine Pumpe 3000l/h bei 4 bar fördern. Wie muss ich suchen?

    Denn die alte Pumpe SKM150 hat laut Datenblatt bei 60m 1500l/h.


    Das würde dann 6 bar entsprechen. Die Pumpe hing bei mir ca. bei 6m, bedeutet 0,6bar Druckverlust durch die Verohrung. Gut ich hab nun einen Wasserhahn oben dran und habe damit den Durchfluss geregelt. Ich komme jedoch bei 3 bar nur auf 12L/min also 720 L/ h bei 3bar.


    Wo ist mein Denkfehler?


    Gruß

    Chris

  • Denn die alte Pumpe SKM150 hat laut Datenblatt bei 60m 1500l/h.

    ? ? ?

    Das könnte falsch sein. Meine Quelle sagt 60m/1000l/h


    Angenommen ich möchte für meine Pumpe 3000l/h bei 4 bar fördern. Wie muss ich suchen?

    Lies mal:


    Pumpenkennlinie

    Betrachtet man Pumpen im Baumarkt oder online im Netz, so fällt einem auf, dass sich auf dem Typenschild oder bei den technischen Angaben zwei Werte befinden, die anscheinend die Eigenschaften der Pumpe beschreiben: Eine Druckangabe und eine Wassermengenangabe.

    Z.B. kann man lesen 5 Bar / 3000L/h

    Da 10m Wassersäule einen Druck von ca. 1 Bar hat, werden die Drücke häufig auch in Höhenangaben angegeben, d.h. es kann auch stehen: 50m / 3000L/h.

    Man könnte jetzt annehmen, dass die genannten Daten die Eigenschaften der Pumpe beschreiben, also 3000L/h bei einem Druck von 5 Bar gefördert werden. Ein folgenschwerer Irrtum!

    Es ist leicht einzusehen, dass eine Pumpe ihren höchsten Druck hat, wenn der Pumpenausgang verschlossen ist, also die Fördermenge 0L/h beträgt.

    Genauso ist es nachvollziehbar, dass die höchste Wassermenge gefördert wird, wenn der Pumpenausgang offen ist, also kein Schlauch angeschlossen ist. Ist der Ausgang offen, kann dort kein Druck aufgebaut werden, also liegen dort 0 Bar an.

    Diese zwei Zustände nennt man auch Betriebspunkte. Sie entsprechen kaum dem praktischen Betrieb.

    Aber genau diese zwei Betriebspunkte werden bei Pumpen angegeben, also die maximal mögliche Fördermenge und der maximal auftretende Druck. Beide können nie zusammen auftreten!

    Zwischen beiden Betriebspunkten sind unendlich viele Kombinationen möglich.

    Man kann sich das so vorstellen, als ob die Pumpe aus dem Eingangsbeispiel (50m/3000L) in einem Teich neben einem 60m hohen Turm stehen würde.

    Lässt man die Pumpe frei laufen, so fördert sie 3000L/h, ihr Druck beträgt 0 Bar.

    Schliesst man sie an einen langen Schlauch an, den man langsam am Turm hinaufzieht, so hat sie bei 10m einen Druck von 1 Bar, bei 30m von 3 Bar, bei 50m von 5 Bar und bei 60m immer noch 5 Bar. Das Wasser, das durch den Schlauch fliesst, wird immer weniger, je höher der Schlauch gezogen wird. Ab 50m fliesst überhaupt kein Wasser mehr aus dem Schlauch heraus.

    Zu jeder Schlauchhöhe gehört also ein anderer Druck und eine andere Fördermenge.

    Das sind die verschiedenen Betriebspunkte einer Pumpe. Sie werden entweder in einer Tabelle oder mit einer Kurve dargestellt. Diese Kurve nennt man Pumpenkennlinie, bei der man zu jedem Pumpendruck die dazugehörende Fördermenge bzw. zu jeder Fördermenge den dazugehörenden Pumpendruck ablesen kann.

    Ergänzend sei noch gesagt, dass einige Pumpenhersteller neben dem Maximaldruck bzw. der maximalen Fördermenge auch den Betriebspunkt angeben, bei dem die Pumpe ihren besten Wirkungsgrad hat.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ich möchte nochmal kurz zu meiner Messung zurückkommen. Deine Ausführung habe ich verstanden. Nun habe ich ja eine SKM150 vorher im Einsatz gehabt. Diese Pumpe lieferte mir bei 3 bar 12l/min bzw. 0,72m³/h.


    Ich habe mir eine Kennlinie zur SKM150 angeschaut. Da sind Werte angegeben von 74m bei 0,6m³/h und 62m bei 0,9m³/h. Das bedeutet doch, dass ich gemittelt angenommen 68m => 6,8 bar - 3 bar (Druck am Hahn eingestellt) also 3,8 bar Verlust in meiner Anlage habe (so fern ich 3bar Ausgangsdruck haben möchte) ?


    Gruß

    Chris

  • Diese Pumpe lieferte mir bei 3 bar 12l/min bzw. 0,72m³/h.

    Wo wurde denn dieser Druck gemessen. Direkt am Pumpenausgang? Wohl kaum.


    Alle Angaben in Tabellen oder Kennlinien sind mit Vorsicht zu geniessen, gerade wenn es sich um so ein Produkt wie die SKM Pumpen handelt, also Pumpen im unteren Preissegment. Für diese Pumpe habe ich z.B. unterschiedliche Tabellen im Netz gefunden. Welcher soll man glauben?

    Man muss schon selbst die Kennlinie einer Pumpe aufnehmen, wenn man genaue Werte haben möchte.

    Da die Kennlinien nicht linear sind, also mehr oder weniger "krumm" verlaufen, ist "Mitteln" nur bedingt möglich.


    Aber mal was ganz anderes. Die abgebildeten mechanischen Beschädigungen der Pumpe lassen Arges vermuten, was die Filterleistung des Brunnens betrifft. Solange dieses Problem nicht behoben ist, wäre ich mit dem Neukauf einer Pumpe sehr zurückhaltend.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ich glaube eher, dass sich bei der Pumpe an dem Messingring etwas gelöst hat und dann ins förderrad gezogen wurde und dieses damit zerstört hat. Dieses fehlende Stück im letzten Bild ist rausgebrochen.


    Sonst hatte ich wie gesagt eigentlich null Sand im Wasser. Auch im Eimer hat sich nie etwas abgesetzt.


    Gruß

    Chris

  • Hmmmm,


    verschiedene Gedanken meinerseits zur gesamten Problematik:


    Hast du keine Garantie mehr auf die Pumpe ?


    Ich lasse deinen Brunnen jetzt gedanklich mal außen vor und gehe davon aus, dass dieser genug Wasser liefert und nicht überfordert wird.


    Du machst dir zu viele Gedanken und Rechnereien. KG hat hier recht, diese ganzen angegebenen theoretischen Werte - damit kannst du dir höchstens den A..... abwischen. Das mag bei den teuren Pumpen wie Grundfos und co hinhauen aber nicht im unteren Preissegment.


    Willst du ne günstige Pumpe die „ok“ ist, nimmst ne IBO. Bei was mittelpreisigem rate ich zu einer Orlando und soll es jetzt etwas teures werden Grundfos / KSB / DAB.


    Ich selbst z.b. Betreibe mit einer Orlando ST1311 seit ein paar Jahren erfolgreich meine Hunter Beregnung. Da hängen ca 10-12 Regner pro Strang dran und alles läuft bestens. Also besser weniger rechnen und mehr auf Erfahrungen setzen. Nimm die Pumpe ne Nummer größer und Dunjas Reserven......

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Hey,


    danke für deine Antwort.
    Leider hab ich keine Garantie, da ich damals über die Bucht gekauft habe und die Gewährleistung schließt ja so etwas aus.

    Was Teures muss es nicht sein, bin ja noch Anfänger, da reicht erstmal etwas günstigeres als Grundfos.


    Gruß

    Chris

  • Tja, günstiger als Grundfos ist so ziemlich alles :D.


    Egal ob Porsche, Audi, Mercedes, BMW oder Dacia ..... fahren tut alles von A nach B, fragt sich halt nur wie lange......


    Dann rate ich dir zur oben besagten Orlando. Habe da bereits fünf Pumpen von verbaut und alle laufen bislang ohne Ausfälle. Google mal nach der Firma DUG GmbH. Prima laden mit guten Preisen und kompetent.


    Nen bekannter Brunnenbauer von mir setzt auf die Polen (IBO/Dambart) und verbaut diese sehr oft. Aber ehrlich gesagt sind MIR die fast ein wenig bedenklich preiswert.....

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

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