Grundfos SQ 2-55 defekt?

  • Hallo zusammen,


    seit mittlerweile 2 Jahren habe ich meinen Brunnen in Betrieb.

    Da beim Selbstbohren damals leider kein vorankommen war, habe ich letzten Endes einen Brunnenbauer beauftragt.

    Der hat damals eine Grundfos SQ 2-55 empfohlen, die ich dann über seinen Händler bezogen habe.


    Die letzten zwei Jahre lief die Pumpe, bzw. die ganze Bewässerungsanlage einwandfrei und unauffällig.

    Seit der Inbetriebnahme der Anlage in diesem Frühjahr macht die Anlage leider Probleme. Das erste mal aufgefallen ist mir das bei der Beetbewässerung.

    Dort sind neben Tropfschlauch auch einige "Sprüher" angeschlossen.

    Wenn der Kreis eingeschaltet wird, fangen die Sprüher an einigermaßen das Wasser zu versprühen, der Druck nimmt dann aber sofort ab und es kommt nur noch ein Rinnsal heraus.

    Der Tropfschlauch scheint an sich gut zu funktionieren.


    Ich habe das erst auf eine Erweiterung mit einem neuen Beet am gleichen Kreis zurückgeführt, aber dann ist mir folgendes aufgefallen:

    Wenn ich den Kreis abschalte, warte bis die Pumpe aus ist und dann wieder einschalte, läuft die Anlage manchmal ohne Probleme. Der Druck an den Sprühern ist dann von Beginn an höher und fällt nicht ab.

    Die Fördermenge geht auch runter im "Fehlerfall". Das merkt man nicht an der Tropfbewässerung, aber z.B. am JoJo-Wasserschlauch, der normal durch den Druck komplett entfaltet wird und dann auch ausgedehnt bleibt. Im Fehlerfall zieht er sich während der Bewässerung nach und nach zusammen.

    Im Nachhinein hat sich das Problem wohl schon Ende April bemerkbar gemacht als sich einige Regner bei der Rasenbewässerung nicht mehr zuverlässig gedreht haben. Da hatte ich aber noch eine Verkalkung vermutet gepaart mit niedriger eingestelltem Druck in dem Kreis und alle Düsen entkalkt.


    Nun zum Problem:

    • Kann es sein, dass der Anlaufkondensator der SQ defekt ist? Meine Vermutung wäre, dass die Pumpe zufällig richtig bzw. falsch herum anläuft.
      • Falls ja, kann man den
        • Selbst tauschen? Habe leider keine Infos/Ersatzteile für den Motorteil der SQ gefunden.
        • Kann/Muss das ein Servicebetrieb machen?
      • Kann man die Arbeitshypothese irgendwie genauer bestätigen/widerlegen?


    Hinter der Pumpe hängt ein PM1 Druckschalter. Die Zuleitung zum Druckschalter wird über ein Relais geschaltet. Wenn die Bewässerung loslegt, wird mit 5 Sekunden Vorlauf die Pumpe angefordert und i.d.R dann direkt eingeschaltet.


    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.


    Gruß


    Sebastian

  • Kann man die Arbeitshypothese irgendwie genauer bestätigen/widerlegen?

    Aber sicher.

    Lass die Pumpe in einem Fass laufen.

    Schliess einen Wasserzähler, einen Druckmesser und einen Hahn am Pumpenausgang an.

    Lass die Pumpe laufen und nimm die Pumpenkennlinie auf.

    Vergleiche diese mit der Werksangabe.

    Wenn Du kein Fass hast, nimm ein KG Rohr, verschliesse den Boden mit der KG-Kappe, stell die Pumpe wie oben geschildert hinein und lass das Wasser wieder in das Rohr im Kreis laufen. Miss dabei die Temperatur, die sollte nicht wesentlich höher als 30 Grad werden. Falls Du es zeitlich wegen Temperaturanstieg nicht schaffst, mach entsprechende Pausen oder wechsel das Wasser aus.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Fass habe ich, Durchflussmesser auch, Druckmesser nicht, müsste ich mal schauen.


    Kennst du die Pumpe zufällig?


    Sollte der "Ernstfall" eingetreten sein und das Ding ist hin. Kann man da überhaupt was dran machen?


    Online finde ich nur die Hydraulikgruppe der Pumpe bei diversen Shops.

    Unter http://net.grundfos.com/Appl/c…dfosliterature-145865.pdf ist das Teil "220" aufgeführt in der Explosionszeichnung.

    Das sieht für mich aus wie die Motorelektronik. Nur leider finde ich keine Bestellnummer dazu.

  • Kennst du die Pumpe zufällig?

    Ich habe den Vorgänger.

    Kann man da überhaupt was dran machen?

    Praktisch nein.


    Aber noch ist nichts gesagt, was die Ursache ist.

    Also ist Messen angesagt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Praktisch nein.

    Na toll. Dachte damals es wäre ne gute Entscheidung auf eine Markenpumpe zu gehen.

    Hätte ich das gewusst, hätte ich lieber gleich eine "Wegwerfpumpe" für <200€ gekauft. :cursing:



    Also ist Messen angesagt.

    Der Durchflussmesser ist "nur" ein 1/2 Gardena Teil. Müsste aber ja als Richtwert ausreichen?

    Ein paar mal ein-/ausschalten und dann vergleichen?

    Das würde aber im Prinzip auch nur messtechnisch bestätigen was man in der Praxis eh schon sieht?

    Kann ich die Pumpe dafür drin lassen? Bei bekannter Tiefe müsste das ja gehen oder?

    Ansonsten muss ich schauen ob ich die am Wochenende ziehen kann.

  • Als Ing. solltest Du wissen, dass Messungen nur Sinn haben, wenn sie einem gewissen Standard genügen.

    Dazu gehören exakte Messgeräte (hier ein Wasserzähler) und ein Manometer sowie reproduzierbare Versuchsbedingungen.

    Den Wasserzähler (Q = 2,5) gibt es billigst in der Bucht. Muss nicht geeicht sein.

    Nur so, wie ich geschildert habe, kann die Pumpenkennlinie aufgenommen werden, also überprüft werden, ob die Pumpe die Herstellerangaben erfüllt.

    Es kann ja auch sein, dass irgendetwas am Brunnen nicht stimmt. Deswegen Pumpe ins Fass.

    Wenn Dir das zu aufwändig ist, neue Pumpe kaufen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Dazu gehören exakte Messgeräte (hier ein Wasserzähler) und ein Manometer sowie reproduzierbare Versuchsbedingungen.

    Also Manometer und Wasserzähler habe ich mir bestellt. Ich hatte nur gehofft, dass man ggf. unter der Woche schon was prüfen kann, ohne gleich die Pumpe zu ziehen.


    Vorgehen ist dann Pumpe (ohne PM1) > Durchflussmesser > T-STück mit Manometer und Hahn > Eimer/Wiese/Hecke?

    Dann Druck bei verschiedenen Durchflussmengen aufnehmen?

    Einmal im Brunnen und einmal im Fass?


    s kann ja auch sein, dass irgendetwas am Brunnen nicht stimmt.


    Den Brunnen will ich auch nicht zu 100% ausschließen, aber da das ganze ja nach ein paar mal ein/aus funktioniert, geht meine Vermutung schon eher Richtung Pumpe, bzw. Rohrsystem.

    Allerdings habe ich das so auch schon ohne das Rohrnetz, also direkt am Druckschalter/Schaltautomat gesehen.


    Mal angenommen meine Beobachtung ist doch falsch und es liegt am Brunnen. Dann wäre ja anzunehmen, dass (plötzlich) nicht genug Wasser nach fließt oder der Grundwasserstand gesunken ist. Müsste man dann nicht stoßweise Luft in der Anlage sehen/hören?


    Habe hinter der Pumpe einen Scheibenfilter, den ich bisher nur einmal/Jahr am Ende der Bewässerungssaison gereinigt habe. Da war jeweils nicht viel mehr als ein Esslöffel Sand drin.

  • Vorgehen ist dann Pumpe (ohne PM1) > Durchflussmesser > T-STück mit Manometer und Hahn > Eimer/Wiese/Hecke?

    Richtig, die erste Versuchsreihe kannst Du ja mit eingebauter Pumpe machen. Die muss nicht sofort gezogen werden. Und dann kann das gepumpte Wasser in die Hecke fliessen.

    Bei der zweiten Versuchsreihe (Pumpe im Fass) muss das wasser wieder in das Fass zurückfliessen, da sonst das Fass zu schnell leerläuft.

    Dann Druck bei verschiedenen Durchflussmengen aufnehmen?

    Richtig, P = f(Q)


    Mit 0 Wasserförderung beginnen, da liefert die Pumpe ihren höchsten Druck. Es ist die kürzeste Messung und sollte wegen fehlender Kühlung auch sehr schnell erfolgen. Danach Q in 500L Schritten erhöhen bis maximaler Durchfluss erreicht ist.

    Bei der Fassmessung vielleicht durch einen Helfer Wassertemperatur messen lassen, sollte 30 Grad nicht wesentlich überschreiten.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ergänzung zum vorherigen Post:

    Bei der Brunnenmessung 0,1 Bar Druck pro Meter Grundwassertiefe zum gemessenen Wert dazu addieren.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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