Anzeige einer Brunnenbohrung im Rhein-Sieg-Kreis

  • Hallo Zusammen,


    ich wohne im Rhein Sieg Kreis und möchte mir im Garten einen Bohrbrunnen von Hand erstellen, um damit den Garten zu bewässern.

    Dafür habe ich mich bei der Unteren Wasserbehörde gemeldet um Informationen über den Grundwasserstand zu erfahren. Darauf habe ich folgende Mail gekommen:

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    Ihr Grundstück liegt in der Wasserschutzzone II. Dort ist eine Brunnenbohrung jedoch weder verboten noch genehmigungspflichtig. Auch wird Ihr Grundstück nicht durch Altlasten schädlich beeinflusst.


    Als Anlage erhalten Sie das gewünschte Informationsmaterial zur Brunnenbohrung und Grundwasserentnahme für die private Gartenbewässerung.

    Die Brunnenbohrung ist anzeigepflichtig nach § 49 WHG (Wasserhaushaltsgesetz).

    Bitte senden Sie den Anzeigenvordruck mindestens 4 Wochen vor Durchführung der Bohrung komplett ausgefüllt unter Beifügung eines Lageplans mit Eintragung des Brunnenstandortes an mich zurück. Für die Bearbeitung Ihrer Anzeige wird eine Gebühr von 50 Euro erhoben.

    Sobald der Brunnen errichtet worden ist, senden Sie mir bitte ein Foto und ein Ausbauprofil des Brunnens sowie ein Schichtenverzeichnis zu.

    In den Anzeigevordrucken war immer die Rede von einer Bohrfirma, Stempel usw. Auch ein Schichtenverzeichnis wollen sie haben. Aber wie soll das gehen wenn ich doch per Hand bohren will. Ist das Pflicht? Das habe ich dann nachgefragt und nach einiger Zeit kam dann diese Mail:

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    grundsätzlich sollte ein Brunnen durch eine Fachfirma gebohrt werden, die dann auch ein Schichtenverzeichnis mitliefert.

    Was soll ich davon jetzt halten, ich habe es dann so verstanden das man mir durch die Blume sagen wollte: Machen sie es einfach und stellen nicht so viele fragen...


    Wie seht ihr das? Eine nicht angezeigte Brunnenbohrung soll, wenn man sie nur zur Gartenbewässerung auch nur eine Ordnungswidrigkeit sein. Aber was bedeutet das?


    Vielen Dank für eure Meinungen!


    Gruß

    Thorsten

  • In den Anzeigevordrucken war immer die Rede von einer Bohrfirma, Stempel usw

    Kannst du eigentlich ignorieren, wenn du selbst baust. Es zwingt dich ja niemand, eine Firma zu beauftragen – im Gegenzug stehst du für das Ergebnis gerade.


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    Auch ein Schichtenverzeichnis wollen sie haben. Aber wie soll das gehen wenn ich doch per Hand bohren will. Ist das Pflicht?

    Sag, dass du es nachreichst. Beim Bohren stellt sich ja heraus, was du in welcher Tiefe antriffst.

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    Was soll ich davon jetzt halten, ich habe es dann so verstanden das man mir durch die Blume sagen wollte: Machen sie es einfach und stellen nicht so viele fragen...

    Das würde ich lieber nicht so auffassen. Siehe nächster Abschnitt.


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    Wie seht ihr das? Eine nicht angezeigte Brunnenbohrung soll, wenn man sie nur zur Gartenbewässerung auch nur eine Ordnungswidrigkeit sein. Aber was bedeutet das?

    Das bedeutet, dass du bei Verstößen kein Strafverfahren, sondern lediglich ein Bußgeldverfahren zu erwarten hast (wobei Bußgelder auch ziemlich schädlich fürs Konto werden können – §103 WHG sieht Bußgelder bis 50.000 € vor).


    Dazu kommt das Haftungsrisiko.


    Ich kann (darf) dir keinen konkreten juristischen Rat erteilen, sondern nur schildern, wie ich es vor ein paar Wochen gemacht habe (in einem Kreis, der deinem benachbart ist): Ich habe die Anzeige formlos (im RBK gibt es keine Vordrucke) bei der Kreisverwaltung eingereicht und habe dabei alles so ausführlich formuliert, wie es mir fachlich möglich war. Dazu habe ich noch geschrieben, dass man mich vor der weiteren Bearbeitung kurz formlos informiert, wenn sich aus der Schilderung des Projekts ergibt, dass doch eine förmliche Genehmigung erforderlich sei (dann schießen die Gebühren nämlich in die Höhe).


    Das war gut so, denn ich wohne auch in einem Wasserschutzgebiet, und die Behörde wies mich darauf hin, dass ich in meiner Wasserschutzzone ohne Genehmigung nur 5 m tief rammen dürfe (ich hatte vorsichtshalber mal bis zu 7 m veranschlagt). Gleichzeitig beruhigte man mich bei einem sehr netten Telefonat, dass ich vermutlich schon irgendwo zwischen 2 und 3 m auf Grundwasser stoßen würde (bei weniger als 2,50 m war das dann auch der Fall).


    Ich habe die Anzeige daraufhin entsprechend abgeändert und bekam dann die beruhigende Auskunft: „nach Prüfung Ihrer Anzeige vom **.**.2020 teile ich Ihnen mit, dass die Errichtung und die Nutzung des geplanten Brunnes nach § 46 WHG in Verbindung mit den §§ 8, 9 und § 49 WHG erlaubnisfrei sind, vorausgesetzt der Brunnenbau beschränkt sich auf die maximale Eindringtiefe von 5 m in das Erdreich.“ Dazu noch eine Reihe von Hinweisen und die Aufforderung, 50 € zu überweisen.

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