Mein erster Brunnen - freue mich über Ratschläge

  • Hallo liebe Gemeinde,


    vor einigen Jahren habe ich mal in einem Gartengrundstück einen alten Brunnen gefunden und mit mäßigem Erfolg wieder in Betrieb genommen. Seit dem hat mich das Brunnen - Fieber erwischt.


    Inzwischen habe ich ein eigenes Haus mit Garten und habe vor kurzem beschlossen, ein Brunnen mit Schwengelpumpe soll auch hier seinen Platz finden.


    Also hab ich einen 180er Erdbohrer bestellt und losgelegt. Ich wohne in Unterfranken bei Miltenberg nur wenige Gehminuten vom Main entfernt. Die lokale Wassermessstation zeigte mir einen relativ kontinuierlichen Grundwasserstand von 126m ü. nn. Laut Navi ist am Wunschort die Geländehöhe bei 130m. Prima dachte ich - nur 4m bis zum Grundwasser.


    Nach 40cm muttererde bin ich auf 20cm Schlacke gestoßen... was man eben so in den 20er Jahren zur Verfügung hatte um Baugruben zu befüllen. Weitere 20cm ergaben Bauschutt. Alte Ziegel. Bei beidem hatte ich wahnsinniges Glück, dass der Bohrer das gut mitgemacht hat. Nun kamen 150cm Lehm-Sand-Gemisch. Meine Oberarme haben gebrannt aber es ging gut voran. Dann: nur noch grober Sand mit größeren Kieselsteinen durchsetzt (3-8cm) Und zwar 2,5m. Eine dünne lehmige Schicht war dazwischen, wo es verdammt nass war. Ich hatte mich schon gefreut - zu früh... viel zu früh. Bei knapp 5m ging es dann nicht weiter. Der Bohrer beförderte Material nach oben leicht feucht aber nicht wirklich nass. Immer wenn ich den Bohrer wieder nach unten führte lag ich bei der gleichen Höhe wie schon beim vorherigen Bohrversuch. Der Boden war dort so locker, dass der Rand immer wieder nachgerutscht ist. Um keine Höhlen zu graben habe ich mich entschlossen das bestellte 125er Brunnenrohr einzusetzen. Die Unteren 2m sind geschlitzt auf 0,3mm.

    Da ich mir sicher war unmittelbar vor GrundwasserNiveau zu sein, habe ich mich entschieden gleich zu plunschen. Damit das besser geht habe ich ordentlich Wasser zugegeben und nach 4 weiteren Tagen und 1500 Litern Regenwasser habe ich eine Tiefe von ziemlich genau 6m erreicht und mein Plunscher steht nun ca. 20cm tief im Wasser.


    Was denkt ihr, wie sollte ich weiter vorgehen? Ich fördere aktuell groben Sand mit einer Korn-Stärke von 0,5-1,5mm.


    Danke für eurer Feedback vorab.


    Tim

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe
  • Was denkt ihr, wie sollte ich weiter vorgehen?

    Weiter plunschen, bis das Rohr die gewünschte Tiefe erreicht hat.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe gerade einen knappen Meter geschafft. Und das in nur 2 Stunden. Mit Grundwasser geht es doch deutlich schneller! Das erste filterrohr steht somit jetzt voll im Wasser. 1m wollte ich noch runter oder sollte ich tiefer gehen? Ziel ist es unseren Garten zu bewässern und das Planschbecken der Kinder gelegentlich zu befüllen. Ich denke maximal 400liter werde ich am Tag brauchen, wenn es nicht regnet. Durchschnittlich aber eher um die 200 Liter.

    Pumpen will ich wie gesagt mit schwengelpumpe.

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe
  • Bei einer Schwengelpumpe reicht es aus, wenn die oberste Öffnung des Filterrohres 1 - 2m unter dem Grundwasserspiegel liegt.

    Grundsätzlich gilt: je tiefer umso besser. Man sollte jedoch darauf achten, das der Filter nicht in eine wasserundurchdringliche oder feinsandhaltige Schicht gerät. Wenn man dies beim Arbeiten bemerkt, sollte man nicht tiefer gehen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Alles klar, es freut mich dass ich scheinbar auf dem richtigen Weg bin. Da ich noch 2x1m Rohr habe und es im Moment ziemlich einfach nach unten geht würde ich die noch versenken. Heute musste ich Arbeitsbedingt Pause einlegen.


    Danke für das schnelle Feedback

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe
  • So, heute bin ich fast einen Meter in wenigen Minuten vorran gekommen. Die Wassersäule ist nun 1,8m hoch. Aber plötzlich geht es nicht weiter. Aus dem relativ groben Sand sind jetzt Kieselsteine geworden, aber ich fördere kaum noch etwas. Mit dem Bohrgestänge konnte ich keine größeren Steine fühlen, die eventuell im Weg liegen-aber das wird wohl trotzdem das Problem sein. Das Wasser wird auch immer klarer, es scheint fast so, als wäre ich nun auf eine Schicht mit Steinen gestoßen.


    Ich denke ich belasse es dabei. Muss ich das Rohr mit blähton verschließen? Wie setzte ich die Schwengelpumpe dort hin? Soll ich um das Brunnenrohr betonieren und den Fuß der Pumpe direkt über dem Rohr verschrauben? Oder sollte ich die Pumpe leicht versetzt aufstellen? Und eine kleine Brunnenstube errichten?

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe
  • Muss ich das Rohr mit blähton verschließen?

    Wenn Du mit der Kiespumpe nichts mehr förderst, weill aller Sand ausgeräumt wurde, ist ein Verschluss bei einer Schwangelpumpe nicht erforderlich.


    Der Brunnen muss für Wartungszwecke immer zugänglich sei. Also Pumpe versetzt aufstellen oder Brunnenstube aus Schachtringen und Pumpe oben drauf. Könnte etwas schwer werden beim Öffnen der Brunnenstube.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Und wieder vielen Dank!

    Muss ich Schachtringe nehmen? Ich habe noch alte Ziegelsteine herumliegen und könnte damit die Stube bis Bodenniveau hochmauern und mit einem Schachtdeckel aus Stahl abschließen. Oder spricht da etwas dagegen?

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe
  • Im Prinzip schon, aber...

    Stahl, wenn nicht Edelstahl, rostet. Lackierungen halten nicht ewig.

    In der Brunnenstube bildet sich grundsätzlich Schwitzwasser, vor allem am Deckel.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Projekt erfolgreich. Habe gerade die Pumpe installiert. Und die ersten 50Liter Wasser gepumpt. Allerdings ist der Wasserstand von 6,2m unter der Erdoberfläche in Verbindung mit dem Pumpenfuß von 1m Höhe (in Summe also 7,2m) echt problematisch. Hier fördert die Pumpe zwar Noch , aber nur unter massig Kraftaufwand. Kann ich da irgendetwas machen?

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe
  • Hier fördert die Pumpe zwar Noch , aber nur unter massig Kraftaufwand.

    Der geschilderte Kraftaufwand gefällt mir nicht.

    Federt der Pumpenschwengel etwas nach? Also wenn Du den Schwengel mit Kraft herunterdrückst und dabei mal loslässt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ja und das mit ordentlich Kraft! Erst wenn ich den Schwengel ein paar Sekunden am tiefsten Niveau halte ist der Unterdruck weg, sodass er nicht zurückschwingt. Habe eine kleine Elektro Pumpe an den Schlauch angeschlossen und die fördert auch ohne Probleme. Habe damit gestern unseren 1000 Liter Tank befüllt (der komplett leer war).


    Der einzige Unterschied: vor der Elektro Pumpe habe ich kein zusätzliches rücklschlagventil. Könnte es daran liegen?

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe

    Edited once, last by pfote ().

  • Ja und das mit ordentlich Kraft! Erst wenn ich den Schwengel ein paar Sekunden am tiefsten Niveau halte ist der Unterdruck weg, sodass er nicht zurückschwingt.

    Es tut mir leid Dir mitteilen zu müssen, dass das ein eindeutiges Kennzeichen dafür ist, dass dein Filter verstopft ist bzw. mit einem grossen Teil in einer wasserundurchdringlichen Schicht sitzt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Das kann ich offengestanden nicht nachvollziehen. Ich habe ein 2m filterrohr, in dem das Wasser steht. Darin habe ich einen 1zoll Saugschlauch hängen. Das geförderte Wasser ist glasklar und das nach kürzester Zeit. Die Elektropumpe fördert ohne zu Murren pausenlos Wasser. Wäre das filterrohr verstopft, würde doch der Wasserstand sinken und der Schlauch würde nur noch Luft ziehen. Wo liegt mein Denkfehler?

    Angaben zum Brunnen:

    • Bohrbrunnen
    • 3m Tiefe, 90cm hoher Wasserstand
    • ca. 30cm Rohrdurchmesser
    • Keine weiteren Aufbauten vorhanden bisher
    • gewünschter Brunnen: Bohrbrunnen mit Schwengelpumpe
  • Wo liegt mein Denkfehler?

    Nicht bei Dir, bei mir.

    Ich bin von einem normalen Rammbrunnen ausgegangen. Trotzdem ist das Verhalten der Pumpe recht ungewöhnlich, oder wir haben unterschiedliche Vorstellungen vom Kraftaufwand.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen