Hilfe bei Tiefbrunnenpumpe für Gartenbewässerung

  • Hallo zusammen,


    nach etlicher Recherche tuen sich bei mir leider mehr Fragen als Antworten auf - daher hoffe ich auf Eure Unterstützung.


    Ich habe eine Gartenbewässerung mit Hunter Sprinkler gebaut. Da die Rasenfläche recht groß ist, habe ich zu Kreisregnern greifen müssen (I20 PRB – Wurfweite ca. 13m bei 3,1 bar -> 1810 l/h bei 180° Wurfwinkel).


    Ich habe mehrere Kreise gebaut (auch für eine Tropfrohrbewässerung und für kleinere Nebenflächen, die Hunter MP Rotatoren bei 2,1 bar bewässert werden) – aber von Interesse ist hier die maximal Anforderung der großen Rasenfläche. Diese wird anhand von 6 Kreisregnern bewässert, welche wiederum auf 2 Kreise verteilt wurden. Pro Kreis (1x180° + 2x90° Winkel) werden 3620 l/h bei 3,1 bar benötigt. Da die Wurfwinkel künftig ggf. ein wenig erweitert werden müssten, würde ich gerne einen „Puffer“ haben und mit ca. 4500 l/h kalkulieren.


    Ursprünglich war die Anlage an einen 20 Jahre alten, ca. 6m tiefen Brunnen mit 1m Wassersäule angeschlossen. Das Wasser wurde mit einer alten Gardena 5000/6 Inox Saugpumpe gefördert (Hmax 56m/Qmax m³).


    Dass das nix werden würde war mir klar…das einzig Gute an dem alten Brunnen war/ist, dass in 5m Tiefe bereits das Wasser ist (wohnen nicht weit vom Rhein). Wobei…bis auf die große Rasenfläche hat an sich alles ganz gut funktioniert – nur hat sich das Rückschlagventil voll Sand gesetzt und daher das Ansaugen unterbunden.


    Kurzum – es wird kommende Woche ein neuer Brunnen gebohrt. Angeboten wurde mir ein 10m tiefer Brunnen (Wassersäule sollte dann 5m betragen), in welchem ich eine 4 Zoll Tiefenpumpe platzieren möchte.


    Nun die große Frage nach der Auswahl der Pumpe. Der Brunnen befindet sich 30m entfernt vom Verteilerkasten für die Bewässerung und der entfernteste Sprinkler (für die große Rasenfläche) wiederum 30 m entfernt vom Verteiler. Die gesamte Bewässerung ist mit 1 Zoll PE gelegt worden.


    Laut den Infos hier habe ich also:

    • ca. 0,7 bar Verlust für das Heben des Wassers (wenn die Pumpe irgendwo auf ca. 7 Meter im Wasser hängt)
    • ca. 1,5 bar Verlust (Annahme) für Reibungsverluste in der Leitung
    • den Druck an der Arbeitsstelle (3,1 bar)

    Also benötige ich 4500l/h bei min. 5,3 bar, richtig?!?


    Ich habe folgende Pumpen gefunden, die vom Preis-Leistungs-Verhältnis (für mich) ganz gut ausschauen:

    Könntet Ihr mir ein Feedback zu den Pumpen geben, bzw. Alternativen nennen? Sind die Pedrollo überdimensioniert für meinen Einsatzzweck? Laut der Leistungskurve der Pedrollo 4/14 liegen die von mir benötigten 4500l/h bei 5,9 bar an….das sollte doch fast eine Punktlandung sein, oder?


    Vorab schon einmal vielen Dank für Euren Input.


    VG

  • Kurzum – es wird kommende Woche ein neuer Brunnen gebohrt.

    Hoffentlich mindestens in DN115.


    (Wassersäule sollte dann 5m betragen

    Das könnte knapp werden.

    0,5 - 1m Sumpfrohr, 3m Filter + 3m Wassersäule über dem Filter wäre langfristig eine gute Dimensionierung und berücksichtigt auch Schwankungen des Grundwasserstandes.

    Laut der Leistungskurve der Pedrollo 4/14 liegen die von mir benötigten 4500l/h bei 5,9 bar an

    Wenn der Arbeitspunkt richtig berechnet wurde und Du die Pumpenkennlinie korrekt interpretiert hast, sollte es passen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Warte am besten erstmal ab was da an ergiebigkeit bereitgestellt wird. Nützt ja nix wenn du dir eine Höllenpumpe einbaust aber dann die Wassersäule zu sehr abfällt und dir auf kurz oder lang der Brunnen verockert.


    Daher lass den erstmal bohren und dann kann weiter geschaut werden

  • Vielen Dank für das Feedback!!!!


    Der Brunnen wird in DN115 gebaut, die Info ist im Eingangstext leider untergegangen. Danke für die Bestätigung bzgl. der Pumpe. Ich bin jetzt beruhigt, dass ich die Kalkulation der Pumpe zumindest einigermaßen erfasst habe.


    Bzgl. der Wassersäule werde ich nochmal mit dem Brunnenbauer sprechen. Er hat 60€ pro Meter veranschlagt - da sollte der eine oder andere Meter noch drin sein, wenn es das Erdreich zulässt.


    Danke auch für den Hinweis bzgl. der Verockerung. Ich meine das Thema "Brunnen" langsamm mehr zu verstehen. Wir haben den aktuellen Brunnen sehr intensiv genutzt. Ich habe dabei innerhalb von zwei Jahren eine sehr starke Verockerung und zunehmende Förderung von Sand festgestellt. Ich schätze, dass wir die 1 m Wassersäule zu stark beantsprucht haben. Da wir den Brunnen übernommen haben, wusste ich vorab nicht was dort zur Verfügung steht - ich musste den Brunnen zunächst unter Gehwegplatten orten.


    Ich werde schauen, was der Brunnenbauer sagt/macht und mich dann nochmals melden.


    Vielen Dank und Grüße

  • Mahlzeit,


    der Brunnen wurde soeben fertig gestellt. Er ist leider nur 9m tief geworden - entgegen der ursprünglich geplanten 10m. Der Brunnenbauer hat den Brunnen in 150mm Durchmesser gebaut - 0,5m Sumpfrohr, 3m Filterrohr a 0,5mm Schlitze. Die Wassersäule beginnt ab 4,50m. Der Boden soll quasi nur aus Kies bestehen (nähe zum Rhein) - daher der "Bezug" des Wassers sehr gut sein.


    Nun zu meinen Fragen:

    • Es wurde kein Brunnenverschluss unten gesetzt - weder eine Kappe noch die hier oft zitierten Quelltonkügelchen oder Beton eingebracht. Die Aussage war, dass das nicht benötigt werde, wenn man die Pumpe nicht auf den Grund stellt.
      • Sollte ich hier tätig werden und sowie hier im Forum empfohlen Ton oder Beton einbringen?
    • Die Pumpe soll ich ca. 1m über Grund hängen. Aus dem Forum meine ich verstanden zu haben, dass die Pumpe über der Filterstrecke angebracht werden sollte - hört sich für mich auch logisch an, dass dann kein Sand oder so mitgezogen wird. Der Brunnenbauer meinte, dass bei 0,5mm Schlitzen nix durchgezogen wird.
      • Über der Filterstrecke befinde ich mich leider bereits auf 3,5m Höhe des Brunnens. Im Endeffekt hab ich ja dann nur noch 1m Wasser über Filter. Wo hänge ich die Pumpe nun ein...doch in die Filterstrecke?

    Mir wurde gesagt, dass der Brunnen jetzt 4 Tage nicht genutzt werden sollte, bis sich alles gesetzt hat. Erst dann sollte die Pumpe eingehängt werden. Auch das höre ich in der Form zum ersten mal. Der Brunnen wurde nicht "sauber" gespült. Kommt mir alles bisschen komisch vor.


    Ich hoffe auf Eure Meinungen bzgl. des Brunnenverschlusses sowie der Aufhänghöhe der Pumpe.


    Vielen Dank bereits im Voraus.


    VG

  • Wenn dein Brunnenbauer ein Profi war hat er den Brunnen klargepumpt und ein Leistungspumpen durchgeführt. Dabei misst mann die Absenkung des Wasserspiegels bis er in Beharrung geht. Danach weiß man wie tief man die eigene Pumpe hängen kann (darf).


    Mir wurde gesagt, dass der Brunnen jetzt 4 Tage nicht genutzt werden sollte, bis sich alles gesetzt hat. Erst dann sollte die Pumpe eingehängt werden.

    Diese Aussage lässt mich allerdings zweifeln. Einen klargepumpten Brunnen kann man sofort nutzen.

  • Danke für die Antwort! Die Aussage des Profis ließ mich auch zweifeln...daher meine Fragen an das Forum. Ich hätte erwartet, dass da eine Verschlussklappe (egal welche Ausführung) rein kommt und dass der Brunnen klar gespült wird. Allein das Thema klarspülen stellt mich vor ein Problem: Kann ich eine neue Tiefenpumpe für das Klarspülen nutzen oder versaue ich mir damit die Pumpe? Der Brunnenbauer sagte, dass das Wasser aufgrund des Bodens so schnell nachlaufen werde, dass ich mir bzgl. einer Schwankung der Wassersäule keine Sorgen machen muss. Frage ist und bleibt trotzdem, auf welche Höhe die Pumpe kommen soll. Ich meine verstanden zu haben, dass die Pumpe unbedingt über die Filterstrecke gehört - was ja bei dem Brunnen kaum noch machbar ist (1m Wassersäule über Filter)....

  • Entscheidend ist, dass die Pumpenansaugöffnung nicht im Filterbereich sitzt.

    Du kannst Deine Pumpe bei dieser extremen Situation so setzen, dass die Ansaugöffnung ca. 0,5m über dem obersten Filterschlitz liegt.

    Beobachten, ob bei grösster Wasserentnahme Luft angesaugt wird. Wenn nicht, Pumpe so hängen lassen und mit Trockenlaufschutz betreiben.

    Wenn der Grundwasserspiegel fallen sollte, muss man über andere Möglichkeiten nachdenken.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Danke für die Info!!! Laut Brunnenbauer sollte ich die Pumpe auf 8,5 m hängen, also kurz über das Sumpfrohr in den Filterbereich. Ich werde mich an deinen Vorschlag halten ( kg49) und beobachten, ob der spiegel sinkt. Einzige Frage die da für mich noch zu klären wäre, ist der "Verschluss/Boden" des Brunnen. Muss das abgedichtet werden oder kann das auch so gelassen werden - wobei....wenn ich die Beiträge hier im Forum lese, dann gehört ein "richtiger" Brunnen verschlossen, damit dieser sich nicht im Nachhinein von unten vollzieht.

    Ich werde wohl zum Blähton greifen.


    VG

  • Sollte Dein Brunnenrohr in Grobkies stehen, muss die Bodenöffnung nicht verschlossen werden. Ansonsten sollte man sie mit Ton verschliessen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Abend nochmal.... Die Brunnenpumpe meiner Wahl (Pedrollo 4Blockm 4/13) hat einen 1 1/4 Anschluss. Sollte ich als Steigleitung bis zur Presscontrol auch ein 40 mm PE Rohr nehmen oder direkt an der Pumpe auf 1 Zoll reduzieren? Die gesammte Bewässerungsanlage ist in 1 Zoll ausgelegt, daher sehe ich als Laie keinen Mehrwert in einer 40er Steigleitung. Ich lasse mich aber gerne eines anderen belehren!


    Besten Dank an alle, die bereits unterstützt haben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • daher sehe ich als Laie keinen Mehrwert in einer 40er Steigleitung.

    Rein theoretisch verringern sich dadurch die Strömungsverluste, das sollte aber absolut vernachlässigbar sein. Wenn Du möchtest, kannst Du ja mal nachrechnen lassen:

    http://www.druckverlust.de/Online-Rechner/

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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