Komplett ratlos: Rohr hängt fest

  • OK, ihr wollt Bilder, also bekommt ihr Bilder.

    Wer aber jetzt feinste Maschinenbaukunst erwartet der wird enttäuscht, das meiste war/ist quick&dirty und try&error. Dabei einiges auch mehrfach geändert, wie z.B. der Erweiterungsbohrer.

    Ausserdem habe ich die Bilder nur ganz fix mit dem Handy geschossen, manche sind unscharf - sorry, aber ich denke man kann alles erkennen.


    Umlenkrolle für 20mm Hanfseil mit Aufhängevorrichtung für Kettenzug (so kann beides permanent montiert bleiben):


    Zusätzlich noch eine Holzschelle am Dreibein wo ich die Ketten drüberwerfen und den Kettenzughaken einhängen kann damit sie beim plunschen nicht im Weg sind:



    Ich habe drei Gestänge, 30x30mm, 20x20mm und 15x15mm. Alle T-Griffe dafür haben einen Bügel oder eine Ringöse angeschweisst um den Kettenzug einhängen zu können:



    Die Bilder meiner drei Schneckenbohrer (150mm, 120mm und 50mm Selbstbau) erspare ich euch, da weiss wohl jeder wie sowas aussieht.

    Dafür mein 'Riverside-Bohrkronen-Hybrid', die Schneidecken mit aufgelöteten HM-Sägezähnen versehen. Die kann ich zu 100% empfehlen! Vorher war nach jedem Bohrdurchgang die Schneidecke komplett weg, die Zähne zeigen aber keinerlei Verschleiss. Zudem habe ich sie etwas breiter als die Rohrwanddicke gewählt so dass sich das Rohr deutlich leichter drehen und eintreiben lässt weil die Reibung der Rohrwand an der Bohrung geringer ist. Bezugsadresse übrigens https://www.shop.iv-friedrich.…tegories/Hartmetallzaehne, recht preiswert und schnelle Lieferung.



    Edelmanbohrer, nach dem Gewürge im harten Sand etwas revisionsbedürftig:



    Der Erweiterungsbohrer, voll expandiert ca. 180mm Bohrdurchmesser. Hier schon mit zwei zusätzlich übereinandergelegten KG100 Rohrabschnitten um näher an den Innendurchmesser des DN125 Brunnenrohrs zu kommen ohne dass es klemmt:



    Mehr geht nicht in diesem Posting...

  • Das Kamerakonstrukt:



    Der Haken mit dem ich unterm Rohrrand gestochert habe, angeschweisst am 15er Gestänge:



    Und zu guter letzt noch die Verbindung Hanfseil-Kiespumpe:



    Das 20mm-Seil hat sich absolut bewährt.Es liegt einfach gut in der Hand ohne dass einem abends dann die Bierflasche aus den Fingern fällt ;).


    Ich hoffe das reicht erstmal um eure Neugier zu befriedigen ^^.

  • Beeindruckendes Equipment. Damit eröffnest Du Dir die Möglichkeit eines Zweitberufes.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Nur über meine Leiche :D

    Die Bohrer und das 30er Bohrgestänge holt sich gerade mein Nachbar ab weil er auch sein Glück versuchen will. Den Rest bekommt er wenn ich endgültig keine Lust mehr habe bzw. meine Frau final die Reißleine zieht. Und ich habe ihm schon gesagt dass ich das Zeug auf jeden Fall diesen Sommer noch verkaufen will...bin gespannt wie schnell er ist ;).

  • Bei etwa 9.5m bin ich auf die nächste Tonschicht gestossen die ich bis auf gut 10m gebohrt habe. Die erweitere ich gerade um da dann mein 0.5m Sumpfrohr reinstellen zu können, dann habe ich meine vorhandene 10m Rohrstrecke exakt aufgebraucht. Diese Schicht auch noch zu durchbohren tue ich mir nicht an, das hiesse ja dass ich noch mindestens weitere 4-5m tiefer müsste damit es Sinn macht, ich habe ja auch keine Ahnung wie dick diese Schicht nun ist.

    Jetzt sieht es so aus dass ich komplett zwischen der Unterseite der ersten Tonschicht bei ~6.5-7m und der zweiten Tonschicht bei ~9.5m Filterrohr 0.3mm stehen habe.

    Nachdem ich die Filter endlich komplett durch die erste Tonschicht durch hatte und das obere Schichtenwasser abgesperrt war (u.a. daran erkennbar dass danach die Wasseroberfläche glatt war, ohne Gekräusel wie vorher) stand der Wasserspiegel bei etwa 6.5m unter GOK, also ziemlich genau auf Höhe der Unterseite der ersten Tonschicht. Somit stünden die Filter theoretisch komplett im Wasser, allerdings wird die Wassersäule beim Pumpen natürlich noch sinken. Wieviel kann ich noch nicht sagen. Wenn ich das Sch***rohr endlich unten habe werde ich erstmal versuchen mit zwei Wasserschläuchen gegenzuspülen um evtl. etwas von dem Ton in den Filterschlitzen wieder rauszubekommen. Dann versuchen mit meiner Saugpumpe langsam klarzupumpen und zu beobachten welche Entnahmemenge realistisch ist. Wird natürlich eine Weile dauern bis die Schlitze wieder komplett frei sind und ich eine halbwegs verlässliche Zahl habe. Und erst dann mache ich mir Gedanken über eine TBP die dann halt ins Sumpfrohr muss.

    Da ich hier noch einen arbeitslosen FU rumliegen habe denke ich dabei an eine dreiphasige Ausführung um so die Fördermenge einstellen zu können und dazu noch in den Genuß eines Sanftanlaufs zu kommen. Zudem hat diese Lösung den Vorteil dass ich zum Drosseln der Menge nicht abgangsseitig die Pumpe abwürgen muss - bei weiterhin voller Leistungsaufnahme und entsprechender Erwärmung - sondern eingangsseitig die Leistungsaufnahme drossele. Somit sollte auch bei starker Reduzierung der Fördermenge die Pumpe nicht überhitzen.

    Soweit bin ich aber natürlich noch nicht, erstmal schauen welche Katastrophen jetzt am Schluss noch kommen ;).

    Im Ergebnis ist das Ganze dann natürlich ein halbgarer Krampf und weit entfernt von einer Ideallösung. Aber ich sehe das jetzt ganz nüchtern: Wenn ich da 5 oder mehr Jahre irgendwas um die 1000-1500l/h entnehmen kann dann bin ich in Anbetracht der Umstände letztlich auch zufrieden. Das Rohr ist vorhanden und in der Erde. Aufgrund der Geologie hier ist eine andere Bohrstelle auch nicht erfolgsversprechender. Somit wäre die Alternative nur das Rohr zu ziehen und das Thema Brunnen komplett aufzugeben. Gewonnen hätte ich damit aber nichts, also nehme ich es jetzt einfach mal so wie es ist, auch wenn euch Profis dabei die Haare zu Berge stehen ^^.

  • So, nicht so gut wie erhofft aber auch nicht so schlecht wie befürchtet ;).


    Zunächst mal mit zwei Schläuchen für eine gute Stunde gegengespült...und nicht schlecht gestaunt als nach Entfernen der Schläuche der Wasserstand bei 5m unter GOK stand und auch nicht nennenswert sank =O.

    Dann mal vorsichtig angepumpt, mit etwa 500l/h für etwa 1h. Zunächst eine Sandbrühe mit der man bei ausreichend Druck Stahlträger hätte entrosten könnten. War aber natürlich auch nicht anders zu erwarten.

    Danach klarer werdend, allerdings weiterhin recht trüb. Und zwischenzeitlich mehrfach wieder plötzliche Sandschübe, k.A. wo die herkamen.

    Wasserstand sank langsam auf etwa 6m unter GOK, also Höhe der Tonschicht. Von der Entnahmemenge her hätte ich aber längst darunter sein müssen :/.

    Dann mal gesteigert auf etwa 1200l/h. Wasser klarer werdend, aber noch immer leicht trüb. Und Pegel konstant bei etwa 6.5m unter GOK. Nach einer weiteren Stunde mal mutig voll aufgedreht. Was bei meinem Provisorium allerdings auch nur etwa 1800l/h beträgt.

    Pegel sank rapide, also wieder auf 500l/h gedrosselt und noch eine Weile laufen lassen.

    Dann wieder auf etwa 1200l/h und so lief das Ganze dann auch für gut 3h durch, Pegel wieder bei etwa 6.5-7m unter GOK.

    Das Wasser hat weiterhin eine ganz leichte Trübung, aber ich befürchte ohnehin dass ich damit werde leben müssen. Ein Teil des Filters steht ja oben noch im Ton der sich sicherlich auswäscht und so für die Trübung sorgt (ins Sumpfrohr hatte ich noch 1/3 Sack Rheinkies gekippt den ich ohnehon noch hatte). Aber zum Gartenbewässern bereits OK, und auch Teiche auffüllen geht ohne dass deren Wasser sich dadurch nennenswert eintrübt.

    Ich werde das Wasser die nächsten Tage mal weiter laufen lassen und schauen wie sich das entwickelt, aber irgendwas um 1500l/h scheinen durchaus im Bereich des Möglichen zu sein.

    Besser als nix, nach der ganzen Plackerei bin ich erstmal soweit zufrieden, zumal ich zweimal direkt davor war den Stecker zu ziehen und nun froh bin es doch nicht getan zu haben.

Brunnen selber bauen