Kiespackung an der Brunnensohle

  • Hallo,

    ein Bekannter hat mir kürzlich einen Brunnen mit 10cm Durchmesser und 10m Tiefe gebohrt.

    Die Verrohrung besteht aus KG Rohr, welches über einige Meter im Grundwasser geschlitzt ist (hat der Brunnenbauer mit der Flex selber gemacht).

    Wir haben hier ausschließlich Sand als Untergrund (bis mind. 80m Tiefe).

    Der Grundwasserstand liegt bei 5 m. Ich habe meine Tauchpumpe (DAB S4 3/13) ca. 1m über der Sohle aufgehängt und sie hat so viel Sand gezogen, dass sie nach wenigen Minuten dahin war (Totalschaden). Na gut, war blöd. Mein Plan ist nun eine Kiespackung an der Sohle einzubringen, um zu verhindern dass in die neue Pumpe wieder Sand angesaugt wird.

    Mein Plan hat folgenden Aufbau:


    Pumpenunterkante 1m darüber

    30 cm Kies mit einer Korngröße von größer/gleich 20 mm

    30 cm Kies mit einer Korngröße von 8-16 mm

    30 cm Kies mit einer Korngröße von 4-8 mm

    30 cm Kies mit einer Korngröße von 2-4 mm

    Brunnensohle (Sand)


    Ich bin der Meinung, dieser Aufbau sollte dauerhaft den Eintrag von Sand in die Pumpe verhindern. Ich nehme an, dass ein Großteil des zu pumpenden Wassers durch die Sohle und damit die Kiespackung strömen wird.

    Liege ich da richtig? Vergesse ich irgendwelche anderen wichtigen Aspekte?


    Vielen Dank für Hinweise
    Bruno Peter

  • Die Schlitze waren sehr fein, ich würde sagen unter 1 mm.

    Mit was für einer Scheibe ist denn geschlitzt worden? Dementsprechend sind halt auch die Schlitze.

    Der Sand kommt vermutlich durch diese Schlitze.

    Wie war der Boden im Grundwasserbereich beschaffen?

    Welche Körnung hat denn der angesaugte Sand?




    aber was genau bedeutet denn das?

    Der "Brunnen" ist einfach falsch errichtet worden.


    Die Pumpe gehört über den Schlitzbereich.


    Die Materialwahl ist einfach falsch.

  • Ich bin der Meinung, dieser Aufbau sollte dauerhaft den Eintrag von Sand in die Pumpe verhindern.

    Träum weiter.

    1. Ein Brunnenrohr gehört am Boden verschlossen. Entweder mit einer Schraubkappe oder mit Tonpellets.

    2. Das zu fördernde Wasser fliesst ausschliesslich durch die Schlitze des Filterrohrs, wobei dieses Rohr nicht die Aufgabe hat zu filtern.

    Wenn Du vor dem Brunnenbau einige Stunden mit dem Lesen von Brunnenbauberichten hier oder in anderen Foren verbracht hättest, wäre Dir viel Arbeit und Geld erspart geblieben.

    Aber Lesen ??? Ist heute nicht mehr so populär.


    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.

    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen