Brunnen für Wärmepumpe voll mit Biomaterial

  • Hallo allerseits


    wir haben eine Grundwasserwärmepumpe und dazu einen Brunnen (Rohr, ca d15cm, 12m tief), siehe bild unten. Der ist auf 5m³ / Stunde ausgelegt und hat vor 3 Tagen angefangen, zu wenig zu fördern (Durchflussmesser als Schutz des Wärmetauschers). Vermutung: Pumpe defekt.

    Also rausgezogen und festgestellt, sie ist voll mit gras-ähjnlichen Wurzelwerk. Siehe anderes Bild.

    Problem: Das ablassen eines Seils mit Gewicht kommt nicht mehr auf die Tiefe, wo die Pumpe war. Pumpe hing ca. 10m, ich komme nur noch auf 9m. D.h., das Brunnenrohr ist voll mit diesem Zeug.


    Jetzt brauche ich guten Rat, wie man den Brunnen davon befreien kann. Dass dies irgendwann wieder kommt, mag sein, aber das Teil lief 12 Jahre problemlos. Wenns wieder 12 Jahre hält, wäre das schon OK.


    Wenn jemand eine Fachfirma kennt, PLZ wäre 825* also im Süden von München, im Isartal.



  • Wer hat denn den "Brunnen" gebaut? Der sollte sich sein Lehrgeld wiedergeben lassen.

    Grundwasserstand in -8m und Filterbeginn bei -6m, also 2m Filterrohr ausserhalb des Wassers, wobei ein eventueller Absenkungstrichter noch nicht berücksichtigt wurde. Die Pumpe im Filterbereich, also ohne Schutzrohr gebaut. Ein Muster, wie man es nicht machen soll.

    Oder habe ich da was übersehen?


    Bei diesen Gegebenheiten ist es kein Wunder, dass sich die Flora in diesem Rohr ausbreitet.

    Einfach mechanisch reinigen (z.B. mit einem geeigneten, evtl. gezackten Bohrwendel), wobei die Frage ist, ob nicht bereits die Filterschlitze zugewachsen sind. Für eine Reinigung der Filterschlitze fällt mir nichts ein. Evtl. ist der Brunnen verloren.

    Ansonsten wird das Zeug immer wieder kommen. Die Frage ist, ob der Bewuchs in 12 Jahren gewachsen ist oder erst so in den letzten Jahren bzw. Monaten.

    Das, was es beseitigen würde, dürfte gesetzlich nicht zulässig sein.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Eigentlich haben wir bei der Erstellung alles richtig gemacht: Gutachten erstellen lassen (Flussrichtung etc) einees enstprechenden Gutachters und dann von einer Fachfirma (Abt) erstellen lassen mit Pumptest und und und.


    Dass dabei so viel falsch laufen kann?


    Mit den 5m³/h gabs nie probleme bis zum Zeitpunkt, wo eben die Pumpe ausgestiefen ist.


    Wenn ich noch fragen darf: Was ist ein "Schutzrohr"?


    Das "Bohrwendel" ist sowas wie ein Korkenzieher, oder? So hat mir das eine örtliche Rohreinigungsfima erklärt. Die wills aber nicht machen, weil das zerkleinerte Material dann nicht aus dem Brunnen bringt. Die können nur waagrecht spülen.


    Nachtrag: man kann die WAsserpberfläche im Brunnen gut sehen. Bis dort hin ist kein Einwuchs durch SChlitze erkennbar. Nur das blaue Rohr.

    Was aber auffällt: die Wasseroberfläche bewegt sich gelegentlich.


    achso - danke für Deine Antwort.

  • Als erstes würde ich eine Inspektionskamera besorgen um zu prüfen was da unten eigentlich los ist. Vielleicht hat du eine wasserdichte GoPro o.ä. die du mal herablassen könntest?

    Und das sieht ja aus wie Wurzelwerk - aber in solcher Tiefe in solcher Menge? Gibt es in unmittelbarer Nähe grössere Bäume?

  • Wenn ich noch fragen darf: Was ist ein "Schutzrohr"?

    Unter diesem Stichwort, evtl. besser unter dem Begriff "Schutzzone", sollte ausreichend Material hier im Forenarchiv zu finden sein.

    Die Problematik dieses Brunnenaufbaus lässt sich nicht mit ein, zwei Sätzen beschreiben. Um alles verständlich darzustellen, wäre eine längere Abhandlung erforderlich.

    Du solltest vielleicht tatsächlich mit einer Inspektionskamera nachschauen, ob die Flora aus den Filterschlitzen kommt oder sich im Brunnenrohr bildet.

    Wenn nur im Brunnenrohr, sollte die Entfernung überhaupt kein Problem darstellen.

    Die wills aber nicht machen, weil das zerkleinerte Material dann nicht aus dem Brunnen bringt.

    Entweder ist die Fa. nicht qualifiziert genug oder hat keine Lust an dem Auftrag.

    Zu Vermutungen, was das sein kann, bin ich leider nicht in der Lage, da ich kein Biologe bin. Und sowas habe ich in den 30 Jahren, in denen ich mich mit Brunnenbau beschäftige, noch nie gesehen.

    Berichte mal über die weitere Entwicklung, die Sache ist ja recht interessant.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Als erstes würde ich eine Inspektionskamera besorgen um zu prüfen was da unten eigentlich los ist. Vielleicht hat du eine wasserdichte GoPro o.ä. die du mal herablassen könntest?

    Und das sieht ja aus wie Wurzelwerk - aber in solcher Tiefe in solcher Menge? Gibt es in unmittelbarer Nähe grössere Bäume?

    Die Cam kommt am Mittwoch. In der Nähe waren bis vor 4 oder 5 Jahren sehr grosse Rotbuchen, die aber inzwischen entfernt wurden. Die Wurdzelstöcke blieben in der Erde.

  • Entweder ist die Fa. nicht qualifiziert genug oder hat keine Lust an dem Auftrag.

    Es sind Rohr Reinigungsfirmen. die arbeiten mit sog. "SChleuderketten". Danach sind sie aber darauf angewiesen, dass ein Rohr gespült werden kann. Sie haben keinen "Sauger" für senkrechte Rohre. So hat man mir das erklärt. Nur die ganz dicken für die Strassengullis, für die es aber keine Reduzierung um Druchmesser gibt.

  • Danke für die nähere Information.

    Also wie ich schon schrieb: nicht genügend qualifiziert, zumindest nicht für die speziellen Anforderungen bei der Brunnenreparatur.

    Du kannst natürlich zweigleisig fahren, finde eine Fa., die Dir den Brunnen aussaugt und lass Dir von der Rohr Reinigungsfirma zuerst das Zeug mit "Schleuderketten" bearbeiten.

    Man kann das natürlich auch selbst zerkleinern und absaugen. Wenn man die üblichen Handwerkerlöhne betrachtet, sollte es sich durchaus lohnen, 100 - 150€ in Werkzeug zu investieren.

    Sollte die Inspektionskamera zeigen, dass es durch die Filterrohre wächst, wäre jeder Reinigungsversuch nur kurzfristig erfolgreich, da es ja nachwachsen sollte. In dem Fall wäre zu überlegen den Brunnen aufzugeben oder eine regelmässige Reinigung ins Auge zu fassen.

    Sollte jedoch kein Wuchs durch die Filterschlitze erkennbar sein, dann stellt sich die interessante Frage, woher es kommt. Da der Brunnen ja nach dem abgebildeten Brunnenausbauplan oben verschlossen ist, könnten Keime oder Samen nur bei einer unsachgemäss durchgeführten Inspektion in das Brunnenrohr gelangt sein.

    Da musst Du mal nachdenken, ob so etwas die letzte Zeit stattgefunden hat.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Da der Brunnen ja nach dem abgebildeten Brunnenausbauplan oben verschlossen ist, könnten Keime oder Samen nur bei einer unsachgemäss durchgeführten Inspektion in das Brunnenrohr gelangt sein.

    Da musst Du mal nachdenken, ob so etwas die letzte Zeit stattgefunden hat.

    Gruss

    kg49

    Denn Brunnenkopf hat in den letzten 12 Jahren niemand aufgemacht. Es bleibt seltsam :-)

  • In der Nähe waren bis vor 4 oder 5 Jahren sehr grosse Rotbuchen

    Das sind aber eher Flachwurzler, dass deren Wurzeln in dieser Tiefe durch die Filterschlitze wachsen bzw. gewachsen sind halte ich für unwahrscheinlich. Und du sagst ja dass bis zum Wasserspiegel (~8m?) im Rohr nichts erkennbar ist.

    Pfahlwurzler wiederum gehen nicht so in die Breite, und es scheint ja immerhin eine Menge Material drin zu sein.

    Und von unten ins Rohr, bei -12m? Eigentlich noch weniger vorstellbar.

    Echt rätselhaft, auf das Ergebnis mit der Kamera bin ich gespannt.

  • Im Übrigen würde ich mit Schleuderketten im PVC Brunnenrohr sehr, sehr vorsichtig sein.

    Das hat mir heute der Brunnenbauer auch gesagt. Sollte man eher nicth machen. Das richtige Vorgehen wäre eine "Art Korkenzieher", Der erfrordert aber die Befahrung mit einem Unimog. Da habe bisher ein Veto meiner Chefin.

  • Da war ich heute bei einem Landwirt auf der (vergeblichen) Suche nach einer Pumpe - nachdem ich mich an Physik erinnert habe: mit einer Saugpumpe wird das nix mit 12m - und habe die "Lösung " präsentiert bekommen: "Da schüttst nen Kanister Roundup rein und das Grünzeug ist weg.". Aha. So macht man das also.

    Was vermtlich dem entpricht, was kg49 oben schrieb "Das, was es beseitigen würde, dürfte gesetzlich nicht zulässig sein."


    DAS werd ich mal lieber bleiben lassen

  • mit einer Saugpumpe wird das nix mit 12m

    Da hat Dich aber Deine Erinnerung an Physik im Stich gelassen. Entscheidend dabei ist nicht die Ansaugtiefe, sondern die Tiefe des Wasserstandes.


    Da schüttst nen Kanister Roundup rein und das Grünzeug ist weg.

    Da hat er eigentlich selbst gesagt, warum das nicht funktionieren kann. "Grünzeug"... Roundup benötigt, damit es funktioniert, grünes Blattmaterial und Licht zur Photosynthese.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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