Verunreinigung Brunnen / Quelle

  • Hallo liebe Community,


    wir besitzen seit mehreren Generationen einen Brunnen, der ca. 250m entfernt am Waldrand steht. Die Quelle ist dabei ca. 15m von der Zisterne, bzw. der Aufbereitungsanlage entfernt. Diese stehen außerhalb des Waldes.

    Im Jahr 2019 haben wir diese Quelle neu gefasst, da dort immer wieder kleine Ästchen etc. mitgespült wurden und die Leitung verstopften.


    Seitdem hatten wir Wasser im Überfluss - alle notwendigen Prüfungen waren immer paletti.


    Seit 2 Wochen gibt es aber ein Problem, bei dem ich nicht mehr weiter weiß:


    Die Quelle selbst ist an eine ca. 500l fassende Betonbrunnen-Wasseraufbereitung angeschlossen, d.h. leitet das Wasser dort hin. Dort müssen wir z.B. Juraperle auffüllen, um den Anforderungen der Wasserprüfung zu entsprechen. Dort wird das Wasser dann in eine Zisterne weitergeleitet, die ca. 1500l Wasser fasst. Diese Zisterne leitet über zwei Leitungen das Wasser an zwei Häuser (meine Eltern und ich).


    Unsere Nachbarn leiten deren geklärtes Abwasser über eine Rohrleitung am Waldrand entlang. Wir haben festgestellt, dass unser Trinkwasser plötzlich sehr torfig, erdig riecht und eine gelbliche Verfärbung hatte. Das Problem war schnell gefunden: Durch immense Regenfälle + Schneeschmelze wurden die KG-Rohre, die das Abwasser führten, an einer Stelle oberhalb unserer Zisterne gebrochen. Das wurde jetzt behoben.


    Wir haben daraufhin den Quellschacht, die Zisterne als auch die Wasseraufbereitung komplett entleert, alles mit Hochdruckreiniger gespült und sogar mit Lappen trocken gewischt, um etwaige Risse festzustellen, was negativ war. Daraufhin haben wir die Anlagen wieder mit Wasser gefüllt und tadaa: Die Wasserqualität ist weiterhin bescheiden. Immer noch gelblich, erneut dieser Geruch (moosig, torfig, erdig).


    Unser damaliger Brunnenbauer hat sich das angesehen und vermutet, dass die Zisterne, bzw. die Leitung, die das Wasser zum Haus leitet, das Problem darstellen würde. Vermutlich wegen eines Lecks o.Ä.


    Ich habe heute darauf direkt an der Quelle Wasser entnommen und festgestellt, dass sich dort eine Vielzahl an Wasserflöhen tummeln und es ebenso diese gelbliche Verfärbung aufweist. Den Geruch konnte ich dort nicht wahrnehmen, was ich aber eher auf die Wassertemperatur von max. 3-4° schiebe - das ist ja dann geruchlos.


    Hier würde ich gerne Euch ins Spiel bringen. Eine Wasserprobe ans Labor wird nächste Woche entnommen, aber kann es theoretisch sein, dass durch den vielen Regen, bzw. die Schneeschmelze das Grundwasser, aus dem sich die Quelle speist, verunreinigt wurde? Oder habt ihr eine Idee was der Grund sein könnte? Das Abwasser der Nachbarn ist 100% sauber verrohrt und trifft die Quelle nicht ansatzweise, diese liegt oberhalb und von den Rohren auch 20m entfernt. Es wurde eher die Zisterne betroffen.

  • Update.

    Das Ergebnis von der Wasseruntersuchung ist da, alle Werte in Ordnung, lediglich Enterokokken sind auf 2 und Coliforme Bakterien sind auf 1.


    Mir ist bewusst, dass gem. Trinkwasserverordnung diese Werte auf 0 sein müssen, mir fehlt allerdings die Referenz? Welchen Wert hat dann z.B. ein dreckiger Fluss? 5 oder eher 500?


    Die Werte 1 und 2 ohne einen Vergleich helfen mir nicht. Kennt sich da jemand von euch aus?

  • Sind die angegebenen Zahlen KbE/100ml ?

    KbE = Koloniebildende Einheiten der Mikroorganismen


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Danke! Dann sind die Werte ja echt nicht dramatisch, wenn ich das richtig interpretiere.


    Angeblich waren in unserem Landkreis vor ein paar Jahren noch Grenzwerte bis 5 in Ordnung, weiss jemand von euch, ob das stimmen kann? Also dass diese Werte oberhalb 0 sein durften? Finde leider keine alten Verordnungen dazu...

  • Und das nächste Update, vielleicht hilft es dem einen oder anderen Brunnenbesitzer in Zukunft mal.


    Wir haben 10 Tage nach der ersten Wasseruntersuchung die zweite, von der Entnahmestelle im Haus, durchführen lassen. Ich habe mich vehement dagegen gewehrt, das Wasser vorher zu chloren, das würde zwar das Ergebnis beschönigen, aber hilft ja nicht gegen die Ursache.


    Gestern kam dann das Ergebnis: Alles Werte (auch die vorher problematischen Enterokokken und Coliformen Bakterien) sind in Ordnung. Lediglich die Trübung liegt bei 1,2 (Grenzwert 1).


    Für das Gesundheitsamt ist die Trübung unerheblich.


    Auffällig ist nur, dass im Vergleich zur letztjährigen Prüfung die Koloniezahl bei 46° deutlich höher ist. (Letztes Jahr 1, Grenzwert 100; Dieses Jahr 42, Grenzwert 100). Ich schiebe das noch auf die vorherige Verunreinigung.


    Damit das kein zweites Mal mehr passiert, werden alle Brunnendeckel (vorher Stahlbeton) durch Kunststoffvarianten mit Feinsieb ersetzt.


    Zudem haben wir vor, bei der Quelle das Erdreich bis zu 1,5m Tiefe nochmal auszuheben, eine Folie zu verlegen und dann mit Lehm abzudichten. Das ist ursprünglich nicht passiert. Als Abschluss dann auf die Lehmschicht wieder normales Erdreich und Kies, damit das gar nicht mehr alles so matschig wird wie bisher.


    Ein Graben soll zudem als Drainage das höher gelegene Oberflächenwasser großzügig in einen Graben wegleiten.


    Soviel zur Theorie!

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