Brunnenrohr läuft über, flutet Brunnenstube

  • Hallo miteinander,


    habe mir im Rahmen eines EFH Neubaus einen DN100 Brunnen in unseren Lehm/Tonboden bohren lassen, 24m tief, Grundwasser wurde bei 15m ermittelt. Wasser gibt es sehr reichlich, 5000l/h sind kein Problem. Jetzt habe ich letztes Jahr eine Brunnestube (=Betonschachtringe) über das blaue Rohr gestülpt um so einen kleinen Raum für Verteiltechnik, Ventile oä zu schaffen. Oberes Ende blaues Rohr ist jetzt ca. 1m unter Geländeoberkante. Leider ist jetzt nach dem wasserreichen Winter die Brunnenstube voller Wasser, welches scheinbar durch das Rohr hochgedrückt wird. Pumpe ich die Brunnenstube leer, läuft sie binnen kurzer Zeit erneut voll. Das ist natürlich für die Technik nicht so schön, die sollte ja eigentlich trocken liegen... Noch dazu ist es wunderbare Eisenbrühe...

    Daher die Frage:

    Kann man das blaue Rohr oberseitig geeignet abdichten und die Durchführung für die Pumpenelektrik/Steigrohr dicht realisieren? Oder eine kleine Söffelpumpe installieren und bei Bedarf automatisch auspumpen? Da hab ich aber keine Ahnung, wie oft die dann läuft und ob sich das dann lohnt... Oder noch was ganz anderes?


    Vielen Dank


    Andreas

  • welches scheinbar durch das Rohr hochgedrückt wird.

    Scheinbar oder tatsächlich?

    1. Das solltest Du als erstes genau feststellen.

    2. Egal woher das Wasser kommt solltest Du feststellen, ob der Wasserzufluss konstant ist.

    3. Egal woher das Wasser kommt, solltest Du die Menge des Zuflusses/h messen.

    Noch dazu ist es wunderbare Eisenbrühe..

    Ist das bis jetzt gepumpte Grundwasser ebenfalls eine "Eisenbrühe"?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Uh, gar nicht damit gerechnet, dass hier so schnell geantwortet wird. Vielen Dank schonmal.


    Zu den Rückfragen:

    Es kommt tatsächlich durch das Rohr hoch. Wenn ich die Brunnenstube leerpumpe läuft durch das Rohr kontinuierlich wieder Wasser nach. Zufluss ist schwierig zu bestimmen, ich schätze vll. so 150l/h. Nach einer Nacht ist die Stube jedenfalls wieder voll. Anbei auch mal ein Foto.

    Kann imho auch tatsächlich so sein, dass der Grundwasserspiegel/Schichtenwasser derzeit recht hoch liegt. Die Brunnenstube liegt doch gewissermaßen an einem Tiefpunkt.


    Was ich noch sagen kann:

    Im letzten Winter schaute noch ca. 1m Rohr mehr nach oben heraus, da konnte ich kein Überlaufen feststellen.

    Ich sehe als einzige Möglichkeit, die Brunnenstube trocken zu halten, dass das obere Ende des Brunnenrohrs hydrologisch nach oben verlängert wird. Hätte für diesen Zweck sogar PE-Leitungen installiert. Allerdings müsste ich das bestehende Brunnenrohr oben dicht abschließen und die Steigleitung und Pumpenkabel durchführen. Mir schwebte da sowas hier vor:

    https://www.erdbohrer.de/Brunn…_Z2uNPphvGsxoCF4sQAvD_BwE


    Kriegt man so eine Kappe auch in "dicht"? Oder gibts weitere Vorschläge?


    Vielen Dank


    Andreas


    P.S. Das Eisen ist auch im sonst geförderten Wasser reichlich vorhanden. Sieht man gut bei Chlorung des Pools und man schmeckt es auch. Analyse habe ich jetzt noch nicht gemacht.

  • Mit PVC Kleber verkleben und Ruhe ist.

    Das halte ich etwas für zu kurz gedacht. Den Brunnenkopf wird man für Wartungsarbeiten ab und zu entfernen müssen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Das ist schon richtig gemeint denke ich... Es wird natürlich die Muffe des Kopfes mit Tangit verklebt. Nicht der Deckel selber... eigentlich logisch;)

    Ob dann die eigentlichen Verschraubungen der Rohrstrecke dicht halten steht natürlich auf einem anderen Blatt... mfg Prs

    Bohrbrunnen
    Tiefe: 29Meter
    Ausbau: DN80, 25M Vollrohr, 4Meter Filter SW0.75, Bodenkappe
    Die Pumpe hängt bei 25M
    Literleistung zur Zeit: 17L/Min steigend
    Wasserstand: Ruhe 9M unter Gok, Betrieb 24,5M unter Gok
    Bodenverhältnisse: 0 bis 8M Ton, 8 bis 29M Schiefer mit Kluften

  • Super danke für den Tipp. Die Kappe sieht deutlich besser aus. Da bekommt man dann die Pumpe auch durchgezogen oder?


    Meine Überlegungen dazu:

    Ich halte die Kabelverschraubungen für die größte Schwachstelle ggf. muss ich die durch dichte Typen ersetzen.

    Ein freier Ausgang nach oben sollte das System zumindest nicht mit dynamischem Druck belasten. Ich gehe eher von einem sehr hohen Grundwasserspiegel aus als von einem Arteserbrunnen.

    Die statische Druckbelastung dürfte eher moderat sein, da ja höchstens 1...1,5m Wassersäule über der Dichtstelle zu erwarten sind.

    Sollte eine Rohrverschraubung in der ERde nicht ganz dicht sein, wäre mir das ja eher egal.


    Geht ihr da mit?


    VG Andreas

Brunnen selber bauen