Benötige Kaufberatung: Pumpe für Zisterne

  • Hallo liebes Forum,

    wir suchen eine geeignete Pumpe um das Wasser aus unserer Zisterne zu pumpen.

    Wir benötigen das Wasser lediglich zur Gartenbewässerung. Folgende Skizze beschreibt den Aufbau



    Wir möchten die Pumpe in unserer Garage platzieren. Die Ansaughöhe beträgt ca 2.50 m. Der komplette Weg für die Ansaugung wäre ca. 5m lang.

    Das Ansaugrohr soll über einen Wandurchlass in die Garage geführt werden.


    Wir fragen uns nun welche Pumpe/Hauswasserwek sich dafür eignet?


    Die Pumpe müsste von der Leistung zwei Abnehmer (Beetbewässerung und Gartenschlauch) versorgen.

    Gerade wird der Rasen neu eingesät. Die Pumpe soll daher zwei Rasensprenkler bedienen


    Wenn ihr noch weitere Infos von uns braucht, dann schreibt bitte :)


    Vielen Dank schonmal und viele Grüße

  • Die Pumpe müsste von der Leistung zwei Abnehmer (Beetbewässerung und Gartenschlauch) versorgen.

    Leider erfolgt die Leistungsangabe bei Pumpen nicht über den Verwendungszweck (Beetbewässerung und Gartenschlauch), sondern ausschliesslich über die Fördermenge/Zeiteinheit und dem Druck. Dargestellt in der Pumpenkennlinie. D.h. ohne etwas Rechnen geht es nicht. Dazu folgende Hinweise:


    Pumpenstärke


    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:


    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.


    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    • Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll
    • Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.


    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    • Druckverluste durch Höhenunterschiede
    • Druckverluste durch Wasserströmung
    • Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.


    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.


    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.


    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.


    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:


    PH + Ps + PB = PA


    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.


    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.


    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.


    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern.


    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Wow...Danke für die kurze Einführung


    Das Problem was ich sehe sind die zwei Szenarien, die sich im Laufe der Zeit ergeben.


    Szenario 1 | Aktuell Gartenbewässerung zur Rasenneuanlage -> Viereckregner wie Gardena AquaZoom M

    Ich habe als Faustformel für den Viereckregner ne Wassermenge von ca. 0,6 m3/h recherchiert

    Wenn ich deiner Rechnung folge kommt folgendes raus:

    Druckverlust bei Höhe von 2,5 m = 0,25 Bar

    Druckverlust Wasserströmung

    • 7m Ansaugung 1'' = 0 Bar
    • 10 m Leitung zum Verteiler 1'' = 0,01 Bar
    • 40 m Leitung zum Sprinkler 1/2'' = 0,74 Bar
    • Pauschale = 1 Bar

    In Summe also 1,75 Bar

    Betriebsdruck Sprinkler = 4 Bar (um optimale Streufläche zu erhalten)


    Macht also 6 Bar / 600 l.


    Szenario 2 | Zukünftiger laufender Betrieb -> Gartenschlauch Spritzdüse und Tröpfchenregner für Hochbeete


    Wassermenge ist hier meinem Verständnis nach geringer. Schätzungsweise 0,2 m³/h

    Druckverlust bei Höhe von 2,5 m = 0,25 Bar

    Druckverlust Wasserströmung

    • 7m Ansaugung 1'' = 0 Bar
    • 10 m Leitung zum Verteiler 1'' = 0,01 Bar
    • 40 m Leitung zum Sprinkler 1/2'' = 0,74 Bar
    • Pauschale = 1 Bar

    Auch hier in Summe 1,75 Bar


    Betriebsdruck sollte hier jedoch wahrscheinlich geringer sein. Ich habe keine Angaben gefunden und würde mal mit 2 Bar rechnen


    Macht also 4 Bar / 0,2 m³/h


    Würde das nicht bedeuten, dass ich zwei verschiedene Dimensionen an Pumpe bräuchte?

    Passt die Rechnung überhaupt so?

  • Passt die Rechnung überhaupt so?

    Ich weiss nicht...

    Ich habe einen ganz simplen Aldi Viereckregner und da laufen bei 3 Bar Druck am Regner locker 1200L/h durch.

    Mir soll es recht sein, da dadurch die Betriebzeit der Pumpe und damit die Stromkosten sinken.

    Würde das nicht bedeuten, dass ich zwei verschiedene Dimensionen an Pumpe bräuchte?

    Nein.

    Die Pumpe wird nach dem max. Verbrauch dimensioniert. Bei kleineren Abnahmemengen kommt dann ein Ausdehnungsgefäss mit ins Spiel, welches bei richtiger Dimensionierung das Takten der Pumpe minimiert.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Was ich jetzt noch nicht ganz verstehe, wie ich die passende Pumpe finde. Kann mich da mit meinen 6 Bar / 600 l (oder selbst 6 Bar / 1200 l) nicht in den Diagrammen verorten.


    Hast du zufällig eine passende Pumpe im Blick, die geeignet wäre?

  • oder selbst 6 Bar / 1200 l

    Da stimmen aber die Verluste bei 1/2" nicht.

    Grundsätzlich würde ich bei 40m Leitungslänge nicht unter 3/4" - 1" gehen.

    Mit ausreichend dimensionierten Leitungen kannst Du bei der Pumpenanschaffung wieder sparen bzw. es gibt eine deutlich grössere Auswahl.


    Du hast hoffe ich gemerkt, wie wichtig die halbwegs exakte Angabe des Arbeitspunktes bei der Pumpenauswahl ist.

    Soll es eine Saugpumpe sein?

    Mit einer Zisternenpumpe wirst Du bei der Auswahl wahrscheinlich Probleme bekommen, weil die Daten meistens nicht passen. Dann müsstest Du eine Tiefbrunnenpumpe nehmen. Die benötigt dann aber in der Zisterne eine Anpassung für die Pumpenkühlung. Aber alles kein Hexenwerk.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Hättest du denn einen Vorschlag für eine Saugpumpe?

    Ich bin kein Freund von Saugpumpen. Sie sind laut und es gibt immer wieder geschilderte Probleme, den Ansaugtrakt unterdruckdicht zu bekommen. Es gibt natürlich Nutzer, die damit jahrelang keine Probleme haben. Die wissen dann aber auch, worauf es ankommt.

    Wenn es denn eine Saugpumpe sein soll, sollte es eine mehrstufige sein. Schau Dich mal auf den KSB Seiten um, es gibt dort eine grosse Auswahl und vor allem alle technische Dokumentationen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


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