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  1. Brunnenbau-Forum
  2. Brunnenbau
  3. Brunnenbau Bohrbrunnen

welcher Feinsandfilter? weiteres Vorgehen Bohrbrunnen

  • Brmxn
  • April 27, 2021 at 4:19 PM
  • Brmxn
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    • April 27, 2021 at 4:19 PM
    • #1

    Hallo liebe Foristen,

    Ausgangsproblem:

    Wir haben 2019 ein Haus gekauft. Stadtwasser lag bereits war aber noch nicht angeschlossen.

    Im Keller befindet sich eine Osna LG200 Kolbenpumpe mit Druckspeicher. Der Saugschlauch verschwindet im ca. 30° Winkel in der Kellerwand richtung Vorgarten.

    Dieser Brunnen sollte nach dem Anschließen des Stadtwassers nur noch für die Gartenbewässerung benutzt werden. Es kommt aber jede Menge Luft aus dem Gartenschlauch.

    An der Pumpe konnte ich keine Undichtigkeiten finden. (zieht keine Luft, Schnüffelventil ist zu)

    Da niemand mir sagen konnte wo der alte Brunnen sich befindet habe ich mich entschieden das Projekt "neuer Brunnen" zu starten.

    Ich habe 8 Meter 4" Brunnenrohr gekauft,(TNA) davon 3 Meter Filterrohr 0,3mm. Dazu einen gebrauchten Bohrer 145mm mit ausreichend Gestänge, eine gebrauchte Kiespumpe und los ging es :)

    Folgende Schichten habe ich "gefunden" 1 Meter Mutterboden, schwarz, humos; 0,5m feste lehmiger Schicht. 20 cm Nasser Sand und dann (ab 1,70m unter GOK) Wasser.

    Ich habe also begonnen das 4" Brunnenrohr abzusenken.

    Ging sehr flott mit ~50 Kg Auflast. Die ganze Zeit kommt sehr feiner Sand zum Vorschein.

    Ich habe daraufhin das Brunnenrohr nochmal rausgezogen und die Schlitze sitzen komplett zu. Habe ich mit dem Kärcher aber wieder freibekommen.

    Ich brauche also einen Feinsand-Tauglichen Brunnenaufbau...

    Ich habe daraufhin das Loch oben etwas geweitet und 5 Meter DN160 KG Rohr am Stück eingeplunscht. unten etwas angeschärft, mit "Schneide" außen. Die Pumpe war weiterhin nach 2-3 Hüben komplett voll. Das Rohr sackte 10cm pro Entleerung. (Ein-Mann-Auflast) Ich bin ziemlich sicher das wieder gezogen zu kriegen.

    Ich habe vom Bohrgut aus 5 Metern Tiefe eine Siebung gemacht auf einer Siebmaschine. (Arbeit) und ein paar schöne Aufnahmen mit dem Mikroskop und ein bisschen gemessen.

    Die Bilder hänge ich an.

    Das Ergebnis: Fast nur feiner Sand <0,3mm

    Jetzt habe ich mehrere Optionen:

    Das Kg Rohr nochmal 2 Meter verlängern und die Muffe verschrauben und mit einplunschen. Notfalls kann ich bis zur Muffe graben und die unteren 5 Meter Rohr am Stück einzeln rausziehen.

    Die Muffe dürfte aber ohnehin höchstens 30 cm im Wasser / Sand verschwinden. Bis dahin ist das Bohrloch ohnehin groß genug das die locker durchpasst.

    In 8 Metern Tiefe hätte ich 6 Meter Wasser im Rohr.

    1: Das 4" Rohr incl. 3 Meter Filter zentriert reinstellen und eine Filterkiesschüttung (0,8-1,25??) einbringen. ggf. mit Filterstrumpf.

    2: "Richtigen" Feinsandfilter von Lotze oder erdbohrer.de einstellen. (wie ist der Aufbau über dem Filter??)

    3: vohandenes 4" Brunnenrohr auf 8-9 Meter runter plunschen und hoffen der Sand wird gröber

    4: noch mehr Brunnenrohr kaufen und solange tiefer bohren bis es gröber wird.

    5: versuchen den Feinsand aus der Umgebung der Filterstrecke über den Brunnen abzupumpen und hoffen, das sich eine natürliche Filterschicht bildet.

    500 Meter Luftlinie entfernt ist eine Grundwassermesstelle. Den Bericht hänge ich an an.

    Cloppenburg_Ganglinie_9700091.pdf

    Mein Garten liegt etwa 67 - 67,5m ü.NN.

    Das ganze Projekt ist im Südkreis von Osnabrück. Kennt jemand dort die Bodenverhältnisse?

    Vielleicht interessant für die Geologen: Einige Partikel sind magnetisch und bauen schöne Türmchen auf dem Magneten. (Die schwarzen auf dem Foto)

    Ich freue mich auf eure Ideen und Vorschläge!


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    • Sand7_autoscaled.jpg
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  • Brunnen reinigen
  • kg49
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    • April 27, 2021 at 10:07 PM
    • #2
    Quote from Brmxn

    500 Meter Luftlinie entfernt ist eine Grundwassermesstelle. Den Bericht hänge ich an an.

    Der bringt leider nur die Grundwasserschwankungen. Man bräuchte ein Schichtenverzeichnis.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Brmxn
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    • April 27, 2021 at 11:29 PM
    • #3

    Hallo kg49,

    ich dachte die Schwankungen sind vielleicht interessant um jahreszeitliche Schwankungen bei der gesamttiefe berücksichtigen zu können. Das Wasser scheint im Spätsommer ja nicht sehr viel tiefer zu stehen. :)

    Auch 2019 habe ich eine Wärmepumpe mit Sonde einbauen lassen. 3 mal 88 Meter.

    Ein Schichtenverzeichnis hätte eigentlich der Erdwärmebohrer mir mal überreichen sollen. Aber die Jungs hatten ständig die Maschine kaputt und wollten wohl am Ende nur noch fertig werden.

    Ich habe sowas glaube ich auch Mal gelesen das die eigentlich regelmäßig proben nehmen sollen. Auch zu Forschungszwecken oder zum Kartieren usw. Ich vermute Mal das ist nicht passiert.

    Auf das Schichtenverzeichnis angesprochen sagte einer der Bohrenden: " klar ham' wir doch gemacht Sand Schluff Mergel und sowas." Ich habe das damals im Gespräch interpretiert als "wir schreiben da immer das gleiche auf"

  • Brmxn
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    • April 27, 2021 at 11:55 PM
    • #4

    ich werde auf jeden Fall bei dem Unternehmen nochmal nachfragen ob ein Verzeichnis erstellt wurde!

  • kg49
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    • April 28, 2021 at 7:01 AM
    • #5

    Würde ich auch empfehlen.

    Wollte eigentlich die "Untere Wasserbehörde" bei der Bohranmeldung sowie Genehmigung kein Schichtenverzeichnis sehen? Sehr ungewöhnlich.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.

  • Brmxn
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    • April 28, 2021 at 12:12 PM
    • #6

    Die Firma konnte tatsächlich ein Schichtenverzeichnis liefern.

    So wie es aussieht kommt erstmal nichts anderes als Feinsand bis 24m

    Edit: Nochmal ohne Firmenname und Adresse

    Die Bohrfirma hat die Genehmigung eingeholt.

    Vor der Bohrung kann ja auch noch kein Schichtenprofil vorliegen oder?

    Insgesamt wurden 3 Bohrungen im Vorgarten gemacht á 88m der zukünftige Brunnen liegt etwa 15 Meter Luftlinie entfernt.

    Vielleicht sind die EW-Bohrungen auch der Grund warum der alte Brunnen nicht mehr läuft? Der müsste ja auch irgendwo im Vorgarten liegen.

    Hätte ich das vorher gewusst hätten die Jungs mir auch noch schnell einen neuen Brunnen bohren können. Das Gerät war ja schon da.

    Ursprünglich war geplant die Bohrungen hinter dem Haus zu machen. Dort war ohnehin nur Hühnerwiese.

    Ich habe extra noch schnell ein altes Carport abgerissen damit der Platz frei ist zum Durchfahren. Dann haben wir kurzfristig entschieden doch im Vorgarten zu bohren.

    Ich habe nach den Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung gefragt. "ist ja nur son kleines Loch eigentlich"

    30 Minuten später hatte ich dann eine 2m*1,50m und 2 Meter Tiefe Spülgrube im Garten.

    Dann kam die Bohrmaschine, hat fast die Telefonleitung abgerissen beim aufrichten, und musste daher auf den Ketten nochmal 2 180° Drehungen machen.

    Danach war nicht mehr viel übrig vom Vorgarten :D

    Aber die Jungs haben wieder gut aufgeräumt, glattgezogen und sogar neuen Rasen eingesät :)

    Edited once, last by Brmxn: Ergänzt (April 28, 2021 at 12:26 PM).

  • Toenne
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    • April 28, 2021 at 1:07 PM
    • #7
    Quote from Brmxn

    So wie es aussieht kommt erstmal nichts anderes als Feinsand bis 24m

    Du hast das Zauberwort 'Lehm' vergessen...

    Das erste was mir dazu einfällt ist 'Oje, viele viele Meter Feinsandfilter' und das zweite ist 'vergiss es'...

  • Brmxn
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    • April 28, 2021 at 1:23 PM
    • #8

    Die Lehmschicht war nur ca einen halben Meter stark und lag direkt unter dem Mutterboden. Darunter begann erst der Feinsand. Hier in der Ecke hat jeder Nachbar einen Brunnen. Aber alle schon von den Großeltern gebaut..

    Ich den 3,5 Metern unter der dünnen Lehmschicht war jedenfalls nichts lehmiges mehr zu finden.

  • Brmxn
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    • April 29, 2021 at 11:20 AM
    • #9

    ich habe mir jetzt weitere 2 Meter DN160 kg Rohr besorgt. Ich will zumindest versuchen 2 Meter 4" Feinsandfilter unterzubringen. Wenn's klappt ist gut wenn nicht habe ich was gelernt :)

    Ich bin noch unentschlossen was den Filter angeht. 2 Meter Lotze-Filter oder 2 Meter Gewebefilter von Erdbohrer.

    Ggf. in Kombination mit einer Filterkiesschüttung.

    Der Filter von Erdbohrer ist mit 0,14mm eigentlich noch zu grob. Vielleicht kann ich aber die kleinsten Körner aus der Umgebung absaugen. Hat der Filter auch eine nach innen größer werdende Porengröße? Das gefällt mir eigentlich beim Lotze Filter besser. Der Sand kann sich nicht im Filter verklemmen.

    Mit ein bisschen Feinsand im Rasensprenger habe ich kein Problem. Das Wasser wird ja ohnehin nur für den Garten verwendet.

    Sollte ich das Brunnenrohr im ganzen als Saugrohr benutzen oder einen Schlauch einhängen?

    Werden die Saugleitungen üblicherweise auch mit Abstandshaltern zur Rohrwand eingebaut?

    Viele Grüße an alle Leser :)

  • Kurty
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    • April 29, 2021 at 1:10 PM
    • #10

    Moin,

    Wenn du dir was gutes tun willst, Kauf einen Kiesbelagfilter. Erschreck dich nicht beim Preis - aber damit wirst du glücklich. Hersteller ist z.b. Stüwa.

    Saugschlauch kannst du einfach reinwerfen. Nur nicht direkt im Filterbereich. Drunter oder drüber...,,,

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Brmxn
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    • April 29, 2021 at 3:05 PM
    • #11

    Hallo Kurty danke für deine Antwort!

    die Belagfilter habe ich mir schon angeschaut.

    Die größten die ich im Netz finde haben allerdings DN50. Ich würde wenn es geht dann lieber ne Nummer größer wählen (oder zwei).

    Wo kann ich die Dinger kaufen?

    Gibt's die auch direkt bei Stüwa? Rietberg ist ja keine Weltreise von hier aus.

  • Kurty
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    • April 29, 2021 at 6:00 PM
    • #12

    Fachhandel oder direkt mal fragen. Ich habe noch keinen benötigt / gekauft. Die gibt es in sämtlichen Größe. - auch in deiner gewünschten 4 Zoll Version.

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Brmxn
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    • April 29, 2021 at 10:31 PM
    • #13

    Ich Frage die Firma in Rietberg mal an. Die aktuelle Preisliste ist anscheinend zur Zeit nicht Online gestellt.

    Ich habe heute Nachmittag nochmal die letzten 20 cm vom KG Rohr versenkt. Erstmal nur damit es sich nicht fest setzt während der Pausen.

    Die weiteren 2 Meter setze ich morgen drauf.

    Dann gab es plötzlich etwas neues aus der Kiespumpe:

    "Juhuuu" dachte ich! Kieselsteine

    Aber dann:

    Waren nur fake-Kieselsteine.

    Die Pumpe ist nach 2 Mal ziehen randvoll.

    Bin echt begeistert wie gut das simple Prinzip funktioniert.

    Das Material ist deutlich grauer. Ich werde morgen aus Interesse nochmal durchs Mikroskop drauf schauen :)

  • Brmxn
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    • July 26, 2021 at 7:57 PM
    • #14

    Hallo Leute,

    Ich wollte noch schnell Rückmeldung geben zu meinem Feinsand-Projekt. In der Zwischenzeit kam meine zweite Tochter auf die Welt und ich habe ein paar Stunden der Elternzeit geopfert um den Brunnen fertig zu stellen. Ich bin nach Einen gefahren zur Firma Stockmann die kiesklebefilter in allen erdenklichen Größen anbieten. Dort riet Frau Stockmann mir dann aber es einfach mit einer Sandschüttung zu versuchen in Kombination mit einem Filterstrumpf. So habe ich es dann auch gemacht.

    Der Aufbau ist jetzt von unten nach oben:

    3 Meter DN100 Glattwandrohr TNA mit 0,3mm Schlitzen und Strumpf 50 Mikrometer.

    Dazu 3 Meter Vollrohr und einem Luftdicht gebauten Brunnenkopf.

    Wasser steht 4 Meter hoch bzw. 2 Meter unter Brunnenkopf.

    Angesaugt wird mit Hauswasserwerk an 1" PE Schlauch mit Fußventil. Die Ansaugstelle liegt 1 Meter unter dem Wasserspiegel ohne Entnahme.

    Fördermenge ca. 1500l/h. Mehr macht das kleine Hauswasserwerk mit Druckschlauch, Wasserhahn etc. auch nicht.

    Reicht so locker für einen Viereckregner mit voll aufgedrehtem Hahn. Die Pumpe kommt dabei noch auf 3 bar. Schaltet also nicht ab.

    Es kamen ca. 10 Minuten trübes Wasser mit etwas ultrafeinem Sand. Hat sich gerade so über Nacht im Eimer abgesetzt.

    Jetzt ist alles Kristallklar und sehr kalt :D

    Vielen Dank allen für eure Hilfe und Beratung.

    Meine Mutter möchte jetzt auch einen Brunnen im Garten nachdem sie erst sehr skeptisch war :)

  • Brmxn
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    • July 26, 2021 at 7:59 PM
    • #15

    Das KG Rohr habe ich problemlos raushebeln können. Das Brunnenrohr ist dabei nicht mit hochgekommen. Ich habe etwa 6 Sack Filtersand 0,4-0,8 eingefüllt.

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