Brunnenpumpe nach Rohrfreilegung gesucht

  • Hallo miteinander,


    kurz zur vorgeschichte:

    wir sind vor 2 Jahren in unser Eigenheim gezogen ohne Wissen, dass im Garten ein Brunnenrohr vorhanden ist.

    Das haben wir von den Nachbarn erfahren. Das Rohr habe ich unter dem Rasen gefunden, ein DN110 KG Rohr, lt. Nachbarn 10 Meter tief.

    Der Vorbesitzer, warum auch immer, hat das Rohr mit Kies zugeschüttet. Inzwischen ist das Rohr wieder frei, dank Kiespumpe.

    Grundwasser beginnt in ca 3,5 Metern Tiefe.


    Nun mache ich mir Gedanken über eine passende Pumpe. Eine Tiefbrunnenpumpe soll es werden. Mir wurde eine 3 Zoll Pumpe empfohlen, so habe ich mich dann auf die Suche gemacht und bin auf folgende bei Amazon hängengeblieben:

    https://www.amazon.de/gp/produ…smid=A3K13IRTN2KS29&psc=1


    Ich werde das Wasser lediglich zur Gartenbewässerung nutzen, also Blumen und Rasen.

    Meine Überlegung ist es, an der Pumpe einfach einen Schlauch anstatt ein PE Rohr anzuschließen(so wie auf zweiten Bild der ersten Bewertung zu dieser Pumpe bei Amazon) und diesen Schlauch mittels Schelle wiederrum an einen Wasserhahn.


    Ist mein Vorhaben so umsetzbar oder soll ich diese Idee verwerfen?

  • Ist mein Vorhaben so umsetzbar

    Nein, aus verschiedenen Gründen.

    Eine Tiefbrunnenpumpe darf nie an einem Schlauch hängen, da sich der aufgrund des Momentes der Pumpe verdrillt.

    KG-Rohr, da sträuben sich bei mir die Nackenhaare. Wahrscheinlich ist auch unbekannt, welches Filterrohr verbaut wurde. Im schlimmsten Fall wurden Schlitze eingeflext.

    Lange Rede kurzer Sinn, Du solltest Dir erst mal eine Pumpe ausleihen (z.B. Baumarkt) um festzustellen, wieviel Wasser Du _dauerhaft_ dem Brunnen entnehmen kannst und wie sandfrei das Wasser ist.

    Danach kannst Du eine Pumpe auswählen, wenn der Arbeitspunkt der Pumpe gemäss Deinen Anforderungen bekannt ist.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo kg49,


    danke für die rasche Antwort, das macht Sinn, also immer PE Rohr anschließen?

    Bzgl KG Rohr: das war ja schon drin und hat ja Jahre oder Jahrzehnte seine arbeit verrichtet.

    Bevor ich für teures Geld neu Bohren lasse, dachte ich mir, ich versuch es einfach mal mit diesem Rohr. Frei bekommen habe ich es ja schon, Wassersäule beginnt bei ca 3,5 Meter tiefe.

    Erstmal eine Gartenpumpe z.b. auszuleihen macht ebenfalls sinn.

    Der Baumarkt mit dem Bieber und noch ein weiterer bei uns bieten aber keine zum leihen an. Muss ich mich mal schlau machen.

  • Danke für die Antworten, habe mir nun eine Billige Membranpumpe geholt, ist Mitwoch angekommen. Schlauch mit Schlauchschelle am Wasserausgang befestigt und Pumpe auf ca 5,5 m abgelassen.

    Zuerst kam Wasser wie Milchkaffe, wurde dann nach 2 Stunden langsam klarer. Es kam aber null Sand...

    Fazit: Wasser läuft :)

  • Na, dann kannst Du ja versuchen den Brunnen klar zu pumpen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Das Wasser läuft weiterhin. Ist auch schon um einiges klarer.

    Zwar weiterhin trüb aber kein Vergleich mehr zum Anfang.

    Nun habe ich aber mal grob gemessen und die Pumpe fördert ca. 600 Liter die Stunde obwohl sie laut Datenblatt 1400l/h fördert. Woran kann das liegen? Auch falls meine Messung nicht pinibel genau war, ist aber eine Abweichung von 800 Liter extrem heftig.

    Auch wenn der Brunnen nicht mehr hergeben würde, das weiß die Pumpe ja nicht und müsste doch dann nach gewisser Zeit "auf dem trockenen sitzen", oder nicht?

    Das tut sie ja aber nicht.

    Zur Pumpe: ist eine Hecht 3301

    Hängt ca 5 Meter tief. Wasser beginnt in 3,5 Metern Tiefe

  • Bei der Leistungsangabe kann die Pumpe ja nicht viel mehr bringen.

    Ich geb Dir mal etwas zur Pumpenkennlinie (die der Hersteller wohlweislich nicht angegeben hat) zu lesen:

    Pumpenkennlinie


    Betrachtet man Pumpen im Baumarkt oder online im Netz, so fällt einem auf, dass sich auf dem Typenschild oder bei den technischen Angaben zwei Werte befinden, die anscheinend die Eigenschaften der Pumpe beschreiben: Eine Druckangabe und eine Wassermengenangabe.


    Z.B. kann man lesen 5 Bar / 3000L/h

    Da 10m Wassersäule einen Druck von ca. 1 Bar hat, werden die Drücke häufig auch in Höhenangaben angegeben, d.h. es kann auch stehen: 50m / 3000L/h.


    Man könnte jetzt annehmen, dass die genannten Daten die Eigenschaften der Pumpe beschreiben, also 3000L/h bei einem Druck von 5 Bar gefördert werden. Ein folgenschwerer Irrtum!


    Es ist leicht einzusehen, dass eine Pumpe ihren höchsten Druck hat, wenn der Pumpenausgang verschlossen ist, also die Fördermenge 0L/h beträgt.

    Genauso ist es nachvollziehbar, dass die höchste Wassermenge gefördert wird, wenn der Pumpenausgang offen ist, also kein Schlauch angeschlossen ist. Ist der Ausgang offen, kann dort kein Druck aufgebaut werden, also liegen dort 0 Bar an.


    Diese zwei Zustände nennt man auch Betriebspunkte. Sie entsprechen kaum dem praktischen Betrieb.

    Aber genau diese zwei Betriebspunkte werden bei Pumpen angegeben, also die maximal mögliche Fördermenge und der maximal auftretende Druck. Beide können nie zusammen auftreten!


    Zwischen beiden Betriebspunkten sind unendlich viele Kombinationen möglich.

    Man kann sich das so vorstellen, als ob die Pumpe aus dem Eingangsbeispiel (50m/3000L) in einem Teich neben einem 60m hohen Turm stehen würde.

    Lässt man die Pumpe frei laufen, so fördert sie 3000L/h, ihr Druck beträgt 0 Bar.

    Schliesst man sie an einen langen Schlauch an, den man langsam am Turm hinaufzieht, so hat sie bei 10m einen Druck von 1 Bar, bei 30m von 3 Bar, bei 50m von 5 Bar und bei 60m immer noch 5 Bar. Das Wasser, das durch den Schlauch fliesst, wird immer weniger, je höher der Schlauch gezogen wird. Ab 50m fliesst überhaupt kein Wasser mehr aus dem Schlauch heraus.


    Zu jeder Schlauchhöhe gehört also ein anderer Druck und eine andere Fördermenge.

    Das sind die verschiedenen Betriebspunkte einer Pumpe. Sie werden entweder in einer Tabelle oder mit einer Kurve dargestellt. Diese Kurve nennt man Pumpenkennlinie, bei der man zu jedem Pumpendruck die dazugehörende Fördermenge bzw. zu jeder Fördermenge den dazugehörenden Pumpendruck ablesen kann.


    Ergänzend sei noch gesagt, dass einige Pumpenhersteller neben dem Maximaldruck bzw. der maximalen Fördermenge auch den Betriebspunkt angeben, bei dem die Pumpe ihren besten Wirkungsgrad hat.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ok also wird das mit den 600 Liter so seine richtigkeit haben? Das reicht mir momentan vollkommen aus. Wollte nur einen Defekt der Pumpe oder einen "Fehler" des Brunnens ausschließen.

    Dann stellt sich die Frage, wieso der hersteller so eine Fördermenge angibt. Ist ja total irreführend.

    Die Pumpe wird eh nur vorübergehend im Einsatz sein. Auf kurzer sicht soll eine tiefbrunnenpumpe installiert werden

  • oder einen "Fehler" des Brunnens ausschließen.

    Solange keine Luftblasen gefördert werden, sollte am Brunnen alles i.O. sein.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen